Helmut Zilk, Spion: Zilk war jahrelang Informant des CSSR-Geheimdienstes

  • 'Holec' bespitzelte Kreisky, Klaus und Bacher
    EXTRA: Akte Zilk aus den Jahren 1965 bis 1974
  • profil gelangte in Besitz der Originaldokumente
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Der spätere Minister und Wiener Bürgermeister Helmut Zilk war jahrelang Informant des tschechoslowakischen Geheimdiensts und ließ sich dafür bezahlen. Die österreichische Staatspolizei erfuhr davon, ließ ihn aber nicht auffliegen.

Von Herbert Lackner

Eine Absolution aus berufenerem Munde konnte es nicht geben. Das Wort Vaclav Havels, des gewesenen Freiheitspräsidenten Tschechiens, hatte Gewicht, und als er sich vergangenen November bei der Trauerfeier für Helmut Zilk „im Namen der Tschechen“ für „das Unrecht“ entschuldigte, „das wir ihm aufgrund unserer Unkenntnis zugefügt haben“, da war allen klar: Die bösen Gerüchte über eine angebliche Spionagetätigkeit Zilks für den Geheimdienst der kommunistischen Tschechoslowakei in den sechziger Jahren mussten übler Rufmord gewesen sein.

Aber hätte Havel am Sarg des toten Freundes die Wahrheit sagen sollen, die er als ehemaliger Staatspräsident wohl ­kannte? profil verfügt als erstes Medium über den „Geheimdienstakt Zilk“, angelegt in Prag in den Jahren 1965 bis 1974. Er enthält Protokolle von Gesprächen, die Zilk mit seinen an der CSSR-Botschaft in Wien stationierten Führungsoffizieren führte, Einschätzungen seiner Person und seiner Informationen durch die Prager Zentralstellen, Abhörprotokolle aus Zilks Hotelzimmern – und er enthält von Zilk unterschriebene Quittungen für die Honorare, die ihm Prag für seine Dienste zahlte.

Aus den hunderten Akten ergibt sich eine bittere Wahrheit: Helmut Zilk lieferte der Staatssicherheit der kommunistischen CSSR zwischen Dezember 1965 und Juni 1968 ­Informationen aus für sie unzugänglichen Kreisen der österreichischen Innenpolitik. Und er ließ sich dafür entschädigen: durch Geld, aber auch durch Geschenke. Für rund 70.000 Schilling liegen die Belege vor – nach heutiger Kaufkraft ungefähr 30.000 Euro. Sie hat er in diesen zweieinhalb Jahren gegen Quittung in bar zugesteckt bekommen. Die erste 5000-Schilling-Tranche unterzeichnete er noch mit eigenem Namen, später unterschrieb er mit „Johann Maiz“, einem von ihm selbst gewählten Tarnnamen. Die Staatssicherheit führte ihn unter „Holec“, erst als die Zusammenarbeit zu Ende ging, wurde in den Akten wieder sein Klarname verwendet: Helmut Zilk.

Widersprüchlich. Was kann einen so erfolgreichen, kaum 40-jährigen Fernsehjournalisten bewogen haben, für eine vergleichsweise geringe Summe alles aufs Spiel zu ­setzen? Wie konnte ein Mann für die Kommunisten spitzeln, der ab März 1967 als Fernsehdirektor engster Mitarbeiter des geeichten Antikommunisten Gerd Bacher war? Warum gerade Helmut Zilk, der wenige Monate nach Beendigung seiner Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit im ORF tapfer den Widerstand gegen die Invasoren unterstützte und dafür später Ehrenbürger von Prag und Bratislava wurde?

Ein Mensch in seinem Widerspruch. Nicht einmal die detailreichen Akten lassen ein eindeutiges Motiv erkennen: Zilk ging es, kann man daraus schließen, um seine Karriere, um den Nervenkitzel, aber auch um Geld. Selbst noch als Bachers wohlbestallter Fernsehdirektor ließ er sich regelmäßig die kleinen Geldpäckchen zustecken. Überdies schien Zilk nach seinen journalistischen Erfolgen in krasser Selbstüberschätzung geglaubt zu haben, den langsam anlaufenden Reformprozess in der Tschechoslowakei beschleunigen zu können. Einmal beklagte er, dass die tschechischen Bischöfe nicht zu einem internationalen Treffen in Mariazell anreisen durften, das fördere den Antikommunismus in Österreich nur noch weiter. Dann wieder ersuchte er seinen Führungsoffizier, bei den Behörden das Plazet für eine vom ORF grenzüberschreitend übertragene Humanismusdiskussion mit östlichen und westlichen Philosophen einzuholen. Auch eine dritte Ausgabe der „Stadtgespräche“ peilte er an, jener denkwürdigen Livesendung, die 1964 und 1965 aus Prag übertragen wurde. In Zeiten des Kalten Kriegs waren die von Zilk moderierten Saaldiskussionen ein unerhörtes Bravourstück, weil erstmals über den ­Eisernen Vorhang hinweg Fragen der bürgerlichen Freiheiten und der Menschenrechte debattiert wurden. Käme man ihm bei diesen Wünschen entgegen, wäre das dem Ansehen der Tschechoslowakei dienlich und auch für seinen persönlichen Aufstieg wichtig, meinte er in den Gesprächen mit den Geheimdienstlern. Auch für sie wäre das günstig, denn dann hätte er noch bessere Kontakte.

Die andere Seite ließ ihn abblitzen. Sie wollte Informationen, und sie zahlte dafür. Wenn Helmut Zilks Karriereweg weiter nach oben ging, war ihr das recht. Aber politische Konzessionen gab es dafür nicht. „Österreich war für die CSSR-Spionage ein wichtiges Operationsfeld. Bei der Anwerbung hatte man wenig Skrupel“, meint der Grazer Zeithistoriker Stefan Karner. „Die Residentur in Wien war überhaupt die personell am stärksten besetzte in ganz Europa.“ Grund: Die Prager Behörden suchten Nachweise für Anti-CSSR-Aktivitäten vertriebener Sudetendeutscher, die sich diplomatisch als Druckmittel nutzen ließen.

Bei Helmut Zilk ging es um andere Themen. Ein Mittagessen im Jänner 1965 – genau zwischen dem ersten und dem zweiten Prager „Stadtgespräch“ – ist laut Aktenlage der erste Kontakt mit dem Geheimdienst. Am Tisch sitzt auch ein in der CSSR-Botschaft in der Wiener Penzinger Straße tätiger „Referent“ namens Starek, den die Zentrale unter dem Decknamen „Mladik“ („Bursche“) auf Zilk angesetzt hatte. Starek sollte herausfinden, ob der rührige Fernsehjournalist für bezahlte Informationsdienste ansprechbar war. Was er in den folgenden Monaten beobachtet, ist Thema des ersten Aktenstücks, datiert mit 14. Dezember 1965: Zilk habe „ein gepflegtes Äußeres, er hat Erfolg bei Frauen und führt ein persönlich aufwändiges Leben. Isst in teuren Restaurants. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er Geld nicht im Überfluss hat.“

Drei Tage später werden aus Prag die von Zilk moderierten zweiten (und letzten) „Stadtgespräche“ gesendet. Von österreichischer Seite diskutieren die Autoren Hellmut Andics und Peter Weiser mit Vertretern der Tschechoslowakei über Kulturpolitik und kritisieren, dass die einzige in Prag erhältliche österreichische Zeitung das KPÖ-Zentralorgan „Volksstimme“ sei.
Nach der Sendung kam Zilk laut Akt auf seinen Konktaktmann zu: „Zilk hat Starek mit unnatürlichem Nachdruck ermahnt, dass sie sich noch vor Stareks Urlaub treffen sollten … Er sagte, dass er bereit ist, sich eine gemeinsame Zusammenarbeit anzusehen, und dass Starek sein Vertrauen genießt, dass eine von ihm unterschriebene Quittung nicht in die Hände der ÖVP gelangen würde.“

Abermals drei Tage später, am 20. Dezember 1965, wird das geheimdienstliche Stammblatt („Bescheid“) Helmut Zilks angelegt. Am selben Tag bekommt er in Wien das erste Honorar: 5000 Schilling. Wie aus den Akten hervorgeht, will ihn die Staatssicherheit von Beginn an festnageln. „Quittung für Zilk annehmbar, aber zugleich kompromittierend formulieren“, heißt es in der Anweisung an Starek. Zilk riecht den Braten und verlangt einen unverdächtigen Zahlungszweck auf dem Beleg: „als Konsulent“ oder „für diverse Materialien“ oder „als Rückgabe“. Man einigt sich auf „als Rückgabe“. Starek schreibt den Text der Quittung, Zilk unterzeichnet mit seinem eigenen Namen.

Alle weiteren Empfangsbestätigungen tragen nur noch das Datum, die Summe und die Unterschrift per Tarnname: „Erhalten. Johann Maiz.“ In den folgenden zweieinhalb Jahren, bis Juni 1968, wird Zilk seinen Führungsoffizier bzw. dessen Nachfolger im Durchschnitt alle zwei Wochen treffen. Die Kontakte finden anfangs noch in Zilks Büro in der Argentinierstraße statt, bald weicht man ins Restaurant Sacher, ins „Kerzenstüberl“, ins Hotel Intercontinental oder ins Hotel am Parkring aus. Auch in Zilks Wohnung trifft man sich. Der aufstrebende Journalist wohnt mit Gattin Erika und Sohn Thomas im 1957 fertig gestellten Hochhaus am Matzleinsdorfer Platz. Es ist Wiens modernster „Gemeindebau“ mit Zentralheizung, Müllabwurf auf jeder Etage und Tanzcafé im Dachgeschoß. Entsprechend hoch ist die Promi-Dichte. Neben Zilk wohnt auch der damalige „Kurier“-Chefredakteur Hans Dichand eine Zeit lang im Matzleinsdorfer Hochhaus.

Die Treffen in Prag finden stets im Hotel Alcron in der Altstadt statt. Zilk hat immer dasselbe Zimmer. Die Staatssicherheit hat es verwanzt. Die Abhörprotokolle liegen dem Akt bei. Auch Geldübergaben finden im Alcron statt. Der Rezeptionist – wie in vielen damaligen Ostblock-Hotels ein Mitarbeiter der Staatssicherheit – schiebt mit dem Zimmerschlüssel ein Kuvert über den Tresen, Zilk lässt diskret die Quittung liegen.
Der tschechoslowakischen Seite geht es um ganz bestimmte Themen: die außenpolitische Linie der neuen ÖVP-Alleinregierung; den Machtkampf in der SPÖ nach der Wahlniederlage vom März 1966; die Position der österreichischen Bundesregierung in den bevorstehenden Restitutionsverhandlungen für die vertriebenen „Altösterreicher“. Ab 1967 sind Zilks Kontaktleute auch an den Machtverhältnissen im neuen ORF interessiert.

Sie überschätzen dabei seine Möglichkeiten. Zu den schwarzen Regierungsspitzen hat Zilk so viel Zugang wie jeder halbwegs namhafte Politik-Journalist. Obwohl bekennender Sozialdemokrat, hat er in der SPÖ keine bedeutende Funktion; er ist auf das angewiesen, was ihm Freunde aus dem Inneren der Partei erzählen. Bruno Kreisky – ab Februar 1967 ist er SPÖ-Vorsitzender – mag Zilk nicht. Dass Gerd Bacher im März 1967 Zilk als „roten“ Fernsehdirektor in­stalliert, ist für Kreisky eine Provokation. An Staatsgeheimnisse kommt Zilk also nicht heran. Als sein Führungsoffizier immer drängender schriftliches Material aus den Eingeweiden der SPÖ verlangt, bringt er Standard-Redeunterlagen des Zentralsekretariats und das Mitarbeiter-Infoblatt „Politik und Dokumentation“ mit, das alle zwei Wochen an 70.000 Funktionäre verschickt wird. Nicht eben heiße Ware.

Andere Informationen sind für die auf Zilk angesetzten Agenten wertvoller: So liefert „Holec“ durchaus schlüssige Analysen der SP-internen Debatten um eine EWG-Annäherung und der zu erwartenden Ostpolitik der ÖVP-Alleinregierung unter ­Josef Klaus. Auch die „Schmerzgrenze“ der Österreicher bei den Restitutionsverhandlungen verrät er den Tschechen.
Strittig ist die Form der Informationsübergabe. Zilk will selbst keine Berichte verfassen, worauf ihn sein Führungsoffizier mit einem „Magnetofon“ ausstattet. Zu Beginn bespricht Zilk allmonatlich ein ganzes Band, später geht er aus Sicherheitsgründen zu mündlichen Berichten über. Seine Stimme sei zu bekannt, begründet er die Rückgabe des Tonbandgeräts.

Neben Bargeld verlangt „Holec“ manchmal auch Sachgeschenke, etwa einen Luster aus böhmischem Bleikristall für sein Wohnzimmer. Aus Prag wird ein Prospekt angefordert, Zilk darf sich ein Modell aussuchen. Prag meldet dem Wiener Führungsoffizier, die Lieferzeit des Lusters betrage vier Monate. Außerdem werde man praktischerweise gleich ein Abhörmikrofon installieren. Nach seiner Bestellung zum Fernsehdirektor im März 1967 wird Zilk nervöser. Einmal besucht ihn sein Kontaktmann im Hotel Alcron, obwohl Gerd Bacher, der neue Generalintendant, ein Zimmer im selben Stockwerk hat.

Stapo fragt. Im Jänner 1968 wird der Reformer Alexander Dubcek Parteichef der KP, langsam öffnet sich das Land. Zilk fürchtet, Geheimdienstleute könnten überlaufen und ihn auffliegen lassen. Das wäre auch beinahe passiert. Nach der Invasion durch die Truppen des Warschauer Pakts springen alle drei Führungsoffiziere Zilks innerhalb weniger Wochen in den Westen ab. Einer von ihnen, Major Ladislav Bittman, geht in die USA und wird vom CIA „abgeschöpft“. Er erzählt auch von Zilk. Die CIA leitet die ­Information an die österreichische Staatspolizei weiter.

Im Jänner 1969 wird Führungsoffizier Starek von der österreichischen Fremdenpolizei zu Zilk befragt. Im Juli 1969 hält die tschechoslowakische Staatssicherheit in ­einem internen Akt fest: „Die österreichische Staatspolizei ist voll über unsere Beziehung zu ‚Holec‘ informiert. Es wurde mit ihm auch ein Gespräch geführt.“ Gerd Bacher wird zweimal von der Stapo befragt, er hält die Vorwürfe für blanken Rufmord. Auf Anfrage von profil teilte Gregor Schütze, Pressesprecher des Innenministeriums, vergangenen Freitag mit, ein Akt der Staatspolizei zu diesem Thema sei nicht auffindbar.


Die Akte Zilk aus den Jahren 1965 bis 1974

25.3.2009 20:40
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witti51, 28. 03. '09 23:07
Akte Zilk
"WER" profitiert von einer Neuaufrollung des alten Aktes.
Ich vermute nur die Zeitschrift "Profil" - Auflage!!
Aber die Infos sind nichts wert, den Zilk ist tot, der Ostblock auch und viele Beteiligte sind schon sehr alt.
Es sind nur die Ewiggestrigen, die solche Geschichten immer wieder aufwärmen - zu welchen Zweck!!! Besser wäre es wenn die Zeitungen über die EU-Agenten berichten und diesen ganzen EU-Sumpf aufdecken würden. Da würden sich die Auflagen vervielfachen, aber ich glaube, da haben sämtliche Journalisten einen Maulkorb gekriegt!!!
write, 29. 03. '09 05:49
Re: Akte Zilk
Nein- durch das veröffentlichen dieser Fakten wird das Andenken des Politikers Zilk zurechtgerückt- dort wo es hingehört!
Das es seinen ehemaligen Parteifreunden nicht recht ist, wenn es offenbar in den Mistkübel gehört ist klar...eigentlich kann Zilk von Glück reden, dass er sich nicht mehr rechtfertigen muss und die Geschichte- von seinen Parteifreunden!- vertuscht wurde...
blechavonderswoboda, 27. 03. '09 17:57
geschichte des akts Teil II
Wenn Zilk obendrein nicht einmal davon wusste, dass er den tschechischen Geheimdienst vor sich hatte, wo sich doch zu dieser Zeit angeblich jeder zweite Wiener solchen Kontakten nicht entziehen konnte, umso schlimmer, weil gefährlich naiv.
Spannend wäre nun also, wann wer was um den akt und aus dem akt gewusst hat, von diesen personen leben doch sicher noch einige. und diese haben damals mitgeholfen den wähler über die person zilk zu täuschen. das beginnt mit dem nachtkästchen von soronics und endet bei den personen, die ihn zu orf-, bürgermeister- und ministerehren kommen liessen.
baghira7, 28. 03. '09 08:50
Re: geschichte des akts Teil II
natürlich wusste er, wen er vor sich hatte, und das gilt ebenso für seine CIA-kontakte (diese sind die erklärung dafür, dass er ungehindert karriere machen konnte). es ist absurd, aber typisch österreichisch, dass jetzt ein medienkrieg für und wider profil-berichterstattung ausbricht (gerade österreich geholt, in der frauenbeilage ist koller im interview, noch nicht gelesen, aber inhalt auch so vorstellbar). dabei geht es nicht um fakten und weitere recherche, was ja das einzige sein sollte, das zählt. und andererseits ist das medieninteresse gering für einen ganz aktuellen fall, die frage, was im verteidigungsministerium los ist, da welche vorrichtung auch immer zum abhören ja nur von jemandem angebracht werden konnte, der sie von einem (welchem?) geheimdienst bekommen hat...
blechavonderswoboda, 28. 03. '09 09:46
akt vergessen oder unterdrückt ?
Grob gesagt geht es um folgende Zeitpunkte:
1978 Zilk tritt an zur Wahl des ORF-Generalintendanten
1979 Zilk wird zum Stadtrat für Kultur im Wiener Rathaus gemacht
1983 Zilk wird BM für Unterricht
1984 Zilk wird Bürgermeister von Wien

es gibt für mich nur zwei möglichkeiten:
entweder die stapo wusste nicht mehr was sie wusste und konnte daher niemanden mehr warnen, dann ist das ein gröbliches Versäumnis der stapo (wer war verantwortlich ?)
oder die stapo informierte sehr wohl, das wissen wurde aber von anderen (von wem ?) unterdrückt.
In beiden Fällen ein politischer skandal !!!
blechavonderswoboda, 27. 03. '09 17:56
geschichte des akts in österreich, wer wusste was ?
mich interessiert, wie wahrscheinlich jeden Menschen der Zilk einmal zum Bürgermeister von Wien gewählt hat, wie die geschichte des aktes in österreich verlaufen ist. Ungeachtet des spitzfindigen Disputes, ob man die Informationstätigkeit zilks nun als spionage wertet oder nicht, sogar ungeachtet der tatsache, ob zilk für seine informationen geld genommen hat, es steht wohl fest, dass er diese Informationen gegeben hat und dass die österreichische Staatspolizei spätestens seit 1969 davon wusste.
witti51, 27. 03. '09 11:31
Akte Zilk ruhen, einmotten lassen,
das hat nichts mit Vertuschung,Verdrängung,etc. zu tun.
Denn wem (?) bringt eine Neuaufrollung was ? Die ganze Geschichte ist für den Hugo. Das interessiert die Österreicher genausowenig, wie wenn in China ein Rad umfällt!
baghira7, 28. 03. '09 08:56
Re: Akte Zilk ruhen, einmotten lassen,
ist sie nicht - gerade wegen der üblichen heiligenverehrung, statt dass man einfach die verdienste zilks honoriert, etwa dass er immer konsequent gegen rassismus war.
was er getan hat, darf nicht anders bewertet werden, als wenn es jemand anderer tut. und an der darstellung des profil dürfte wenig zu rütteln sein.
es ist vielleicht in den auswirkungen nicht so schlimm, wie wenn sich in der gegenwart ein engster mitarbeiter eines regierungsmitgliedes von einem geheimdienst anwerben liesse und viel geld für seine spitzeldienste kassiert - dann da ist alles wohl sensibler als bei der infoweitergabe damals durch einen journalisten (kommt auch drauf an, welches ressort das regierungsmitglied innehat), auch weil es auswirkungen auf die aktuelle politik hat. vom prinzip her aber nix anderes..
kirkfrank1, 26. 03. '09 15:58
Helmut zilk
Laut den heutigen Mitteilungen in der Presse (Kronenzeitung) wurde der verschwundene Akt uaf Mirkofilm gefunden. Helmut Zilk war kein Spion so die Festellung der Stapo. Das wahr wohl - Profil
lh71, 27. 03. '09 09:58
Re: Helmut zilk
Die Krone schreibt da etwas von 30 Jahre alten Akten. Wir schreiben derzeit das Jahr 2009. (Anmerkung:2009-1969=40) Diese Rechnung ist sicherlich von der Hofberichterstattung aus dem Unterrichtsministerium etwas beeinflusst worden. Die haben anscheinend auch nur die Rechengesetze der Pippi Langstrumpf (2x3 = 4 + 3 =9) im Kopf... ; )
lh71, 26. 03. '09 14:45
Er hat es zu Lebzeiten ja als Unsinn abgetan...
Schon eigenartig, dass es so "gut meinende" Quellen der Staatspolizei gibt. Informant oder Agent , sind das nicht nur Wortspiele oder Wortverdrehereien? Will man da nicht etwas vertuschen? Hätte Spionage für ein anders Land nicht den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft zur Folge? Da hätte es keinen Politiker Zilk mehr geben können, denn der "Informanten"status war ja spätestens 1969 bekannt. Und wenn Herr Adrowitzer in der ZiB2 vom 25.3.2009 berichtet, das angeblich für Starek eingerichtete Büro im ORF wäre keinem der damals im ORF Tätigen (und heute noch Lebenden) bekannt gewesen, so möchten die Herren Gerd Bacher & Co womöglich nicht auch noch in diesen Sumpf mit hineingezogen werden.
baghira7, 28. 03. '09 09:00
Re: Er hat es zu Lebzeiten ja als Unsinn abgetan...
aha, bei § 256 strafgesetzbuch (geheimer nachrichtendienst zum nachteil der republik österreich), wie das delikt heisst, zählt also nur, was jemand sagt, der dieses delikt begegangen haben könnte? soll man es auch in aktuellen fällen so halten, dass die handelnde person, wenn ihr name öffentlich wird, einfach ein paar interviews gibt und sagt "alles nicht wahr!" und damit ist die sache erledigt? bspw. wenn sich herausstellen sollte, dass es einen spitzel im verteidigungsministerium gibt, den ein ausländischer geheimdienst angeworben hat? dann lässt sich dieser interviewen (in der hoffnung, auch dafür noch viel geld zu kassieren?) und dann ist alles wieder okay? so kann das aber nicht rennen, denn gesetz ist gesetz, und da müssen alle auch gleich behandelt werden.
pegl17, 26. 03. '09 10:33
Bravo...
...da hat man sich ganz schön einspannen lassen.
Solche Falschmeldungs- und Vernadererversuche,
speziell von Tschechischer Seite sind jahrzehntelange Gewohnheit. Speziell in Zeiten von innenpolitischen Schwierigkeiten war es immer schon Usus auf andere zu zeigen, um von sich selbst abzulenken. Auf so einen billigen Trick hereinzufallen ist schon peinlich. Das verwerfliche daran ist, dass man dabei nicht nur den eigenen Ruf riskiert, sondern auch den eines Verstorbenen.
Dabei hätte man ja aus Fehlern anderer (Hitlertagebücher)
durchaus seine Lehren ziehen können.
Aber "Die Gier is' a Hund"
IM_Zilk, 26. 03. '09 21:55
Re: Bravo...
Genau!
Die pösen Tschechen haben 1967 dem liaben Helmi Quittungen unterschoben, damit sie Österreich 2009 anpatzen können...
*lol*
Marius123, 25. 03. '09 23:26
Etwas weniger Aufregung auf beiden Seiten
Wenn man die Geschichte mit weniger Emotionen betrachtet bleiben folgende Fakten übrig:
Zilk dürfte dem tschechischen Geheimdienst wenig aufregende Geschichten erzählt und dafür als nettes Zubrot Geld gekriegt haben. Er wahr damals nur Journalist und konnte keine Geheimnisse verraten da er keine kannte. Ob man dies als Spionage bezeichnen kann müssen die Juristen klären, ich bezweifle es.
Er wahr später ein erfolgreicher und meiner Meinung nach auch guter Politiker, ein Populist eher in positivem Sinn.
Er hatte aber durchaus wie jeder Mensch auch seine Fehler.
Selbstvertändlich muss es erlaubt sein die Wahrheit auch über Tode zu schreiben.
Wir sollten aufhören Menschen in den Himmel zu heben: Auch die sogenannten Großen sind nur Menschen und haben ihre Fehler, dies zeigt sich immer.
josefdvorak, 25. 03. '09 19:04
Noch einmal: Cui bono?
Welche Typen in Prag und in Wien haben Interesse daran,
durch das "Anschütten" des toten Helmut Zilk den seinerzeitigen tschechischen Reformkommunismus - und damit die Demokratisierungsversuche - zu diffamieren?
daemonstrateur, 25. 03. '09 15:08
Infostand 25.3., 13.15 h
Ah, das tut gut. wenn man sich weit aus dem Fenster gelehnt hat und bestätigt wird! Das zeigt wieder, dass die "Mächtigen" im Lande unangenehme Fakten verleugnen um Häupl's Wahlkampf nicht zu stören. Nochmals Hut ab vor Lackner's Profil!!! Gott sei Dank dürfen wir weiterhin dem Profil vertrauen und stützen uns auf Fakten, nicht auf Parolen und auch nicht auf Meineide nur blonder Informator-Witwen.
casero, 25. 03. '09 14:54
zilk
die spö hat seit dem 23.3.09 einen neuen namen
spionpartei österreichs
janeite, 25. 03. '09 14:35
Zilks Unterschrift
Zilks Unterschrift auf der Quittung vom 26.3.1966 heißt doch sicher "Johann Mair" und nicht "Johann Maiz"!
josefdvorak, 25. 03. '09 11:57
Cui bono?
Warum wohl ist diese alte Geschichte über ein journalistisches enfant terrible, einen tolerierten Grenzgänger gegen Ende des Kalten Krieges, gerade jetzt an der Moldau aktualisiert und an der Donau intereuropäisiert worden? Und warum hat sich das sehr geschätzte "profil" zur Freude aller Pedanten derart instrumentalisieren lassen - unbewußt, wie ich annehme?
RatioOriginal, 25. 03. '09 01:21
Geschäft á la Z.:
Das alte Haas Haus war zuletzt im Besitz einer Gemeinschaft von Wiener Städtischer Versicherung und Zentralsparkasse. Zufällig war bei beiden Unternehmen der Aufsichtsratspräsident ein Herr Z.. Zufälligerweise war auch der Bürgermeister der Stadt Wien zu diesem Zeitpunkt der Herr Z.. Und zufälligerweise wollte die Gemeinschaftsfirma das alte Haas Haus abreißen und ein neues bauen. Zufällig erhielt den Auftrag der Z. Intimus Hollein. Da die Gemeinschaftsfirma aber mehr öffentliches Gut wollte (das sind mehr Verkaufsflächen im Gebäude), mußte eine Sondergenehmigung her. Die gab Bgmstr.Z. dem Aufsichtsratpräsidenten Z.. Und so konnte ein Teil des Stock im Eisen Platzes einem Privatunternehmen einverleibt werden und die Firma hatte mit einem Schlag zusätzliche Millionen.
RatioOriginal, 25. 03. '09 01:22
Re: Geschäft á la Z.:
Dafür erhielt Z. bei der Versicherung ein Büro auf Lebenszeit und er konnte jederzeit TV Auftritte machen.
daemonstrateur, 24. 03. '09 22:45
Das Dagi-Drama
In ihrem fotogensten Schmerze
schwingt sie das Kreuzerl, frißt die Kerze,
kotzt gleich die Fakten alle zu
entzieht dem Bacher prompt das Du.
"Wer schändet mir des Holec' Leiche?"
stößt Scholz manierlich in die gleiche
Kerbe, die Wahrheit unterdrückt,
da jaucht die Seilschaft auf verzückt!
Niemals hat Hömerl Geld genommen
erinnert einer sich verschwommen,
hier Unterschrift da Geld zurück,
und das 60 mal, wer ist verrückt?
Und erst der bleikristall'ne Lüster,
war er bestimmt nur für den Küster
von St. Stefan, nicht der Naglergasse,
ach wie ich die Agnostik hasse!
Zilk-Holec' war nur mitteilfreudig
und nie wie ein Spion so räudig,
legt ihn in seinem Ehrengrab
ein paar Etagen halt hinab!
daemonstrateur, 25. 03. '09 10:26
Re: Das Dagi-Drama
Schön langsam muß man sich fragen, ob D.D. (Diva Dagi) ihrem Holec nicht mehr schadet als nützt. Lese ich doch in den Kommentaren viele Fakten, die prinzipiell aufgeklärt gehören: Schanigärten gewisser Lokale, Invalidenrente von Dagi, (Mein)eid (?) über eine Zeit in der sie Hömerl noch gar nicht kannte, Holec Doppelspion? und etliche andere. Interessanterweise tendieren gerade "spätberufene" Paradekatholiken dazu, jeden meineid zu schwören, weil ihnen niemand beigebracht hat, was ein Eid ist. 1 Jahr Mindeststrafe steht darauf bei Gericht, ich hoffe Frau Holec sagt auch bei dem von ihr angekündigten Verfahren unter Eid aus.
miawuascht, 24. 03. '09 18:59
Dagi ins Scheinwerferlicht
Dieser Artikel kann doch nur den Sinn haben, Dagmar Koller wieder ins Scheinwerferlicht zu rücken.
Warum nur? Zwei Theorien stehen zur Auswahl:
1. Sie hat Hr. Lackner dafür bezahlt!
2. De zwa ham was miteinand.
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