Kampusch exklusiv: Drei Mal geflohen und zwei Mal zurückgekehrt

2.1.2010, 16:50

Ludwig Adamovich wurde ohne Beweiswürdigung verurteilt. Tatsache ist: Kampusch ist drei Mal geflohen, aber zwei Mal von sich aus zu ihrem Entführer Priklopil zurückgekehrt.

Von Emil Bobi

Der 24. Dezember 2009 war ein besonderer Tag für die österreichische Justiz: Im Wiener Landesgericht fällte Richterin Birgit Schneider ein Urteil im Zusammenhang mit dem Entführungsfall Natascha Kampusch, einem der größten und nach wie vor rätselhaftesten Kriminalfälle der Zweiten Republik. Richterin Schneider verurteilte an diesem Tag nicht irgendjemanden, sondern den 77-jährigen Ludwig Adamovich, früher Präsident des Verfassungsgerichtshofs und zuletzt ehrenamtlich Vorsitzender der „Kampusch-Evaluierungskommission“, wegen übler Nachrede in erster Instanz zu 10.000 Euro Geldstrafe. Adamovich hatte in einem profil-Interview (29/09) sinngemäß gemeint, dass das, was Natascha Kampusch während ihrer Entführung erlebt habe, „allemal“ noch besser gewesen sein könnte als das, was das Kind davor zu Hause mitgemacht habe. Obwohl Adamovich im Ruf steht, überlegte Aussagen zu tätigen, hat sich das Gericht für den von Adamovich angebotenen Wahrheitsbeweis nicht interessiert, keine Zeugen zugelassen und nach kaum zwei Stunden einen Schuldspruch gefällt. Gefangenschaft und Elternhaus zu vergleichen sei absolut unzulässig.

Ludwig Adamovich zeigt sich im profil-Interview vom Urteil und von den darauf folgenden öffentlichen Beschimpfungen – unter anderem durch den früheren Kabinettschef des Justizministeriums, Roland Miklau – persönlich schwer getroffen und spricht von Rücktritt und einer „sehr starken Phalanx von Gegnern“.

Adamovichs Bemerkung, so gewagt sie auch klingen mag, basiert auf Ermittlungserkenntnissen, die teilweise im rund 150 Ordner umfassenden Kampusch-Akt 13 ST 62869/99y enthalten sind, der bereits drei Monate nach der Rückkehr Natascha Kampuschs im Jahr 2006 von der Staatsanwaltschaft geschlossen wurde. Weitere Erkenntnisse lieferten die neuerlichen Ermittlungen der Evaluierungskommission sowie die Recherchen des zuletzt mit der Causa neu betrauten Grazer Staatsanwalts Thomas Mühlbacher, der im Jänner seine Entscheidungen bekannt geben will. Beobachter rechnen damit, dass Ernst H., der offenbar einzige Freund von Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil, zumindest wegen Begünstigung angeklagt werden dürfte.

profil-Recherchen ergaben nun bislang unbekannte Ermittlungsdetails, die die Bemerkung von Ludwig Adamovich in einem anderen Licht erscheinen lassen. Das bemerkenswerteste: Natascha Kampusch ist nicht nur ein Mal – zuletzt – aus ihrer Gefangenschaft geflohen, sondern drei Mal. Zwei Mal ist sie allerdings nicht zu ihren Eltern, sondern jeweils am selben Tag noch von sich aus zu ihrem Entführer Wolfgang Priklopil zurückgekehrt.

Einmal rannte sie aus einer Wohnung ­davon, in der Priklopil Renovierungsarbeiten durchführte. Ein weiteres Mal floh sie vom Grundstück in Strasshof, wo sie acht Jahre lang versteckt worden war. Staatsanwalt Mühlbacher hat Natascha Kampusch in den vergangenen Monaten zweimal einvernommen. Kenner der neuen Ermittlungen berichten, dass Natascha Kampusch „vieles herunterspielt oder abstreitet“. Ihre zweimalige Rückkehr erkläre sie mit der „Macht“ Priklopils, die er über sie gehabt habe. Werde in der Einvernahme, so die profil-Informanten, etwas bestimmter nachgefragt, „macht sie ganz zu“. Das traumatisierte Entführungsopfer leide nach wie vor unter dem Selbstmord seines Entführers: „Darüber ist sie noch immer kein bisschen hinweggekommen.“
Ein Gutteil der Ermittler ist überzeugt, dass es nicht nur einen, sondern mehrere Mittäter gibt. Die Aussagen von Frau Kampusch stünden in Widerspruch zu Ermittlungsergebnissen. Und sie müsse einen triftigen Grund haben, an ihrer Version festzuhalten. Man könne aber ein Ver­brechensopfer in einer Einvernahme nicht „fester anpacken“ etwa durch Gegenüberstellungen.

Warum die Ermittler nun von der Mehrtäterschaft überzeugt sind, hat viele Gründe. Unter anderem hat Natascha Kampusch selbst nach ihrer Flucht zur Frage von Mittätern vor der Polizei nicht etwa gesagt, es gebe keine, oder sie wisse nichts, sondern „ich kenne keine Namen“. Nach der Entführung ging es, so die Ermittlungen, nicht ins vorbereitete „Verlies“, sondern in einen Wald, wo Priklopil telefonierte und Natascha „übergeben“ wollte, was nicht funktionierte, und er, Priklopil, als mutmaßlicher Auftragstäter auf seinem Opfer „sitzen geblieben“ sei. Dafür spreche auch die Tatsache, dass das „Verlies“ zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbereitet war. Davon leiten die Ermittler ab, dass die Unterbringung des Entführungsopfers im „Verlies“ nicht geplant war. Tatsache sei auch, dass Priklopil sein damals zehnjähriges Opfer dann gezwungen hat, an der Fertigstellung sowie beim Einrichten des unterirdischen Gefängnisses mitzuhelfen.

Indizien.
Von zwei weiteren Indizien, die auch Ludwig Adamovich bekannt gewesen sein dürften, berichtet der Privatdetektiv Walter Pöchhacker, der jahrelange, auch von der Polizei weitgehend anerkannte Recherchen zur Causa durchgeführt hat. Demnach habe sich Natascha Kampusch schon lange vor ihrer Entführung gewünscht, für immer bei ihrer gelegentlichen Betreuerin leben zu dürfen. In seinem Kampusch-Buch berichtet Pöchhacker über eine – von Kampusch nie dementierte – Begebenheit, deren Richtigkeit er im profil-Gespräch neuerlich bekräftigt: Natascha sei von einer Bekannten ihrer Mutter betreut worden, während ihre Mutter sich auf einer Paris-Reise befand. Beim Einkaufen habe Natascha ihre Betreuerin gefragt, ob sie etwas sagen dürfe, und dann gemeint, sie wünsche sich, dass das Flugzeug mit ihrer Mutter an Bord abstürzen möge, dann könne sie, Natascha, für immer bei ihrer Betreuerin leben. Als die Dame Natascha ermahnte, netter über ihre Mama zu reden, habe die Kleine geantwortet, sie könne ihr dann ja Blumen aufs Grab legen.

Pöchhacker erzählt von einer weiteren Episode, die sich zu Weihnachten 2006, also kurz nach Nataschas Rückkehr, bei einer Weihnachtsfeier im Haus ihres Vaters Ludwig Koch zugetragen haben soll. Pöchhacker sagt gegenüber profil, die jetzige Ehefrau Kochs, eine Ungarin, sei danach bei Pöchhacker im Büro gewesen und habe vor Zeugen erzählt, dass Natascha bei der Feier sehr bedrückt gewirkt habe und auf Nachfrage geantwortet habe, „nur der Wolfi (Priklopil, Anm.) war manchmal lieb zu mir“.

Dass nun Ludwig Adamovich von einer fast „positiven Beziehung“ zwischen Opfer und Täter und von Perioden spricht, „in denen das Verlies nicht im Vordergrund stand“, weil es nachweislich zahlreiche Ausflugsziele und andere an ein normales Leben erinnernde Tätigkeiten gibt, wird von seinen Ermittlern als „eindeutig richtig“ bezeichnet. Einer der Ermittler meint, alles, was Natascha Kampusch in Einvernahmen sage oder nicht sage, wirke vorbereitet: „Das Bild von acht Jahren in Ketten soll aufrechterhalten werden. Aber das war es einfach nicht.“

Möglicherweise sei ihr das von Dritten eingeredet worden, die fürchteten, man könne der österreichischen Öffentlichkeit die psychologisch komplizierte Entwicklung einer Beziehungsbildung zwischen Täter und Opfer nicht nachvollziehbar darstellen, ohne Gefahr zu laufen, dass das Opfer selbst zur Mittäterin gemacht werde. Kampusch hatte unmittelbar nach ihrer Flucht gegenüber der Polizei alle möglichen Details genannt, war dann tagelang „in der Hand“ von Beratern und Betreuern, die in ihrem Namen Stellungnahmen abgaben. Nicht einmal die Polizei hatte Zugang zu Frau Kampusch. Danach trat Kampusch anders auf, wirkte vorbereitet, redete wenig oder gar nicht, gab für größere Geldsummen Interviews, in denen sie ihre Version verbreitete.

Eine noch gewagtere Variante der Ermittler:
Sie könnte tatsächlich von möglichen Mittätern unter Druck gesetzt werden. Frau Kampusch war für profil nicht zu einer Stellungnahme erreichbar. Ernst H., der Freund Priklopils, befindet sich mittlerweile in einem Gestrüpp von Widersprüchen. Er war nach Nataschas Flucht von Priklopil angerufen worden und hatte ihn stundenlang durch die Gegend gefahren, bevor Priklopil sich vor einen Zug der Wiener Schnellbahn warf und dabei umkam. Die Ermittler sind überzeugt, dass H. zumindest Mitwisser ist: Er habe seine bisherigen Aussagen geändert und zugegeben, spätestens an diesem Nachmittag von Priklopil erfahren zu haben, dass sich Kampusch in seiner Gewalt befunden hatte und nun geflohen war. H. habe daher zumindest „Fluchthilfe“ geleistet. In einer ARD-Dokumentation, die demnächst ausgestrahlt werden soll, behauptet H., angeblich gegen 4000 Euro Honorar, noch immer tatsachenwidrig, Priklopil hätte ihm erklärt, wegen Alkohol am Steuer von der Polizei gesucht zu werden.

Abstruse Thesen.
Doch das sei nicht alles. Ein Fahnder: „Wäre Priklopil ein Einzeltäter, hätte er niemanden angerufen, sondern wäre etwa nach Tschechien abgehauen, und es wäre erledigt gewesen. Die Ehefrau von Herrn H., eine Serbin, hatte für Frau Kampusch zu deren 18. Geburtstag eine Torte in Form eines 18ers gebacken. Und da soll niemand eine Ahnung gehabt haben, für wen das war?“ Ermittler haben auch herausgefunden, dass Ernst H. zehn Tage nach der Entführung 500.000 Schilling auf das Konto Priklopils überwies. Weitere zehn Tage später wurde der Betrag über das Konto von Priklopils Mutter an H. zurücküberwiesen. H. behauptete zunächst, er hätte das Geld Priklopil für den Kauf eines Porsches geliehen. Seine neueste Version lautet: Er habe mithilfe Priklopils Schwarzgeld aus seiner Firma waschen wollen. Ermittler glauben ihm kein Wort.

Mittlerweile werden aber auch manche der verbreiteten Theorien zum Entführungsfall des Jahrhunderts dezidiert ausgeschlossen: Natascha Kampusch war nie mit Priklopil in der „Sado-Maso-Szene“ unterwegs, und es existieren auch keine entsprechenden Fotos. Es gibt keinerlei „hochstehende Persönlichkeiten“, die etwas mit dem Fall zu tun hätten, und Nataschas Mutter Brigitta Sirny hat den Entführer Wolfgang Priklopil tatsächlich nicht gekannt, wie von vielen behauptet wurde.

waldgaenger, 13. 01. '10 11:05
Priofilberichterstattung
Wenn das denn stimmte, Werturteile sind nicht mit Wahrheitsbeweisen belegbar, wenn das denn stimmte was Profil, schreibt träfe es ihn zu Recht, weil der Verfassungerichtshof hat unter dem Präsidenten Adamovich das Mediengesetz dahingehend , dass man über das Privatleben Prominenter nichts schreiben darf und dafür den Wahrheitsbeweis nicht erbringen darf, obwohl es gravierend gegen die Pressefreiheit verstößt, nie aufgehoben. Da wäre ihm sein Opportunismus auf den Kopf gefallen. Hat dieser akademische Großverkünder der Menschenrechte, sich jemals für diese konkret eingesetzt? Das einzige Mal, dass ich ihn kämpferisch gesehen habe, war gegenüber der ihm heillos unterlegenen Frau Sirny.
Buckminster, 10. 01. '10 21:37
Viele offenen Fragen:
Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass laut einem Medienbericht von höchster Stelle alles unternommen wurde, Ermittlungsfehler unter der Decke zu halten?

Wer ist diese höchste Stelle?

Warum wurde alles unternommen, Ermittlungsfehler unter der Decke zu halten?

Wie geht es im Fall Dr. Haidinger weiter, der "zu Fall gebracht" wurde?

Was ist zu tun, um "alles" zu wissen.

Jedenfalls sollte das Problem der Disziplinarverfahren gegen öffentlich Bedienstete - anhand des Falls Dr. Haidinger - und anderer Fällen öffentlich diskutiert werden.

Näheres: http://so-for-humanity.com2000.at
amaryllis.e, 10. 01. '10 20:45
Fragwürdige Quelle des Autors!
Worauf beruft sich Emil Bobi, wenn er behauptet, Fr. K. sei freiwillig zu ihrem Entführer zurückgekehrt? Es wurde doch in der Pressekonferenz erklärt, dass dem nicht so war. Welche Quellen hat also der Autor? Oder glaubt er, der Staatsanwalt in der Pressekonferenz habe Lügen verbreitet?
Zeitungsenten schaden vielleicht dem Autor, bestimmt jedoch viel mehr den betroffenen Menschen, die nocheinmal zum Opfer gemacht werden. Schade, ich hätte mir von Profil eine sachlichere Darstellung erwartet. Eine wirklich ekelige reißerische Überschrift mit einer höchstwahrscheinlich völlig erlogenen Behauptung.
Marius123, 09. 01. '10 18:57
Richtiges Urteil
Das Urteil gegen den Hrn. Adamovich gibt ein Stück des Glaubens an die Justiz wieder zurück. Zu behaupten, dass die Gefangenschaft "allemal besser war, als dass, was sie davor erlebt hat" zeugt von einer vollkommenen verdrehten und unrealistischen Sicht der Situation. So schlecht kann es ihr bei ihrer Mutter gar nicht gegangen sein, dass dies stimmen kann. Wer in diesem Punkt so offensichtlich daneben liegt wird auch bei den restlichen Behauptungen zu diesem Fall kaum richtig liegen. Das dies so ist, wurde ja auch durch die Einstellung der Ermittlungen zu diesem Fall bestägt.
Die Rechtfertigungen des Hrn. Adamovich im Interview -tenor "alle sind so böse zu mir" - kann man nur als jämmerlich bezeichnen. Der Hr. Adamovich ist ein Beweis dafür, dass Alter nicht automatisch zu Weisheit führt.
goldfischchen, 05. 03. '11 10:13
den glauben an die justiz, den sie grad zurückbekommen haben, können sie gleich
denn erstens:
adamovic ist heuer (wieder zu weihnachten, also von der öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt) von der nächsten instanz
f r e i g e s p r o c h e n
worden.
er ist also offiziell unschuldig.

zweitens, zur vergangenen und jetzt aufgehobenen verurteilung:

der prozess wurde auf den 24.12.2009 gelegt - ein termin, zu dem die öffentlichkeit mit weihnachtsbaum und glöckchengeklingel beschäftigt ist.

"unabhängige" richterin war die tochter des staatsanwaltes schneider, der lt. kommissionsbericht geschlampt hat...

sie hat adamovic
n i c h t
erlaubt,
den wahrheitsbeweis anzutreten-
genau das wollte er nämlich erreichen:
vertuschung verhindern (die untersuchungen der kommission wurden ja abgewürgt - siehe netz) durch offizielles vorlegen von wahrheitsbeweisen vor gericht
goldfischchen, 05. 03. '11 10:14
Re: Richtiges Urteil
ein jahr später wurde der alte herr rehabilitiert (das urteil war der justiz offenbar doch irgendwie allzu peinlich),
aber
w i e d e r o h n e e r l a u b n i s zur gerichtlichen vorlegung des wahrheitsbeweises.

kurz:
einfach so verurteilt,
einfach so wieder freigesprochen,
hauptsache die essenz (nämlich der wahrheitsbeweis) kam nie offiziell zur sprache.

noch kürzer:
die vertuscher haben gewonnen.


ps:
dem haidinger (auch ein aufrechter mensch, der wirklich an aufklärung interessiert war) wurde
der einblick in die ermittlungsakten und erstinterviews
von kampusch
schlicht von anfang an verweigert.
von seinen untergebenen.
mit immer neuen, fadenscheinigen begründungen.
auf weisung von noch weiter oben.
und trotz mehrmaliger deutlicher schriftlicher anforderungen seinerseits.
goldfischchen, 05. 03. '11 10:15
Re: Richtiges Urteil
3 teil

und:
er ist jetzt abgesägt,
sein untergebener aufgestiegen.

kotz.
würgl.
noch einmal kotz.
rosi102, 09. 01. '10 09:59
Ich glaubs sofort...
...daß es stimmt, was Herr Adamovich gesagt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich ein Mann mit derart umfassender Erfahrung zu einer öffentlichen Aussage hinreissen läßt, wenn sie nicht Hand und Fuß hat.
Nur hat er am größten Gebot hierzulande gerüttelt: Du sollst Mutter und Vater, speziell das Idealbild der heilen Familie, niemals anzweifeln.
wolfsgrau, 09. 01. '10 18:34
Re: Ich glaubs sofort...
...da pfliche ixch Ihnen bei, denn der Fall stinkt bis in den Himmel obwohl die Justiz behauptet der Akt ist geschlossen sie haben absolut nichts gefunden!

Aber dafür gibt es 4 unbescholtene Menschen die entweder vor Gericht landeten oder ihren hohen verantwortungsvollen Posten verlorden haben!

IINFORMATION & AUFKLÄRUNG
www.gegensexuellegewalt.at
Herr-Paul, 06. 01. '10 19:52
Heulsuse!
Also dieses Interview mit dem ehemaligen Herrn Hermelinträger und seine weinerliche "ich bin jetzt so arm und enttäuscht" Heulsuserei beweist eines ganz deutlich: Unter den Bedingungen der Frau Kampusch hätte dieses Weichei gerade mal eine Woche überlebt! Man mag zu Frau K. stehen wie man will, daß der Mister Höchstgericht aD nun seine vermeintliche Opferrolle ausladendst beklagt ist ja das allerletzte! Spürt sich auch nicht mehr, der arme Kerl mit gefühlten 7000 Euro Rente im Monat - wenns langt! Gebt dem armen Kerl doch einen Lutscher, vielleicht hilfts?
lenauer, 05. 01. '10 13:28
Richterin Tochter des leitenden Staatsanwaltes ?
Wenn darüber hinaus der unten geäusserte Verdacht zutrifft, ergibt sich folgendes Szenario:
1. in einem spektakulären Entführungsfall leitet ein Staatsanwalt die Ermiittlungen
2. noch Jahre nach dem Abschluss der Ermittlungsarbei halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Fehler und Pannen passiert sind
3. um diese Gerüchte ein für alle mal zu klären, wird eine Evaluierungskommission eingesetzt
4. diese bringt zu Tage, dass sehr wohl evaluierbare Fehler vorgefallen sind.
5. der Leiter dieser Evaluierungskommission wird wegen Ehrenbeleidigung des Entführungsopfers angeklagt
6. die Tochter des ermittlungsleitenden Staatsanwaltes wird im Gerichtsverfahren als Richterin bestellt.

Wenn so etwas in einem derart clamorösen Fall passiert, kann ich wirklich nicht mehr an Zufall glauben.
lenauer, 05. 01. '10 12:47
Opferschutz vs. Gemeingefährdung
M.E. liegt der Sinn der Evaluierungskommission unter Adamovich darin, herauszufinden, ob der nach dem Wiederauftauchen von Kampusch so hoch gehaltene Opferschutz nicht zu Lasten eines anderen rechtlich zu garantierenden Schutzes der Allgemeinheit gegangen ist, nämlich des Schutzes vor möglichen Mit- und/oder Beitragstätern, die sich ja gegebenenfalls noch auf freiem Fuss befinden und damit eine eminente Gefahr für andere junge Mädchen darstellen würden. Und darauf deuten etliche altbekannte Aussagen (Zeugin, die zwei Täter gesehen hat sowie Aussage von Priklopil "sie sind nicht gekommen") aber auch neue Fakten (H. hat spätestens nach dem letzten Gespräch mit Priklopil alles gewusst und H. hat bez. des Zwecks der Überweisung einer großen Geldsumme an Priklopil gelogen) hin.
IngridGoeschl, 06. 01. '10 09:56
Re: Opferschutz vs. Gemeingefährdung
Was immer wieder (absichtlich) bei der Diskussion ausgelassen wird: Dr. Adamovich hat nicht Frau Kampusch angegriffen, sondern ihr Elternhaus kritisiert.

Jetzt so zu tun als wäre nicht Frau Sirny Prozessgegnerin, sondern das entführte damalige Kind, ist grob unseriös.

Tatsache ist, dass zum Entführungszeitpunkt Fotos von Natascha Kampusch in den Zeitungen kursierten (z. B. das beinahe nackte Mädchen in Reitstiefeln mit einer Gerte in der Hand etc.), die von der Art der Aufnahme her sehr viel anders waren als unbedenkliche kindliche Aktfotos, die bald jemand hat.
IngridGoeschl, 06. 01. '10 09:56
Re: Opferschutz vs. Gemeingefährdung/2. Teil meines Postings
Auch dass die Überweisung von S 500.000,00 durch H., welche angeblich über das Konto der Mutter von Priklopil zurücküberwiesen wurden, erst zu einem Zeitpunkt näher untersucht wurde, als es schon seit Jahren diesbezügliche Verabredungen geben hätte können, ist nur sehr schwer nachvollziehbar.

Die Geschichte passt hinten und vorne nicht, und das macht niemand dem traumatisierten Opfer, dessen manchmal eigenartige Reaktionen auf Grund des Erlebten, des familiären Hintergrundes und der "BeraterInnen" nicht unverständlich sind, zum Vorwurf, sondern jenen, deren Pflicht es wäre, solche schwerwiegenden Verbrechen restlos aufzuklären und damit Kinder vor solchen Verbrechen zu schützen.
Bellonausa, 05. 01. '10 03:16
Herr H., Oesterreicher
Die Frau H. ist also Serbin. Ist ja interressant. Und der Herr H.? Warum erfahren wir nichts uber seine Staatsangehoerigkeit?
Justizinsider, 06. 01. '10 13:29
Re: Herr H., Oesterreicher
Sie sind in der Tat auf der richtigen Spur. Dann sich noch alle Fotos der Beratergruppe der NK anschauen und bei einer Person sollte es bei Ihnen klingeln. Wahrscheinlich alles nur Zufaelle.
strassifritz, 05. 01. '10 00:21
ohne Beweiswürdigung
Ich war (gottseidank) bei dieser Entführung und allem was sich nachher abgespielt hat nicht dabei. Das Mädchen war damals glaublich 8 Jahre alt. Es sit wohl nicht anzunehen, dass sie mit dem Entführer(n) gemeinsame Sache gemacht hat. Das später vielleicht das Stockholm Symdrom eine Rolle gespielt hat ist möglich.
Nur bitte eines gibt es nicht: ein Urtei ohne Beweiswürdigung... falsche Beweiswürdigung, kann sein, aber die ist ja nicht mit eiem Rechtsmittel bekämpfbar.
Also bitte, wenn schon alles so pedant hinterfragt wird, wenigstens bei den bekannten Tatsachen, da ist es ja nicht so schwer, auf Richtigkeit achten.
Danke
Strassegger
www.friedrich-strassegger.com
IngridGoeschl, 04. 01. '10 18:33
Wenn es wirklich stimmt, dass die Richterin im Verfahren gegen Adamovich
die Tochter der zum Zeitpunkt der Kampusch-Ermittlungen leitenden Wiener Staatsanwaltes ist, habe ich größte Bedenken hinsichtlich der Unbefangenheit.

Es geht nicht darum, das Opfer "anzuschwärzen", sondern um die Frage, ob die Ermittlungen ordnungsgemäß gelaufen sind bzw. wenigstens jetzt, soweit das überhaupt noch möglich ist, entsprechend ermittelt wird, und wer für die Fehler verantwortlich war.
puntbumper, 04. 01. '10 15:36
Adamovich
war sicherlich einer der brillantesten Juristen des Landes, aber er ist 78. Und offenbar nicht mehr ganz im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Wie sonst ist es erklärlich, dass so ein begnadeter Kopf allen Ernstes andeutet, es würde eine Verschwörung der Justiz gegen ihn geben. Eine Verschwörung deshalb, weil ihm der Wahrheitsbeweis dafür verwehrt wird, dass 8 Jahre Gefangenschaft mit all den schrecklichen ERlebnissen besser sein könnten als ein Leben mit der eigenen Familie. Eine Verschwörung, weil er für diese Behauptung dann auch noch verurteilt wurde. Er, der unfehlbare unantastbare Verfassungsrichter.

Was für eine unglaubliche Behauptung!!! Was für eine unglaubliche Verfehlung und was für ein unglaublicher Fehltritt in der Funktion die er (erschreckender Weise) immer noch inne hat.
Bellonausa, 05. 01. '10 03:18
Re: Adamovich
Also wenn der Arikel hier sachlich stimmt, dann verstehe ich Ihre Position nicht.
Selbst wenn es nicht angenehm ist, die Wahrheit muss man denn doch noch sagen duerfen, auch wenn man schon 78 ist.
Wie kann man jemandem den Wahrheitsbeweis verweigern und ihn dann verurteilen?
Mirabeau, 05. 01. '10 08:31
Re: @ Bellonausa
„Wie kann man jemandem den Wahrheitsbeweis verweigern und ihn dann verurteilen?“

Deshalb, weil Adamovic’s Aussage die Kindheit von Natascha K und ihr Familienleben mit ihren Eltern betraf.
Im § 112 StGB (Wahrheitsbeweis und Beweis des guten Glaubens)steht jedoch zu lesen:

“Über Tatsachen des Privat- oder Familienlebens .... sind der Wahrheitsbeweis und der Beweis des guten Glaubens NICHT zuzulassen.”

Die Richterin konnte also gar nicht anders entscheiden.
puntbumper, 05. 01. '10 08:55
Re: Adamovich
Aber nicht nur rechtlich ist der Wahrheitsbeweis unzulässig, sondern auch moralisch und logisch: Wie soll bitte ein zehnjähriges Kind bei einem Entführer der sie über Jahre festhält, ua über eine Woche auf Urlaub fährt und sie währenddessen und auch sonst allein in einem Verließ einsperrt, besser aufgehoben sein als bei seinen Eltern?? Ganz egal, wie diese Eltern das Kind behandelt haben. Diese Behauptung ist sowas von absurd, dass es einem den Magen umdreht, wenn man dann hört, derjenige, der so etwas behauptet, will auch noch den Wahrheitsbeweis antreten.

Die Aussagen von Adamovich aber auch seine unglaubliche fehlende Einsicht, dass er so etwas einfach in seiner Position nicht sagen darf sind erschütternd und disqualifizieren ihn für seinen Job!
Justizinsider, 06. 01. '10 13:39
Re: Die Gott-Vater im BMJ
Ich hab etwas Einblick in das Ressort und gemäß der Juristen-Phrase (es gibt zwei Klassen von Menschen: juristen und nicht-juristen) herrschen dort die GÖTTER. Die haben schon einige Firmen ins Grab gebracht. Und der Umgang des SC N.N. mit dem Präsidenten Jesionik bei der Schließung des Jugendgerichtshofs (siehe ORF) ist uns allen noch in trauriger Erinnerung. - Es überrascht schon, welche Fälle die vor zwei Gerichten in Folge verlieren. - Und die Chuzpe, mit der die argumentieren, bringt sogar die Europäische Kommission zur Weißglut. - Da hat der Adamovich vollkommen Recht: das BMJ war immer ein Staat im Staat und die gehen bis an alle legalen Grenzen. Das kann ich anhand diverser Fälle mit Fakten belegen. - Dagegen sind alle anderen Ressorts wahrlich Zniachterl.
Mirabeau, 04. 01. '10 06:57
Tatsache ist:
"Tatsache ist: Kampusch ist drei Mal geflohen, aber zwei Mal von sich aus zu ihrem Entführer Priklopil zurückgekehrt." meint Emil Bobi im Profil.

Vielleicht sollte man mit der Behauptung von Tatsachen doch etwas vorsichtiger umgehen.
Staatsanwalt Mühlbacher sagte dazu nämlich im ORF:

"Ich kann mir das nur so erklären, dass zu Beginn des Ermittlungsverfahrens in einem Internet-Chat derartige Behauptungen aufgetreten sind, von jemandem der sich als Natascha Kampusch ausgegeben hat. Da haben aber die Erhebungen ergeben, dass das reine Scharlatanerie war."

Wenn das so stimmt, hat Herr Bobi eine veritable journalistische "Brezn g'rissen, quasi eine Zeitungsente al Orange gebraten."
losgelöst, 03. 01. '10 17:45
journalistische Lauterkeit?
Es gibt keinen "Fall Kampusch". Es gibt einen "Entführungsfall" Kampusch.

Ihrem Artikel könnte man entnehmen, dass sich Kampusch, das 10 jährige Kind, mitschuldig machte, als es an seinem eigenen Verließ mitbaute (eh ganz freiwillig :-(

Lesen Sie die Kommentare von Fremdei und Co.
Es sind Journalisten mit ihrer unlauteren Schreibe die Opfer noch mehr zu Opfer machen.
Gibt es wirklich einen Menschen, der mit Frau Kampusch tauschen möchte?
Ihr gilt meine Hochachtung, mein Mitgefühl und mein Respekt.




TwitterFACEBOOKNewsletter Anmeldung
pixel