Warum die Schule alles falsch macht:
Eine Abrechnung mit dem Schulsystem

Sinnloser Drill, klägliche Pädagogik, verstaubtes ­Wissen, hilflose Lehrer: Die Hauptleistung der Schule besteht darin, Kindern den letzten Rest Wissensdurst gründlich ­aus­zutreiben. Neue Studien belegen das Totalversagen des ­Systems eindrucksvoll.

Von Tina Goebel

Acht Wochen nach seinem ersten Schultag war die Freude des sechsjährigen Mario, endlich zu den „Großen“ zu gehören, zur Gänze verflogen. Schreiben und Lesen fielen ihm nicht so leicht, wie er gedacht hatte. Wegen seiner „schlechten Stifthaltung“ musste er eine Stunde länger in der Schule bleiben als die anderen. Die Lust verging ihm vollends, als die Lehrerin seitenweise Aufgaben in seinem Heft durchstrich, weil Marios Schriftbild angeblich zu schlampig war.

Dabei ist längst belegt, dass Buben in der Feinmotorik den Mädchen häufig nachhinken und für die Entwicklung eines schönen Schriftbilds oftmals länger brauchen. Eingang in die angewandte Pädagogik haben solche entwicklungsspezifischen Feinheiten offenbar nicht gefunden, ebenso wenig wie viele innovative Unterrichtsmodelle, die das Lernen für Kinder und Jugendliche interessanter und abwechslungsreicher gestalten und Inhalte einfacher und schneller verankern würden.

Nachrichten, die den Unsinn des österreichischen Schulsystems belegen, tauchen fast täglich in den Medien auf: peinliche Ergebnisse bei Bildungsrankings wie PISA, zugleich einer der teuersten Verwaltungskörper weltweit, Ausgaben von jährlich 140 Millionen Euro für Nachhilfe, plumpe Schulbücher, in denen es vor Satzmonstern wimmelt. Doch die zentrale Frage wird in der breiten Bildungsdiskussion allzu oft ausgeklammert: Wie steht es um die Befindlichkeit der Kinder im derzeitigen Schulsystem? Und zahlreiche Studien belegen immer deutlicher: Sie leiden darunter. Die Wurzeln des gegenwärtigen Schulsystems reichen bis ins Mittelalter zurück. „Die grundlegenden Organisationsprinzipien sind noch immer an die klösterliche Tradition und das Militär angelehnt und nicht pädagogischer Natur“, erklärt der Erziehungswissenschafter Bernhard Rathmayr von der Universität Innsbruck.

Die Einschulung erfolgte militärisch im Alter von sechs Jahren. Auf diese Weise wollte man sichergehen, dass niemand der Pflichtschule entging. Die ersten Schulen entstanden im Kloster. Die Mönche mussten je­de Stunde den Unterricht wegen eines Gebets unterbrechen, so kam es zu den heute noch üblichen Einheiten von 50 Minuten mit Pausen von zehn Minuten – so lange brauchten die Mönche ungefähr für das Gebet.

„Die Unterrichtseinheiten von 50 Minuten sind unsinnig und behindern jede Vertiefung“, urteilt Ferdinand Eder vom Institut für Pädagogik und Psychologie der Johannes-Kepler-Universität Linz. „Die Kinder werden aus dem Rhythmus gerissen und müssen sich gleich dem nächsten Fach widmen.“ Für Eder sollte der forschende Charakter durch Projekte stärker in den Vordergrund gerückt werden, bei denen Lehrer eher wie Moderatoren fungieren. Der starre Stundenplan sollte, meint Eder, einem flexiblen System weichen, da es sinnvoll wäre, Fächer wie Turnen und Musik in Wochenrhythmen, andere jedoch in Schwerpunktblöcken abzuhalten. Da jedes Kind einen eigenen Lernrhythmus hat, sollten Leistungsnachweise überdies nicht nach Schuljahren, sondern nach Altersgruppen erbracht werden.

Sinnloses Pauken. Der Autor und Bildungsexperte Andreas Salcher vergleicht die Schule gern mit der Medizin: „Die Schule ist vom Modell her so veraltet, als würde ich heute in einem Krankenhaus mit einem mittelalterlichen Aderlass behandelt werden.“ Und der Zukunftsforscher Mathias Horx ergänzt: „Das Bild, wonach Lernen wehtun muss, ist heute noch in den Köpfen präsent.“ Schon das Wort „pauken“ demonstriere, dass der Schulstoff einer Trommel ähnlich in den Kopf gehämmert werden muss. „Das ist jedoch genau das Gegenteil von dem, was im heutigen Berufsleben verlangt wird“, so Horx. Bei einer Umfrage im aktuellen Nationalen Bildungsbericht meinte zirka ein Fünftel aller Zehn- bis 14-Jährigen, dass sie „viele Dinge auswendig lernen“ würden, die sie nicht verstünden. Ein Lateinlehrer in einem Wiener Innenstadt-Gymnasium etwa war dafür bekannt, dass er seinen Schülern in der ersten Lateinstunde befahl, seitenweise Ovid-Texte auswendig zu lernen – welche die Kinder anschließend laut rezitieren mussten, ohne ein einziges Wort vom Inhalt zu verstehen.

Die Bildungsexpertin Christa Koenne, Leiterin der PISA-Science-Gruppe Österreich, prägte den Ausdruck „Lernbulimie“: Durch die rasch wechselnden Prüfungen müsse das Gehirn immer wieder „gelöscht“ werden, hängen bleibe von dem Stoff nur sehr wenig. „Es ist interessant, dass wir gerade in Fächern wie Mathematik, in denen die Schulen ein Problem haben, einen Ansturm an Anfragen haben, den wir kaum bewältigen können“, berichtet Karoline Iber, Organisatorin der Kinderuniversität in Wien. Im Gegensatz zu den Schulen begeistern sich die Kinder dort plötzlich für die angeblich sperrige Materie. Den Grund dafür sieht Iber in der Wissbegierigkeit kleiner Kinder, die hier auf ihre Fragen Antworten finden und selbst auf Entdeckungstour gehen können – statt trockene Theorie ohne Sinnzusammenhänge hingeknallt zu bekommen.

„Wir haben auch ein physikalisches Ferienlager, bei dem die Kinder selbst eine Kamera bauen und Fotos entwickeln können“, berichtet Iber. „Am Ende gibt es eine Fotoausstellung. Die Begeisterung ist jedes Mal groß.“ Kinder wollten danach sogar Schulen mit technischen Schwerpunkten besuchen.
Die Unlust resultiert laut dem Klagenfurter Mathematiker und Didaktiker Werner Peschek keineswegs aus den mangelnden Leistungen der Schüler. „Es ist zu beobachten, dass die Motivation ab der Grundschule stark abfällt“, so Peschek. Die Ursache dafür liege im schwindenden Alltagsbezug in den höheren Klassen. Die Schüler sehen keine Anwendungsmöglichkeit – und verlieren somit das Interesse. Auch Studien belegen, dass mit dem steigenden Alter die positive Einstellung zur Schule immer mehr abnimmt. „Dieser Je-länger-umso-schlimmer-Effekt wird von den meisten Schulforschern bestätigt“, weiß Rathmayr.

Im Rahmen einer aktuellen Studie des österreichischen Jugendrotkreuzes gaben 75 Prozent der befragten Jugendlichen an, dass der größte Druck in ihrem Leben durch die Schule entstanden sei. Einer Befindlichkeitsstudie aus dem Jahr 2005 zufolge fühlen sich von der vierten bis achten Schulstufe 23 Prozent der Schülerinnen und Schüler stark durch Schulstress belastet, 25 Prozent zeigen sogar psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen und Übelkeit. Schockierend die Ergebnisse in den letzten drei Pflichtschuljahren: 42 Prozent der Befragten leiden stark unter depressiven Verstimmungen. Bis zu 20 Prozent der Schüler dürften die Beziehungen zu den Lehrkräften „fast durchgehend negativ erleben“.

Unfaire Noten. Die jahrelangen Untersuchungen des Erziehungswissenschafters Volker Krumm brachten das schockierende Ergebnis zutage, dass Beschimpfungen und verletzendes Verhalten von Lehrern an der Tagesordnung stehen. Entmutigende Meldungen wie „Du hast ein Hirn wie ein Nudelsieb“ oder „Du gehörst doch auf eine Sonderschule“ sind typisch. „Ein Mädchen hat mir einmal erzählt, dass ein Lehrer einen Liebesbrief von ihr abgefangen und dann laut vor der Klasse vorgelesen hat. Die anderen haben sich lustig gemacht, sie selbst Rotz und Wasser geheult“, erzählt Krumm. Bei einer Befragung gaben 78 Prozent der Schüler an, dass sie mindestens einmal von einem Lehrer gekränkt wurden. 75 Prozent der Befragten beschäftigt dies noch immer.

Angesichts mancher disziplinären Maßnahmen, die heute immer noch praktiziert werden, ist das durchaus verständlich. Dass Kinder heute noch als Strafe in der Ecke stehen müssen, passiert nicht selten. Eine Mutter, die deshalb eine Lehrerin zur Rede stellte, bekam die Antwort zu hören: „Aber es war doch nur für eine Stunde.“

Ein nicht minder trostloses Bild ergibt sich bei der Leistungsbeurteilung. Dass Noten nicht unbedingt etwas über das wahre Talent eines Schülers aussagen, beweist der Lebenslauf einiger Prominenter, die trotz schulischer Probleme eine beachtliche Karriere hingelegt haben. Toni Faber, Dompfarrer von Sankt Stephan, musste ausgerechnet wegen Latein eine Ehrenrunde in der siebten Klasse drehen und entdeckte erst später im Theologiestudium seine Leidenschaft für die „tote Sprache“. Gert Steinbäcker wieder­um, Mitglied des Austropop-Trios STS, fiel in Musik und Gitarre durch. Auch der Schriftsteller Robert Menasse erinnert sich nur mit Grauen an seine Schulzeit: „Ich hatte eine Nachprüfung in Latein, obwohl ich der Traumschüler für jeden Lateinprofessor hätte sein müssen. Ich habe lateinische elegische Dystichen in deutsche Hexameter und Pentameter übertragen. Der Lehrer meinte aber, es war keine Übertragung, sondern eine bloße Übersetzung verlangt.“

Bei einer Umfrage des Instituts für Psychologie und Pädagogik in Linz unter Schülern der vierten bis zwölften Schulstufe meinten bis zu 20 Prozent, dass die Noten „oft ungerecht“ seien. Genauso viele gaben an, dass sie häufig unter Prüfungsangst litten. Die Angst steige schon ab der Volksschule sprunghaft an und sei dann „in allen Schultypen ungefähr gleich hoch ausgeprägt“. Bei der Studie wurden die tatsächlichen Leistungen von Schülern anhand eines einheitlichen objektiven Tests gemessen und mit den Noten verglichen, die sie in der Schule bekommen haben. Fazit: „Der Zusammenhang zwischen den von außen gemessenen Leistungen und den Noten der Schüler ist nicht hinreichend hoch.“ Vor allem Mädchen würden bevorzugt werden. Außerdem würden vor allem in den höheren Schulen unverständlich viele schlechte Noten vergeben werden. „Lehrer vergeben Noten nach dem persönlichen Ermessen. Sie können gar nicht anders, es gibt keine einheitlichen Standards“, so Eder.
Ein Vorschlag von vielen Experten lautet daher, die Personalunion von Lehrer und Prüfer aufzuheben und Leistungsbeurteilungen von externen Stellen einzuholen, was international durchaus üblich ist.

Darauf setzt Renate Chorherr, Gründerin der Wiener Privatschule WALZ: „Wir haben nicht viele Tests, dafür große Prüfungen, bei denen dann tatsächlich der ganze Stoff gekonnt werden muss.“ Der Lehrer wird dabei eher als Coach wahrgenommen, der den Schülern hilft, die an sie gestellten Anforderungen zu bewältigen. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Schülern und sind mit ihnen per Du“, so Chorherr. Die Trennung zwischen Pädagogen und Prüfern wird auch in Finnland praktiziert, jenem Land, das im PISA-Test die besten Ergebnisse erzielte – und dabei wesentlich weniger Geld für das Schulsystem ausgibt als Österreich.

Rainer Domisch, Unterrichtsrat an der obersten Schulbehörde Finnlands, zieht einen internationalen Vergleich: „Finnische Austauschschüler, die kurz das deutsche oder österreichische System kennen gelernt haben, berichten mir oft zwei Dinge. Sie fühlten sich nicht als Individuum wahrgenommen und verstanden das Lernziel nicht.“ Individuelle Förderung und Transparenz im Unterricht hätten in Finnland große Bedeutung, so Domisch. Es seien die Geheimzutaten für den finnischen Schulerfolg. An diese These knüpft auch Andreas Salcher an, der mit seinem Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ einen Bestseller landete. „Schule macht naturgemäß nur auf die Schwächen aufmerksam und dokumentiert die Defizite noch in Noten, die zeigen, wie viel schlechter man ist als andere. Die ­unterschiedlichen Talente jedoch, die jedes Kind besitzt, werden nicht weiter ­beachtet und bleiben auf der Strecke“, so Salcher.

Auch Josef Lucyshyn, Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung, spricht sich für mehr individuelle Förderung aus: „Es ist wichtig, dass dies bereits im Kindergarten geschieht. Mithilfe von Experten könnten individuelle Defizite spielerisch repariert werden.“ Die frühe Investition würde sich langfristig auch finanziell lohnen. Für einen Euro, der in die früh­kindliche Bildung gesteckt wird, so Lucy­shyns Kalkulation, müssten zehn Lebensjahre später vier Euro hingeblättert werden – die Erfolgschancen seien aber nur mehr halb so groß.

Sozial ungerecht. Eine Chancengleichheit ist im derzeitigen System keineswegs gegeben. Der Schulweg eines Kindes hängt wesentlich vom Bildungsabschluss und dem Beruf der Eltern ab. Bei 60 Prozent der Schüler, die eine allgemein bildende höhere Schule besuchen, verfügt zumindest ein Elternteil über die Matura. Und die entsprechende Bildung der Eltern ist offenbar immer wichtiger, damit das Kind die Schule übersteht: Eine Mutter aus Wien-Donaustadt berichtet, dass etwa Englisch-Lektionen immer öfter von der Lehrerin per E-Mail verschickt würden – mit der lapidaren Aufforderung, man möge das bitte zu Hause durchackern. „Inzwischen sage ich nicht mehr, dass meine Tochter eine Schularbeit hat“, berichtet die Frau. „Ich sage nur noch, wir haben Schularbeit.“ Können die Eltern mangels eigener Bildung dem Kind nicht beistehen, sind dessen Aussichten entsprechend düster: Die Chance, dass ein Kind, dessen Eltern lediglich einen Pflichtschulabschluss haben, eine AHS besuchen wird, liegt bei drei Prozent.

Als problematisch gilt vor allem der – ohnehin seit Jahren heftig debattierte – Zwang, dass Zehnjährige bereits entscheiden müssen, ob sie nach der Volksschule eine Hauptschule oder ein Gymnasium besuchen sollen. „Die Kinder und Jugendlichen sollen so lange wie möglich eine gemeinsame Schule besuchen, wie in Finnland üblich“, findet Rainer Domisch. Erst im Alter von 15 oder 16 Jahren sollte sich ein Kind überlegen müssen, welchen Bildungsweg es einschlagen will. Die Eltern wären ihrerseits von der Entscheidung entbunden, in welche Schule sie ihr Kind schicken sollen. Damit fiele auch der Leistungsdruck weg, nur gute Noten haben zu müssen, um ins Gymnasium aufgenommen zu werden.

Ob die neuen Mittelschulen, die ab diesem Schuljahr an 244 Standorten erprobt werden, eine befriedigende Lösung schaffen werden, wird sich wohl erst in ein paar Jahren zeigen. Die Kluft zwischen der privaten Lebenswelt der Kinder und dem Universum Schule wird indessen immer breiter. „Die Schule ist eine Maßnahme gegen das alltägliche Leben der Kinder“, so Rathmayr. Für Schulleiterin Chorherr geht die Diskussion ohnehin am Kern vorbei, nämlich dem gesellschaftlichen Wandel: „Schulen sind jetzt per Definition Bildungseinrichtungen, die für die Vermittlung von Wissen zuständig sind. Die Erziehung liegt eigentlich noch bei der Familie, wird indirekt aber immer mehr den Schulen zugeschoben, da Eltern immer weniger Zeit haben.“

Da würden wohl einige widersprechen – etwa jene Wiener Teilzeitangestellte, die es schlicht unverschämt findet, dass die Volksschullehrerin ihres Sohnes sie wegen jeder Nichtigkeit auf dem Handy anruft, statt die jeweilige Angelegenheit mit dem Buben in der Schule zu klären. Dass die Schule ganztägige Formen annehmen und auch mehr soziale Kompetenzen vermitteln muss, da die Familien dazu immer weniger in der Lage sind, gilt unter Experten als Konsens. Doch dafür müssten auch Ressourcen geschaffen und das nötige Personal, etwa Sozialarbeiter und Psychologen, gestellt werden. Lehrer allein können diese Anforderungen offenbar nicht mehr bewältigen. Eine Änderung wäre auch im Sinn der Lehrer. „Ein Fußballnationalspieler, der immer nur ausgepfiffen wird, hat ein ähnliches Selbstvertrauen im Stadion wie Markus Rogan bei einem erneuten Discobesuch in Rom. Ähnlich geht es im Moment den Lehrern in den Klassenzimmern. Ohne Ansehen und Anerkennung wird man frustriert, noch dazu wenn man so einen schweren Job macht“, meint Gernot Kulis alias Ö3-Professor Kaiser.

Eine umfassende Bildungsreform sei laut dem Grünen-Politiker Christoph Chorherr aber nicht möglich, weil die österreichische Bildungspolitik „durch die Mächte der Interessenvertretungen“ blockiert werde. Wie schwer Verhandlungen mit der Lehrergewerkschaft sein können, weiß Unterrichtsministerin Claudia Schmied spätestens, seit sie mit ihrer Forderung von zwei verpflichtenden Unterrichtsstunden mehr eindrucksvoll scheiterte. Dass eine umfassende Reform möglich ist, glaubt Schmied trotzdem. Ihr erklärtes Ziel: „die besten öffentlichen Schulen Europas zu schaffen“.

Bildungsexpertin Christa Koenne wäre schon mit pragmatischeren Fortschritten zufrieden. „Die Schule kann und soll unsere Kinder nicht gescheiter machen“, formuliert Koenne. „Aber sie soll sie zu ihren Möglichkeiten führen. Und das tut sie derzeit nicht.“

8.9.2009 13:48
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Steph676, 22. 09. '09 19:33
Schmieds Raubbau am Schulsystem
Wie Frau Schmied die Bildung verbessern will erläutert sie nicht genau:
Lehrer sollen freiwillig Mehrstunden machen und diese vor der Pension abbauen.

=> sie bekommt Gratisstunden, bezahlen muss in vielen Jahren ein anderer Minister und das Chaos wird noch größer (oder sitzen die Volksschüler dann auch weniger Stunden in der Klasse)
lehrer15000, 13. 09. '09 20:06
sinnlose kritik
jede erörterung eines 14 jährigen hat mehr inhalt al der artikel von frau goebel....einen artikel mit einigen aussagen von gescheiterten schülern und so genannten experten, die außer in ihrer schulzeit keine klasse mehr erlebt haben zu schreiben kann ja nur daneben gehen...im schwesternmagazin format erschien letzte woche ein fundierter artikel über die schwächen des schulsystems...konstruktiv und diskussionswürdig...
p.s. und 120 000 lehrer sind nicht existent, oder erhalten zumindest keine gelegenheit sich zu äußern!
montaigne, 11. 09. '09 17:08
Kurios, kurios, Frau Goebel!
Man muss sich dieses Phänomen einmal in aller Ruhe überlegen: Da arbeiten ungefähr 120.000 Menschen im Betrieb Schule Österreich und an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen werden Studentinnen und Studenten von akademisch qualifizierten Pädagog/innen ausgebildet. - Aber: Sie machen alles falsch! Ja, alles! Und um das zu bemerken, brauchen wir eine gewisse Tina Goebel aus Scheibs, Maturajahrgang 2002, also ca. 25 oder 26 Jährchen jung. Machen Sie sich diesen Irrwitz einmal bewusst, Frau Goebel, und nehmen Sie ein Horvath-Zitat mit auf den Weg: "Nichts gibt uns so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit."
schwarzweiß, 12. 09. '09 13:32
Re: Kurios, kurios, Frau Goebel!
Wenn das System an sich falsch ist (und das ist es), können auch die besten Köpfe nichts dagegen machen. Und wenn die Autorin erst 25 oder 26 ist - umso besser: dann ist ihre eigene Schulzeit in ihrem Kopf noch wesentlich lebendiger als bei einem/r 50jährigen. Denn es geht in dieser Diskussion vor allem um das Wohl der Schüler und erst dann - mit großem Abstand - um jenes der Lehrer oder Eltern.
ziegenhain, 11. 09. '09 11:45
Ein insgesamt interessanter Artikel,
weil er mit nur geringem Wahrheitsgehalt auskommt und vor Goebelschem Geifer nur so trieft. Weniger eine Sachdarstellung schulischer Missstände als eine Selbstoffenbarung der Schreiberin. Da werden begnadete Selbstdarsteller wie z.B. Koenne, Rathmayr, ja sogar der Lucyshyn als „Bildungsexperten“ verkauft. Und dass ein Sechsjähriger wegen seiner „schlechten Stifthaltung“ eine Stunde in der Schule nachsitzen musste. Was für ein Unsinn! Gut gelungen ist u.a. auch der Witz, die 50-Minuten-Stunde käme aus der mittelalterlichen Klosterschule, weil die Mönche den Unterricht wegen eines Gebets unterbrechen mussten. Wer, Frau Goebel, hat Ihnen all dieses Jägerlatein hineingedrückt?
schwarzweiß, 11. 09. '09 13:25
Re: Ein insgesamt interessanter Artikel,
Sind sie etwa für die Beibehaltung des derzeitigen Schulsystems? Dann müssen Sie einer jener AHS - Lehrer sein, die um ihre Besserstellung gegenüber den Pflichtschullehrern fürchten. Die Trennung der Kinder mit 10 in HS und AHS ist ein pädagogischer Wahnsinn. Das haben viele andere Länder schon lange vor Österreich erkannt und die Gesamtschule eingeführt. Aber um die Schüler geht es vielen Leuten, die diese Diskussion kritisieren, zu allerletzt. Und ich habe mich schon in meiner Schulzeit gefragt, wieso eine Schulstunde ausgerechnet 50 Minuten dauert. Wie fast alles, was in Ö als Dogma angesehen wird, hat auch das wohl irgendwie mit der Kirche zu tun.
ziegenhain, 11. 09. '09 18:16
Re: Ein insgesamt interessanter Artikel,
An schwarzweiß: 1. Wer einen Rundumschlag a la Goebel kritisiert, muss nicht gegen Schulreformen sein. 2. Ich bin weder dieser noch sonst irgendein AHS-Lehrer. 3. Zur Schullaufbahnentscheidung mit 10 Jahren: Jeder Hauptschüler und jeder AHS-Schüler kann innerhalb von 4 Jahren etwa 180 mal pro Jahr - mit andern Worten täglich - die Schulart wechseln. Hinüber und herüber. Jeder - und jede. Wenn die Bedingungen erfüllt sind. Keine Schuldirektion in ganz Österreich würde einen Übertritt dorthin oder dahin zum Wohl des Kindes verwehren. Was soll also das Gezeter um die Gesamtschule, die es ohnehin nicht lupenrein geben wird, da sie eine zwangweise Zusammenführung aller Schüler (auch Privat- und anderer Privilegiertenschulen) voraussetzt...
schwarzweiß, 12. 09. '09 11:28
Re: Ein insgesamt interessanter Artikel,
an ziegenhain: Der Schulwechsel ist bei weitem nicht so einfach möglich wie Sie sich das vorstellen. Zum einen muss an der Wunschschule ein Platz frei sein und zweitens gibt es da noch die "AHS - Reife", die man erhalten haben muss. Wenn ein Schulwechsel sooo einfach wäre, wäre das ein weiteres Argument für die Gesamtschule, denn dann wäre die Vermischung von Kindern aus unterschiedlichen Schichten (und nur darum geht es) ohnehin nicht zu verhindern. Ich weiss, diese "Durchlässigkeit" zwischen HS und AHS ist ein sehr gerne gebrauchtes Argument, nur gibt es sie de facto nicht.
Leitwolf25, 11. 09. '09 10:44
12 Jahre lang müde im Unterricht
An Blödheit lasst im Schulsystem so manches kaum überbieten. Zeit meines Lebens ist es mir schwer gefallen früh aufzustehen. Dementsprechend waren trotz Hochbegabung dann auch meine Leistungen. Grad in Deutsch bekam ich stets schlechte Noten weil konzentrationsbedingt Buchstaben oder ganze Wörter fehlten. Inhalt top, Rechtschreibung flopp. Mit dem Abgang von der Schule war das Problem dann plötzlich kuriert.

Wahre Wunder wirkte wenn ich die ersten beiden Unterrichtsstunden schwänzte, was an Tagen mit Religionsunterricht oder Turnen und nachfolgender Schularbeit auch Sinn machte. Einsicht machte sich dennoch nicht breit.

So werden Schüler für Umstände bestraft für die sie bei besten Willen nichts können und die mit ihren Fähigkeiten nicht das Geringste zu tun haben.
alt69erin, 09. 09. '09 18:58
Abrechnung - dogmatisch und platt
Die Printausgabe verspricht "eine Abrechnung mit dem Schulsystem" - und das ist dieser Text auch: oberflächlich, einseitig, platt, dogmatisch. Tina Goebel nimmt sich heraus, endgültige Antworten auf die Mängel "der Schule" zu kennen.("Warum ......alles so ist!) n Gegenstimmen? Differenzierung? Der Einfluss und die Verantwortung von Eltern, Medien, Gesellschaft? Wozu?Schade, so wurde für die Quote - genau zu Schulanfang kommt ein bisschen Lehrer/Schul/bashing ausgezeichnet -wieder eine Möglichkeit vertan, sich intensiv mit einer zu reformierenden Institution auseinander zu setzen. Im Übrigen tragen derartige Hetzkolumnen kaum dazu bei, dass sich die BESTEN für den Lehrberuf entscheiden - selbst die MITTELMÄSSIGSTEN können darauf verzichten (f ständig Buhfrauen/männer der Nation zu sein!
schwarzweiß, 10. 09. '09 10:07
Re: Abrechnung - dogmatisch und platt
Ich kann in dem Artikel absolut kein allgemeines Lehrerbashing erkennen, sehr wohl aber die Abrechnung mit dem dzt. Schulsystem. Das ist ein großer Unterschied und diese Abrechnung erfolgt völlig zurecht. Es sind ja nicht die Lehrer in ihrer Gesamtheit, die dieses Schulsystem aufrecht erhalten wollen, sondern Teile der Politik.
Qu1cksh07, 09. 09. '09 14:13
Lehrer sind keine Halbggötter...
...aber die führen sich gerne so auf. Ich gehe zwar seit ein paar Jahren nicht mehr zur Schule jedoch muss ich sagen das ich selbst unangenehme sowie angenehme Erfahrungen mit den Lehrern gemacht habe. Das Problem ist meistens (nicht immer!) das die alten Lehrer die da drin sitzen sich keinen deut darum scheren wie die Welt heute aussieht sondern darauf beharren das die Welt von 30 Jahren besser war und auch in der alten Welt noch leben. Im angesicht der Tatsache das die Lehrer die Schüler mittlerweile fast nur noch nach "den-mag-ich-weil-er/sie-ist-das-Kind-meines-Saufkumpanen" Prinzip bewerten und teilweise auch richtig bösartig gegenüber unseren Kindern sein können bin ich selbst schon am überlegen ob ich meine Kinder überhaupt in eine Staatliche Schule schicken soll.
bezzerwizzer, 08. 09. '09 14:30
schüler meldet euch zu wort!
schreiben hier eigentlich nur eltern und lehrer, oder auch schüler? ;-) - der vormund weiß halt immer am besten was gut für die "kleinen" ist!
123Julia, 08. 09. '09 22:42
Re: schüler meldet euch zu wort!
frag ich mich auch. die eltern wissen da immer alles besser und können sich nie an ihre eigene schulzeit erinnern. hauptsache dann alles besser wissen: "wir hätten ja sowas nie gemacht..."
gaby44, 10. 09. '09 16:46
Re: schüler meldet euch zu wort!
den schülern ist es wurscht. die lieben am meisten die lehrer, die sie in ruhe lassen.
123Julia, 11. 09. '09 16:45
Re: schüler meldet euch zu wort!
das mit ruhelassen würd ich nicht sagen. viel mehr geht es darum, zwischen lernen und spaß-faktor gut zu kombinieren.
gaby44, 08. 09. '09 07:28
schade,
dass profil auch von der wirtschaftskrise so stark getroffen wurde. anders läßt sich dieser billigjournalismus á la "KRONE" nicht erklären.
bezzerwizzer, 08. 09. '09 13:52
Re: schade,
haben sie sich schon mal die krone angesehen?! da liegen noch immer welten darüber (und ich hoff das bleibt auch so...)
phlegon, 07. 09. '09 18:28
schulische zukunft
Wenn bald überall die Ganztagesschulen in Betrieb gegangen sind, wird dann die Diskussion beginnen, ob es nicht pädagogisch klüger wäre, die Schüler gleich auch über Nacht und auch während der Wochenenden in der Schule zu behalten – der Wechsel von Bezugspersonen würde sie doch zu sehr emotional belasten.
Die Schüler bleiben daher rund um die Uhr zusammen mit den Lehrern in der Schule. Kurzabholtermine: Muttertag (um der aufopfernden Mutter geschwind ein Dankesgedicht vorzutragen) / Weihnachten (besinnliches Liedersingen und Express-Geschenksverteilung)/ für Geburtstage eines Schülers gibt es in der Schule einen nett dekorierten Birthday-Room.
Jeder Lehrer kann sich schon vorbereitet – die Scheidung beantragt und die eigenen Kinder zur Adoption frei gegeben.
schwarzweiß, 07. 09. '09 20:16
Re: schulische zukunft
Was für ein Blödsinn! Wer bitte sagt, dass Schüler nicht von 8 (oder 9) bis 16 Uhr in der Schule sein können, ohne den Bezug zu den Eltern zu verlieren? Für mich war das Realität, für viele meiner Mitschüler ebenfalls. Diese komischen bewussten Übertreibungen sind so blöd, dass man am besten nicht darauf reagieren sollte. Nur dann glauben manche, der/die hat mit dieser Spinnerei recht.
fred.fido, 08. 09. '09 21:23
Re: schulische zukunft
Sie haben das hauptproblem noch nicht ganz geschnallt. Unsere schulen sind eine katastrophe. Die ganztagsschule ist ein reformversuch aber man muss die grundsätzliche haltung ändern und da ist es mit einer änderung der organisationsform nicht getan.
Steph676, 22. 09. '09 19:30
Re: schulische zukunft Ganztagsschule von 7:15-17:30
Hallo!
Wahr ist, dass die Ganztagsvolksschule von 7:15-17:30 angeboten wird (keine Mehrkosten für Früh- und Spätdienst).

Einige Kinder essen ihr Frühstück in der Schule - so bleibt daheim noch das Abendessen und das Schlafen.

So Unrecht hat Phlegon nicht.

Urlaub, Auto(s),... werden immer wichtiger!
Haloperidol, 07. 09. '09 16:32
Besonderer Dank,
gebührt dem Didaktiker W. Peschek! Für seine erfrischende und wirklich ganz andere "Einführung in die Mathematik".
Ein besonders Beispiel für Alltagsbezug und Anwendbarkeit im täglichen Leben, das jedem sofort einleuchtet:
"Auf wieviele Arten können 8 Männer und 5 Frauen in einer Reihe stehen, wenn keine zwei nebeneinander stehen dürfen?......"

Würden die Ignoranten aus der AHS mit solchen Beispielen arbeiten und die Lösung von den Schülern in einem Projekt moderieren, ja dann ....
gaby44, 08. 09. '09 07:36
Re: Besonderer Dank,
genau. und es gibt gescheite verfasser von schulbüchern, deren Inhalte approbiert und evaluiert werden, und wehe dem lehrer, der diese Bücher wirklich verwendete: der Limes der Gehirnströme der Schüler ginge gegen Null .

Apropos Alltagsbezug: wie oft haben Sie schon konkret das oben erwähnte Männer und Frauen auf alle möglichen Arten reihenweise aufstellen muss?
gaby44, 08. 09. '09 07:39
sorry, da fehlte ein halber Satz, hier nochmal:
genau. und es gibt gescheite verfasser von schulbüchern, deren Inhalte approbiert und evaluiert werden, und wehe dem lehrer, der diese Bücher wirklich verwendete: der Limes der Gehirnströme der Schüler ginge gegen Null .

Apropos Alltagsbezug: wie oft haben Sie schon konkret das oben erwähnte "besondere Beispiel für Alltagsbezug angewendet? Arbeiten Sie in einem Amt, in dem man Männer und Frauen auf alle möglichen Arten reihenweise aufstellen muss?
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