Schießen und mauern: Der seltsame
Umgang mit dem Tod eines 14-Jährigen

Ein 14-jähriger Supermarkteinbrecher wird von der Polizei erschossen. Warum die Beamten ihre Waffen zogen, ist völlig unklar. Rosemarie Schwaiger über den seltsamen Umgang des Rechtsstaats mit einer tödlichen Amtshandlung.

Von Rosemarie Schwaiger

Warum haben die Polizisten kein Licht gemacht oder wenigstens ihre Taschenlampen eingeschaltet? War­um kamen sie nur zu zweit? Warum haben sie geschossen? Und warum gleich mehrmals? Der tödliche Polizeieinsatz in einem Kremser Supermarkt wirft eine Menge Fragen auf. Vielleicht wird es irgendwann plausible Antworten geben. Aber besonders gut sieht es für die beiden Beamten derzeit nicht aus. „Wenn sich ausgebildete Polizisten gegen Jugendliche mit einem Schraubenzieher nicht anders zu helfen wissen, als sie zu erschießen, dann schreit das nach Konsequenzen“, fasste der Grüne Peter Pilz die Sachlage gewohnt pointiert zusammen.

Was sich in den Morgenstunden des 5. August vor dem Fleischlager des Merkur-Marktes im Detail abgespielt hat, ist bis jetzt nicht klar. Der 14-jährige Florian P. und sein zwei Jahre älterer Freund Roland T. hatten den Rollbalken einer Laderampe aufgezwängt und damit den stillen Alarm ausgelöst. Kurz vor drei Uhr erreichten zwei Polizisten – ein Mann und eine Frau – den Tatort, sahen sich den zwei maskierten Einbrechern gegenüber und gaben drei Schüsse ab. Florian P. wurde in den Rücken getroffen und starb eine Stunde später im Krankenhaus. Sein Freund erlitt Schusswunden an beiden Oberschenkeln. Die zwei Einbrecher waren nur mit einem Schraubenzieher und einer Gartenharke bewaffnet. Was die Beamten an ihnen so bedrohlich fanden, dass sie sofort zu den Waffen griffen und losfeuerten, wird hoffentlich das Gericht klären.

Lange bevor es so weit ist, sorgt allerdings der Umgang von Justiz und Exekutive mit diesem Fall für heftiges Unbehagen. Um Aufklärung des Sachverhalts scheint es nicht in erster Linie zu gehen. Stattdessen wird gemauert und verzögert, was die Bürokratie hergibt: Die zwei involvierten Polizisten konnten drei Tage lang nicht vernommen werden, weil sie angeblich zu traumatisiert waren. Der 16-jährige Bub, der den Tod seines Freundes mitansehen musste und schwer verletzt wurde, erschien den Ermittlern dagegen fit genug, um gleich mehrfach zur Aussage gebeten zu werden. Über Roland T. wurde umgehend die Untersuchungshaft ­verhängt, obwohl weder Verdunkelungs- noch Wiederholungsgefahr besteht; er hat gestanden und könnte mit Schusswunden in beiden Beinen derzeit nur mittels Rollstuhl auf Beutezug gehen. Von seiner Verhaftung profitiert nicht die Allgemeinheit, sondern ausschließlich die Polizei: Hinter Gittern kann der junge Mann nämlich keine Interviews geben.

Roland Scherscher, Sprecher des Landespolizeikommandos Niederösterreich, wollte am Mittwochabend in der „Zeit im Bild“ noch nicht bestätigen, dass Florian P. durch einen Schuss in den Rücken getötet worden war: „Es gibt nach wie vor kein medizinisches Gutachten.“ Dass am Tatort drei Schüsse gefallen waren, konnte er erst am Freitag zweifelsfrei sagen. Natürlich geht es im richtigen Leben nicht so fix zu wie bei den „CSI“-Kollegen im Fernsehen. Aber das Offensichtliche sollte sich auch in Krems ein wenig flotter herausfinden lassen.

Deutlich lieber als über die Schießerei sprach Scherscher in den vergangenen Tagen über einen dritten Komplizen der zwei Einbrecher, der am Freitag auch gefasst wurde. Ein reines Ablenkungsmanöver: Florian P. und Roland T. haben bei ihrem Einbruch nicht mehr Sachschaden angerichtet als ein durchschnittlicher Fahrraddieb. Die Ausforschung ihres kriminellen Netzwerks müsste also nicht oberste Priorität genießen.

Den genauen Ablauf der Amtshandlung im Supermarkt blieb die Polizei bisher schuldig. Warum die zwei Beamten überhaupt das Geschäft betraten, anstatt – wie in solchen Fällen eigentlich vorgeschrieben – Verstärkung anzufordern und die Ausgänge zu sichern, ist nach wie vor nicht geklärt. Deutlich großzügiger geht die Staatsanwaltschaft mit Informationen über die zwei Einbrecher um. Sie seien amtsbekannt, hieß es schon in ersten Stellungnahmen. Friedrich Kutschera von der Staatsanwaltschaft Krems weiß noch mehr: „Er (gemeint ist Roland T., Anm.) hat zwei einschlägige Vorstrafen, denen eine Vielzahl von Delikten zugrunde liegt, und wurde erst vor kurzer Zeit aus der Haft entlassen.“

Es ist billig, am Schreibtisch, im Gastgarten oder beim Fernsehen auf der Wohnzimmercouch über die unfähige Polizei zu schwadronieren. Wie es sich anfühlt, mitten in der Nacht zwei vermummten Gestalten mit unklaren Absichten gegenüberzustehen, weiß wohl nur, wer schon einmal in einer ähnlichen Situation war. Polizisten werden dafür geschult. Aber ein hoher Adrenalinpegel lässt sich nicht simulieren, und kein Trockentraining kann den Ernstfall abbilden.

Zu Fehleinschätzungen mit katastrophalen Folgen kann es in solchen Ausnahmesituationen jederzeit kommen. Die Frage ist dann nur, wie der Rechtsstaat damit umgeht. Die heimische Polizei sei keineswegs schießwütig, meint Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International in Österreich. Aber wenn etwas passiert, würden seiner Meinung nach die falschen Konsequenzen gezogen – nämlich gar keine. „Meistens gibt es weder disziplinäre noch gerichtliche Folgen für die Polizisten“, sagte Patzelt.

Von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde etwa das Verfahren gegen jenen Beamten, der im Jänner 2004 den offenbar psychisch gestörten Milchlieferanten Nicolae J. erschossen hatte. Der Unabhängige Verwaltungssenat sah das ganz anders und beurteilte den Waffengebrauch als „weder maßhaltend noch verhältnismäßig und daher unzulässig“. Vor Kurzem eingestellt wurde auch das Verfahren gegen einen Polizisten, der im April 2008 auf einem Parkplatz der Wiener Außenring-Schnellstraße einen Rumänen erschossen hatte. Die Umstände dieses Vorfalls sind nach wie vor dubios: Die österreichischen Polizisten waren in Zivil, der Rumäne als falscher Polizist verkleidet. Angeblich soll der Mann mit dem Motorrad auf die Beamten zugefahren sein. Diese fühlten sich bedroht und schossen.
Für Aufregung sorgte seinerzeit nicht nur der Vorfall selbst, sondern auch die Reaktion des niederösterreichischen Landeshauptmanns darauf. Erwin Pröll zeigte sich nämlich recht angetan über die Ballerei auf seinem Hoheitsgebiet: „Ich sehe ein Signal weit über Österreich hinaus, das besagt, wer in Niederösterreich etwas anstellt, der muss eben auch mit dem Schlimmsten rechnen.“

Gesagt hat Pröll das in der „Kronen Zeitung“, zu deren Blattlinie diese Einschätzung perfekt passt. Das Massenblatt pflegt Polizisten bei Schusswaffengebrauch grundsätzlich freizusprechen. Motto: Wird schon nicht den Falschen erwischt haben. Der aktuelle Fall in Krems trieb den „Krone“-Kolumnisten Michael Jeannée wieder einmal zur Höchstform auf tiefstem Niveau. „Wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben“, schrieb er am Freitag. Weiter unten im Text blitzt dann noch die Enttäuschung darüber durch, dass es sich bei den Einbrechern „nicht um tschetschenische Killer oder weißrussische Rambos handelte“.

Ein toter österreichischer Teenager sorgt eben doch für
etwas mehr Erklärungsbedarf als ein ausgewachsener Asyl­werber. Das Innenministerium hat mittlerweile immerhin so etwas wie Beileid ausgedrückt. Es sei „sehr bedauerlich, wenn bei einem Polizeieinsatz ein Todesopfer zu beklagen ist“, hieß es aus dem Büro von Ministerin Maria Fekter. Ein Parteikollege, ÖVP-Sicherheitssprecher Günter Kössl, warnte davor, den Fall politisch zu missbrauchen. Wenigstens einen kleinen Vorstoß in diese Richtung konnte sich die SPÖ allerdings nicht verkneifen. Ihr Sicherheitssprecher Otto Pendl begründete den tragischen Fall allen Ernstes mit dem Stellenabbau bei der Exekutive, den frühere Regierungen zu verantworten hätten. „Anders ist es nicht zu erklären, dass zwei Beamte sich genötigt sehen, wegen eines Einbruchsdelikts von der Schusswaffe Gebrauch zu machen“, glaubt Pendl. Der Merkur-Markt in Krems hat seit Mittwochnachmittag wieder geöffnet. Für alle anderen geht das Leben ja weiter.

8.8.2009 16:53
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Buddy68, 18. 08. '09 20:45
jetzt wird jeder in den Rücken geschossen
Jetzt wird jeder in Rücken geschossen wenn er einbrechen geht. Es wäre Aufgabe für ein Konjunkturpaket, der Polizei
Taschenlampen zur Verfügung zu stellen und< sie im Gebrauch einzuschulen.
Es ist richtig daß jeder Alarmeisatz Stressbelastet ist, aber steht mir auch die Todesstrafe zu wenn ich einer Polizeistreife davonfahre weil ich etwas getrunken habe?
schwarzweiß, 11. 08. '09 13:53
Todesschüsse - Kronen Zeitung
"Wer alt genug ist zum Einbrechen, ist auch alt genug zum Sterben..?" Geht's noch, Hr. Jeanee? Haben Sie wirklich noch alle Tassen im Schrank? Haben Sie irgendein Gespür von Verhältnismäßigkeit und für ein demokratisches Rechtsempfinden oder ist Ihnen die Rechtslastigkeit ihrer Zeitung schon vollends ins Gehirn gestiegen? Sorry, aber jemand, dem so ein Satz einfällt, kann nur völlig irr sein.
Zu den Schüssen selbst: 1. wie kann man jemandem in Notwehr in den Rücken schießen? 2. Wieso ballern Polizisten drauf los, wenn sie absolut nichts sehen und daher auch nicht wissen können, worauf oder auf wen sie schießen? Und wenn es nicht ganz dunkel war, hätten die Polizisten erkennen müssen, dass es sich bei dem Betreffenden um einen Jugendlichen handelt.
wundermi, 12. 08. '09 14:30
Re: Todesschüsse - Kronen Zeitung
Zu den Schüssen: 1. Anscheinend geht jeder davon aus, dass der 14j. mutaßliche Einbrecher schon sehr weit entfernt war und dann in den Rücken getroffen wurde. Was aber wenn während eines Handgemenges abgedrückt wurde.
Dann wäre dies in Notwehr geschehen, oder?
2. Wenn die Polizisten drauf losgeballert hätten, wären es eher 20 Schüsse als 3.
schwarzweiß, 13. 08. '09 10:21
wundermi
Wenn ein Polizist währen eine Hansgemenges abdrückt, frage ich mich, wo ist dessen Ausbildung geblieben. Polizisten sind darauf geschult, Verdächtige im Fall des Falles zu überwältigen. Ein Polizist, der bei einem Handgemenge - noch dazu mit einem 14jährigen - zur Schußwaffe greifen muss, ist wohl eindeutig für seinen Beruf nicht geeignet. Ich bin mir also sicher, dass es so nicht war.
Außerdem: Die Unschuldsvermutung gilt natürlich auch für diese Polizisten. Ich denke, dass sie während des Einsatzes warum auch immer in Panik geraten sind. Was ich allerdings tatsächlich nicht verstehe, ist, warum mit der Einvernahme der beiden so lange gewartet wurde. Außerdem hätte diese Einvernahme nicht die Polizei selbst, sondern die Staatsanwaltschaft durchführen müssen.
fritzlinde, 11. 08. '09 12:16
Merkur-Einbruch
Wenn auch möglicherweise die Polizei überreagiert hat, so bleibt doch der Tatbestand des Einbruchs bestehen.
Warum nimmt eigentlich niemand die Eltern des 14 jährigen in Verantwortung, wie kann ein Kind um 3 Uhr morgens einbrechen gehen.?
Bevor diese Vorwürfe erheben, sollten diese sich selbst bei der Nase nehmen- sie sind die waren Schuldigen
profilneurose, 11. 08. '09 23:17
Re: Merkur-Einbruch
Meines Wissens darf sich ein 14-jähriger in NÖ bis 1 Uhr auf öffentlichen Plätzen aufhalten. Dass Eltern nicht gleichzeitig schlafen, und Jugendliche, die sich außer Haus befinden beaufsichtigen können, leuchtet ihnen vielleicht ein. Mit 14 ist man überdies strafmündig, heißt also, dass er seine Tat selber zu verantworten hat.

Ihrer Logik nach müssten zu jedem Straftäter - egal wie alt - zusätzlich auch dessen Eltern verurteilt werden.
wundermi, 12. 08. '09 14:06
Re: Merkur-Einbruch
Richtig! Auf öffentlichen Plätzen und nicht in verschlossenen Supermärkten.
Alexandrewitsch, 10. 08. '09 16:02
keine Überraschungen
Natürlich ist für Profil jeder Täter einmal von Haus aus unschuldig. Schuld kann in Ihren Augen natürlich nur
die Schießwütige Polizei sein.
Jegliche Erkenntnisse einer Untersuchung ist dann natürlich auch nur ein unter den Tisch kehren der Tatsachen.
Anders hat man es von Profil nicht erwartet.
profilneurose, 11. 08. '09 11:31
Re: keine Überraschungen
Auch wenn sie die Unschuldsvermutung nicht gerne sehen - sie ist keine Erfindung von profil. Die Schuldzuweisung, die sie herausgelesen haben, muss ich wohl übersehen haben. Man kann halt Aufklärung fordern, oder so wie sagen "wird schon nicht den Falschen erwischt haben". Was richtig ist, sollte keine Frage sein.
Ich bin wirklich heilfroh, dass das Recht nicht uneingeschränkt vom Volke ausgeht. Ansonsten würde wohl in China über Menschenrechtsverletzungen in Österreich berichtet.
wundermi, 12. 08. '09 14:15
Re: keine Überraschungen
Momentan scheint aber die Unschuldsvermutung nur für die beiden mutmaßlichen Einbrecher zu gelten und nicht für die beiden Polizisten.
profilneurose, 12. 08. '09 16:39
Re: keine Überraschungen
..und selbst wenn sich herausstellt, dass von 10m Entfernung in den Rücken geschossen wurde, werden sie für "unschuldig" erklärt. Oder hat es jemals Konsequenzen in solchen Fällen gegeben?
chaneu, 10. 08. '09 13:43
naja
ich gehe mit ihnen konform, dass es mehr wie seltsam ist, dass ein junge vernehmungsfähig sein soll und zwei ausgewachsene polizisten nicht.

ich möchte aber schon feststellen, dass in allen beteiligten medien - wobei ich die krone nicht lese und somit auch kein urteil abgeben kann - eine tendenz zu beobachten ist, die polizisten vorab mal zu beschuldigen ungerechtfertigte gewalt angewendet zu haben.

die jungs werden so dargestellt, als ob das vergehen ein klax gewesen wäre, und der polizei völlig klar hätte sein müssen, dass es sich um einen harmlosen jux (mutprobe) handelte.

ganz so wird es nicht gewesen sein.

das man den 16 jährigen gerne von durch die medien befragen will kann ich nachvollziehen, ganz so selbstlos ist ihr engagement dann auch wieder nicht.
röckenzaun, 10. 08. '09 07:05
schwadronieren
Es ist billig, am Schreibtisch, im Gastgarten oder beim Fernsehen auf der Wohnzimmercouch über die unfähige Polizei zu schwadronieren?
Viel teurer scheint es auch nicht zu sein, dies in der Redaktion von profil zu tun. Nur mit einer größeren Rezipientenschar eben.
Dass Herr Pilz sicherheitshalber mal die Verbrecher in Schutz nimmt und die sinistre Polizei attackiert, ist Programm...
HSpieler, 09. 08. '09 17:26
vermummte 14-jaehrige
sind als solche nicht zu erkennen. Das leuchtet doch dem einfachsten Hirn ein!
Seltsam ist allerdings dass 2 'erfahrene' Polizisten tagelang 'traumatisiert' sind. Das ist vergleichbar mit einem Chirurgen der kein Blut sehen kann. Falsche Berufswahl!
witti51, 09. 08. '09 15:26
Verbrechen-Konsequenzen
Gesetze sind dazu da, um das miteinander zu regeln! Wenn sich manche nicht daran halten, dann müssen sie eben mit Konsequenzen rechnen. Jeder weiß, dass Polizisten bewaffnet sind und auch davon Gebrauch machen können, wenn Gefahr in Verzug ist. Das betrifft das Leben und die Sicherheit von Mitmenschen und auch den Polizisten selber. Die weiß Gott, einen sehr schweren Beruf haben. Das Einbrecher auch erschossen werden können, muss jedem Einbrecher bewusst sein. Jedenfalls ist es bedauerlich wenn ein Mensch erschossen wird, aber es ist ja bei einem Verbrechen - Einbruch passiert! Die Polzisten haben überhaupt keine Schuld an dem Vorfall.
denkenhilft, 10. 08. '09 08:27
Re: Verbrechen-Konsequenzen
.......dann fordern Sie doch gleich für einen Einbruch die Todesstrafe.
profilneurose, 10. 08. '09 13:41
Re: Verbrechen-Konsequenzen
Man muss also damit rechnen, dass ausgebildete Beamte die Situation falsch einschätzen und unangemessen darauf reagieren? Ein tolles Kompliment an die Polizei! So gesehen darf ich mich wohl auch nicht beschweren, wenn ein überarbeiteter Beamte, die Radarpistole mit der Dienstwaffe verwechselt. Aber wer sich ans Gesetz hält, der hat ja nichts zu befürchten, gell?
Citoyen, 09. 08. '09 11:26
Keine Fernssehsoap
An einem Abend, bevor überhaupt Einzelheiten der Kremser Todesschusstragödie bekannt waren, saß ich mit Freunden beim Abendessen. Die waren kundig in Polizeifragen und sagten, wenn erst einmal unangemessen und auch noch in den Rücken geschossen wurde, war sicher eine Frau beim Einsatz dabei. Denn bei allen vergleichbaren Sachverhalten waren es overstresste Frauen, die sofort geschossen haben. Und das wird bewusst verschwiegen.

Leider stellte es sich heraus, dass die kundigen Freunde richtig liegen. Ein realer Polizei-Einsatz ist halt keine FS-Soap mit einer prügelnden und alles zerschmetternden FS-Kommissarin. Weil das so ist, wird doppelt und dreifach vertuscht.

Die FS-Soap-Ideologie, vermischt mit Sufragetten-Suppe und törichter Kraftmeierei hat zu dieser Situation geführt.
mks62, 09. 08. '09 10:54
Naive Fragestellung
Man kann doch nicht allen Ernstes so naiv sein und und sich über den 'seltsamen Umgang' mit der hinterrücks erfolgten Erschießung eines Kindes wundern. Die Medien berichten täglich über Mißstände und Vertuschungen bei den Behörden. Das ist nur einer von vielen Fällen, spreche aus eigener Erfahrung: Wurde 2005 in einer Grazer Klinik misshandelt. Trotz Indizien, Beweisen und Widersprüche der Täter hat die Grazer Justiz alles unternommen, die fünf Täter zu schützen. So lange kein wirkliches Interesse besteht, gegen diese Mißstände etwas zu unternehmen, wird sich nie etwas ändern. Bis zum nächsten Toten dann!
http://www.graz.coolix.com
derpradler, 09. 08. '09 10:53
Ein Irrsinn
Glaubt denn wirklich jemand die Polizisten haben gewußt, daß es zwei Jugendliche mit einem Schraubenzieher sind?
Soll die Polizei vor dem Eindringen fragen, wer seid Ihr , wie alt seid Ihr, seid Ihr bewaffnet, schießt Ihr auf uns wenn wir Licht machen?
Herrschaften, man geht nicht EINBRECHEN! Die Polizisten haben richtig gehandelt, denn wären es 2 Tschetschen..... gewesen, würde es keine Kritik geben und vielleicht wäre dann ein Polizist tot!?
profilneurose, 10. 08. '09 13:52
Re: Ein Irrsinn
...und wenn man nicht weiß, wen man vor sich hat, darf man also zur Sicherheit mal losballern - logisch! Schon mal gehört, dass es strenge Richtlinien gibt, wann von der Dienstwaffe Gebrauch zu machen ist? Wann ist denn zuletzt ein Polizist im Dienst erschossen worden? Jeder Dachdecker lebt gefährlicher.
fritzlinde, 13. 08. '09 12:46
Re: Ein Irrsinn
Frage: Warum soll den ein Polizist erschossen werden?
Diese Art von Statistik spricht für sich selbst.
Übrigens, wenn Sie Dachdecker erwähnen, oder sind, diese arbeiten bei Tageslicht, und werden nicht von Vermummten attackiert.
Zusätzlich - eine Waffe dient nicht der Dekoration, sie ist auch anzuwenden.
Ich finde es befremdent, dass immer die Polizei für Milieu-geschädigte herhalten muss.
Wer hat den 14 jährigen zu Einbrecher erzogen, dort bitte anklopfen.
profilneurose, 13. 08. '09 17:24
Re: Ein Irrsinn
fritzlinde, das Dachdecker-Beispiel hab ich angeführt, weil anscheinend viele denken CSI entspricht dem österr. Polizeialltag, und somit Polizisten "täglich ihr Leben für uns riskieren". Tatsächlich ist das Berufsrisiko beim Dachdecker (und vielen anderen) ungleich höher. Also wenn schon, dann mal hier Ehrfurcht zeigen.

Dass ein Polizist mit, wie sie es sagen "Milieu-Geschädigten" zu tun hat, ist so natürlich wie ein Kellner mit Gästen zu hat.
Gottlob teilt die Polizei beim Waffengebrauch nicht ihre Ansicht. Sonst hätte es schon oft Unschuldige erwischt.
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