ÖBB: Datenskandal mit System - Kranke Mitarbeiter müssen Diagnose preisgeben
ÖBB-Mitarbeiter werden gezwungen, Krankheiten und ärztliche Befunde preiszugeben. Jetzt packen Betroffene und erstmals auch Betriebsräte aus. Sie sagen: Das ist System.
Die Geschichte war nicht zu glauben: Ein ÖBBler, der im Verschub arbeitet, hatte sich die Hand gebrochen. Als er aus dem Krankenstand zurückkam, wurde er zum Betriebsarzt bestellt. Reine Routine nach dem Eisenbahndienstrecht.
Was dann passierte, war allerdings weit außerhalb des Üblichen und des Erlaubten: Im arbeitsmedizinischen Zentrum lief ihm sein Chef über den Weg, der es sich partout nicht nehmen lassen wollte, beim ärztlichen Gespräch dabei zu sein. Auch in einem zweiten Fall soll es zu einer derartigen ungesetzlichen Vor-Ort-Recherche gekommen sein. Von profil dazu befragt, hielt sich der Regionalleiter kurz: Wenden Sie sich an die Kommunikationsabteilung. Ich habe kein Bedürfnis, mit Ihnen zu reden.
Da war er vergangene Woche nicht der Einzige. Via News war publik geworden, dass ein aidskranker ÖBB-Mitarbeiter von seinen Vorgesetzten gezwungen worden war, seine Diagnose preiszugeben. Nun steht bleiern schwer der Verdacht im Raum, dass sich der staatliche Konzern nach Deutscher Bahn, Lidl und Tiger Lacke in die Reihe der großen Datenmissbrauchsaffären einreiht.
Laut profil vorliegenden Informationen wurden körperliche Gebrechen, Verletzungen und ärztliche Behandlungen in großem Stil erfasst und auf Anweisung von oben quer durch alle Bereiche für die Bewertung von Mitarbeitern herangezogen. Unter dem sperrigen Titel Fehlzeitenmanagement etablierten sich unter der Ägide des im Sommer abgetretenen Personalchefs Franz Nigl dubiose Praktiken alle mit dem erklärten Ziel, die Krankenstände zu verringern. Empfohlen wurden Hausbesuche durch Vorgesetzte und Krankenstandsrückkehrgespräche, im ganzen Konzern kursierten Formulare mit einem Diagnose-Feld zum Ausfüllen.
Sowohl Nigl als auch sein Nachfolger konnten vergangene Woche aus zeitlichen Gründen nicht Stellung nehmen. Selbst der Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, war nicht erreichbar. Im ÖBB-Konzern liefen die Telefone heiß, nach außen war man um Abkühlung bemüht. Der Sprecher richtete aus, der Vorstand der ÖBB Holding AG, Peter Klugar, hat sofort reagiert und unter der Leitung des neuen Personalchefs Emmerich Bachmayer eine Untersuchungskommission installiert. Die Kommission ist seit Mittwochnachmittag im Einsatz. Als erster Schritt wurden mit sofortiger Wirkung alle Formulare durchforstet bzw. werden ab sofort alle Felder, die das Thema Diagnose betreffen, gestrichen.
Daten löschen. Alle Verantwortlichen seien angewiesen worden, dass etwaige Erhebungen von Diagnosen sowohl schriftlich als auch mündlich zu unterlassen sind. Was es nicht gebe, sei eine zentrale Datenbank, die sämtliche Fälle archiviert. Die ÖBB haben sofort gehandelt und werden in den nächsten Tagen in sämtlichen Unternehmen des Konzerns dafür sorgen, dass alle diesbezüglichen Daten gelöscht werden, so vorhanden.
Dem grünen Nationalrat Karl Öllinger ist das zu wenig. Er verlangt, dass die Causa von Datenschützern untersucht wird, die über jeden Verdacht erhaben sind. Es muss sichergestellt werden, dass nichts vertuscht wird. Hier wurde ein Überwachungssystem offenkundig, das dazu diente, Mitarbeiter einzuschüchtern und Kranke auszusortieren. Auch für Infrastrukturministerin Doris Bures, zu der die ÖBB ressortieren, steht außer Frage, dass eine solche Praxis sowohl vom menschlichen als auch vom rechtlichen Standpunkt aus nicht zu tolerieren wäre. Allerdings gehe sie davon aus, dass die von den ÖBB eingesetzte Untersuchungskommission Klarheit schafft. Alle Vorwürfe müssen restlos aufgeklärt werden.
Nach den Datenmissbrauchsaffären der Vergangenheit war es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste auffliegt, sagt Hans Zeger, Obmann von Arge Daten. Der erwähnte Fall der Verschubmitarbeiter birgt selbst für ihn eine erschreckende, neue Qualität: Dass ein Vorgesetzter zum Arzt mitgeht, sei völlig jenseits. Davon abgesehen, dass so eine Dienstverfehlung ein Grund für eine Entlassung ist, zeigten solche Auswüchse, dass es nicht mehr um ein bisschen Überwachung hier und da geht, sondern darum, dass man über die Leute wirklich drüberfährt. Rechtlich ist es belanglos, ob Bedienstete freiwillig über ihre Krankheiten reden oder sie dazu genötigt werden. Es ist verboten, nach einer Diagnose auch nur zu fragen. Gesundheitsdaten dürfen am Arbeitsplatz nicht ermittelt werden, sagt Zeger. Leider seien die Sanktionen zahnlos. Die geschädigten Mitarbeiter haben im Prinzip nur einen Unterlassungsanspruch. Erst wenn ein konkreter Schaden entstanden ist, wird Schadenersatz fällig.
Bis zum Juli fungierte der 2004 zu den ÖBB geholte Telekom-Manager Nigl als oberste Instanz für 42.000 Mitarbeiter. Nigl war nicht nur Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft (DLG), sondern darüber hinaus Prokurist in 16 Konzerngesellschaften, zuständig für Personalangelegenheiten. Sein Steckenpferd war die betriebliche Gesundheitsvorsorge, wie er in einer Pressekonferenz 2007 erörterte. Im Konzern zeigte sich bald, dass es ihm jene Goldenen Regeln besonders angetan hatten, die das Beratungsunternehmen McKinsey in einer Langzeitstudie herausgefiltert hatte: Als erfolgreiche Maßnahmen zur Fehlzeitenreduzierung werden darin Krankenbesuche, Rückkehrgespräche und auf Platz zwölf Gespräche mit behandelnden Ärzten gepriesen.
Etwa 2007 wurde klar, dass Diagnosen systematisch erfasst und eingesetzt werden, erinnert sich ein Betriebsrat. Jeder, der versetzt oder befördert werden wollte und mehr als eine intern festgelegte Zahl von Krankenstandstagen aufwies anfangs galt alles bis 20 Tage als unbedenklich, später wurde der Wert auf 15 reduziert , musste seine Krankenstände offenlegen.
Intensiv kritisch. Ein internes ÖBB-Handbuch, das profil vorliegt, unterweist die Führungskräfte in drei Arten des Krankenstandsrückkehrgesprächs: das kurze fürsorgliche, das intensiv fördernde und das intensiv kritische. Letzteres ist für Mitarbeiter gedacht, denen unterstellt werden darf, dass egoistisch geleitete und dem Unternehmen Schaden zufügende Gründe die Ursache für das Fehlen sind. Die Gespräche mussten dokumentiert werden. Ein profil ebenfalls vorliegendes Schreiben vom August 2007 legt den Führungskräften der ÖBB Infrastruktur Bau ein spezielles Formular ans Herz. Darauf findet sich die Rubrik: Erklärungen des Mitarbeiters zum Krankenstand. Was sich im Unternehmen unter dem Schlagwort Gesundheitsvorsorge ausbreitete, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Angstregime, erzählt ÖBB-Betriebsrat Klaus R.*: Die Botschaft lautete: Wer krank ist, hat Nachteile.
Vergangene Woche erst habe sich ein Kollege bei ihm ausgeweint. Der Fahrdienstleiter auf einem Großbahnhof in Oberösterreich hatte sich um einen Posten beworben und wurde von seinem Vorgesetzten aufgefordert, seinen Krankenstand zu begründen, und zwar zurück bis zum ersten Tag. Nachsatz: Das verlangt die DLG. Die Auflistung reichte bis Mitte der achtziger Jahre zurück und enthielt unter anderem einen Autounfall und eine Magenblutung, die den Mann fast das Leben gekostet hätte. Den Posten habe er wenig überraschend nicht bekommen.
Betriebsrat R. seufzt: Chronisch Kranke bewerben sich nicht einmal mehr. Einem anderen Kollegen machten die Bandscheiben zu schaffen. Monatelang stopfte er sich mit Schmerzmitteln voll. Sich krankschreiben lassen wollte er nicht: Da hätte er seine Versetzung vergessen können. Für die Operation habe er sich Urlaub genommen. R. sagt, er habe den Kollegen aufmerksam gemacht, dass das nicht rechtens sei. Hast du eine bessere Idee?, fragte er. Der Betriebsrat hatte keine.
Fiebereinsatz. profil traf Max S.* in einem Café in Wien. Er ist Verschubbediensteter. Wo, will er nicht sagen. Auch er ist schon mit 38,7 Grad Fieber im Dienst gestanden, nur um bei den Krankenstandstagen im Rahmen zu bleiben. Er weiß, wie verantwortungslos das ist. Der Job des Verschiebers gehört zu den gefährlichsten in den ÖBB. Das persönliche Risiko ist enorm, wenn ein Mann vier bis fünf Waggons, von denen jeder zwischen 50 und 80 Tonnen wiegt, mit einem Hemmschuh abfangen muss. Immer wieder kommt es zu Verletzungen. S. kennt Kollegen, die ihre Finger verloren, manchen wurden beide Beine abgedrückt. Was passieren kann, wenn ein Güterzug ungebremst in einen Passagierzug kracht, will er sich nicht ausmalen: Im Verschub gibt es Extremsituationen, wo man bereit sein muss, sein Leben zu riskieren. Vor zwei Jahren bekam S. Probleme mit den Knien. Ein Meniskus musste entfernt werden, seither gehe ich am Knorpel. Nach fünf Monaten Krankenstand drängte man ihn, sich gesundschreiben zu lassen. Der Chefarzt aber verbot S., an die Arbeit im Verschub auch nur zu denken und schrieb ihn einen Monat länger krank.
Als S. sich später näher an seinen Wohnort versetzen lassen wollte, schaffte er es nicht einmal in die engere Auswahl. Offiziell hat er den Grund dafür nie erfahren. Irgendwann raunte ihm sein Chef zwischen Tür und Angel zu: Du hast halt mit den Krankenständen nicht entsprochen. S. sagt, er habe kein Problem damit gehabt, über seine gesundheitlichen Probleme zu reden. Einen Krebsbefund oder eine Geschlechtskrankheit behalten Menschen lieber für sich.
Druck von oben. Die Vorgesetzten, die ihre Mitarbeiter so lange quälen, bis sie mit einer Diagnose herausrücken, stehen ihrerseits unter Druck, sagt ein Wiener Betriebsrat: Auf Deutsch gesagt: Die stiegen ihren Leuten auf die Zehen, damit sie ihre Kennzahlen erfüllen. Im Internet kursiert seit Ende vergangener Woche ein Video, auf dem ein schwarz eingefärbter Mann die ÖBB anonym anklagt: Das hat System, sagt er mit verzerrter Stimme, aus Angst vor schlimmsten Repressalien traue sich niemand in der Öffentlichkeit dagegen aufzutreten (http://www.youtube.com/user/heinzpool).
Auch Franz P.* berichtet nur unter dem Schutz der Anonymität über seine Erfahrungen mit dem System Nigl. Der ÖBBler, ein Lokführer um die 45, macht keinen schüchternen Eindruck. Doch er wollte weder seinen Namen noch seinen Dienstort öffentlich machen. Wenn rauskommt, dass ich mit Ihnen gesprochen habe, bin ich erledigt. P. sagt, in seinem Bekanntenkreis gebe es 25 Leute, denen eine Krankheit zum Verhängnis geworden ist. Im Kollegenkreis sei das Thema kein Geheimnis: Es ist Gespräch im Pausenraum.
Im August 2008 interessierte sich P. für einen anderen Posten. Als sein Vorgesetzter davon erfuhr, legte er die Stirn in Falten und erklärte, P. liege zwei Tage über dem Krankenstandslimit und müsse mit einer Ablehnung rechnen. Dann fragte er: Was hast du gehabt? Schnippisch fragte P. zurück: Ist das wichtig? Ich muss es aufschreiben, die DLG will das wissen, bekam er zur Antwort.
P. erzählte seinem Chef, den er seit vielen Jahren kennt und mit dem er fast befreundet ist, dass der Arzt einen Herzfehler festgestellt habe und weitere Untersuchungen nötig seien. Ein paar Wochen später erkundigte sich sein Vorgesetzter: Ist alles wieder okay? P. sagte: Das weiß nur der Doktor. Den Posten hat er nicht bekommen. Eine schriftliche Begründung für seine Ablehnung auch nicht. Sein Chef sagte: Weißt eh, das war ein Problem mit deinen Krankenständen.
Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, und die Angst, in der Öffentlichkeit als Tachinierer dazustehen, lähmen den Widerstand. Inzwischen erübrigt sich der Druck: Viele Bedienstete legen von sich aus alles auf den Tisch, manche geben ihre Diagnose mündlich bekannt, manche schriftlich, und manche schicken ihren ganzen Befund an die Personalabteilung, sagt Betriebsrat Klaus R.: Es ist zum Verzweifeln.
Ja, jetzt wo alles publik wurde meldet sich auch ÖBB--Betriebsratschef Haberzettel in der ZIB zu Wort und fordert Konsequenzen! Warum erst jetzt, wo er schon seit geraumer Zeit wußte, dass da was faul ist.
Soviel zu den Chrarakteren der Betriebsräte! So was kotzt einen ja an!
Die ÖBB gehören für mich seit unglaublichen Vorgängen und Schlampereien der Ära Huber zu jenen öffentlichen Unternehmen deren Belegschaft berechtigterweise überzeugt sein darf, dass Anstand in der Unternehmenskultur einen, vorsichtig formuliert, untergeordneten Stellenwert hat. Dazu passt der nun öffentlich gewordene Datenskandal um Schnüffeleien des Arbeitgebers im Privatbereich der Mitarbeiter und illegale Krankenakte. Schwer zu glauben das es mit der Menschenwürde im Untenehmen besser bestellt sein sollte als mit dem Anstand. Systematische Gesetzesverletzungen waren offenbar an der Tagesordnung. Derart illegales Treiben ist nur möglich wenn liebedienerische Chargen und feige Charaktere artig mitspielen. Warum ist ja nicht schwer zu erraten.
Habe Jänner 09 genau aus diesem Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil6
Es setzt sich somit ein Teufelskreis in Bewegung, denn um in den Qualitätsplan zu kommen braucht man gute Umsätze, die man im Nahverkehrsplan gar nicht machen dürft.
So fängt es an, dass manche Mitarbeiter kreativ werden und anfangen, ihren Freunden und Bekannten via Haustürgeschäft die Wochen oder Monatskarten direkt zu verkaufen, um Umsatz zu machen.
Dies wird im Übrigen sogar von den Teamleitern tolleriert!
So nun habe ich einen Bruchteil dessen, was sich in der ÖBB Abspielt beschrieben und hoffe dass noch einiges an Dreck an die Öffentlichkeit kommt, damit jeder weiß wie sozial und mitarbeiterfreundlich die ÖBB in Wirklichkeit ist!
Die Herrn vom Profil haben meine Daten ja, sollten diese noch Fragen haben, bin ich gerne jederzeit bereit mehr Auskunft über die ÖBB PV AG zu geben.MFG
Re: Habe Jänner 09 genau aus diesem Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil6
Geh bitte!
Mobbing? Einschüchterungen? "Erpressung"? Freunderlwirtschaft? Postenausschreibungen die nur auf eine Person zutreffen? V-Ausschnitte und Körchengröße die mehr zählen als Erfahrung und Wissen? "Irrtümer" und "Vergessen" von sogenannten Nebenzeiten in der Diensplangestalltung um gerade noch im gesetzlichen Zeitrahmen zu bleiben? "Vergessen" von Bezahlung von Überstunden und Zuschlägen?
Gibt es doch alles nicht!!!! (Oder doch?)
Re: Habe Jänner 09 genau aus diesem Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil6
Und besonders interessant dabei ist: Keiner hat was gewußt... Der Herr Haberzettel ist empört: "Wenn das stimmt, dann werden wir personelle Konsequenzen fordern.." Na geh, ist der lieb! Der smarte Herr Haberzettel trägt seit Jahren jede Verschlechterung mit. 10 Jahre mehr Arbeit, höhere SV Beiträge, neues Arbeitszeitgesetz, 3% Arbeitslosenv. Beitrag, Pensionssicherungsbeitrag, Urlaubskürzung von 8 Tagen, NZZ Streichung, Postenstreichung usw. usw. Und nun will der Herr Haberzettel etwas fordern? Soll das ein Witz sein?
Und der Herr Klugar: Der weiß natürlich von nichts und setzt eine Kommision ein. Bravo! Ein echter Manager der über seinen Betrieb genau Bescheid weiß!! Eigentlich gehören alle die dieses System installiert haben und leben, nach dem ÖBB internen Kodex sofort entlassen!
Habe Jänner 09 genau aus diesem Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil5
Der Umsatz wird als Hauptbeurteilungsgrundlage verwendet.
Zuvor muss gesagt werden, dass es am Dienstsitz Südbahnhof 5 verschiedene Dienstpläne gibt, Plan 1 ist der Qualitätsplan, Railjet, Fernferkehr, der Plan 5 ist der Nahverkehrsplan, auschließlich Schnellbahn, Regional- und Regional Express Züge.
Vom Umsatz her macht es einen extremen Unterschied, ob man im 1er Plan oder im 5er Plan fährt.
Wärend man im Nahverkehr, laut Tarif eigentlich nur eine Fahrkarte im Zug an Blinde, Behinderte und Schwerkriegsbeschädigte verkaufen dürfte, weil der gesamte Großraum Wien eine Selbstbedienungsstrecke ist und somit ein gültiger Fahrausweis vor Fahrtantritt gekauft werden muss, verhält es sich im Qualitätsplan so, dass oft eine einzige Fahrkarte schon bis zu 100€ Umsatz bringt.
Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil4
Was natürlich den Durchschnitte sehr senkte.
Der Umsatz in den Überstunden, welcher eigentlich auch ausgenommen werden müsste, wurde natürlich schon dazu gerechnet, so kam es, wenn man schlecht im Durchschnitt lag, dass man zu hören bekam: "Naja musst du halt mehr Überstunden fahren, damit du vom Schnitt her wieder höher kommst."
Das lustige an der ganzen Umsatzsache ist, dass es in der gesamten ÖBB kein Schriftstück gibt, dass man einen Mindestumsatz bringen muss, auf Anfrage bei meinem Teamleiter, ob er mir denn so ein Schriftstück bringen könnte, wurde mir nur gesagt, dass es bald eine Dienstanweisung dafür geben werde, wo das dann genau festgelegt sei, von ehemaligen Kollegen, die heute immer noch dort Arbeiten, weiß ich, dass es so eine Dienstanweisung noch nicht gibt.
Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil3
Fürsorge für seine Mitarbeiter ist ja ansich etwas lobenswertes, aber bei 5x am Tag hört der Spaß auf!
Es wurde auch immer gesagt, man brauche das Diensthändy nicht in der Freizeit einschalten, ich wurde direkt von meinem Teamleiter darauf angesprochen, dass ich es einschalten soll!
Ein Riesen Thema ist das Thema Umsatz, es wird von allen Zugbegleitern ein Mindestumsatz von 300€ pro Monat verlangt, ist man einmal darunter, dann wird man vom Teamleiter schon angesprochen, ob man Problem habe usw. Das ungerechte dabei ist, außer dass dieser Umsatz unerlaubterweise zur Mitarbeiterbewertung hergenommen wird, dass ein Jahresdurchschnitt ermittelt wird, wo Urlaub und Krankenstand nicht ausgenommen werden, wenn man z.B. 1 Monat in Urlaub ging, dann hatte man in diesem 0€ Umsatz.
Re: Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil3
Ein Teamleiter scheint bereits vor dem lieben Gott bei der Bahn zu kommen. Das er sich so fühlen kann dazu leisten sie und vermutlich nicht wenige andere einen entscheidenden Beitrag. Jemandem etwas zu sagen oder hiezu einen dienstlichen Auftrag zu erteilen ist nicht dasselbe. Zumindest einbmal arbeitsrechtlich. Nicht vorstellbar wie es erst sein musste wenn Nigl etwas fragte oder sagte. Dann war wohl die ganze Etage zugeschissen. Denn die Memmen scheinen in der Führungspyramide oben nicht nur feige sondern auch ohne Anstand zu sein. Anpassen als Überlebenstraining. Na gute Nacht. Schalten sie eben ihr Handy nicht ein wenn der Teamleiter es auch "sagt".
Re: Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil3
das Handy habe ich dann auch ausgeschaltet, nur hat sich dass dann so verhalten, dass ich dauernd Schichten bekam, wo der Dienstbeginn um 6:00 Uhr früh war und das Dienstende um 23:30, ist ja nicht schlimm, das ist eine ganz Normale Dienstschicht, aber das schlimme war ich bekam nur 7 Stunden bezahlt, der Rest waren Pausen und Wendezeiten zwischen den Zügen, die aber so ausfielen, dass man nichts dazwischen machen konnte außer im Pausenraum abkacken weil die Pausen nie länger als 1 Stunde waren.
Warum die Teamleiter so stark waren ist, weil deren Einschüchterung bei 8 von 10 funktionierte und somit immer zuwenige da waren die etwas dagegen machen hätten können. Die Betriebsräte sind eine ganz andere Geschichte, die haben nichts gemacht aber von allem gewußt, weil viele sich beschwerten!
Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil2
In dieser Liste stand unter anderem die Diagnose, Behandlung usw. Von wo diese Daten herkamen wollte der Teamleiter nicht beantworten, fest steht aber, von mir hatte er sie nicht.
Meiner Meinung nach eine Schwachstelle für Krankendaten "raub" ist die Personaldisposition Kurzgenannt "Dispo2", dort musste man immer die Krankmeldung abgeben, es wäre für die Teamleiter ein leichtes, dort an die Krankmeldungen ran zu kommen, weil diese dort oft sehr offen herumliegen.
Dies war nur das eine Thema, ich könnte noch von vielen schreiben, angefangen von Mobing via Telefon, wo man um 3:00 Uhr früh angerufen wird und einem Mitgeteilt wurde, dass man die Dienstschichtänderung, welche erst 1 Monat später ist, ins Dienstfach gelegt bekommt, bis Kontrollanrufe im Krankenstand, wie es einem denn so geht.
Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil1
Ich habe von 2007 bis Anfang 2009 bei der ÖBB als Zugbegleiter gearbeitet.
Es ist toll, dass endlich mal ans Licht kommt, wie es bei der ÖBB so zugeht, leider muss ich dazu sagen, dass dies nur ein Bruchteil von dessen ist, was sich noch an Rechtswidrigkeiten innerhalt der ÖBB abspielt.
Zum Thema Krankenstand, war es bei uns am Dienstsitz Wien Südbahnhof so, dass pro Jahr 3 Krankenstände zu a´ 1 Woche "erlaubt" waren um nicht als Krankenstandauffällig zu gelten.
Beim jährlichen Mitarbeitergespräch wurde dann vom Teamleiter (Supervisor) im Detail über Krankenstände gesprochen und eben gemeinsam mit dem Teamleiter in einer Liste erörtert, wie oft man im Krankenstand gewesen ist. Mich hat dabei sehr verwundert, wie viele Details von meinen Krankenständen in dieser Liste standen.
Dachte mehr als 2 wochen im Jahr sind nicht drinnen, ansonsten gibt es Postensperre, oder gar Versetzung bis hin zur Pensionierung.
Mobbing am Arbeitsplatz gibts doch gar nicht (nur feige Charaktere )
Re: Habe Jänner 09 genau aus diesen Gründen bei der ÖBB gekündigt! Teil1
also ich kann nur dass sagen, wie es bei uns war, aber wegen den feigen Charakteren, da möchte ich Sie sehen ob Sie sich über etwas nochmals beschweren, wenn Ihnen natürlich nicht offiziell unter vorgehaltener Hand gesagt wird:"Beim kommenden Durchrechnungszeitraum wirst du deine Augen ganz schön weit öffnen, haha!"
Denn da hatte ich aussnahmslos alle Schichten, die keiner Freiwillig fahren würde, beschweren Sie sich mal, dass Ihnen die Schichten nicht gefallen da bekommen die nur einen Grinser im Gesicht, ich war sogar bei Betriebsrat, der sagte nur, er kann keine Unregelmäßigkeiten sehen, die Schichten sind halt so!
Ob Sie es glauben oder nicht, auf diese Weise bekommen die jeden klein und zwar ganz legal und unter Einhaltung aller Gesetze!!!!!!
Außer der Pension mit 80 Prozent?
Sollte es noch Mitarbeiter geben, die nicht pragmatisiert sind, sollte man sich fragen, wieso sie nicht schon längst gekündigt wurden: Immerhinm ist jeder öBB-Mitarbeiter ein horrender VBerlust für den Steuerzahler!
Lasse wir doch mal schön die Kirche im Dorf und bleiben bei der Wahrheit:
1.) Es gibt keine EisenbahnBEAMTE!!!!! Eisenbahner WAREN Angestellte mit Definitivstellung (unkündbar).
Bis in die 70er nur jene die eisenbahnspezifische Berufe ausübten (Lokführer, Fahrdienstleiter, Verschieber, Zugbegleiter) danach (Hochkonjuktur) alle. Bis Schwarz/Blau. "Austria is to small for me"- Gorbach wollte dorthin wieder zurück. Haberzettel lehnte ab. "Es gibt keine zwei verschiedene Eisenbahner" (Gab es aber!!) Als ehemaliger Fahrdienstleiter, der Lokführer und Zugbegleiter noch nie gern mochte kein Problem. Ca. 10.000 Stimmen verprellt aber ca. 25.000 erhalten.
Toll für all jene ASVG- Bediensteden die diese Berufe jetzt ausüben und nach spätestens 3 Jahren für den freien Arbeitsmarkt unvermittelbar sind.
2.) Wenn schon, denn schon: Es WAREN max. 83% Pension von Letzgehalt (OHNE Abfertigung!!) Ausserdem hatten und HABEN Eisenbahner einen höheren Pensionsbeitrag zu leisten. De facto leisteten sie den gleichen Betrag in den Pensionstopf in 35 Jahren, wie ein ASVGler in 45 Jahren. Heute "dürfen" Definitivgestellte Eisenbahner (mit altersbedingter Einschweifung) wie jeder ASVGler 45+ 1,5 Jahre arbeiten. Auf die Herabsetzung des Pensionsbeitrages auf ASVG- Niveau wurde allerding "vergessen".
3.) Volkswirtschaftlich handeln (müssen) und Privatwirtschaflich agieren..... Das schafft KEINE Bahn der Welt.
Das der "kleine" Lokführer, Schaffner oder Fahrdienstleiter der am Weihnachtsabend irgendwo in der "Pampa" seinen Dienst verrichtet der große Verlustträger ist will ich nicht so recht glauben.
Da wiegen die Herrn Manager wie auch ein Hr. Nigl mit ihren Sonderverträgen und Prämien sicher mehr. Notfalls werden die ja dann auch eingeklagt (Huber). Oder man zahlt der Belegschaft einfach gewisse Zuschläge oder Posten nicht um die Zahlen und seine Prämien zu halten. Wird dann vor den Arbeit- und Sozialgericht geklagt und meist GEGEN die Bahn entschieden: (in den letzten Jahren, jährlich über 200!!! mal) Ist ja egal. Der Herr Manager hat dann schon lange seine Prämien (die er sicher nicht zurückzahlen muss sollten dadurch die Zahlen nicht gehalten haben), die Kosten für den Prozess zahlt die Bahn (meist 5-stellig)und Verantwortung trägt schon lang ein anderer, da selber schon in Pension oder höhere Position.
Das ist aber auch nur ein Märchen, dass jeder ÖBBler in Pension 80 Prozent Pension bekommt, ich habe einige erlebt, die zwar mit 56 in Pension gehen konnten, aber die hatten Abschläge der Sondergleichen!
Das jeder pragmatisierte Mitarbeiter dem Steuerzahler nur Geld kostet, kann für mich nur einer sagen, der es neidig ist.
Wie der Herr vormir schon geschrieben hat, nach 3 Jahren in diesem Job ist man Unvermittelbar und dann kostet man dem Steuerzahler noch viel viel mehr!!!!!!
Um ein derart totalitäres System zu schaffen bedarf es immer zweierlei. Erstens: Eine Führungspersönlichkeit die zu allem bereit ist. Zweitens: Ein willfähriges Umfeld in den nahgeordneten Chargen mit liebedienerischen, angepaßten und wahrscheinlich auch feigen Charakteren. Beides dürfte in den Führungszirkeln der ÖBB nicht zu selten anzutreffen sein. Hier erlaubt sich die Frage nach welchen Kriterien Führungskräfte rekrutiert wurden und werden. Soziale Kompetenz oder gar Anstand dürften nicht dazugehören. Das Nigl ein Bahnmanager war der, offenbar auch mit politischer Rückendeckung, sich um Gesetze nicht viel scherte scheint evident. Das Betriebsräte jahrelang dazu die Gosche hielten trug nicht dazu bei die Belegschaft zum Widerstand zu ermutigen.
Ich habe schon oben in meinem Teil 1 geantwortet, was passierte wenn man sich beschwerte.
Wenn man beim Betriebsrat war, dann wussten die das, denn der hat ja immer gehandelt und angerufen:" Hallo der Herr so und so hat sich gerade bei mir beschwert das dies oder das gewesen sei, stimmt das?"
Wie die obere Führungskräfte rekrutiert werden kann ich leider nicht sagen, aber bei den Teamleitern weiß ich dass, da sagt man beim Mitarbeitergespräch, man möchte z.B. Teamleiter werden. Dann wird geschaut wie es denn mit deinen Krankenständen aussieht, ob sich mal jemand über die Beschwert hat oder so und wenn man dann noch ein Paar Kollegen verpfiffen hat dann bekam man den Posten, der Witz an der Sache ist aber es gibt für die Funktion Teamleiter KEINE AUSBILDUNG, das ist man von auf einmal!!!!