Benedikt vs. Merkel im Holocaust-Disput: Vatikan verteidigt Papst-Reaktion vehement
- Forderung von Kanzlerin Merkel zurückgewiesen
- Zentralrat der Juden will Gespräch mit Benedikt

Papst Benedikt XVI. hat auf seiner wöchentlichen Generalaudienz keinen neuen Kommentar zum aktuellen Holocauststreit abgegeben. Einen Tag nach der Forderung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Klarstellung zur Holocaust-Leugnung durch den Briten Richard Williamson ging er nicht auf diese Frage ein. Die Stimmen der Kritiker sind aber noch längst nicht verstummt und werden immer vehementer.
Die 1988 verhängte Exkommunikation von Williamson und drei anderen Bischöfen der von der katholischen Kirche abgespaltenen Piusbruderschaft (SSPX) war erst jüngst aufgehoben worden.
Bereits am Dienstagabend hatte Vatikansprecher Federico Lombardi erklärt, die Verurteilung jeder Holocaust-Leugnung durch den Papst hätte "klarer nicht sein können". Lombardi hatte unter anderem darauf verwiesen, dass Benedikt nicht nur am vergangenen Mittwoch seine "volle Solidarität" mit den Juden bekräftigt und sich von einer Leugnung der Judenvernichtung distanziert habe, sondern auch in der Vergangenheit seine Position zum Holocaust wiederholt "mit großer Klarheit" dargelegt habe. Im Übrigen habe der deutsche Pontifex klar erklärt, dass die Zurücknahme der Exkommunikation nicht bedeute, dass damit die Holocaust-Leugnung legitimiert werde.
Angela Merkel und der Zentralrat der Juden sind nicht die einzigen, die den Papst weitehin öffentlich kritisieren. Unter anderem hat sich nun der deutsche SPD-Vorsitzende Franz Müntefering zu Wort gemeldet und die Causa einen "schweren, historischen Fehler, den die Kirche so schnell wie möglich korrigieren muss".
(apa/red)















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