Abtreibungsland Österreich: Wie Politik
und Kirche Prävention verhindern

Österreich zählt zu den Top-Abtreibungsländern in Europa – nach Russland und Rumänien. Grund: oft erschreckendes Unwissen aufgrund mangelnder Aufklärung, kein freier Zugang zu Verhütungsmitteln – und eine Geheimniskrämerei, die aus dem katholischen Background stammt.

Von Robert Buchacher

Sabine K., 38, hat fünfmal abgetrieben, das erste Mal mit 17. Es war jedes Mal „ein traumatisches Erlebnis“. Aktivisten vor der Abtreibungsambulanz am Wiener Fleischmarkt beschimpften sie als „Mörderin“, der Vorgang selbst war „unwürdig“. „Wie im Schlachthaus“, fügt eine ihrer Freundinnen hinzu, die vor 20 Jahren ebenfalls am Fleischmarkt abgetrieben hat. Damals war das Ambulatorium aufgrund seiner Quasimonopolstellung und des Abtreibungstourismus aus den Bundesländern stark überlastet. Es gab keine psychologische Betreuung, nur ein paar Erklärungen zur Verhütung. „80 Prozent der Frauen, die ich kenne, haben abgetrieben“, sagt die Freundin.

Österreich gehört mit seriös geschätzten 30.000 bis 40.000 Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr zu den Top-Abtreibungsländern in Europa – nach Russland und Rumänien, etwa gleichauf mit Ungarn und Bulgarien. Umgerechnet auf 1000 Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 44 Jahre), wie international üblich, kommt Russland auf 45, Rumänien auf 31, Bulgarien und Ungarn auf 22 Abtreibungen im Jahr. Österreich liegt mit jährlichen 17 bis 23 Aborten pro 1000 gebärfähige Frauen etwa am unteren Rand der ehemaligen Ostblockstaaten. Nahezu alle westeuropäischen Länder schneiden deutlich besser ab, mit den Spitzenreitern Schweiz (6,5), Deutschland (8), Belgien (8), und Niederlande (8,5).

Da Abtreibungen in Österreich nicht meldepflichtig sind und auch nicht von der Kasse bezahlt werden, existieren keine amtlichen Zahlen. Die Experten sind daher auf Schätzungen angewiesen, die mal seriöser, mal weniger seriös sein können. Genannt wurden Zahlen zwischen 16.000 und 100.000. Aber die seriöseste Schätzung, die auch von anderen in dem Bereich tätigen Medizinern für realistisch gehalten wird, stammt von dem Wiener Gynäkologen Christian Fiala, Ärztlicher Leiter der Abtreibungsklinik Gynmed am äußeren Mariahilfer Gürtel. Er kennt die Situation in Österreich wie kaum ein anderer.

Fiala hat nicht nur eine Ausbildung zum Allgemeinmediziner und ein Fachstudium der Frauenheilkunde und Geburtshilfe absolviert, sondern zusätzlich in Schweden ein Doktoratsstudium speziell zum Thema Schwangerschaftsabbruch. Seit 25 Jahren sammelt er im In- und Ausland Daten, besucht Kongresse und diskutiert mit Experten in verschiedenen Ländern. Er verfügt über ein umfassendes Archiv zum Thema, einschließlich zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.

Sein Befund: „In Österreich gibt es im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viel zu viele Abtreibungen.“ Wesentlicher Grund laut Fiala: zu wenig bis gar keine Prävention. Dazu gehöre ein offener Umgang mit dem Thema, umfassende Sexualaufklärung, Verhütungskurse in den Schulen, Verhütungsmittel und Abtreibung auf Kassenkosten. „In Ländern wie der Schweiz, Holland, Belgien, Deutschland oder Finnland, wo solche Maßnahmen selbstverständlich sind, gibt es viel weniger Abtreibungen als in Österreich“, sagt Fiala.

Und er sagt noch etwas anderes, Provokantes: „Die katholische Kirche fördert indirekt Abtreibungen, indem sie die Prävention verhindert.“ Fiala hat dafür ein konkretes Beispiel parat. Er betreibt am Standort seines Ambulatoriums auch ein Verhütungsmuseum, das aufgeschlossene Lehrer im Rahmen des Sexualkundeunterrichts mit ihren Schulklassen besuchen können. Allein im vergangenen Juni zählte die Ausstellung 32 Schulklassen. Einmal wagte eine Lehrerin der katholischen Privatschule Sacre Coer in Pressbaum bei Wien, mit ihren Schülern das Museum zu besuchen. Es gab einen Skandal. Seither kommen keine Schüler aus katholischen Privatschulen mehr.

Geschlechtsverkehr. Was hätten die Jugendlichen Verbotenes sehen können? Die Magnetresonanz-Aufnahme eines Geschlechtsverkehrs, ein medizindiagnostisches Filmchen. Darüber hinaus sehr viel Lehrreiches: Anhand von Schaubildern, Texten und ausgestellten Gegenständen führt das Museum durch die Geschichte der Verhütung und der Abtreibung. Unter anderem zeigt es ­einen Küchentisch im Stil der fünfziger Jahre, darauf eine Stricknadel, um zu veranschaulichen, unter welchen Bedingungen illegale Abtreibungen vor der Fristenlösung vielfach stattgefunden haben und wahrscheinlich heute noch in vielen Ländern stattfinden. Und es zeigt die Kopie eines Dokuments, ausgestellt am 8. Dezember 1944 in Berlin, das die Hinrichtung einer „Engelmacherin“ in Wien genehmigte.

Fördert die Kirche durch ihren restriktiven Umgang mit der Sexualität tatsächlich Abtreibungen, wie Fiala meint? Dass hierzulande nach wie vor viele Menschen Probleme haben, mit Fragen der Sexualität oder etwa Verhütung offen umzugehen, wurzelt zweifellos im katholischen Background des Landes. Aber liberalere Strömungen gab und gibt es auch in der Kirche. 1968 versuchten die österreichischen Bischöfe unter Kardinal Franz König, den Verbotspassus über den Gebrauch der Pille in der päpstlichen Enzyklika „Humanae vitae“ aufzuweichen. In ihrer „Mariatroster Erklärung“ bauten sie ein Hintertürchen ein, auch um Spielraum für die pastorale Vermittlung der Bestimmung zu gewinnen. 20 Jahre später, im März 1988, veröffentlichten die Bischöfe unter Kardinal Hans Hermann Groer anlässlich des bevorstehenden Besuchs von Papst Johannes Paul II. einen deutlichen Widerruf der Mariatroster Erklärung. Zu den entschiedensten Korrektoren gehörte übrigens Kurt Krenn, damals Weihbischof in Wien.

Der Vorgang zeigt, dass manche Amtsträger mit der Absolutheit, mit der Rom jegliche künstliche Verhütung ablehnt, ihre Not haben. Möglicherweise stellt sich auch für sie die Frage, was in der Praxis zielführender ist: durch verbesserte Prävention die Abtreibungsziffern zu senken oder unter dem Dogma vom Schutz des Lebens ohne Wenn und Aber mehr Abtreibungen in Kauf zu nehmen. Dieser Gegensatz zwischen katholischen Realos und katholischen Fundis schwelt bis heute. Die Amtskirche steht freilich auf dem Boden der päpstlichen Enzykliken, die den absoluten Schutz des menschlichen Lebens ebenso fordern wie das Verbot künstlicher Verhütung. Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn formuliert es nur nicht so radikal wie der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, dessen Vergleich von Abtreibungen mit dem Holocaust den BZÖ-Nationalratsabgeordneten Ewald Stadler Anfang September zur Nachahmung animierte.

Doch in vielen Pfarren und in katholischen Laienorganisationen herrscht nicht mehr der strafende, sondern der verständnisvolle, helfende Gott. „Im Beichtstuhl wird kein Pfarrer mehr sagen, du darfst die Pille nicht nehmen“, erklärt der Innsbrucker Gynäkologe Georg Soier-Niederreiter.
So viel Realismus missfällt den katholischen Fundis, die etwa der Caritas vorwerfen, sie unterstütze Frauen bei Abtreibungen. Die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Margit Hauft, trete aktiv für die Fristenlösung ein, behauptet beispielsweise der pensionierte Psychologe Josef Preßlmayer, der seit Wochen vor der Apostolischen Nuntiatur in der Wiener Theresianumgasse demonstriert, um durch Hungerstreiks, Schautafeln und Plastikembryos auf die von ihm behaupteten Umstände aufmerksam zu machen.

Es sind die gleichen Utensilien, wie sie radikale Abtreibungsgegner vor den einschlägigen Kliniken verwenden. Auf gewollt verstörende Weise attackieren sie Frauen, welche die Institute aufsuchen, mit Rufen wie „Mörderin“ oder „Töten ist Sünde“. Die pensionierte Wiener Schauspielerin Evelyn Frick, die das selbst einmal erlebt hat, sagt: „Es ist eh schon grauenhaft und wird noch grauenhafter durch die Belästigung.“ Aufgrund von Dauerprotesten radikaler Abtreibungsgegner musste eine Klinik im zweiten Wiener Gemeindebezirk bereits zusperren. Aber viel stärker als die verhältnismäßig kleine Schar von Demonstranten ist der Einfluss ihrer stillen Gesinnungsgenossen im Hintergrund. Sie sitzen in Parteien, Ministerien, Schulverwaltungen, Schulen, katholischen Organisationen und wirken auch beim Zustandekommen von Gesetzen mit.

Eklatantes Beispiel dafür ist die „Pille danach“, die in Österreich im Gegensatz zu fast allen westeuropäischen Ländern rezeptpflichtig ist. Der Oberste Sanitätsrat hatte die Frage Rezeptpflicht oder nicht im Jahr 2005 noch unter der ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat beraten. Zu diesem Zweck eingeholte Expertengutachten sprachen sich für die Freigabe aus. Begründung: Das Medikament sei keine Abtreibungspille, der Wirkstoff ungefährlich, daher sei die rezeptfreie Abgabe in Apotheken aus medizinischer Sicht vertretbar, vor allem, weil es oft um Notfälle zur Nachtzeit oder am Wochenende gehe.

Geschlechtshormon. Die Pille danach enthält das weibliche Geschlechtshormon Gestagen in geringer Dosierung, das nach neueren Untersuchungen bei rechtzeitiger postkoitaler Einnahme nur den Eisprung verhindert. Früher nahm man an, es verhindere auch die Einnistung eines bereits befruchteten Eies, womit breite katholische Kreise ein Problem haben, darunter auch die in Verhütungsfragen aufgeschlossene „Aktion Leben“, weil sie darin eine Abtreibung erkennen. Das konnte nicht ohne Auswirkungen auf das ÖVP-geführte Gesundheitsministerium bleiben. Der Vertreter des Ministeriums im Obersten Sanitätsrat, Sektionschef Robert Schlögel, sprach sich auch prompt gegen die Freigabe aus. Nachdem klar war, dass die Rezeptfreiheit für die ÖVP politisch nicht durchsetzbar war, fand der Oberste Sanitätsrat unter seinem Vorsitzenden, dem Chirurgen Ernst Wolner, eine salomonische Lösung.

Es existiert nämlich im österreichischen Apothekengesetz ein Notfallparagraf, der bestimmt, dass Apotheker bei Gefahr in Verzug rezeptpflichtige Medikamente auch ohne Vorlage einer ärztlichen Verordnung abgeben dürfen. Über Wolners Intervention verfasste das Gesundheitsministerium ein Rundschreiben an die Apotheker, um auf den entsprechenden Passus hinzuweisen. „So haben wir die Sache politisch umschifft“, berichtet Wolner. Die Krux ist: In der Praxis funktioniert das oft nicht. Viele Apotheker weisen Frauen mit der Aufforderung ab, eine Spitalsambulanz aufzusuchen oder sich ein Rezept bei ihrem Arzt zu holen.
Für den Gynäkologen Christian Fiala ist dies ein unhaltbarer Zustand, weil nach seiner Ansicht nur ein freier Zugang zu Verhütungsmitteln, möglichst rund um die Uhr und ohne jede Hürde, also auf Kassenkosten, die Zahl ungewollter Schwangerschaften senken könne – und damit in der Folge die Zahl der Abtreibungen. Anne-Marie Rey, Schweizer Expertin für Schwangerschaftsabbruch und Vorkämpferin für die (erst 2002 in Kraft getretene) Fristenlösung in der Schweiz, verweist dagegen auf Länder, in denen das nicht so sein muss, wie etwa Schweden, wo die Abtreibungsrate trotz umfassender Prävention hoch ist (20 pro 1000 gebärfähige Frauen).
Fiala und andere Experten führen das auf die traditionell geringe Akzeptanz hormoneller Verhütungsmethoden in Schweden zurück. Auch andere Länder haben ihre Eigenheiten: Italien hat eine relativ niedrige ­Abtreibungsrate, allerdings bei hohen Dunkelziffern. Noch höher sind die Dunkelziffern im katholischen Irland. Jedenfalls verzeichnen England und Wales jährlich 7000 Aborte, die an Abtreibungstouristinnen aus Irland vorgenommen werden. Der Villacher Gynäkologe Dietmar Pacher hält nicht nur Fialas Argumente für zutreffend, sondern auch dessen Zahlenschätzung für durchaus realistisch: „Fiala hat die meiste Erfahrung.“

Pacher gehört zu jenen Gynäkologen, die kein Hehl daraus machen, dass sie auch Schwangerschaftsabbrüche durchführen. „Aber es gibt viele, die es nicht offiziell machen, und daher eine hohe Dunkelziffer“, sagt der Frauenarzt. Etliche Gynäkologen würden ihre Abtreibungspraxis auf ihre angestammte Klientel beschränken, auch weil es oft um besondere Verschwiegenheit geht. „Die Frau geht fremd, der Mann darf nix wissen“, sagt Pacher. Aber es gibt offenbar noch einen anderen Grund, warum Gynäkologen ihre Abtreibungspraxis im Geheimen betreiben: „Immer wieder höre ich von Frauen, dass sie keine Quittung bekommen, möglicherweise aus steuerlichen Gründen“, berichtet Sylvia Groth, Geschäftsführerin des Grazer Frauengesundheitszentrums.

Mangelnde Information. Wie Fiala fordert auch Groth eine kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln und wie in vielen anderen Ländern die rezeptfreie Abgabe der Pille danach. Und für ebenso wichtig hält sie eine offene und umfassende Information, „denn wenn Frauen und Mädchen nicht ausreichend informiert sind, kommt Leid zustande“, sagt Groth. Aber genau diese offene ­Information gebe es nicht. Als das Grazer Frauengesundheitszentrum in Zusammenarbeit mit dem Frauenreferat der Stadt Graz Material für seine mittlerweile fertig gestellte Broschüre „Ungewollt schwanger“ sammeln wollte, stießen die Rechercheure auf Schwierigkeiten: Auf der Website der steiermärkischen Krankenhausholding KAGES existiert der Begriff „Schwangerschaftsabbruch“ nicht, insgesamt fand das Team nur zwei Gynäkologen, die im Zusammenhang mit Abtreibung in dem Heft aufscheinen wollten. „Es gibt starke Tendenzen, alles unter der Decke zu halten. So wird es Frauen schwer gemacht, ihren Weg zu wählen, mit oder ohne Kind oder weiteres Kind. Das ist aber ihr Recht“, sagt Groth.

In den meisten öffentlichen Spitälern werden keine Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen, selbst in Wien wird der Zustrom auf besondere Weise gebremst. Um ihre begrenzten Ressourcen zu schonen, ­verlangen jene vier Wiener Spitäler, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen (SMZ Süd, Rudolfstiftung, Krankenhaus Hietzing und Semmelweis-Klinik), von abtreibungswilligen Frauen eine Beratungsbescheinigung von einer Familienberatungsstelle als Vorbedingung für den Eingriff. „Das eigentliche Problem ist, dass wir mit der Fristenlösung einen liberalen Paragrafen haben, aber wenig Möglichkeiten der Durchführung“, sagt Mariam Irene Tazi-Preve, Politologin an der Universität Wien. „Bei uns ist das ein bisschen wie ein illegaler Zustand.“

Musterland. Die Schweiz, welche die Fristenlösung erst nach einer Volksabstimmung im Jahr 2002 eingeführt hat, ist in dieser Hinsicht sehr viel weiter. Sie gilt heute unter Experten als Musterbeispiel für einen Staat, dem es durch umfassende Maßnahmen gelungen ist, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche nachhaltig zu senken. Mit einer Abtreibungsquote von 6,5 pro 1000 Frauen im gebärfähigen Alter (Österreich laut Fiala: 17 bis 23) verzeichnen die Eidgenossen eine der niedrigsten Abortraten der Welt und haben damit den langjährigen Spitzenreiter Niederlande abgelöst.

Dort ist die Zahl der Abtreibungen in den vergangenen zehn Jahren wieder leicht gestiegen, vorwiegend aufgrund zahlreicher Einwanderer. Auch die Schweiz verzeichnet bei Einwanderern drei- bis fünfmal so hohe Abtreibungsraten wie bei gebürtigen Schweizern. Anne-Marie Rey von der Arbeitsgruppe von Fachleuten im Bereich Schwangerschaftsabbruch und Kontrazeption (APAC-Suisse) führt den Spitzenplatz der Schweiz auf einen weitgehend offenen Umgang mit dem Problem zurück. Die Aufklärung in den Schulen wird vielfach von eigens geschulten Sexualpädagogen durchgeführt und auch in Frauen- und Jugendzeitschriften thematisiert. Schwangerschaftsabbrüche werden vorwiegend in Spitälern und auf Kassenkosten vorgenommen, „nur die Verhütung gibt es außer für Sozialhilfeempfänger leider nicht auf Kasse“, sagt Rey. In den Niederlanden hingegen werden auch Verhütungsmittel von der Kasse bezahlt.

Verhütung. Auch in Deutschland, wo die Abtreibungsrate kaum halb so hoch ist wie in Österreich, werden Verhütungsmittel wie die Pille oder das so genannte Implanon bis zum 20. Lebensjahr von der Kasse bezahlt. Das Implanon ist ein mit Hormonen angereichertes dünnes Plastikstäbchen, das unter die Haut implantiert wird. Es verhütet für die Dauer von drei Jahren zuverlässig eine Schwangerschaft. Abtreibungen sind wie in den meisten europäischen Ländern meldepflichtig, die Kosten werden von den Sozialämtern übernommen, wenn das eigene Nettoeinkommen der Frau unter 1000 Euro liegt. In norwegischen Schulen werden Verhütungsmittel gratis verteilt.

In Österreich scheint das noch immer undenkbar. Umfassende Sexualaufklärung betreiben nur wenige engagierte Biologielehrer, in AHS eher als in Hauptschulen. Bettina Weidinger vom Österreichischen Institut für Sexualpädagogik berichtet von einer Fülle von Sexualmythen, die unter Jugendlichen kursieren. So etwa, dass man beim ersten Mal nicht schwanger werden könne oder dass das Urinieren nach dem Verkehr die Samenfäden wieder aus der Scheide spüle. „Die Unwissenheit von Jugendlichen ist erschreckend“, konstatiert auch der Villacher Gynäkologe Pacher.

Entsprechend oft kommt es zu ungewollten Schwangerschaften. Zumeist geht es um Verhütungsunfälle vielfältiger Art: die Pille nicht vertragen, auf die Einnahme vergessen; trotz Kondom schwanger geworden; dem Gynäkologen vertraut, der sagte, dass keine natürlich herbeigeführte Schwangerschaft möglich sei. Jede Erzählung ist anders. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: dass sich die meisten Männer abputzten, dass ­alles an der Frau hängen bleibe; dass, wer abgetrieben hat, bis heute unter Schuldgefühlen leide, etwas Abgründiges, Böses getan zu haben. Im Leben vieler Frauen war Sexualität stets von Heimlichkeit, Verstecken und Schweigen umhüllt, „viele trauen sich bis heute nicht, ein Kondom zu kaufen“, sagt K.’s Freundin.

Und das Schweigen dauert an: Nur nicht aufrütteln, lautet die Devise. Nach einer kurzen Aufwallung anlässlich der 30-Jahr-Feier der Abtreibungsklinik am Fleischmarkt Anfang September zeigen weder Parteien noch Kirchenvertreter ein gesteigertes ­Interesse, darüber zu reden. Das Thema ­Abtreibung soll dort bleiben, wo es offenbar hingehört: unter dem Mantel des Schweigens.

Mitarbeit: Tina Goebel

26.9.2009 14:17
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derpradler, 06. 10. '09 19:44
Wer weiß,
wenn man heute jung wäre, ob man die nicht auch abtreiben würde. Wo sind denn die Perspektiven für die Jungen?........50m² mit 2 Kindern, wenn es hoch hergeht, von der Schule, Uni direkt in die Arbeitslosigkeit . Arbeitslose Lehrer..Akademiker als Tellerwäscher auf Schihütten.......natürlich der/die Artikelschreiber(in) ist von dieser Realität ja weit entfernt!
fred.fido, 03. 10. '09 18:28
Leider lockt das thema häufig seltsame aus ihrem sumpf.
Und das ist schade.
Die tatsächliche anzahl der abtreibungen ist unbekannt aber schätzungen von 100.000 scheitern einfach an der realität. 100.000 sind deutlich mehr als die gesamtanzahl der geburten pro jahr vor der aufhebung des §144.

Richtig ist, und liegt auch der schwerpunkt des artikels, dass wir sehr viel offener mit sexualität und schwangerschaft umgehen müssen, wenn die zahl der abtreibungen gesenkt werden soll.

Und das wollen doch alle, oder?
Preßlmayer, 02. 10. '09 11:12
"Wir wissen doch, daß Verhütung nicht funktioniert", "Profil" weiß es nicht!
Der sexkranken Frau Furedi – die ihren armen Sohn zu einem verantwortungslosen und im Kindermord endenden Sex-Sklaventum verführen will – ist immerhin für ihr offenes Wort zu danken.

Damit hat sie das Ammenmärchen der Kinderabtreiber, daß massive Verhütung bei häufigen Sexualkontakten zu weniger Abtreibungen führen würden, endgültig liquidiert.

Doch "Profil" und die anderen Verhütungs-Propagandisten kolportieren weiter das, was die Kassen der Baby-Schlächter füllt und die Herzen der Frauen leert und tötet:

Die Ermordung ihres Kindes!
Preßlmayer, 02. 10. '09 11:02
Furedi: "Es wird mehr Abtreibungen geben wenn mehr Frauen Spaß beim Sex haben"
Abtreibungs-Bonze Fiala wird nicht dümmer sein als Frau Furedi. Auch er wird wissen, daß mehr sexuelle Zügellosigkeit zu mehr Kinderabtreibungen führt, weil Verhütung „nicht funktioniert“.

Ende des Ammenmärchens
Er würde die Verhütung auch nicht propagieren, um sein eigenes blutiges Geschäft zu schädigen – im Gegenteil: Je mehr Verhütung desto mehr Geld für den Kinderschlächter.

Trotzdem bedient sich Kinderschlächter Fiala unablässig der Masche, daß Verhütung Kinderbtreibungen verhindert.

Den Schulen drängt er sich erfolgreich auf, sein „Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch“ zu besuchen. Dort wird die Abtreibung völlig einseitig schöngefärbt. Deren furchtbare Folgen bleiben ungenannt.
Preßlmayer, 02. 10. '09 10:50
Babymassenmörderin Furedi: "Wir wissen doch, daß Verhütung nicht funktioniert"
„Verhütung funktioniert nicht!“ wissen Abtreiber und propagieren sie!

Das oft von Abtreibern wie dem FIAPAC-Präsidenten und Wiener Kinderabtreiber Christian Fiala vorgeschobene Argument, daß forcierte Verhütung Abtreibungen vermeiden würde, vernichtete die Abtreiberin Ann Furedi.

Frau Furedi ist Geschäftsführerin des größten britischen Abtreibungsunternehmens „British Pregnancy Advisory Service“.

Sie bekannte beim Kongreß nach Angaben der katholischen Zeitung ‘Tagespost’ folgendes:

„Mein Sohn soll in einer Welt leben, in der er so viel Spaß mit Sex haben kann, wie er will. Wir wissen doch, daß Verhütung nicht funktioniert. Wir brauchen Abtreibung als Sicherungssystem. Es wird mehr Abtreibungen geben, wenn mehr Frauen Spaß beim Sex haben – und das ist doch nicht schlecht.“
Kirchmair, 01. 10. '09 22:22
Österr. Regierung ist Hauptpartnerin für engl. Kinderabtreibungsimperium MSI
PS: Einige Hinweise zu öffentlich zugängigen Quellen:
- Fleischmarkt-Klinik http://www.prowoman.at/
- Marie Stopes Int. http://www.mariestopes.org/Home.aspx
- Major Partner von MSI http://www.mariestopes.org/Countries_we_work_in/Countries/Austria.aspx
- CV M. Stopes http://en.wikipedia.org/wiki/Marie_Stopes
- Buch „Geschäft Abtr€ibung“ von Alexandra Maria Linder, ‘St. Ulrich Verlag’ Augsburg, 2009
Kirchmair, 01. 10. '09 22:13
Österr. Regierung ist Hauptpartnerin für engl. Kinderabtreibungsimperium MSI
Die Gründerin und Frauenrechtlerin Marie Stopes (1880-1958) hat eindeutig antisemitische und nationalsozialistische Wurzeln. Sie bewunderte Hitler, schickte ihm Liebesgedichte und nahm persönlich an der Nazi-„Bevölkerungs“-Konferenz 1935 in Berlin teil. Weiters war sie – neben ihren Nazis-Sympathien – Eugenikerin. Als Rassistin und Antisemitin setzte sie sich vehement für eine selektive Fortpflanzung zur Gewährleistung von Rassenreinheit ein und forderte für Kranke, Trinker und alle Menschen mit schlechtem Charakter Zwangssterilisation.

Abtreibungsland Österreich ! Ja wundert es noch jemand, wenn auch unsere Bundesregierung aus SPÖVP "Förderungen" für Kindesabtreibungen vergibt und dabei eng mit einer rassistischen Organisation zusammenarbeitet ?
Kirchmair, 01. 10. '09 22:07
Österr. Regierung ist Hauptpartnerin für engl. Kinderabtreibungsimperium MSI
Nicht nur die Stadt Wien, auch die Bundesregierung ist lt. Angaben von Marie Stopes Int'l (MSI), einem global agierenden Kinderabtreibungsimperium mit rassistischen Wurzeln, Hauptpartnerin in Österreich. MSI, Eigentümerin der Kinderabtreibungsklinik am Fleischmarkt, macht mit dem Töten kleiner Kinder gute Geschäfte und wird dafür aus Steuermitteln öffentlich geehrt und unterstützt.

MSI leitet von London aus ein "gemeinnütziges" Kinderabtreibungsimperium in 43 Ländern. Die Gewinne von MSI (2007 rd. 15 Mio €, in Ö 263 TS €) werden zur Expansion in der 3. Welt verwendet. Kindertötungskliniken machen ein doppeltes Geschäft: Lt. Medienberichten verdienen sie beim Töten der Kinder und beim Verkauf der Kinderleichen als menschl. Rohstoff an Pharma- u. Kosmetikfirmen (s. „Geschäft Abtr€ibung“).
schwarzweiß, 01. 10. '09 14:39
an preßlmayer
Sie gehören wohl zu jenen Leuten, die nach alter katholischer Ideologie Sex vor der Ehe am liebsten verbieten würden. Anders kann ich mir ihre Ausfälle nicht erklären. Wie in dem Artikel richtig dargestellt wird, ist die Abtreibungsrate umso geringer, je unverkrampfter und natürlicher mit dem Thema Sexualität in den Schulen umgegangen wird. Leute, die meinen, das alles sei des Teufels, dürfen sich über die hohen Abtreibungsraten nicht wundern. Denn Sex kann man nicht verbieten, es sei denn vielleicht in einer utopischen Diktatur wie in Orwells 1984. Möglicherweise wollen Sie und Ihresgleichen genau das?
Preßlmayer, 27. 09. '09 21:33
Die Abtreibung eines Kindes ist ein ebenso "gutes Ende" wie seine Geburt !
Das ist die Tötungsideologie des Dr. Fiala, die er anlässlich des Wiener FIAPAC-Kongresses äußerte.

Mit dieser grauenhaften, jede menschliche Regung pervertierenden Zukunftsvision der Lohn-Henker-Zunft werden Schulkinder indoktriniert, die Fialas "Tötungs"-Museum besuchen.

31 Schulklassen allein im vergangenen Juni!

Die Kinder werden dort zum verantwortungslosen Gebrauch ihrer Geschlechtsfunktion verführt!

Schon das Logo des Museums, ein küssendes Paar vor einem Strahlenkranz von Abtreibungsinstrumenten gibt dieses, zum Töten bereite Lust-Prinzip wieder.

Seit 35 Jahren dürfen Abtreiber die gesetzliche "Beratung" durchführen, für die es zudem keinerlei Kriterien gibt!

"Profil" produziert Verhütungsgeschwätz, ohne den Kern zu treffen.

Verhütung bringt Abtreibung!
eulenauge, 29. 09. '09 16:23
Re: Die Abtreibung eines Kindes ist ein ebenso
Was, bitte, soll man abtreiben, wenn verhütet worden ist?
Gregorsalz, 27. 09. '09 20:03
Leben retten, nicht töten!
Endlich ein ausführlicher Artikel in einem renommierten Magazin, ... leider aber nicht ausführlich und seriös genug recherchiert.

Allein durch eine Recherche im Internet kann man den Wahrheitsgehalt der konjunktivisch ausgedrückten "Behauptungen" sicherstellen. Eine kurze Anfrage bei der Caritas bzw. der Kath. Frauenbewegung hätte genügt, oder?

Interessant ist auch der Umgang mit dem Begriff "Mörderin". Abtreibung ist doch eine Form von Kindsmord. Ob Stricknadel oder Saugrohr, ob Küchentisch oder Gyn-Stuhl, es handelt sich um die Tötung eines Kindes. Tötung aus niederträchtigen Beweggründen ist Mord.

Meines Wissens (www.gloria.tv, Stichwort Fiala) werden nicht Lebensschützer ausfällig, sondern z.B. die skurrile "Theatergruppe" von Dr. Fiala, VSStÖ und SJ.
eulenauge, 29. 09. '09 16:26
Re: Leben retten, nicht töten!
Und Abtreibung als "Mord" zu bezeichnen, ist nicht "ausfällig"?

Und: Bei den Hexenverbrennern würd' ich auch nicht "recherchieren".
thesi52, 30. 09. '09 16:41
Re: Leben retten, nicht töten!
mit ihrer qellenangabe diskreditieren sie sich selbst. wer sich so einseitig informiert, sollte dies auch nicht noch stolz kundtun
moldawischer Sender, aus dem Impressum: Gloria.tv ist ein Internet-Portal für Katholiken und Internet-Nutzer[...] [...] Ausrichtung orientiert sich streng an der katholischen Lehre.
[...]Für die Wahrung, Förderung und Ausbreitung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens[...]
Preßlmayer, 26. 09. '09 21:09
Hymne auf das, von den Sojwet-Atheisten eingeführte Verbrechen der Abtreibung!
Der Artikel ist höchst einseitig, fast nur kommerzielle Abtreiber und Befürworter der "Fristenlösung" kommen zu Wort.

Es gibt keine Beweise, dass Lebensschützer vor den Kliniken den Frauen "Mörderin" nachrufen!

Jeder Gehsteigberater, der vor der Klinik Dienst macht, wird geschult, begleitet und beobachtet.

Die wenigen Sekunden, die den Gehsteigberatern in der Regel bleiben, werden genützt, um das Herz der Frauen zu öffnen!

Mehr als 10.000 Babys und deren Mütter wurden von den Beratern vor der Klinik und im Lebenszentrum gerettet!

Warum wird der Embryo im Artikel als roter Klecks dargestellt?

In 40 Jahren werden in Österreich laut VID die Moslems die Mehrheit in der Bevölkerung unter 15 Jahren haben. Wenn diese erwachsen sind, wird die "Fristenlösung" abgeschafft!
Ecodata, 27. 09. '09 20:54
Re:Hymne auf das, von den Sojwet-Atheisten eingeführte Verbrechen der Abtreibung
"Gehsteigberater" ist mit Abstand der zynischste Begriff, der mir seit langer Zeit untergekommen ist.
Keine Frau geht leichtfertig abtreiben und das letzte was sie dann braucht, sind ein Haufen radikaler Aktivisten, die der Meinung, sie wüssten um die Situation der Frau so viel besser.
Aber ja, lassen sie uns die legale Abtreibung abschaffen, ist ja schrecklich, wenn Abtreibungen in hygienischen Räumen vom geschulten Fachpersonal durchgenommen werden, um das Leben der Frauen zu schützen.
Ich werde nie verstehen, wie Abtreibungsgegner ernsthaft der Meinung sein können, ein Verbot wäre etwas Gutes...
baghira7, 26. 09. '09 18:57
guter artikel!
und sehr notwendig, hoffentlich löst er die debatte aus, die immer wieder nur sehr kurz aufflammt, dann bleibt alles beim alten...aber es ist der verklemmte verschämte umgang mit sexualität, der eine hauptursache einer hohen abtreibungsrate ist, weil frau / mann ja auch nur dann verhüten kann, wenn frau / mann bescheid weiss und das kein tabuthema ist...
milomaki, 26. 09. '09 18:06
Wenn der Staat die Abtreibungskosten zahlt, warum soll das dann die
Abtreibungszahlen senken? Verstehe ich nicht.
Service


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statt suchen.

 

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