Peter Michael Lingens
Was folgt der Klima-Hysterie?
Ansichten eines Außenseiters zum Misserfolg von Kopenhagen: Vielleicht entpuppt er sich als Segen?
Mir liegt offenbar nichts an der Zukunft der Menschheit, denn ich bin weder verwundert noch entsetzt, dass in Kopenhagen so wenig herausgekommen ist. Nicht verwundert bin ich, weil auch Obama die USA nicht auf den Kopf stellen kann und weil es ausgeschlossen ist, Ländern wie Indien oder China, die sich endlich industrialisieren, CO2-Fesseln anzulegen.
Dass ich trotzdem nicht entsetzt bin, hängt mit meinen leisen Zweifeln an allen hysterisch vorgetragenen Bedrohungen der Menschheit zusammen. Experten haben schon computergestützt vorhergesagt, dass der Wald stirbt; dass wir einer Eiszeit entgegengehen; dass 2000 kein Erdöl mehr fließt; dass Aids Europa entvölkert; dass die Vogelgrippe ein Massensterben verursacht und dass wir dem Massensterben durch Schweinegrippe nur durch Massenimpfungen entgehen.
Die kürzlich publizierten E-Mails eines Forschungsleiters jener britischen Universität, die die Klimamessungen betreut, haben diese leise Skepsis nicht gerade gemindert. Angeblich hätte die Berücksichtigung der Daten, die er vernachlässigt wissen wollte, die Gesamtbilanz nicht verändert aber wer garantiert mir, dass es nur diesen einen Fall gab?
Ich hatte einmal Großexperimente zum Beweis des Hellsehens zu beurteilen. Sie ergaben, dass 20 Personen, die man zigtausende Male die Farbe verdeckter Spielkarten erraten ließ, signifikant häufiger Treffer landeten. Bis sich herausstellte, dass der Versuchsleiter den Versuch jeden Abend dann abgebrochen hatte, wenn ein Überhang richtiger Antworten vorlag. Der Versuch wurde wiederholt und wieder gab es mehr richtige Antworten. Bis sich herausstellte, dass die Antwort Richtig oder Falsch mit Schrägstrichen in zwei kleine Kästchen einzutragen war und dass es angesichts so vieler Kästchen immer wieder vorkam, dass ein Strich durch beide ging: Wenn man alle zweifelhaften Antworten den richtigen zuordnete, war Hellsehen bewiesen. Die Versuchsleiter wollten nicht schwindeln sie waren nur überzeugt, dass es Hellsehen gibt.
Klimamessungen laufen sicher ungleich seriöser ab aber auch hier werden unzählige Messdaten addiert, bei denen hinter dem Komma abgelesene Zahlen signifikanten Zuwachs bedingen können. Vor allem wenn Meteorologen ihre Ansicht verifizieren, nicht falsifizieren wollen. So ließen fünf der so genannten Klimapäpste die großen Wissenschaftszeitungen wissen, dass sie dort nicht mehr publizierten, wenn auch kritische Arbeiten zur Frage des Greenhouse-Effekts veröffentlicht würden. Ich möchte auch ihnen keine böse Absicht unterstellen: Sie sind nur zutiefst von ihrer Mission überzeugt das aber mindert meine Überzeugung von der Zuverlässigkeit ihrer Daten.
Trotzdem reichen auch meine bescheidenen Physikkenntnisse aus, um zu wissen, dass mehr CO2 in der Luft höhere Temperaturen bedeutet und dass die Industrialisierung den CO2-Gehalt deutlich erhöht hat. Aber wenn ich von den 2,8 Grad Erwärmung ausgehe, die die Mehrheit der Experten bis 2100 prophezeit, sehe ich die Katastrophe nicht so klar. Denn gemäß bisherigen Beobachtungen sind kaum die Höchst-, sondern vor allem die Winter- und Tiefsttemperaturen gestiegen. Zwar wurde nach einer Hitzeperiode in Spanien sofort hochgerechnet, wie viel mehr Hitzetote der Klimawandel verursachte aber von ihnen wären die eingesparten Kältetoten abzuziehen. Ähnlich ist es mit der Nahrung: Was in Afrika weniger wächst, müsste eigentlich in Sibirien mehr wachsen. Da die Hitze nicht so stark zunimmt, wie die Kälte abnimmt, könnte die Bilanz sogar in beiden Fällen eine positive sein.
Dass mehr Wärme mehr Eis schmelzen lässt, könnte in manchen Regionen die Trinkwasserversorgung befördern, und dass jetzt die Eisbären aussterben, ist ein Märchen: Sie haben sich seit 1960 von 5000 auf 25.000 Exemplare vermehrt, weil man den Abschuss besser kontrolliert.
Hysterie verleitet zu monokausalem Denken und lähmt das Augenmaß. So zählt zu den wenigen Ergebnissen von Kopenhagen, armen Staaten Afrikas Geld zur CO2-Minderung zu spendieren, obwohl diese Afrikaner nicht viel mehr CO2 produzieren als sie ausatmen. Sie brauchen Geld für Trinkwasser, für Malaria- und Aidsbekämpfung, nicht für CO2-Vermeidung. Ein hautnäheres Beispiel: Österreichs sehr moderne Papierindustrie erzeugt Papier mit vergleichsweise geringem Energieaufwand und CO2-Ausstoß. Sie kann bei verstärkten CO2-Auflagen nur massiv Emissionszertifikate zukaufen, die die Produktion entsprechend verteuern. Mit dem Erfolg, dass sie sich in Länder mit geringeren Auflagen verlagern wird, wo man das Papier dann unter weit höherem CO2-Ausstoß produziert.
CO2-Reduktion in großem Ausmaß ist nur in gegenseitigem Einvernehmen durchführbar, und Kopenhagen hat erwiesen, dass es dieses Einvernehmen nicht gibt. Man sollte sich den Kopf daher besser darüber zerbrechen, wie man den Klimawandel anders als durch CO2-Reduktion bekämpft: zum Beispiel indem man die Wolkenbildung oder die Reflexion des Meerwassers erhöht, wofür es seriöse Vorschläge gibt.
Und nicht zuletzt könnte es weit kostengünstiger sein, Dämme gegen die behaupteten Überflutungen zu bauen und Nahrung nach Afrika zu transportieren, als der Welt erfolglos Emissionsziele zu verschreiben.
Das Scheitern von Kopenhagen schafft eine Hysterie-Pause, die man zu kreativem Nachdenken nutzen sollte.
peter.lingens@profil.at
2.1.2010 16:02
Brandungsfels, 09. 01. '10 11:53
Ja ja, im Jahre 2100 ...
Was bei der ganzen Geschichte einfach unseriös und auch alles andere als sinnvoll ist: Es wird mit einer Erwärmung argumentiert, die im Jahre 2100 so und so viel betragen soll. Da denkt sich zu Recht jeder: Da gibt es mich und auch meine Kinder schon längst nicht mehr, außerdem, wer weiß, was bis dahin alles sonst noch passiert, was für Erfindungen gemacht werden, was für Krankheiten daherkommen etc.? Es lässt sich ja auch kein Raucher damit abschrecken, dass man sagt: In 30 Jahren kannst du Lungenkrebs bekommen. Bisher haben die Wissenschaftler mit ihren (Horror-)Prognosen allein schon deshalb geirrt, weil sie die Vorhersagezeiträume zu lange angesetzt haben. Wir wissen ja nicht einmal, was in den nächsten fünf Jahren passieren wird, nichts ist so instabil wie ein "Trend".
derpradler, 08. 01. '10 18:10
Die Klima-Lügen
Co2-Lüge
Treibhaus-Lüge
Erderwärmungslüge
warum das alles. Eines ist sicher die Atomindustrie möchte wieder Fuß fassen und da geht es um Milliarden. Die Finanzminister, die Pharmaindustrie, die Länder, die Gemeinden....sie alle haben erkannt, daß man mit dieser Panikmache viel, viel Geld verdienen kann und dabei noch als Retter der Menschheit gefeiert wird.
Es ist überhaupt nicht erwiesen, daß der Mensch an der Klimaveränderung irgend eine Schuld trägt. Daher wäre es Sache der Medien, die Wissenschaftler zu durchleuchten die für diese Panikmache stehen. Aber, was machen die Medien, sie stimmen mit ein und verarschen die Bevölkerung aufs Gröbste!
Decius, 06. 01. '10 06:44
Waldsterben
Ozonloch, Vogelgrippe sind nicht eingetroffen. Aber nicht weil die bösen Anführungszeichen-Experten-Anführungszeichen sich geirrt hätten, sondern ganz einfach weil wir was getan haben. Wieviel FCKW stößt Ihr Kühlschrank noch aus? Wieviel Stickoxide Ihr Auto? Tut der Kat irgendwem finanziell weh? Wann war der letzte saure Regen in Wien?
In Linz kann man dank dieser "Hysterie" seit 20 Jahren eine saubere Luft atmen und das Ozonloch wächst endlich nicht mehr weiter. Der Wald stirbt nur noch an "Jahrhundertstürmen" (die seltsamerweise alle 2-3 Jahre auftreten) und Borkenkäfer (weil der Winter seltsamerweise jedes Jahr zu warm ist um diese zu dezimieren), was beides - noch - nicht die Aufforstungsprogramme in Österreich aufwiegt.
Decius, 06. 01. '10 06:45
Re: Waldsterben (Teil 2)
Ach ja:
2006 wurde übrigens der berühmte "Peak-Oil" überschritten und wird wohl weiterhin unser höchster Fördermengenpunkt bleiben sollte Öl nicht um 200 % teurer werden als zum Preishöhepunkt 2008 (und damit viele Lagerstätten wirtschaftlich werden). Öl ging zwar nicht 2000 aus, aber seitdem geht es nur noch bergab mit der Fördermenge - der Verbrauch dagegen steigt steil an (dank Indien, China)
felk, 06. 01. '10 01:12
Solange...
... man mit Sonnenenergie Strom erzeugen und damit Klimaanlagen betreiben kann und Meerwasser entsalzen kann, stirbt die Menschheit nicht aus.
domenico, 04. 01. '10 21:03
Worst Case
Nun wenn die Chance das sie durch einen Park wandernd ausgeraubt werden nur 5% beträgt würden Sie zu 95% Wahrscheinlichkeit nicht hingehen. Wenn noch die 5% Chance besteht das sie dabei noch verprügelt werden, werden vermutlich 99.9% nicht hingehen. Und sollte Wahrscheinlichkeit das einem Besucher noch was schlimmeres zustoßt, geringer als 1% betragen, werden Sie fast sicher nicht hineingehen. Und Chance für Worst Case Szenario (Auslöschung der Menschheit) wen wir weitermachen wie bisher machen ganze 20%. Wegen derart großen Schadenausmaß , wäre schon minimale Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher Entwicklung (im Promilebereich) ein ausreichender Grund um alles in unseren Macht Stehende zu tun, um dieser Gefahr abzuwenden und nicht erst bei 100% Garantie.
domenico, 04. 01. '10 20:53
Klimawandel-Gewiner????
Natürlich es gibt gewisse ( obzwar winzige) Chance dass beim Weitermachen-wie- bisher, sogar ein Netto- Gewinn entstehen könnte, aber Chancen das zu etwas noch schlimmeres kommen wird als IPCC prognostiziert, ist um ein Vielfaches höher. Sollte der Netto- Ergebnis des Klimawandels doch ein positiver sein, stellt sich die Frage, wie sich dann realisieren ließe, das die Gewinner (etwa jene Wenigen in Sibirien und in Kanada Lebenden ( da Gewinnerregionen extrem dünn besiedelt), zahlreiche eventuelle Verlierer (da negativ betroffen Regionen meist um äußerst dicht bevölkerte Gebiete handelt) entschädigen,abgesehen von den Problem, ob sich die Schaden im Form von zahlreiche Todesopfern des Klimawandels überhaupt gegen wirtschaftliche Gewinne aufrechnen lassen?
nra4ever, 11. 01. '10 08:22
Re: Klimawandel-Gewiner????
... wie haben denn die bisherigen Gewinner (? Nigeria, Malediven, Vananatu, ...) die bisherigen Verlierer (Kanada, Sibirien, Island, ...9 entschädigt? Abegesehen davon dass sich reale Kältetote (Wochenende) schon gegen wesentlich seltenere Hitzetote aufrechen lassen ...
domenico, 04. 01. '10 20:49
Milchmädchenrechnung
Abgesehen von Klimawandel gibt es mindesten 4-5 genauso gute Gründe die für massiven Abkehr von fossile Energien sprechen. Wegen explodierender Nachfrage ist die Wahrscheinlichkeit das Peak- Oil, und das uns billiges Erdöl ausgeht, wird mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spätesten in 20 Jahren erreicht. Schrumpfende politische und wirtschaftliche Autonomie wegen wachsendeAbhängigkeit von Öl/ Gas-Importen. Das wird unweigerlich eine Verschiebung der wirtschaftlichen und folglich auch politischen Machgleichgewichts zugunsten ÖL/ Gas Anbieter führen.3) Eine Reduktion von Eskalierenden unmittelbaren Umweltschaden. -belastungen, (Agrochemie Feistaub, Die "toten Zonen" im Meer lässt sich nur durch massive Verringerung Petrochemischen Einsatzes erreichen..
Marius123, 03. 01. '10 23:59
Sie haben Recht
Ich bin ganz Ihrer Meinung: Das in Kopenhagen nichts sinnvolles herauskommen konnte war klar und ist keine Katastrophe. Die kurzfristigen Eigeninteressen der Beteiligten werden immer eine langfristige Vereinbarung verhindern.
Das der übermäßige CO2 Ausstoß einen Einfluss auf das Klima haben wird ist klar, aber die Auswirkungen werden sicher übertrieben. In unserer Mediengesellschaft werden alle Dinge übertrieben. Nur wer am lautesten schreit wird gehört
Der CO2 Ausstoß wird sich erst verringern wenn die fossilen Energieträger entscheidend teurer werden. Ich glaube, dass diese Zeit nicht mehr so fern ist, man kann nicht auf Dauer von einem endlichen Stoff immer mehr verbrauchen. Ob es in 10, 20 oder 30 Jahren so weit ist kann niemand sagen, ist aber auch unerheblich.