Spitzenbeamter zweigte AMS-Geld ab: 60 Millionen Coup mit Arbeitsamtgeldern
- Exklusiv: Davon 17 Millionen illegal verschoben
- Im Bild: AMS-Chef Herbert Buchinger
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Ein Spitzenbeamter steht im Zentrum eines 60-Millionen-Coups mit Arbeitsamtgeldern. Fast 17 Millionen davon soll er illegal verschoben haben: von Republikskonten, per Telebanking.
Von Josef Barth
Am Ende wirkte er erleichtert, sagen Mitarbeiter, als wäre mit einem Schlag ein enormer Druck von ihm abgefallen, der sich über die vergangenen Monate aufgebaut hatte. Mit seiner vorläufigen Suspendierung als Bereichsleiter der österreichischen Bundesbuchhaltungsagentur endete für Wolfgang W. vergangene Woche ein äußerst unangenehmes Kapitel seines Lebens. Sollte sich die momentane Verdachtslage entgegen der geltenden Unschuldsvermutung dennoch bewahrheiten, so haben zwar Ausreden, Verschleierungen und Heimlichtuereien ein Ende, doch seine wirklichen Schwierigkeiten dürften jetzt erst beginnen.
Wolfgang W., einer der obersten Vermögensverwalter der Republik, steht im Verdacht, die Drehscheibe eines rund 60 Millionen Euro schweren Coups zu sein, der seit vergangener Woche die Kabinette dreier Ministerien, die Spitzen von Rechnungshof, Arbeitsmarktservice und Hypo Alpe-Adria-Bank sowie den Konkursrichter und nun auch die Staatsanwaltschaft Wien beschäftigt.
W. steht im Verdacht, rund 16,5 Millionen Euro von Konten der Republik auf Knopfdruck an private Empfänger verschoben zu haben ohne entsprechende Belege anführen zu können. Das bestätigte die Buchhaltungsagentur gegenüber profil. Eine vom Rechnungshof beanstandete Sicherheitslücke im System wurde vom Finanzministerium nie geschlossen. Daneben soll W. einem privaten Schulungsinstitut widerrechtlich Forderungsbestätigungen gegen die Republik in Höhe von weiteren 43,3 Millionen ausgestellt haben.
Der Reihe nach. Vergangene Woche klingelt im Büro von AMS-Chef Herbert Buchinger das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldet sich ein misstrauischer Vorstandsdirektor der Hypo Alpe-Adria-Bank, Paul Kocher. Er, Kocher, halte eine Bestätigung in Händen, wonach das Arbeitsmarktservice einem privaten Lerninstitut für die Schulung von Arbeitslosen satte 16,3 Millionen Euro schulde. Amtlich ausgestellt von der Buchhaltungsagentur des Bundes, die die Abrechnung für alle heimischen Ministerien und andere staatliche Stellen verantwortet, vorgelegt vom Betreiber des Schulungsinstituts, Kurt Datzer, der seine angebliche Forderung verkaufen und zu Geld machen wollte.
Buchinger traute seinen Ohren nicht. Zwar hatte das AMS das Erwachsenenbildungsinstitut Venetia einst mit der Abhaltung von Kursen für Arbeitslose beauftragt. Doch da die letzten Forderungen bereits im November 2008 abgerechnet worden waren, mussten wir das Bestehen einer Anspruchsgrundlage bestreiten. So hält es Buchinger auch in seiner Anzeige wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung und versuchten Betrugs fest, die er unverzüglich an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelte und die profil exklusiv vorliegt.
Hypo-Banker Kocher war nicht der einzige Bankvorstand, der Erkundigungen einholte. Immer mehr Banker meldeten sich beim AMS-Chef, ob das AMS besagtem Lerninstitut tatsächlich Millionenbeträge schulde, schreibt Buchinger. Neben den genannten 16,3 Millionen Euro waren zumindest auch Schuldscheine über dreimal neun Millionen Euro für die kommenden Jahre im Umlauf. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit eine optimale Besicherung für eine Bank. Vorgelegt hatte sie stets der Geschäftsführer des Lerninstituts Venetia, Kurt Datzer. Und nicht nur den Banken: Datzer stand mit seiner Venetia vor dem Konkurs. Arbeitslosen-Trainer waren nicht mehr bezahlt, Angestellten kein Gehalt überwiesen worden. Seit mehr als einem Jahr versuchte die Arbeiterkammer die Insolvenz der Venetia durchzusetzen und damit die Ansprüche von 42 ehemaligen Dienstnehmern in Höhe von rund einer halben Million Euro zu sichern. Vergeblich. profil berichtete bereits im August 2008 über die Zustände. Der grüne Sozialsprecher Karl Öllinger misstraute Geschäftsmann Datzer bereits damals und erstattete Anzeige wegen des Verdachts der betrügerischen oder zumindest fahrlässigen Krida.
Behörden ausgetrickst. Und dennoch gelang es Datzer, mit immer neuen Winkelzügen das Verfahren in die Länge zu ziehen. Der Konkursrichter am Handelsgericht Wien gestand ihm immer neue Fristen zu und handelte sich damit Kritik der Betroffenen ein. Nicht zuletzt, weil Datzer eben auch Schuldscheine der Republik über mehrere Millionen Euro vorlegen konnte. Mehr noch: Eine Trainerin versuchte ihre Forderung von schlanken 1800 Euro gegen die Firma Venetia beim Bezirksgericht Hietzing durchzusetzen. Das Gericht bewilligte ihr die Pfändung der Forderung des AMS. Schließlich schulde das Arbeitsamt Herrn Datzer ja noch 16 Millionen Euro.
Schuldscheine in Höhe von rund 40 Millionen Euro, ein maroder Kleinunternehmer und ein führender Mitarbeiter der Bundesbuchhaltungsagentur: Monatelang ließen sich so österreichische Banken und Behörden narren. Gläubiger vertrauten auf Zahlungszusagen, Investoren interessierten sich für den Kauf der Forderungen. Der erfahrene Anwalt und Zessionsspezialist Jürgen Hinterwirth wurde sogar in W.s Büro mit etwaigen Interessenten vorstellig, die die Forderungen kaufen wollten. Selbst auf seine sorgfältigen Erkundigungen über W. erhielt er nur positive Auskünfte. Seit 15 Jahren galt W. als verlässlicher Mitarbeiter: nun in der Bundesbuchhaltungsagentur, davor im Sozialministerium.
Durch seine Verantwortung für den AMS-Bereich dürften sich Datzer und W. auch kennen gelernt haben. Datzer wird von Geschäftspartnern keineswegs als kriminell beschrieben. Vielmehr gilt er als einfacher Geschäftsmann, der seinen Betrieb durch Abwesenheit schleifen ließ, in Schulden schlitterte und nicht mehr weiterwusste. In dieser Phase dürfte W. ihm die Gefälligkeitsschreiben, wie es Datzers Anwalt nennt, ausgestellt haben.
Freitag vergangener Woche stürzte das Konstrukt in sich zusammen. Wirtschafts- und Sozialministerium, zwischen deren Zuständigkeiten das AMS gerade wechselt, waren informiert, der Chef der Buchhaltungsagentur hatte den Rechnungshofpräsidenten instruiert, das Handelsgericht den Konkurs verhängt und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.
Freitagabend, kurz vor Redaktionsschluss, klingelte in der profil-Redaktion noch einmal das Telefon. Kurt Datzers Anwalt, Sebastian Lesigang, hatte von den Recherchen erfahren. Sein Mandant hätte bereits eine Selbstanzeige eingebracht und werde mit den Behörden umfassend kooperieren. Dass Datzer die gesamten 16,5 Millionen, die der Republik durch W. abhandenkamen, eingestreift hätte, wollte er nicht bestätigen. Allerdings sei alles, was er durch die Buchhaltungsagentur widerrechtlich erhalten habe, an seine Gläubiger gegangen. Lesigang: Er hatte gehofft, dadurch Zeit zu gewinnen und dem AMS später alles zurückzuzahlen. Die Hoffnung hat Kurt Datzer immer noch.
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Der Systemfehler
Das Finanzministerium wusste um die Sicherheitslücke in der staatlichen Buchhaltung. Sie besteht noch immer.
Das Computersystem HVSAP gilt laut Helmut Brandl als eines der sichersten der Welt. Dennoch muss der Chef der Bundesbuchhaltungsagentur einräumen, dass seine Behörde Opfer eines klaren Kriminalfalls wurde. Doch man wusste um das Problem.
Schon vergangenes Jahr beanstandete der Rechnungshof bei einer Prüfung der Bundesbuchhaltungsagentur massive Sicherheitslücken im System. Eine davon behob man sofort, die andere besteht bis heute und wurde von W. genutzt. Denn trotz Vieraugenprinzip und mehreren Gegencheck-Mechanismen können leitende Mitarbeiter mit dem TAN-Code einer zweiten Person Millionen mittels Telebanking verschieben. Auf Knopfdruck wie jeder Bürger beim eigenen Bankkonto. Wolfgang W. dürfte das Vertrauen seiner Kollegen ausgenutzt haben (Brandl) und dadurch in der Lage gewesen sein, Republiksvermögen nach Belieben zu verschieben. So seien auch die 16,5 Millionen Euro abhandengekommen.
Dem Rechnungshof versicherte das Finanzministerium als Chefbehörde der Buchhaltungsagentur damals, man werde eine Reorganisation des Zahlungsverkehrs starten. Dazu kam es bis heute nicht.
Ministeriumssprecher Harald Waiglein: Die Buchhaltungsagentur muss den Ministerien oft schnell Geld zur Verfügung stellen, um die Liquidität sicherzustellen. Ein hundertprozentig sicheres System gibt es nicht: Menschen in Leitungsfunktion haben immer die Möglichkeit des Missbrauchs. Man versuche das nun zu ändern. Telebanking wurde sofort gestoppt und liegt derzeit auf Eis.
31.1.2009 17:15
SemperAugustus, 31. 07. '09 00:30
Spendenbuch neben Auftragsbuch, Geschäftemacherei mit der Armut
warum sollten die Mauscheleien in der Erwachsenenbildung anders als beim U-Bahnbau, bei Skylink oder sonst wo sein?
Dem Gewinn/Risiko Verhältnis nach zu urteilen, ist die "Selbstständigkeit" dieser Trainer eher deren Verzweiflungsakt um am Arbeitsmarkt selbst unterzukommen; selbst durch Arbeitslosenkurse zum selbstständige Trainer ausgebildet worden stehen nicht wenige bereits vor dem Privatkonkurs.
Aber wie es beim Staat/AMS heutzutage so ist, der Mensch zählt nichts. Geschäftemacherei mit der Armut, auf unterstem Niveau.
Wo sind die Millionen hin? Ins Karibische Casino (Tip von BAWAG und Bundesfinanzagentur, ist halt leider nicht aufgegangen)
Die Rendite wäre halt eine Parteispende gewesen.
Dass 3 Akteure ein System im 100 Millionen Bereich über Jahre austricksen: das glaubt keiner.
Leserin, 05. 02. '09 20:10
"Schönung der Arbeitslosen-Statistik"?
Das mit der "Schönung der Statistiken" ist ein schlaues Märchen, aber die Statistik ist in dem Zusammenhang - mit Verlaub gesagt - ziemlich wurscht. Es geht um eine konstante Zahl von 60.000 "Kurs"-Besuchern, für die AMS-Funktionäre ihren braven Freunderln (die völlig unausgebildet sind) mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr hineinschieben. Spesen wie Miete und Honorare fallen bei diesen Beträgen nicht wirklich ins Gewicht. Das ganze "Geschäft" mit den Geldern aus der Arbeitslosen-Versicherung läuft seit über 15 Jahren.
togian, 07. 02. '09 01:27
Re: Statistik
a) jeder der beim ams gemeldet ist zählt nach einem bestimmten zeitraum (altersabhängig: v. 6 monaten - 1 jahr) als langzeitarbeitslos. zauberei: ein kurs unterbricht die arbeitslosigkeit und somit haben wir statistisch gesehen nur wenige langzeitarbeitslose. deshalb ist es so wichtig, dass alle beim ams gemeldeten regelmässig einen mindestens 5 wöchigen kurs besuchen.
b) bitte um info über die "völlig unausgebildeten" (vor allem interessiert mich: woran erkennt man beim "unausbilden" dass man fertig ist ? danke!
Leserin, 04. 02. '09 20:53
ungebildet lohnt sich
Die AMS-nahen Inhaber der sogenannten Kursunternehmen - also unsere neuen Euro-Milliardäre(!) - sind zumeist so unausgebildet wie peinlichst ungebildet. Würde es sich nicht um öffentliche Gelder handeln, die da kräftigst (um)verteilt werden: in freier Marktwirtschaft - oder in anderen seriösen Leistungsgemeinschaften - hätten die meisten dieser Typen keinerlei Chance gehabt!
Leserin, 04. 02. '09 20:36
Es geht um weit mehr als 60 Millionen Beute!
Wenn Sie von 60 Millionen Euro öffentlicher Gelder schreiben, die übers AMS an private Konten verschoben worden sind, so tun Sie den betreffenden Kriminellen damit einen unschätzbaren Gefallen! Dann in Wahrheit geht es um mehrere Milliarden Euro, die seit Ende der Neunziger Jahre über AMS-nahe Stellen (über lauter sozialökonomisch so unnötige wie peinlichst unausgebildete"Management Consulter") gewaschen/privatisiert wurden: frischgebackene österr. Euro-Milliardäre, die so auf die heimische Arbeitslosenversicherung wie auf einen Europäischen Sozialfonds zugelangt haben!
Nun zirkuliert längst ein Dokument in anderen, kostenmäßig ev. mitbetroffenen Ländern, aus dem
die Ausmaße des AMS-nahen Beutezuges (nicht nur Venetia betreffend) deutlicher hervorgehen als aus Ihrer Kuschelweich-Darstellung im Profil.
Leserin29, 03. 02. '09 13:38
Harte Strafen für alle Verantwortlichen
Herr W., den vollständigen Namen liest man komischerweise nur in einer "Österreich" Ausgabe hat nicht nur den Ruf aller Beamten geschädigt sondern auch durch sein Verhalten alle in Misskredit gebracht. Daher müssen nicht nur er sondern auch alle zuständigen Ministerialbeamte Verantwortung tragen. Im normal Fall wurde von der Agentur kein Beleg angenommen der nicht einmal richtig gestempelt, Unterschrieben oder mit 1 Cent Differenz Unterschied versehen war. Es ist daher unvorstellbar dass dies in so einem Ausmaß passieren konnte. Die Vorwürfe gegenüber Mitarbeitern des AMS sind hier unberechtigt, denn die Verantwortlichen sind in der Leitungsfunktion und im Parlament zu suchen. Die beteiligten hatten untereinander zu viel Vertrauen dass schäbig missbraucht wurde.
IchWeißWas, 04. 02. '09 13:37
Re: Harte Strafen für alle Verantwortlichen
Ja natürlich ... harte Strafen für alle Beteiligten.
Doch sind die Mitschuldigen in der ganzen Reihe des Systems zu suchen, ich denke wer da anfängt wird sehr leicht überall fündig.
Es gibt leider zahlreiche "SYSTEMFEHLER" und darüber hinaus jenen, dass es anscheinend üblich ist solche Fehler totzuschweigen, auszusitzen, so lange denjenigen der aufmerksam machen will zu peinigen, zu mobben, zu "irgendwas", bis er entweder selber aufhört oder aus dem System entfernt wird.
Und gerade deshalb wissen viel davon und trauen sich eben nichts zu sagen! Denn es geht da dem Einzelnen zumeist nicht um Millionenbeträge, nein es geht um die Existenzgrundlage.
Leider gehts aber dabei oft in Summe doch um Millionen, eine Verfolgung von schon gemeldeten Missständen ist nicht in Sicht!
sauresessiggurkerl, 01. 02. '09 17:57
bin mal gespannt
wieviel von den veruntreuten Geldern tatsächlich noch einbringlich sind. wir werdens sicherlich nicht erfahren, denn bis die Sache vollständig aufgeklärt ist hat die öffentlichkeit a) das interesse verloren oder b) kennt den zusammenhang nicht mehr. ausserdem wird das wieder jahre dauern, denn gscheite schachzüge um verfahren in die länge zu ziehen kennen die herren ja. gratuliere! und wieder einmal ärgert sich herr und frau österreicher, dass unsummen von steuergelder die donau runtergeschwommen sind, er/sie hart dafür gearbeitet hat und nix dafür bekommen wird.
Leserin, 04. 02. '09 22:17
Re: bin mal gespannt
Das AMS verteilt derartig (enorm!) hohe Beträge an nahestehende private "Kurs"-Unternehmen (die im Umfeld des AMS wie die Pilze aus dem Boden geschossen sind), dass man da schon "andächtig" werden kann und verstehen mag. wieso Zeitungen, Politik & Co. so lange zu einem Verbrechen geschwiegen haben, das ihnen allensamt längst bekannt war. Die enorme Höhe der durch das AMS verteilten (öffentlichen) Gelder an unfähige Private ist nicht nur mir bekannt und ist durchaus beweisbar.
SoNed, 31. 01. '09 22:44
AMS-Sumpf
Jetzt offenbart der AMS-Sumpf wozu die Gelder der systematisch rechtswidrigen Bezugs-Sperren gebraucht wurden!
Bis zur faschistoiden AIVG-Novelle mit 1.1.08 wurden Arbeitslosen bei Weigerung der "Zwangs"massnahmenteilnahme, die laut VwGH nur über Freiwilligkeit zumutbar war, die Bezüge bewusst rechtswidrig gesperrt!
"Venetia" beteiligte sich an forderster "Front" an dieser Menschenverachtung, Die in häufigen Fällen zu gesundheitlichen Schäden der Betroffenen führt(e)
Ein Klima der Rechtsstaatlosigkeit - Verbannung von Moral, Ethik, Charakter, Anstand führt nun zum Millionenverbrechen!
Wie soll der/die Täter Unrechtsbewusstsein erzeugen? Er / sie orientierte sich nur am AMS-Gebaren!
SoNed / Erwerbsloseninternetplattform
SladicaFischer, 31. 01. '09 18:54
Und warum hat das alles so lange gedauert?
Dem AMS ist schon seit über einem Jahr bekannt, dass Herr Datzer mit angeblichen Schulden des AMS bei venetia hausieren geht.
Und erst, wenn eine Bank bei Herrn Buchinger vorspricht, bemerkt das AMS, dass ihm 60 Millionen fehlen?
Zu hoffen ist nur, dass der Tanz des Herrn Datzer auf den Nasen der Wiener Richter nun mal ein Ende hat.
Und bevor er dem AMS das Geld zurückgibt, erst mal diejenigen Gläubiger befriedigt, die für ihre Forderungen gearbeitet haben. Da hängen wirkliche Existenzen dran. Dem AMS scheint das Geld ja nicht zu fehlen!
traintraen, 31. 01. '09 17:22
Berechtigte Forderungen an die Republik : TrainerInnen und Arbeitssuchende
Diese AMS Finanzangelegenheit sollten Verantwortliche zum Anlass nehmen, das System zu hinterfragen. Arbeitslose Menschen werden als statistische Groeße wahrgenommen und so behandelt - alle wissen es und keiner tut etwas. Wem nutzt es? Der Wirtschaft, dem Wirtschaftsstandort Oesterreich wohl ebenso wenig wie den Arbeitssuchenden!
Fairness und Qualitaet
Wie kann es angehen, dass heute die TrainerInnenhonorare um ein Drittel niedriger sind als noch vor einigen Jahren und zum Teil die Entlohnung noch staerker gefallen ist. In welchen anderen Bereichen waere es denkbar, dass Honorare sinken, während die Anforderungen nachweislich steigen?
Der BABE-Kollektivvertrag ist nicht die Loesung /Qualitaet gibt es nicht zu Dumpingpreisen.
Berechtigte TrainerInnen-Forderungen an die Republik !
Hänschenklein, 31. 01. '09 19:31
Re: Berechtigte Forderungen an die Republik : TrainerInnen und Arbeitssuchende
Wir Trainerinnen und Trainer werden uns, wenn die Stundensätze so niedrig bleiben bzw. gedrückt werden, bald als Kursteilnehmer gegenseitig in den diversen Kursen sitzen, weil wir uns die Arbeit nicht mehr leisten können.
Keine Trainerin, kein Trainer in AMS-Maßnahmen soll für weniger als 30 Euro brutto bzw. Lohn + Lohnnebenkosten pro Arbeitsstunde arbeiten.
Man muß von dieser Arbeit auch leben können.
Wer hat schon durchgehend übers Jahr 30 Stunden Einsatz pro Woche?
Es ist Zeit einen Interessensverband zu gründen!
Shiguli, 01. 02. '09 00:00
Re: Berechtigte Forderungen an die Republik : TrainerInnen und Arbeitssuchende
es ist gut und sinnvoll das deine Stundensätze nicht der Inflationsrate angepasst wurden.
So lernst du die Sorgen und finanziellen Nöte der Arbeitssuchenden- deren bescheidene auch keine Anpassung erfahren haben- viel besser verstehen. Sieh es als Chance zur Entwicklung deiner Persnönlichkeit. Direkt vor Ort mit deinen Klienten kannst du deren Schicksal teilen und spüren wie sie leben. Das muß doch für einen Trainer das schönste Geschenk sein.
Hänschenklein, 01. 02. '09 20:56
@shiguli
Was soll der Hohn?
Keinen Mut sich für die eigenen Rechte einzusetzen?
jana-alexandra, 31. 01. '09 17:08
Ausblutungssystem der Kursinstitute durchs AMS
Das AMS betreibt seit Jahren eine spezielle Art ihre Institutspartner auszuwählen. Da gibt es einerseits die politisch gefärbten Institute mit einem bestimmten Prozentsatz der Aufträge und dann die für ein Jahr jeweiligen bevorzugten Institute. Und alle unterliegen einem gnadenlosen Preisdumping.
AMS-Zusagen für ein Jahr werden extrem kurzfristig vergeben, und die gering(st)e Spanne ermöglicht keine längerfristige Planung/Steuerung/Management. Liquiditätsmanagement ist oft die einzige Möglichkeit für das Managen von AMS nahen Instituten. Kein Wunder, dass immer mehr Institute ins Studeln kommen. Ich halte Venecia nur für ein Extrembeispiel eines maroden, ausbeuterischen, am Ziel - die Qualifikation von Arbeitssuchenden zu verbessern - verbeispazierenden Systems.
Leserin, 05. 02. '09 19:43
Re: Ausblutungssystem der Kursinstitute durchs AMS
Das AMS wählt weniger seine Institutspartner, als dass es diese k r e i e r t: Diese sind im Umfeld der enormen Beute an öffentlichen Geldern wie die Pilze hervorgeschossen, ... um ein möglichst großes Stück von diesem Kuchen... etwa nach Lateinamerika zu transferieren. Und da es sich ausnahmslos um GesmbH:s handelt, haftet letzlich niemand: die Milliarden sind pfutsch und so manches Goscherl war und bleibt andächtig verschlossen.
Almi66, 31. 01. '09 15:11
Die Kursmafia des AMS?
Ich habe nie verstanden, warum man einer immer spezialisierteren Arbeitswelt mit einem relativ einseitigen Portfolio an Kursen begegnet. Statt den Arbeitslosen einen jährlichen Bildungsscheck auszustellen, der bei allen Kursinstituten eingelöst werden kann, werden zehntausende Kursplätze beim selben Institut geordert. Das mag zwar ökonomisch sinnvoll sein (nicht immer, wie obiger Fall zeigt...) aber nicht die Erfordernisse der modernen Arbeitswelt treffen. Das Argument, dass ja seriös ausgeschrieben wird, lasse ich nur bedingt gelten.
Die Gefahr der Vetternwirtschaft ist bei Ausschreibungen in Millionen Euro Höhe leider nie ganz auszuschließen.
Deshalb meine Forderung: Jeder Arbeitslose möge seinen Kurs selbst argumentieren und auswählen, das AMS unterstützt ihn dabei einmal im Jahr finanziell.
baumisms, 01. 02. '09 02:34
Lieb! Was haben diese "Kurse" mit einer Weiterbildung der Arbeitslosen zu tun?
Der einzige Grund für diese um viele hunderte Millionen (!!)abgehaltenen Zwangskurse ist die Statistikfälschung, indem durch die "Unterbrechung" der Arbeitslosigkeit während der sinnlosen Coachingkurse die Zählung von vorne beginnt, die entsprechenden Personen also nicht zu "Langzeitarbeitslosen" werden können. Dieses System wurde unter Bartenstein perfektioniert, und zahllose Parasiten (vom Institutsbesitzer bis zum Trainer) leben seither davon.
Ein erwünschter Nebeneffekt ist vielleicht noch, daß der Arbeitslose während des Kurses nicht nebenbei pfuschen gehen kann...
ankosik, 02. 02. '09 22:31
Re: Die Kursmafia des AMS?
Ihre Forderung: Jeder Arbeitslose möge seinen Kurs selbst argumentieren und auswählen ist längst Tatsache!
Ich war vor 3 Jahren arbeitslos, ging zum Arbeitsamt mit einem Konzept mich selbstständig zu machen und habe die notwendigen Kurse anstandslos bezahl bekommen.
Nur: Man muss offensiv sein und nicht warten bis einen die Betreuung in einen Kurs zwingen muss.
Richtig gelesen die müssen alle 6 Monate einen Kurs vorschreiben! Denn dann zählt, man für die Statistik, nicht mehr als langzeitarbeitslos.
Leserin29, 03. 02. '09 11:12
Re: Die Kursmafia des AMS?
Gott sei Dank musste ich selbst noch keine Kurse besuchen, gebe dir auch vollkommen recht. Es gibt genug Kursinstitute die seriöse Kurse anbieten.