Rassismus: Ein Nigerianer wird in der Straßenbahn mit dem Messer bedroht

  • PLUS: Tonbandaufzeichnungen aus dem Wachzimmer

Ein Nigerianer wird in der Straßenbahn mit dem Messer bedroht und erlebt danach sein blaues Wunder mit der Polizei.

Von Edith Meinhart


Der Kerl mit der Kappe auf dem kahl rasierten Schädel knallte die Füße auf den freien Sitz und brüllte, dass Schwarze nach Afrika gehörten und in der Straßenbahn kein Platz für sie sei. Das Nächste, was James Erebuoye sah, war ein Messer. Der Mann hatte es aus seiner Jacke gezogen und wäre damit auf den Nigerianer losgegangen, hätten seine Begleiter ihn nicht am Arm gepackt und am Zustechen gehindert.

Als er und sein Freund Steve E. bei der nächsten Haltestelle ins Freie sprangen, wartete hier bereits eine Dutzendschaft Beamter. Fahrgäste hatten die Polizei alarmiert, und es war wohl von allen Beteiligten erwartet worden, dass sie den Angreifer entwaffnen und die bedrohten Fahrgäste in Sicherheit bringen würde.

Ganz so kam es nicht.
Die Amtshandlung, die sich vorvergangenen Freitag am Wiener Urban-Loritz-Platz entspann, dürfte etwas vom Lehrbuch abgewichen sein. Denn am Ende gab es davon zwei Versionen, die an neuralgischen Punkten voneinander abweichen; ein Opfer, das behauptet, wie ein Verbrecher behandelt, verletzt, am Wachzimmer nackt ausgezogen und gedemütigt worden zu sein; zwei bis fünf Gramm Marihuana, die nicht zu Protokoll genommen wurden, und polizeiliche Aufzeichnungen, die wesentliche Fragen offenlassen.

Zunächst die Version des Opfers:
James Erebuoye sagt, einer der Polizisten habe sich von Anfang an nicht für den Angreifer interessiert, sondern für ihn. „Ausweis!“, habe er in barschem Ton verlangt. Der gebürtige Nigerianer habe seinen österreichischen Führerschein vorgewiesen, was der Polizist mit einer abfälligen Handbewegung quittiert habe. „Ausweis, hab ich gesagt!“ Er habe nicht verstanden, was der Beamte, der „sehr aggressiv“ aufgetreten sei, von ihm wollte. Schließlich habe dieser geschrien: „Das ist ein Ausweis für Österreicher, nicht für Schwarze!“

James Erebuoye lebt seit acht Jahren in Österreich, er gründete eine Eventagentur, die Reggae-Musiker vermittelt, arbeitet ­nebenbei als DJ – Künstlername MC PJ –, seine Veranstaltungen sind ordnungsgemäß angemeldet, er zahlt Abgaben und Steuern. All das habe den Polizisten nicht interessiert. „Österreich hat keine Grenze zu Afrika, wir brauchen solche Geschäftsbeziehungen nicht. Was haben Schwarze hier verloren?“, soll er geschimpft und James Erebuoye schließlich die Hand auf den Rücken gedreht und zum Kopf hinaufgedrückt haben, bis dieser gequält aufschrie.
So seien sie zum Wachzimmer marschiert: das Opfer der rassistischen Attacke in der Straßenbahn mit gekrümmter Körperhaltung und schmerzverzerrtem Gesicht; der Angreifer „ganz normal“. Als James Erebuoye den Beamten, der ihm die Hand auf den Rücken gedreht hatte, bat, ein wenig locker zu lassen, habe dieser gesagt: „Schwarze handeln mit Drogen. Das kann ich nicht leiden. Wenn es dir nicht passt, dann geh zurück nach Afrika“ – und den verdrehten Arm noch fester nach oben gedrückt.

Erst am Wachzimmer sei auch der rabia­te Glatzkopf nach seinem Ausweis gefragt worden. Der Angreifer erntete Lacher, als er sich für seine Attacke rechtfertigte: „Das Problem ist, dass die Gschissenen dauernd provoziert haben. Irgendwann ist es genug. Wir sind Österreicher. Wir lassen sich nicht dauernd aufs Hirn scheißen.“

 



Die Begleiter des Glatzkopfs bezeugten, dass er auf die schwarzen Männer losgegangen ist. Sie durften gehen. Der mutmaßliche Täter wurde in U-Haft genommen und wegen des Verdachts der versuchten absichtlichen schweren Körperverletzung angezeigt.

James Erebuoye sagt, er selbst habe dort wenig gesprochen. Seine Einvernahme lief zunächst ruhig ab. Ein Beamter tippte in den Computer, was Zeugen des Geschehens zu Protokoll gegeben hatten. Der Nigerianer brauchte nur zu bestätigen, was die Polizei bereits wusste. Zweimal haben Beamte die Tür geschlossen, doch immer wieder sei sie aufgegangen und Kollegen hätten hereingeschaut. Sie schienen das Ende der Einvernahme kaum erwarten zu können.

Plötzlich seien drei Polizisten im Zimmer gestanden. Was dann geschah, schildert James Erebuoye so: Einer hätte ihm bedeutet, leise zu sein, und ihm kräftig in den Schritt gegriffen. Er musste sein Mobiltelefon auf den Tisch legen, bevor sich, wie auf Kommando, die Beamten zu dritt an seinen Kleidern zu schaffen machten und ihn auszogen. Nackt habe er sich dann auf den Boden hocken müssen und sei anal nach Drogen untersucht worden. Ein Kollege habe währenddessen Bemerkungen über seinen „afrikanischen Schwanz“ gemacht. Gefunden haben sie nichts.

Lädierter Arm.
Als James Erebuoye seine Kleidung wieder anlegen durfte, habe man ihn „gebeten“, das Ganze nicht tragisch zu nehmen. Er müsse verstehen, dass Schwarze Drogendealer seien, und es gäbe ein „neues Gesetz“, das der Polizei erlaube, ihn zu durchsuchen. „Das nächste Mal, wenn es heißt: Ausweis, zeigen Sie nicht den Führerschein, das ist für Schwarze kein Ausweis“, habe ihm der Beamte, der ihm den Arm auf den Rücken gedreht hatte, zum Abschied mitgegeben.

Zu Hause merkte James Erebuoye, dass sein linker Oberarm anschwoll. Von Samstag auf Sonntag habe er in der Nacht vor Schmerzen kein Auge zugetan. Am nächsten Morgen war sein Arm so groß wie ein Fußball und passte nicht mehr in einen Hemdsärmel. Im Wiener Wilhelminenspital verordneten ihm die Ärzte Schonung, Schmerzmittel und eine physikalische Therapie.

In den Aufzeichnungen der Polizei steht kein Wort darüber, dass James Erebuoye, der von der Polizei als Zeuge einvernommen wurde, der Arm auf den Rücken gedreht worden sein soll, dass man seinen Führerschein nicht als „Ausweis für Schwarze“ akzeptiert habe, dass man bei ihm nach Drogen gesucht und ihn nackt ausgezogen habe. Doch James Erebuoye konnte einen Teil des Geschehens am Wachzimmer auf seinem Mobiltelefon mitschneiden. Auf dem Audiofile, das profil vorliegt, ist deutlich zu vernehmen, dass der Beamte am Ende seiner Zeugeneinvernahme zu ihm sagt: „Die Kollegen wollen bei Ihnen noch eine Personsdurchsuchung machen.“ Deutlich zu hören ist auch noch der Tumult im Wachzimmer.

 



Unklar ist, wie die Polizei auf die Idee kam, es könnte ihnen mit James Erebuoye ein Drogenhändler in die Fänge geraten sein. Bei seinem Bekannten haben sie eine geringe Menge Marihuana „gefunden“. Die Polizei spricht von fünf Gramm. Doch auch diesen Part stellt der Nigerianer anders dar: Sein Bekannter sei seit zwei Jahren verheiratet und warte auf den Abschluss seines Asylverfahrens. Er habe im Leben Stress und könne am Abend oft nicht einschlafen. Deshalb kiffe er ab und zu, es sei für ihn eine Art „Medizin“. Das habe sein Bekannter am Freitag vor zwei Wochen einem Polizisten am Wiener Urban-Loritz-Platz erzählt. Und er habe diesem das Marihuana, das er in seiner Hosentasche hatte, gezeigt und ausgehändigt. „Das waren höchstens zwei Gramm“, behauptet James Erebuoye. Sein Bekannter sei später noch nach weiteren Drogen durchsucht worden. Fest steht, dass nach Bekanntwerden der profil-Recherchen Steve E. aufgefordert wurde, am Wachzimmer Urban-Loritz-Platz zu erscheinen und ein „Protokoll“ zu machen. Worüber und warum so spät?

Im Polizeiakt wird James Erebuoye als unwilliger Zeuge dargestellt. „Ich bin ein freier Mann, ich gebe meinen Ausweis nicht her“, habe er gesagt. Und: „Ich werde nur kontrolliert, weil ich schwarze Hautfarbe habe.“ Außerdem habe er heftig gestikuliert und sein Verhalten auch dann nicht eingestellt, als die Beamten ihn abgemahnt hatten. Nun soll er wegen aggressiven Verhaltens angezeigt werden.

Das versteht James Erebuoye nicht.
„Viele Leute haben gesehen, wie die Polizei mit mir umgegangen ist“, sagt er. Er erinnert sich an eine Frau aus der Straßenbahn. Sie habe dem Polizisten, der ihm den Arm verdreht habe, klarzumachen versucht, dass er den Falschen im Griff halte, und auf den Angreifer gezeigt. Man habe sie nicht beachtet. Schließlich sei sie schimpfend und kopfschüttelnd weg­gegangen.

Die Polizei hat die Adressen einiger Zeugen notiert. Geht es nach dem Polizeisprecher Manfred Reinthaler, wird man sie vielleicht bald fragen, was sie gesehen haben: „Wir nehmen solche Vorwürfe immer sehr ernst, leiten sie an die Staatsanwaltschaft und lassen sie von einer eigenen Dienststelle im Haus untersuchen.“

20.1.2010 13:57
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derpradler, 12. 02. '10 16:56
Besser könnten sich die
Rassisten und verkappten NAZI nicht ausdrücken, um ihre Verachtung den Schwarzen gegenüber darzustellen.
Es mußte sich ja auch nicht der Glatzkopf und Rechtsradikale nackt ausziehen und es steckte ihm auch niemand seinen Finger in den A.....
Zum Kotzen, daß dieser primitive Rassismus in Österreich unausrottbar scheint und wie ein GEN, das halbe Volk verseucht!
seal277, 31. 01. '10 08:20
Von einer bekannten Journalistin
sollte man schon erwarten können, dass sie objektiv recherchiert. Da sie keinen rechtmäßigen Zugang zu dem Akt hat und diesen auch nicht einsehen konnte, beruht ihr geschriebener Artikel nur auf der Aussage des Schwarzafrikaners. Seriöse Recherche beinhaltet aber auch, vor Veröffentlichung sich die Gegenseite anzuhören. Da das nicht erfolgt sein kann, sonst hätte sie rechtswidrig den Akt eingesehen und sich strafbar gemacht und irgend ein Beamter hätte einen Amtsmissbrauch begangen, kann man den Artikel nur als billige Sensationslust auffassen. Dass sich die Redaktion von Profil für so etwas hergibt ist wirklich schade.
seal277, 31. 01. '10 08:04
Zum Artikel selbst
Beim Freund des Schwarzafrikaners wurde Suchtgift gefunden wurde. 5 Gramm sollen es gewesen sein. Nur zur Info:
§ 27 SMG. (1) Wer vorschriftswidrig
1. Suchtgift erwirbt, besitzt, erzeugt, befördert, einführt, ausführt oder einem anderen anbietet, überlässt oder verschafft,
2. Opiummohn, den Kokastrauch oder die Cannabispflanze zum Zweck der Suchtgiftgewinnung anbaut oder
3. psilocin-, psilotin- oder psilocybinhältige Pilze einem anderen anbietet, überlässt, verschafft oder zum Zweck des Suchtgiftmissbrauchs anbaut, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
(2) Wer jedoch die Straftat ausschließlich zum persönlichen Gebrauch begeht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
seal277, 31. 01. '10 07:55
Man hört eigentlich nichts
auf diesen beiden Tonaufnahmen. Bei der ersten hört man einen Betrunkenen daher lallend schreien, wahrscheinlich ist es derjenige, der das Messer gegen die Schwarzafrikaner gerichtet hatte. Und bei der zweiten Aufnahme hört man nur den Schwarzafrikaner auf englisch schreien, wobei der Polizist ganz ruhig ihn zu etwas auffordert. Ich kann da beim besten Willen objektiv betrachtet nichts rassistisches oder gewaltsames erkennen. Also bitte genau hinhören und nicht gleich etwas hinein interpretieren, was nicht vorhanden ist. Und wenn diese wenigen Sekunden alles ist, von einer vermutlich mehreren Minuten dauernden Amtshandlung, dann ist das ein billiger Versuch, die Polizei in Misskredit zu bringen.
seal277, 31. 01. '10 07:46
Mißbrauch von Tonaufnahme- oder Abhörgeräten
§ 120. (1) Wer ein Tonaufnahmegerät oder ein Abhörgerät benützt, um sich oder einem anderen Unbefugten von einer nicht öffentlichen und nicht zu seiner Kenntnisnahme bestimmten Äußerung eines anderen Kenntnis zu verschaffen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer ohne Einverständnis des Sprechenden die Tonaufnahme einer nicht öffentlichen Äußerung eines anderen einem Dritten, für den sie nicht bestimmt ist, zugänglich macht oder eine solche Aufnahme veröffentlicht.

Hier hat sich sowohl der Schwarzafrikaner als auch Profil strafbar gemacht.
raceofficer, 30. 01. '10 00:33
spinnennetz
"die gerechtigkeit ist wie ein spinnennetz. die schwachen verfangen sich und werden gefressen, die starken zerfetzen das netz und überleben!"
in diesem staat, scheint es, ist der bürger der schwache. und ich gehe mal davon aus, dass JEDER in erster linie mensch ist, in zweiter bürger. also doppelt schwach.
eine gesellschaft die es zulässt, dass die schwachen auch noch unfair behandelt werden, ist eine kaputte. eine gesellschaft, die angst vor der eigenen exekutive hat, ist eine kaputte. eine gesellschaft, die zweifel an der eigenen justiz hat, ist eine kaputte. eine gesellschaft, die sich schon lange aufgegeben hat, ist eine kaputte.
politikter, die genau diese ängste schüren, sind verwerflich. politiker, die diesen untrieben nicht entgegensteuern sind kaputt und verwerflich.
derpradler, 30. 01. '10 19:41
Re: spinnennetz
gebe Ihne völlig RECHT!
PTTR1947, 20. 01. '10 22:57
Ausländer und Polizei
Wenn Österreich vorgibt, ein Rechtsstaat zu sein, ist von der Exekutive jeder Mensch, egal welcher Hautfarbe, Herkunft etc., gleich zu behandeln.
Die Frage, ob sich ein Ausländer rechtmäßig in Österreich aufhält, ist eine andere Sache, aber auch im Falle eines illegalen Aufenthaltes, muß ein Mensch fair behandelt werden.
Kann das alles nicht mehr gewährleistet werden, darf sich Österreich nicht mehr Rechtsstaat nennen und wird Prbleme mit dem EUGH in Straßburg bekommen.
Yever, 22. 01. '10 22:16
Re: Ausländer und Polizei
Anscheinend will man es in Österreich nicht wahrhaben, dass diese Republik schon lange kein Rechtsstaat mehr ist, wahrscheinlich nie war.
Schon vor 30 Jahren konnte ich mich gegen staatliche Willkür nicht wehren (als Österreichischer Staatsbürger mit ausländischem KFZ-Kennzeichen).
Und es ist sicher keine Besserung in Sicht, da anscheinend die Jugend anscheinend populistisch wählt, die nichts mit Minderheiten im Sinn hat.

Nicht umsonst steht Österreich im ganz oben auf der Liste bei Amnesty International und anderen Menschenrechtsorganisationen.

Gruß aus München
wiesengruen, 25. 01. '10 16:38
Re: Ausländer und Polizei
Der Rechtsstaat
funktioniert auch im Verhältnis
Banken -Kunden nicht .
Zum einen durch die Gesetzgebung ,die Kunden gegen die Banken defacto rechtlos macht ,
weiters durch Polizei und Gericht ,die Bank mit "seriös" verbinden und eine offensichtliche betrügerische Absicht nicht wahrnehmen wollen .
sirgerald, 18. 01. '10 14:51
Polizei
Wenn jemand auf Grund seiner Hautfarbe udgl. angegriffen und bedroht wird ist das ein absolutes Alarmzeichen und sollte uns allen zu denken geben.

Was die Polizei betrifft erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass sie es war, diesen gefährlichen Angriff sofort beendet hat.
Polizisten leisten unter schwierigen Bedingungen einen Dienst für uns alle, in Wahrheit ist die Polizei die grösste Menschenrechtsorganisation in dieser Stadt.
Vom warmen Zimmer aus Polizisten als Rassisten zu verunglimpfen erscheint mir ziemlich billig!

Was die bevorstehenden Wahlen betrifft, hoffe ich sehr darauf, dass die Kräfte die für ein friedliches Miteinander stehen sich gegen diverse rechte Krawallmacher behaupten können.
Zum friedlichen Miteinander gibt es nämlich keine Alternative!
marslay, 19. 01. '10 02:40
Taeter in Uniform bestrafen - aber auch systemische Ursachen bekaempfen!
Alles was Sie schreiben ist richtig! Trotzdem, "friedliches Miteinander" kommt nicht vom Predigen. Wer reife, muendige und veratnwortungsvolle Polizisten haben will muss staendig dran arbeiten. Ein Das Problem Rassismus und Gewaltbereitschaft existiert und hat systemische Gruende innerhalb der Polizei wie etwa Dienstzeiten, soziale isloation, Randgruppendenken, unmittelbare Betriebskultur, Erwartungshaltungen, taeglich Frustrationen etc. Wer ueber Jahre hindurch Studenten nur als Demonstranten, Obdachlose nur als Randalierer, Zuwandererkinder nur als Ladendiebe und Afrikaner nur als Drogenhaendler kennenlernt, kann kein offenes Weltbild haben. Das Problem wird seit Jahrzehnten geleugnet und das Phaenomen auf einzelne "schwarze Schafe" reduziert. Das blockert die echten Loesungen.
eulenauge, 17. 01. '10 23:42
Wie kommen Sie auf die Idee, daß es sich hier um
Rassismus handelt? Die beschriebenen Vorkommnisse gehören doch zum normalen Verhaltensrepetoire der Postpolizeigendarmerie, wie sich auch am letzten 1. Mai in Linz zeigte: Da wurden Rote und Passanten verprügelt und dann noch angezeigt - die Gerichte konnten dem nicht folgen.

Aber es gibt kein einziges Verfahren gegen die Prügelbullen, obwohl es eindeutige Videoaufnahmen gibt.
amarko, 18. 01. '10 11:11
Re: Wie kommen Sie auf die Idee, daß es sich hier um
Es sind hier 2 Extreme, die zusammentreffen:
1. Die Polizisten sind durch permanenten Kontakt mit tatsächlichen Verbrechern schon abgestumpft. Hier müsste man bereits die Ausbildung verbessern.
2. Wenn ich mich seit 8 Jahren in einem Land aufhalte, wohne und lebe, dann bin ich in jedem Falle fähig, die Landessprache zu sprechen. Die Tonaufzeichnungen zeigen, dieser Schwarze spricht immer noch englisch.
Jeder von uns würde dies als Respektlosigkeit gegenüber dem Gastgeber Österreich gewertet werden !
Die Hauptverantwortlichkeit ist in jedem Falle bei den Beamten zu suchen und deren Verhalten ist nicht entschuldbar.
Ich bin jedoch der Meinung, dass jeder, der hier in Österreich leben will und nach 2-3 Jahren noch immer nicht gut Deutsch spricht, seine Aufenthaltsgenehmigung verwirkt hat !
Dzana, 18. 01. '10 14:15
Re: Wie kommen Sie auf die Idee, daß es sich hier um
@anarko:
Ist das ihr ernst?? Abegestumpft? Klingt wie Entschuldigung... Wenn ihn ein ordentliches Verfahren drohen würden, bei Missachtung der Gesetze, dann wären sie möglicherweise nicht so abgestumpft.
Und das zweite, was sie von sich geben, das ist unglaublich! Ich kann es wirklich nicht fassen, dass wenn man Ihrer Meinung nach, nach 8 Jahren nicht deutsch kann, es als "Respektlosigkeit" wertet. Und abgesehen davon, wenn er schin nicht deutsch spricht, hätte ein Dolmetscher hinzugezogen werden sollen.
MrTuttle, 18. 01. '10 22:23
Re: Wie kommen Sie auf die Idee, daß es sich hier um
@amarko: Bei Punkt gebe ich Ihnen in Bezug auf die Respektlosigkeit, die Sprache des Gastlandes nach Jahren nicht zu beherrschen, recht. Ich möchte nur zu bedenken geben, dass es auch diverse Ausländer westeuropäischer Herkunft (vor allem angelsächsischer Herkunft) nicht für nötig halten, Deutsch zu lernen. Bei denen hätte ich allerdings noch nie bemerkt, dass sich jemand darüber mokiert. Was uns wieder dahin bringt, dass es reicht, über ein genügend großes Geldsäckel zu verfügen oder aus einem "näheren" Kulturraum zu kommen, um sich über solche Forderungen hinwegsetzen zu können.
marslay, 17. 01. '10 14:48
Rassismus in der Polizei ist ein Management-Problem
In unzaehligen Polizeien der Welt gibt es institutionellen Rassismus. Das ist nichts Neues. Uebergriffe wie der hier geschilderte sind ein Fall fuer die Rechtsinstanzen. Das ist jedoch exakt die halbe Loesung. Die Polizei rekrutiert nicht in Nazi-Land, es gibt Gruende, warum Durchschnittsmenschen nach einiger Zeit im Polizeidienst rassistische Vorurteile bekommen und ausleben. Psychosoziale Begleitung der Beamten, Psychologische Beratung des Managements, Fruehwarnsysteme etc. sind in manchen Polizeien bereits erfolgreich gegen Gewaltbereitschaft und Rassismus. Das interessiert aber keinen Innenminister. Denn Problem-Leugnen ist seit Jahrzehnten die Methode im BMI. Management und Fuehrungsqualitaeten sind gefragt in der Polizei. Daran hapert's dann auch.
bpallmann@hotmail.com, 17. 01. '10 19:23
BayernLB-Ermittlungen und "5 Uhr 45" a la "Polizist" in Straubing
Dass auf einer Polizeiinspektion (PI) auch in DeutschlandBayern bei einem"Non-Coloured"-Müchener "etwas fester" in den sog. "Schritt" eines Mannes gegriffen wird, liegt meist am Deppen selbst, der so eine Uniform trägt - und nicht etwa an einem Passus im PAG (Polizeiaufgabengesetz) oder "dem" Innenministerium. Erstaunlicher ist die Anküdigung eines Straubinger "Polizeibeamten" vor den Ohren seiner Kollegen, der uns im Juli '09 bei "BLB-Fragen" 2009 zubrüllte: "Wenn du Pallmann, du Drecksau, jemals mit deiner Familie herkommst - seit 5 Uhr 45 wird auf dich zurückgeschossen." Die zuständige Staatsanwaltschaft prüft wohl intensiv, ob sie der schriftl. Anzeige nachgehen soll. Gehört? Noch nichts. Aus Straubing schon. "Sorry, der Depp ist ein A..loch!" und Tips von einem "echten" Polizisten.
derpradler, 17. 01. '10 12:41
2.Teil -macht nicht den Fehler
Österreich ist durchseucht von rassistischem Gedankengut. Die Worte des amtshandlende P. gegen den Schwarzen unterscheiden sich nicht von früher, nur waren es damal JUDEN und heute sind es Schwarze Da ist eine riesen Portion Primitivität im Spiel, diese ist auf der ganzen Welt der Humus der Diktaturen und Polit-Oligarchen-Demokratien.
derpradler, 17. 01. '10 12:07
Macht nicht den Fehler
und werft alle Polizisten in einen Topf. Die Polizei ist ein wichtiger Faktor in jeder Gesellschaft und um funktionieren zu können, braucht sie die Akzeptanz der Bevölkerung. Diese Herrschaften, die da immer wieder so unangenehm auffallen, wären kein Problem, würden sie nicht von einer unnötigen Kameraderie gedeckt.
Die Polizei ist ein Durchschnitt unserer Gesellschaft und daher von diesem Ungeist in der Bevölkerung nicht frei. Wenn die Polizei an SCHWARZEN Amtshandlungen ausführt, ist meist die Umgebung ganz auf der Seite der Polizei, auch wenn die Betroffen behandelt werden wie "Tiere" und ihre Kinder dabei zusehen müssen.
1. Teil
SpaceDude, 17. 01. '10 14:18
Re: Macht nicht den Fehler [...Durchschnitt unserer Gesellschaft...]
Also da muß ich schon energisch widersprechen - die Executive wie sie heute aufgestellt wird, ist mit Sicherheit NICHT Durchschnitt unserer Gesellschaft! Im Gegenteil: Jeder mit einer halbwegs ordentlichen Bildung würde sich hüten mit solchen "Kollegen" den größten Teil der Arbeitswoche zu verbringen - außer man ist aus dem selben "Holz" geschnitzt.

Am Ende, und sind wir uns doch ehrlich, brauchts nicht einmal die Matura um der Polizei beizutreten. Garniert man das mit einem polizeistaatlichen Rahmen, den Österreich heutzutage bildet (die "Zivilgesellschaft" gibts nur auf dem Papier, genauso wie den mündigen Bürger), dann hat man den heutigen Zustand.

Aber, nicht alle Polizisten sind gleich, doch das allgemein negative Bild der Polizei in der Öffentlichkeit hat seine Berechtigung...
morath, 16. 01. '10 21:27
Emotionale Vertreibungsoffensive.
Wir wohnen seit Jahren in einer für medientaugliche Überwachung und Öffnung präparierten Wohnung nahe dem Integrationshaus. Aufgrund der Haltlosigkeit unterstellter Kontakte zu Drogenhändlern wurde aus der Observierung eine stete Begaffung, unterbrochen von abgesprochenen Provokationen beim Freigang. Es gibt in Wien (und in Graz) ein vorgelagertes Agitationsnetzwerk zwischen RFJ und Spitzeln der Drogenkoordination, das bis in den ORF reicht. Ein Marihuanaverdacht reicht aus, damit dem weißen Mann der Instinkt durchgeht.
morath, 16. 01. '10 22:31
Spiegel-Äffen.
Gesucht werden Ausländer, möglichst Schwarze im Besitz von Drogen, die sich jetzt bewaffnen und in der Öffentlichkeit mit dem Messer herumfuchteln. Das wäre ein echter Wahlkampfhit für diese Leute, wenn ein paranoider Schwarzer einen Weißen angriffe, weil er sich bedroht fühlt.
Selbstportrait, 16. 01. '10 19:17
Polizisten machen das Land zu einer Bananrepublik
Warum tut niemand was???? Ich bin zutiefst erschrocken und wütend. Das ist einfach nur widerlich. Das so etwas in einem "zivilisierten" Land, einem Rechtsstaat überhaupt möglich ist! Dass Recht zu Unrecht wird. Und wahrscheinlich wird es wie immer ohne Konsequenzen bleiben. Und was bitte soll sich dann je ändern?
Solche Polizisten bringen den gesamten Berufsstand in Verruf, treten die Menschenrechte mit Füßen und machen so unser Land zu einer Bananenrepublik. Aber Afrikanern die nach Österreich kommen um hier zu Leben, dürfte das ja bekannt sein...aus ihren Heimatländern...
muttutgut, 16. 01. '10 21:54
Re: Polizisten machen das Land zu einer Bananrepublik
"Und wahrscheinlich wird es wie immer ohne Konsequenzen bleiben."
Diesen Satz sollte man aus seinem Repertoire ersatzlos streichen. Damit kolaboriert man mit den Missständen. Die Resignation ist der Freund des Bösen.
Wenn die Vorwürfe stimmen, dann werden alle Verantwortungsträger diese Missstände unverzüglich abstellen, die entsprechenden weiteren Schritte einleiten und alle in diesem Land lebenden Menschen vor Übergriffen bewahren. Das, und nur das, muss man sich erwarten. Das Leben spielt sich immer jetzt ab, daher erwarte ich mir, dass jetzt entsprechend gehandelt wird.
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