Christian Rainer
Ausländer ist nicht Ausländer

Wo lagen die Fehler in der Ausländerpolitik, und was ist zu tun?

Das wichtigste innenpolitische Thema des kommenden Jahrzehnts und wohl darüber hinaus heißt „Ausländer“. Was Österreich bisher gesehen hat – seit Jörg Haider den Aufstieg der Freiheitlichen damit zündete –, war nur ein Vorgriff auf alles, was noch kommt oder was bereits in kleinen Dosierungen explodiert. Die Wien-Wahl im Herbst dürfte der FPÖ zwischen 25 und 30 Prozent bringen; Heinz-Christian Strache wird dabei ausschließlich mit dem Thema Zuwanderung Wähler generieren. Und dann werden die Töne der beiden (anderen) Großparteien noch tönender werden, ihre Maßnahmen noch weniger maßvoll – der zweifelhaften These folgend, mit dieser Übersteuerung könnten die Xenophobie und damit die FPÖ aufgehalten werden.

Was ist schiefgelaufen, und was wäre zu tun? Drei Punkte, warum die Voraussetzungen für eine Bewältigung der Aufgabe eigentlich nicht so schlecht wären. Erstens: Der Ausländeranteil in Österreich ist über die vergangenen 20 Jahre extrem gewachsen. Daher ist das vorliegende Problem kein virtuelles, sondern hat ­reale Ursachen und kann daher real gelöst werden.

Zweitens: An diesem Zuwachs ist die Politik nicht schuld, vielmehr sind Geschichte und Geografie kausal: die Implosion des Vielvölkerstaats Jugoslawien in mehreren Kriegen, der Fall des Eisernen Vorhangs und die langen Grenzen der Republik mit den verarmten und undemokratischen Staaten, die bis 1989 hinter diesen Grenzen gelegen hatten.

Drittens: Angesichts der schnellen Entwicklung darf man die Zustände in Österreich als nachgerade harmonisch bezeichnen. Es brennen keine Asylantenheime. Die Ausländerfeindlichkeit ist bisher vor allem ein klimatisches und politisches ­Phänomen, wenn auch ein ekel­erregendes.

Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich eine zentrale Handlungsanweisung an die österreichische Politik – sprich die derzeitige Regierung –, um wieder Herr der Lage zu werden: ausnahmsweise die Wahrheit sagen. Zum Beispiel eben jene Tatsache, dass Österreich eine massive Zuwanderung zu verbuchen hatte oder dass die Integration in Wohneinheiten und Schulen nicht gut funktioniert, dass sie vielleicht aufgrund des massiven Andrangs auch nicht funktionieren konnte, dass die Zuwanderung aber inzwischen genauso massiv abgenommen hat.

Zu diesen Wahrheiten gehört auch, dass Ausländer nicht Ausländer sind. Die hunderten Leserbriefe, Mails, Postings an profil als Folge unserer Wahl von Arigona Zogaj zum „Menschen des Jahres“ sind vielfach Dokumente von Vorurteilen und Fehlurteilen. Ein zentraler Vorhalt: Die Asylanten im Allgemeinen, fleischgeworden als Arigona Zogaj, seien verantwortlich für den Auto- und den Wohnungseinbruch, den jeder Einzelne angeblich selbst erlebt hat.

Frage: Wann hat die Innenministerin zuletzt darauf hingewiesen, dass die einschlägige Ausländerkriminalität fast ausschließlich von osteuropäischen Banden begangen wird, die Österreich ebenso schnell verlassen, wie sie eingereist sind? Asylanten? Flüchtlinge? Saisoniers? Immigranten? Mitnichten.

Maria Fekter hat das niemals gesagt, vermutlich weil sie die Wichtigkeit dieser Differenzierung nicht erkennt oder aber im Glauben, nur Weicheier würden beim Ausländerthema differenzieren, oder gar, weil sie das Versagen ihrer Polizeibehörden bei der Bandenkriminalität nicht ansprechen will. Stattdessen baut sie Asylanten­lager, als wäre sie in Legoland.

Ein weiterer vielfach dokumentierter Vorwurf: Ausländer seien Schmarotzer. Wann und wie oft hat ein Regierungsmitglied vorgerechnet, dass die Abgaben der Ausländer in Österreich weit höher sind als die erhaltenen Transferleistungen, der Vorwurf des Schmarotzens also haltlos ist? Nicht erinnerlich. Auch hier überwiegt wohl die Angst der Politiker, sie könnten wegen dieser Rechnung von der „Krone“ als „Gutmenschen“ denunziert werden.

Schließlich: Ein Gutteil der xenophoben Anwürfe wird mit vorgeblich persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Ausländern unterfüttert. Frage: Wann wird der Kardinalerzbischof von Wien den Lesern seiner „Krone“-Kolumne erklären, dass entsprechende Vorwürfe in den „Krone“-Leserbriefspalten nur wenige Seiten weiter ein falsches Bild der Wirklichkeit abgeben, sei es durch die Auswahl der Briefe, sei es durch die verzerrte Wahrnehmung der Autoren? Eure Eminenz, wir warten.

christian.rainer@profil.at

13.7.2010 14:41
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bluesbrother2010, 22. 03. '10 06:54
Wende-PROFIL
Dass ausgerechnet ein Reinlicher Fehler in der Auslaenderpolitik auch nur andeutet - eine Sensation.

Haben sie uns nicht alle die kulturelle Bereicherung in die Ohren geplaerrt?

Ploetzlich sollen die Bereicherer Problemchen verursachen?

Ist nicht seit Jahren vor der Islamisierung Europas gewarnt worden?

Wurden nicht jahrelang die Gegner einer Turk-EU als Rassisten beschimpft?

WEHRT EUCH DOCH ENDLICH !
LibertasVirtusGratia, 06. 02. '10 17:36
Stoppt den Islamfaschismus!
Ich bin ein Fan der Immigration!

Europa braucht die Immigration wie die Luft zum Atmen!
Viele von uns entstammen Familien deren Vorfahren vor Generationen eingewandert sind. Oft ist dies nicht reibungslos von statten gegangen.
Zumeist deutet heute bis auf den Klang des Familiennamens nichts auf eine Andersartigkeit, oder besser gesagt eine Ablehnung unserer Werte hin. Niemand kann behaupten, daß der Herr Jedlicka von nebenan unsere Meinungsfreiheit ablehnt, oder daß seine Tochter keinen Österreicher heiraten darf!
LibertasVirtusGratia, 06. 02. '10 17:36
Stoppt den Islamfaschismus!
Jedem dieser Leser von der GUTEN SEITE, empfehle ich zumindest eine halbe Stunde in die Rede von Ralph Giordano anlässlich der kritischen Islamkonferenz zu investieren, einem Autor, den auch der Herausgeber dieses Magazins nicht so einfach ins rechte Eck stellen kann! http://www.veoh.com/browse/videos/category/educational/watch/v17236397NX5PEjMW

STOPPT DEN TERROR DURCH DIE EWIG- BELEIDIGTEN- STOPPT DEN ISLAMISMUS IN EUROPA- ES GIBT KEINEN UNTERSCHIED ZWISCHEN ISLAMISMUS UND ISLAM!
LibertasVirtusGratia, 06. 02. '10 17:35
Stoppt den Islamfaschismus!
Ich bin kein Fan von rechtspopulistischen Phrasendreschern, die sich der dumpfen Xenophobie bedienen um Wähler zu gewinnen- leider sind sie die einzige Alternative zu den in ihrer Appeasement- Politik erstarrten Gutmenschen und selbsternannten Intelektuellen, die sich noch keine Stunde mit den Lehren des Warlords Mohammeds auseinandergesetzt haben und die Naivität mit Toleranz verwechseln, und den Islam einfach so als Religion klassifizieren und die seine geopolitische Bedeutung einfach nicht verstehen- wie denn auch ohne jede ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema!
LibertasVirtusGratia, 06. 02. '10 17:34
Stoppt den Islamfaschismus
Siehe die Rede von Erdogan in Köln, siehe die Reden von Ahmadi- Nejads, siehe tausende Hasspredigten von Imamen mitten in Europa!

Ich bin ein Fan des Säkularismus und der Meinugsfreiheit- und wenn ich eine Karikatur über Jesus oder Mohammed veröffentliche, dann sollte ich dafür nicht mit dem Tode bedroht werden! Ich kann meine Meinung über jede politische Partei dieses Landes in diesem Blog kundtun und niemand wird mir dafür ein Haar krümmen!

Ich bin ein Fan der Meinungsfreiheit, und diese wurde uns nicht,wie heute so viele glauben, über Nacht geschenkt- Nein- sie ist Resultat eines Jahrhunderte währenden Kampfes!
bluesbrother2010, 22. 03. '10 07:00
Stoppt den Islam- und Turkfaschismus
Eine Turk-Eu wuerde seltsame Blueten treiben:

Aus einem EU-Mitgliedsland wuerden Asylsuchende in die EU stroemen - und anerkannt werden.

Kurden, Christen, Alewiten, etc.
LibertasVirtusGratia, 06. 02. '10 17:33
Stoppt den Islamfaschismus
Ich bin ein Fan der Immigration!

Europa braucht die Immigration wie die Luft zum Atmen!
Viele von uns entstammen Familien deren Vorfahren vor Generationen eingewandert sind. Oft ist dies nicht reibungslos von statten gegangen.
Zumeist deutet heute bis auf den Klang des Familiennamens nichts auf eine Andersartigkeit, oder besser gesagt eine Ablehnung unserer Werte hin. Niemand kann behaupten, daß der Herr Jedlicka von nebenan unsere Meinungsfreiheit ablehnt, oder daß seine Tochter keinen Österreicher heiraten darf!

Aber ich bin kein Fan eines immer höher werdenden Anteils von Moslems, deren geistliche und weltliche Führer ( wenn diese Unterscheidung möglich ist ), eine Eroberung Europas( oder der Welt ) fordern.
Almi66, 24. 01. '10 07:35
"Stimmenverlustminimierung"
Ioan Holender brachte es im heutigen Standard-Interview auf den Punkt: In der armseligen österreichischen Politik geht es nur mehr darum ja niemanden zu verkraulen. Weder für noch gegen das Rauchen, weder pro noch kontra Steuergerechtigkeit, weder ja noch nein zur Integration.

Nur kane Welln lautet das Motto, es sind aber auch schon Kähne gestrandet.
Almi66, 24. 01. '10 07:39
Re: Holender Interview war natürlich im heutigen Profil..
..und nicht im Standard!
eddie123, 20. 01. '10 20:54
kurz jedoch große Angst
Meine größten Sorgen sind, das die FPÖ soviel Macht bekommt das Ich, meine Kinder und alle anderst denkenden (nicht Rechts) Angst haben müssen, vor der "Flut"von Rechtsextremismus. Ich möchte nie meine Ausländischen Freunde verstecken müssen nur weil man eben meint das ist nicht erwünscht. Ich werde solange kämpfen bis diese Populistischen, Rechtsextremisten von der Bildfläche verschwinden damit meine Kinder in Freiheit leben dürfen-sollte es jemals zu ähnlichen Systemen wie vor 70 Jahren kommen.
Eine Frage habe ich jedoch schon noch: WIE LANGE SIEHT DIE EU/WELT NOCH ZU
muttutgut, 20. 01. '10 23:50
Re: kurz jedoch große Angst
Die FPÖ ist doch schon weit gehend an der Macht. Sie muss bei Wahlen gar nicht mehr zulegen. Sehen Sie eine ÖVP, die wirkliche Grenzen setzt, wenn es um FPÖ Forderungen oder Aktionen geht? Wird in Kärnten irgendein klarer Trennstrich gezogen? Und die SPÖ hechelt dem Dritten Lager auch als Lakai hinterher. (Man betrachte dazu die Zustände im Burgenland.) Das tun die Grünen zwar nicht, aber welches Gewicht haben sie denn im Staat?
Die Opposition gegen die ideologische Vorherrschaft des Dritten Lagers beschränkt sich auf die paar Grünen, den TV Kaiser, die Caritas und ein paar wenige Qualitätsprintmedien. Das ist das Ergebnis einer nüchternen Betrachtung des Istzustandes in diesem Land. Ich wünsche mir inständig, dass jemand meine Sicht der Dinge mit guten Gegenargumenten widerlegt.
bpallmann@hotmail.com, 21. 01. '10 08:39
Inländische Ausländer und umgekehrt
Als "boarischer" Piefke danke ich dem "Profil" für die sachliche Darstellung, die durch die spezielle geografisch-kulturelle Lage Österreichs zwar spezifisch ist, jedoch alle Westländer Europas, die USA und viele andere z.B. auch Brasilien betreffen, wo ich gerade herkomme. Die Völkerwanderungen der Moderne sind ideale Tarnkappen für Kriminelle, kein Zweifel. Da auch ich als Deutscher "Ausländer" bei Ihnen bin, mich aber nie als solcher fühlte, spielt bei der gesamten Betrachtung sicherlich auch der Komplex der unterschiedlichen Hautfarbe, ja der "Rasse" (sorry) für die "Dumpfbattel" und Populisten eine große Rolle. Religions- und Rassendiskriminierung sind bisante Problemfelder der Politik, Medien, vor allem der "Herzens-"Bildung in Famile, Schule und Beruf. Ihr Appell war sehr richtig!
badblackguy, 20. 01. '10 19:17
Die Zuwanderung erfolgt meistens nur aus wirtschaftlichen Gründen.
Das Problem was einige leider nicht sehen und nicht sehen wollen, wir haben keine Jobs für die Einwanderer und wenn diese nicht einmal Deutsch können, gibt es noch weniger Jobs für sie. Sorry, jenes sind leider die grausamen Fakten. Wir können Zuwanderung nur dann zulassen, wenn wir diesen Menschen auch eine Perspektive bieten können. Ich finde es Verantwortungslos zu sagen wir sind ein Zuwanderungsland und die Kosten auf die Gesellschaft abzuwälzen wenn diese keinen Job finden, weil verhungern sollen sie ja nicht. Ich finde es dann noch verlogener wenn irgendein Verein daher kommt und sagt, wir müssen etwas für die Migranten tun, weil sie unter der Armutsgrenze leben und als Krönung des ganzen Dilemmas sagen diese Vereine wir brauchen mehr Sozialleistungen.
muttutgut, 20. 01. '10 23:28
Re: Die Zuwanderung erfolgt meistens nur aus wirtschaftlichen Gründen.
Ihr Beitrag ist durchaus vernünftig, wenn man den Rahmen der Betrachtung eng steckt. Es geht ums Teilen und das leben uns weder die Politiker noch die Manager vor, ganz im Gegenteil. Was ist es denn, was und von unseren Landsleuten der Nachkriegsjahre so drastisch unterscheidet, die abertausende Femde aus ganzem Herzen unterstützten. Warum waren sie innerlich in der Lage das Wenige, das sie hatten, zu teilen? Was ist denn da mit uns passiert, welchen Seelenverlust müssen wir betrauern?
Der weitere Betrachtungshorizont reicht bis in die Wirtschaftsvertäge mit den ärmsten Ländern, und dann geht es nicht mehr nur darum, ob wir uns Zuwanderung leisten können. Können sich die armen Länder eigentlich unsere Wirtschaftsdiktate leisten?
Die Ausländerdebatte soll von diesen Fragen ablenken.
badblackguy, 22. 01. '10 19:03
@muttutgut
Es geht um Zuwanderung nach Österreich und nicht um die wirtschaftliche Entwicklung diverser Staaten. Ich will keine Sozialfälle produzieren oder Zustände wie in Paris haben. Ich will mit diesen Mensche gerne teilen, aber es gibt nichts zu teilen. Ich will, dass diese Menschen in Österreich eine Zukunft haben, aber sie nicht zu Sozialhilfeempfängern machen. Ich will, dass sie unsere Werte mit uns teilen und den freien Willen ihrer Kinder akzeptieren.

Ich weiß, die beste Lösung um die Zuwanderung zu stoppen wären Arbeitsplätze in ihren Heimatländern. Die wirtschaftliche Entwicklung der Länder gehört verbessert und gefördert. Das Problem an der ganzen Geschichte, jenes geht teilweise nur mit militärischer Gewalt.
muttutgut, 22. 01. '10 20:41
Re: Die Zuwanderung erfolgt meistens nur aus wirtschaftlichen Gründen.
@badblackguy

Sie glauben also wirklich, dass man die Zuwanderung als österreichspizifisches Problem ohne globale Hintergründe betrachen kann?
Ich bin vor Jahren in einem Elendsviertel in einem Staat der südlichen Hemisphäre gestanden, und das hat mein Denken schlagartig verändert. Dass wir hier nichts zu teilen haben, das ist wirklich ein Ausdruck himmelschreiender Armut. Diese Art der Armut ist aber nicht materieller Natur.
Die Zuwanderer sollen die Werte mit uns teilen, das Brot teilen wir aber lieber nicht, das werfen wir lieber in die Mülltonne.
Die Zustände in den Banlieues gefallen mir auch nicht. Halten Sie die französische Zuwanderungspolitik nicht auch für verbesserungswürdig?
Ich halte Fair Trade für besser um wirtschaftl. Gerechtigkeit anzustreben als das Militär.
badblackguy, 26. 01. '10 14:14
@muttutgut
Ich weiß, die Zuwanderung ist ein Auswirkung und keine Ursache. Die Menschen sagen nicht uns ist so fad, also lasset uns eine Runde wandern gehen. Die Ursache liegt in der Chancenlosigkeit in ihren Heimatländern. Die Auswirkung der Zuwanderung in Österreich ist sehr wohl unser Problem. Die Frage ist sich zu stellen wie viel Zuwanderung kann Österreich ohne Problem verkraften. Was bringt es uns durch Zuwanderung die Sozialenprobleme in Österreich zu verschärfe? Ich kann nicht sagen, Österreich hätte die Problem die durch Zuwanderung entstehen befriedigend gelöst. Sicher ist für die Menschen wesentlich besser bei uns arm zu sein als in ihrem Heimatland, aber es löst das Problem der Armut nicht. Ich will dieses Problem nicht nach Österreich importieren.
badblackguy, 26. 01. '10 14:33
@muttutgut - Antwort Teil 2
Ich will keine Zuwanderung, wenn ich nicht garantieren kann, dass die Zuwanderer unseren Lebensstandard erreichen können. Ich will keine Zuwanderung, wenn sie nur für die Drecksjobs gebraucht werden. Wir reichen Österreicher profitieren durch die Armut der Zuwanderer, weil was würden wir tun, wenn diese nicht mehr unserer Drecksjobs machen. Die Gruppe X hat den sozialen Aufstieg geschafft, also holen wir uns die nächsten? Was für eine bestechende Logik! Die Zuwanderer sollen nicht mehr ausschließlich die Arbeitskräfte 2ter Klasse sein. Ich sehe ein Systemproblem in der Zuwanderung und was nur wir in unsrem Land lösen können. Die Österreicher haben auch nicht um sonst einen abwertende Sichtweise auf Zuwanderer, jenes kommt auch weil sie die für uns minderwertigen Arbeiten verrichten.
badblackguy, 26. 01. '10 15:18
@muttutgut - Antwort Teil 3
Die ERSTE Pflicht des Staates ist es für SEINE Bürger die Rahmenbedingung bereitzustellen, der Rest ist zweitrangig. Wenn wir Menschen erlauben bei uns zu leben sind sie Bürger dieses Landes und damit geht der Staat auch gegenüber diesen eine Verpflichtung ein. Die Rahmenbedingung bedeuten nicht die Menschen mit Sozialleistungen durchzufüttern. Die Armut ist etwas fürchterliches, aber wir lösen das Problem nicht und Helfen auch niemanden, wenn wir so großzügig sind und es ihnen erlauben bei uns ARM sein zu dürfen. Der Wohlstand von Österreich ist nicht von selbst und über Nacht gekommen, es war ein langer Weg bis dorthin, auch in Österreich sind Menschen verhungert. Das in Österreich Brot in Mülltonnen wandert halte ich auch für falsch.
muttutgut, 26. 01. '10 22:29
Re: Die Zuwanderung erfolgt meistens nur aus wirtschaftlichen Gründen.
@badblackguy
Danke für Ihre lange, dreiteilige Antwort. Ich halte Ihre Position für nachvollziebar, aber sie ist auch etwas mutlos. Sie wollen eine nationale Festung aufbauen, die Ihren Wohlstand sichern soll. Ich denke dieses Rückzugsgefecht wird angesichts der globalisierten Ungerechtigkeit in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen nicht besonders erfolgreich verlaufen. Ein Staat muss natürlich Grenzen für die Zuwanderung setzen, da haben Sie schon recht. Was ich aber bekriteln muss, das ist die fehlende Perspektive der Regierung wie mit den wenigen tausend Zuwanderern lösungsorientiert umzugehen ist.
Der Ausländerhetze muss eine konstruktive Einwanderungspolitik entgegensetzt werden. Asylbewerbungshaft als perverse "Lösungsstrategie" der Innenministerin ist keine Ruhmestat.
keohane, 20. 01. '10 14:10
da wird einem schlecht
Um hier mal ein Missverständnis aus der Welt zu schaffen:

Die FPÖ ist eine Partei die die Ängste der Menschen instrumentalisiert um so an die Macht zu kommen. Das einzige was diese Partei interessiert ist größtmögliche Macht.

Dabei gehen sie nicht dumm vor. Die FPÖ hat weder zeitgemäße Integrationspolitische Lösungsvorschläge, geschweige denn Wirtschaftspolitische, Umweltpolitische oder Sozialpolitische.

Die Menschen sind aber anscheinend so verblendet durch Ihre Angst das sie nicht verstehen das diese Partei dann eben auch für andere Bereiche verantwortlich ist für die sie aber nicht qualifiziert ist.

Mit Hetze und Hass kann man kein Land regieren und das wird auch Österreich wahrscheinlich leider noch zu spüren bekommen.
Az78, 19. 01. '10 15:41
Daheim
Meinungspluralismus ist nicht gleich intellektueller Onanismus. Man sollte ein Problem kritisch von allen Seiten betrachten. Mir entgeht allerdings der folgende Betrachtungswinkel: Warum sind immer die Einheimischen fuer Integration verantwortlich? Warum sind die Einheimischen diejenigen, die "fremdenfeindlich" seien? Warum darf man nicht die Wahrheit aussprechen? Naemlich: Wenn man ungebeten (als Gastarbeiter, Student, you name it) in ein autonomes Land kommt, welches Sozialleistungen auf gleicher Basis zur Verfuegung stellt, sollte man den Anstand, den Respekt haben, sich die Kultur, die Sprache des Landes anzueignen. Wenn Sie sich in der Tuerkei oder Oman aufhalten moechten, werden Sie sich wohl anpassen. Warum sollen sich die Immigranten nicht anpassen? Ueberfremdete Wahloesterreicherin
muttutgut, 19. 01. '10 18:44
Re: Daheim
Die hunderttausenden Auslandsösterreicher werden in der ersten Generation auch keine Amerikaner oder Australier. Sie betreiben österreichische Theaterbühnen und finden sich in Volkstanzgruppen zusammen und sind oft österreichischer als die Österreicher im Heimatland. Ich finde das immer ein wenig skurril, aber zugleich auch irgendwie verständlich. Verstehen Sie das Verhalten z.B. der Auslandsburgenländer in Chicago, wenn sie Volkmusikgruppen oder Chöre aus Österreich einladen und nicht eifrig Square dance üben, damit sie ja nicht als Nichtamerikaner auffallen und damit ihre Ruhe vor Anfeindungen haben? Aber im Normalfall gibt es diese absurden Anfeindungen dort gar nicht.
postskriptum, 19. 01. '10 23:08
Re: Daheim
muttutgut...
Was soll d. Schmarrn?...z.B.d.vielen Ausl.Burgenländer sind bektl. gut integriert, ja fast schon assimiliert und sprechen besser Englisch als Deutsch.Natürlich feiert man manchmal volkstüml. Gruppenfeste (wie d.Iren od.Italiener dort auch), aber dann ist man wieder Amerikaner und macht business as usual. Österr. ist nicht Kanada od.Australien. Es fehlt uns an Fläche, aber auch die Motive der Leute, die zu uns kommen, sind ganz andere als bei den Immigranten, die in Nordamerika zuwandern od. Asyl wollen (Sozialsysteme zu verlockend i.Ö.).Ein Kleinstaat funktioniert eben anders und muss daher selektiver handeln...Massenzuwanderung inkl. Asylmissbrauch sind ruinös, Schadensbegrenzung wäre angesagt.Also,Österreich ist nicht Kanada,Australien und muss daher nicht besiedelt werden
muttutgut, 20. 01. '10 11:48
Re: Daheim
@ ps.
Ja vielleicht liegt die bessere Integration der österreichischen Auswanderer in der neuen Heimat auch an den Bürgern der Zuwanderungsländer. Man passt sich an freundliche Menschen einfach lieber an.
Haben Sie wirklich zu wenig Lebensraum? Das kann, wie die Geschichte zeigt, ordentlich ins Auge gehen.
Österreich ist ein Zuwanderungsland, ob Sie das wollen oder nicht. Mir ist es recht und Ihnen eben nicht. Was soll`s.