Missbrauch: Der Papst als Mitwisser
- Warum den Papst Mitverantwortung trifft
Der Skandal um sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche erreicht den Papst: warum Benedikt XVI. persönliche Mitverantwortung an der versuchten Vertuschung von Vergewaltigung, Nötigung und Belästigung trifft.
Doch, Joseph Alois Ratzinger, der Mann mit der sanften Stimme, dem leicht entrückten Blick und der sparsamen Gestik, kann auch anders. Er kann abweisend sein, herrisch und unhöflich. Er kann sogar zuschlagen. Brian Ross erlebte es am eigenen Leib, als er Ratzinger eine unbotmäßige Frage stellen wollte. Der Reporter des amerikanischen TV-Senders ABC hatte den Kleriker in Rom abgepasst und auf ein sensibles Thema angesprochen: den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester und Ordensleute in den USA.
Im not so informed to speak in this moment, murmelte Ratzinger zunächst sichtlich verblüfft, fasste sich dann aber und wurde zusehends grantig um dem Journalisten schließlich erbost mit der flachen Hand auf die Finger zu hauen. Das geschah im Jahr 2002, als Ratzinger noch Kardinal und Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation war. Heute würde Ross auf offener Straße keine zehn Meter mehr an Ratzinger herankommen. Letzterer ist inzwischen Papst, nennt sich Benedikt XVI. und gewährt Interviews nur handverlesenen Vatikan-Berichterstattern. Allerdings: Um das Thema Kindesmissbrauch kommt Benedikt XVI. noch weniger herum als Joseph Kardinal Ratzinger vor acht Jahren.
Konnte die Kirche den Mitte der neunziger Jahre von profil enthüllten Fall Groer (siehe Gastkommentar von Josef Votzi auf Seite 26) noch als bedauerlichen Einzelfall abtun, muss sie nun eingestehen, dass sexuelle Übergriffe durch Geistliche ein massenhaft auftretendes Phänomen sind.
Allein seit Jahresbeginn sind in Europa hunderte neue Verdachtsfälle bekannt geworden, in denen sich Kleriker an Minderjährigen vergangen haben sollen. In den Niederlanden meldeten sich binnen weniger Tage rund 200 mutmaßliche Opfer, in Deutschland mehr als 150, in Österreich ist die Rede von mindestens 30.
Die Vorwürfe, die hierzulande zuletzt sehr konkret im Ö1-Morgenjournal, dem Falter und den Oberösterreichischen Nachrichten erhoben wurden, betreffen alle denkbaren Bereiche des kirchlichen Lebens: Pfarren, Klöster, Heime, Internate und Schulen. Ehemalige Zöglinge berichten dabei sowohl von sexueller als auch von körperlicher Gewaltanwendung. Vergangene Woche musste sogar Georg Ratzinger, Bruder des Papstes und selbst Kleriker, zugeben, als Leiter der Regensburger Domspatzen Schüler geschlagen zu haben.
Im Nervenzentrum. Nicht nur in Europa scheint nun der Damm gebrochen zu sein. In den USA musste die katholische Kirche inzwischen mehr als 10.000 Missbrauchsopfer entschädigen. Und in Lateinamerika ist der Vatikan mit einem geradezu monströsen Fall konfrontiert, der in das direkte Umfeld von Papst Benedikt XVI. weist jenem von Marcial Maciel Degollado, Gründer der Kongregation der Legionäre Christi, des wichtigsten Laienordens der Region. Obwohl es ein offenes Geheimnis war, dass Père Maciel dutzende Kinder geschändet hatte, musste er sich niemals einem Verfahren stellen. Das wurde unter anderem mithilfe von Benedikt XVI. verhindert.
Nicht nur in diesem Fall trifft den Papst Mitverantwortung für die unterbliebene Aufklärung und Ahndung von Missbrauchsfällen durch Kleriker. Unzählige weitere Vergewaltigungen und Übergriffe wurden im Geheimen von jener vatikanischen Behörde abgehandelt, der Joseph Kardinal Ratzinger in den Jahren 1981 bis 2005 als Präfekt vorstand also fast ein Vierteljahrhundert lang: der Kongregation für die Glaubenslehre im Palazzo del SantUffizio, die sich hinter den Kolonnaden des Petersplatzes versteckt.
Hervorgegangen aus der Inquisitionsbehörde, ist sie so etwas wie das Nervenzentrum der Kirche. Sie besteht aus drei Sektionen, die sich mit Doktrin-, Ehe- und Disziplinarfragen beschäftigen. Hier laufen alle sensiblen Informationen aus den 2131 katholischen Diözesen in aller Welt zusammen. Man darf etwa annehmen, dass Joseph Ratzinger im Palazzo del SantUffizio als einer der Ersten von den Vorwürfen in Kenntnis gesetzt wurde, die 1995 gegen den Wiener Kardinal Hans-Hermann Groer auftauchten.
Es ist nicht bekannt, ob Ratzinger damals schon ahnte, was mit den Aussagen des früheren Groer-Zöglings Josef Hartmann in Gang kommen sollte. Noch glaubte der Vatikan offenbar, die leidige Debatte über Kindesmissbrauch durch Kleriker mit ein wenig Mauern und Täuschen rasch aus der Welt schaffen zu können. Das schien auch zu gelingen: Die Zahl der Opfer, die sich infolge der Affäre Groer an die Öffentlichkeit wagten, blieb vorerst gering. Das Tabu war zwar gebrochen, das Ausmaß der Übergriffe aber noch längst nicht abzusehen.
Sechs Jahre später unterzeichnete Joseph Kardinal Ratzinger im Palazzo del SantUffizio ein Papier, das sich nunmehr liest wie ein Leitfaden zur Vertuschung von Missbrauchsfällen auch wenn die Kirche das Gegenteil behauptet. Es trägt den lateinischen Titel De delictis gravioribus (Über schwere Verbrechen) und wurde vom damaligen Papst Johannes Paul II. approbiert. Darin wird der Umgang der Kirche mit Straftaten gegen die Heiligkeit des hochheiligen eucharistischen Opfers und Sakramente, gegen die Heiligkeit des Bußsakramentes und gegen die Sittlichkeit geregelt.
Das Dokument legt eines nahe: Dass Joseph Kardinal Ratzinger als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre not so informed über Missbrauchsvorwürfe war, wie er es 2002 barsch behauptete, ist wenig glaubwürdig. De delictis gravioribus fordert nämlich Folgendes: Wenn ein Bischof oder Hierarch auch nur vage Kenntnis von einer derartigen Straftat hat, muss er sie nach abgeschlossener Voruntersuchung an die Glaubenskongregation weitermelden.
Diese entscheidet anschließend über das weitere Vorgehen. Ordnet sie einen Gerichtsprozess nach dem Kirchenrecht an, dann läuft dieser jedenfalls ähnlich ab wie die Militärtribunale von Guantanamo: ohne einen einzigen unabhängigen Beteiligten. An den bei den Bischöfen eingerichteten Gerichtshöfen dürfen für diese Strafverfahren nur Priester die Ämter des Richters, des Kirchenanwalts, des Notars und des Strafverteidigers gültig wahrnehmen, ordnet das Papier unmissverständlich an. Und weiter: Prozesse dieser Art unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung.
Wie viele derartige Meldungen bei der Kongregation und damit bei Ratzinger eingegangen sind, zu welchen Verfahren sie geführt haben und welche Konsequenzen sie hatten: Darüber schweigt der Vatikan.
Vertuschung? Da sei Papst-Sprecher Frederico Lombardi vor: Wer ,De delictis gravioribus kennt und versteht, worum es sich dreht, weiß, dass es ein entschiedenes Signal war, um den Bischöfen die Schwere des Problems ins Bewusstsein zu rufen und konkrete Impulse zu Leitlinien für den Umgang damit zu geben.
Alles halb so wild, versichert auch Matthias Knopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz: Die kirchliche Unterstützung der staatlichen Strafverfolgungsbehörden bleibt davon unberührt. Dass kirchliche Behörden von sich aus Anzeige bei den Behörden erstatten, ist bislang noch nie vorgekommen. Das ist in unserer Rechtsordnung nicht vorgesehen, sagt Erich Leitenberger, Sprecher der Österreichischen Bischofskonferenz. Das können nur Mitarbeiter der Kirche als Privatpersonen tun. Er wolle auch nicht ausschließen, dass das auch schon geschehen sei.
Selbstanzeige. In der Regel bleibt es aber beim Appell, sich zu stellen. Wir empfehlen ganz konsequent, dass man sich selbst anzeigen soll, erklärte Maximilian Fürnsinn, Vorsitzender der Superiorenkonferenz und Propst von Stift Herzogenburg, vergangenen Mittwoch in der ZiB 2. Die Institution mit dem höchsten moralischen Anspruch an Gläubige stellt es ihren Mitarbeitern mehr oder minder frei, Verantwortung für Verbrechen zu übernehmen oder nicht.
Auch sonst hatten die klerikalen Täter bislang keine besonders schwer wiegenden Konsequenzen zu befürchten. Sie wurden stillschweigend versetzt, nur besonders schwere Fälle mussten aus dem Priester- und Ordensdienst ausscheiden. Opfer bekamen in manchen Fällen finanzielle Angebote dafür, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen man kann darin Schmerzensgeld sehen, wie es die Kirche tut. Schweigegeld trifft es aber wohl doch besser.
Und wenn ein Täter seine Verbrechen gegenüber einem anderen Geistlichen bei der Beichte gesteht, passiert überhaupt nichts: Das Beichtgeheimnis steht für den Klerus über jeglichem Strafverfolgungsinteresse, selbst jenem des Kirchenrechts. Im toten Winkel zwischen von ganz oben angeordneter Diskretion, staatlicher und religiöser Jurisdiktion und dem Sakrament der Beichte konnten es sich Sextäter in der Vergangenheit kommod einrichten nicht zuletzt auch dank De delictis gravioribus.
Mehr noch: Sie konnten mit geradezu teuflischer Perfidie Macht über ihre Opfer ausüben. Wie zum Beispiel über jenen Zwölfjährigen, der in den sechziger Jahren in Salzburg von zwei Patres missbraucht wurde. Als er sich einem anderen Geistlichen anvertrauen wollte, vergewaltigte ihn auch noch dieser. Und anschließend musste er seine eigene Schändung einem der Peiniger als Sünde beichten.
Allerdings: Der Fall liegt nun vier Jahrzehnte zurück. Auch wenn die Kirche jammervoll darauf hinweist, dass es auch in anderen Institutionen zu Missbrauchsfällen kommt und eine Teilschuld auf die allgemeine Sexualisierung der Gesellschaft abzuwälzen versucht der Druck auf sie ist so groß geworden, dass sie sich nicht mehr vollständig gegen eine Aufklärung sperren kann.
Immerhin könnte sie durch die Wucht der in den vergangenen Wochen erhobenen Vorwürfe in eine Krise stürzen, die dramatischer ist als jede zuvor: Zehntausende Gläubige werden ihr den Rücken kehren, manchen ihrer schulischen Institutionen droht durch den dramatischen Image- und Vertrauensverlust der Bankrott. Zudem werden vermutlich auch umfangreiche Wiedergutmachungszahlungen fällig. In den USA musste die Kirche im Jahr 2006 rund 1,5 Milliarden Dollar Entschädigungen zahlen, in Irland mehr als 100 Millionen Euro.
Im Zusammenhang mit den dortigen Missbrauchsfällen hat Benedikt XVI. sexuelle Übergriffe auf Kinder als abscheulich gebrandmarkt. Vergangenen Freitag empfing er eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz zum Rapport. Die versprach anschließend weitere Aufklärung. Als vorbildhaft dafür nannte der Vatikan Österreich, wo der Wiener Kardinal Christoph Schönborn Freitagfrüh zu einer echten Umkehr in der Kirche aufrief.
Wenige Stunden später wurden aus Oberösterreich wieder neue Verdachtsfälle bekannt. Es werden nicht die letzten bleiben.
18.3.2010 17:11
Homeboy62, 20. 03. '10 03:01
Warum
Warum werden Vergewaltiger aus den reihen der Kirche nicht in U-Haft genommen, vor Gericht gestellt und verurteilt, wie jeder andere Täter? Statt dessen wurde vertuscht und geschwiegen und das über viele Jahrzehnte. Ich bin für eine rückwirkende Aufhebung der Verjährung, die Traumata der Opfer verjähren auch nicht. Die Täter in Untersuchungshaft (Wiederholungsgefahr!) genommen und vor Gericht gestellt. Die Mitwisser und an der Vertuschung und Einschüchterung der Opfer beteiligten Personen sollten sich ebenso vor Gericht verantworten müssen. Entschädigung der Opfer ist ohnehin selbstverständlich. Letztendlich kann dadurch auch weiteres Leid von Kindern und Jugendlichen verhindert werden, wenn die einschlägig bekannten Vergewaltiger und Sadisten aus dem Verkehr gezogen werden.
chaneu, 19. 03. '10 12:24
das wär doch endlich der anlass dafür:
die zwangsbesteuerung aufzuheben
den zwangsunterricht zu verbieten
kirche ist / hat so privat zu sein, wie der glaube auch. die eltern die der kirche vertrauen können ihre kinder ja in derern schulen und klöster schicken, von denen es ja genügend gibt.
die prieser werden gerne bereit sein, für die aufklärung der kleinen zu sorgen und sie in die sexalität "einführen"
in den öffentlichen schulen würde dann endlich das thema islamischer religionsunterricht oder islamische halbmond versus kreuz, ein ende finden.
verbot von religion an öffentlichen schulen
verbot von zwangsmitgliedschaft in religösen sekten (katholen und islamen..)
samaipata, 19. 03. '10 03:41
Enthauptet die Kirche
Nach den neuesten Meldungen aus den Niederlanden wurden jahrelang blinde Kinder sexuell misshandelt. In der Klasse neben den blinden Mitschülern oder sie wiurden in eine Abstellkammer geträngt,
Enthauptet die Kirche, die sich wie eine Hydra mit all ihren Tentakel in alle Fugen unserer Gesellschaft gedrängt hat, Ohne hier religiöse Gefühle zu verletzten, aber diese Institution Kirche soll in der obersten Etage beginnend systematisch in ihrer Macht eleminiert werden. Einmal meinte ich der Papst soll seinen Messwein trinken und sich im Morgengrauen davonstehlen wie ein Dieb in der Nacht und die Bruderschaft soll ihm folgen wie die Flöhe dem Hund. Nein jetzt soll wie jeder Verbrecher zur Verantwortung gezogen werden und denn den Säuen zum Frass vorgeworfen werden, denn Ratzinger wusste allles
Sensor, 21. 03. '10 09:03
Re: Enthauptet die Kirche
Der Papst soll unverzüglich zurücktreten!!!!!
bpallmann@hotmail.com, 18. 03. '10 23:26
Polizei Straubing (Niederbaiern) "Seit 5 Uhr 45 wir auf dich, du Sau...
..zurückgeschossen" der Beamte heisst Breu und gibt "keine Auskunft" zum Schreier, dem "Soller"..sagt aber, der ist ein Ultrarechter. Immehin, Polzei Baiern. BP
clavacs, 17. 03. '10 17:03
Orientierung
Meine Vorstellungen zu Kulturen, Religionen, Wissenschaft sind ab sofort unter www.mitwirken.eu / Leben leben ... zum Download abrufbar.
JOHANN KLAWATSCH als Bundespräsident!
LEBEN-MENSCHSEIN-DEMOKRATIE
bpallmann@hotmail.com, 17. 03. '10 07:27
In Bayern killt der Sex die CSU-Inquisition - ihr Scherge, Alois Glück (CSU)
Es sollte ein Ehrenamt sein, das der CSU-Oberstratege Alois Glück übernahm: weltliches, bayrisches Sprachrohr der Katholischen Kirche im Verbund mit einem Niederbayern, dem Sepp Ratzinger. Was vor Jahrhunderten die Scheiterhaufen der Inquistition schürte, das wurde von Glück mo(r)dernisiert und pervertiert. Übrig blieben nach zwei Wahlniederlagen der inzwischen verzwergten CSU-Clique schließlich nur noch die Fluchtburgen der Katholiken im Freistaat, aus denen Glück heraus die totale Kapitulation hinauszögerte. Die Medien wie "Fokus" und die "Süddeutsche" kommentierten das mit deftigen Schlagzeilen, wie etwa "vom Oberstrategen der CSU, dem Strippenzieher - zum Oberkatholiken!". Er und Barbara Stamm, Präsidentin des Bayr. Landtags, sehr schlagfertig als Erziehern, gefürchtet, gehen unter.
samaipata, 17. 03. '10 00:55
teulische Perfidie
Ja etimmt, dass die Kirche mit teiflischer Perfidie ihre Macht ausdehnte und noch ausdehnt wird. wenn ihr nicht jetzt die entscheiden Fundamente zerstört.
Ein kleines Beispiel aus dem 15.Jahrhundert. Als die Spanier die Indios entdeckten entdeckten sie das Kokain. Da selbes die Ausbreitung der ihrer Lehren behinderte wurde es verboten und als satanisch abgetan
Doch dann fanden die Spanier den Monte del 'Oro, einen unermesslichen Goldreichtum. Um die Indios, ail ihre Sklven beim Abbau die Leistung noch mehr zu steigern, wiurde Ihnen Kokai in jeder Form gegeben und die Kirche annullierte ihr Verbot
samaipata, 17. 03. '10 01:16
Missbräuche nussten vertuscht werden
Hoffentlich lesen einige Poster und besonders das Profil selbst dieses vertrauliche Dokument durch . Die entscheidenden Stellen sind
blau umrandet und gerade dieses Dokument hat Ratzinger 2001 in seiner Form und Inhalt bestätigt. Hier nochmals die Webadress( Dokument als pdf -http://image.guardian.co.uk/sys-files/Ob... ).
samaipata, 17. 03. '10 18:25
Re: teulische Perfidie
An den vielen Flüchtigkeitsfehlern,sehe ich, dass ich schon sehr müde war, aber ich wollte dies Information unbedingt ins Forum stellen,
Nach den heutigen Meldungen aus Vorarlbberg kann ich nur sagen enthaupet die Kirche. Es ist eine Organisation von Verbrechern eine Mafia, einKartel ,die Triaden, die Jacuzza,eben eine Hydra mit vielen Köpfen :Unter dem Schutzschild des Zölibats treffensich perverse Pschopathen, die zu jeder nur erdenklichen Scweinerei fähig sind
samaipata, 16. 03. '10 23:58
Warum schweigt der Papst?
Das könnten auch die Medien aufgreifen.
Ratzinger befahl Bischöfen die systematische Vertuschung sexuuellen Missbrauchs
2003 berichtete der Observer von einem vertraulichen Dokument, das vierzig Jahre zuvor mit dem Siegel von Papst Johannes XXIII an alle katholischen Bischöfe weltweit gesandt wurde (hier das Dokument als pdf -http://image.guardian.co.uk/sys-files/Ob... ).
2005 legte das amerikanische Polit-Blog Daily Kos nach. Der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger, heute besser bekannt als Benedikt XVI, hatte 2001 in einem weiteren Rundschreiben ausdrücklich die Weitergeltung des päpstlichen Dokuments von 1962 bestätigt.
Für den Fall, dass die Opfer des Missbrauchs sich an kirchliche Stellen wenden, sollen auch sie einen Eid schwören, dass sie Stillschweigen bewahren werden.
Sensor, 21. 03. '10 08:55
Re: Warum schweigt der Papst?
Der Papst soll sofort zurücktreten!!!!!
thesi52, 16. 03. '10 19:38
hier das Video zu Brian Ross
http://www.youtube.com/watch?v=DhEUwxadh7U
ein eigenartiges bild...
derpradler, 16. 03. '10 19:09
Das aller Schlimmste ist aber
die Naivität der Öffentlichkeit. Herrschaften diese Mißbrauchsfälle sind keine neuzeitige Krankheit, das ist die katholische Kirche, wie sie leibt und lebt. Jahrhunderte haben die Herrschaften Wasser gepredigt und Wein getrunken. Wen wundert es, daß der Papst sich in Zurückhaltung übt, eine Tugend die, die Kirchemänner und Frauen wenn es um das Abreagieren ihrer Perversitäten ging und geht, nicht kannten und nicht kennen!
Agathus, 14. 03. '10 16:25
Das Kind mit dem Bade ausschütten
Auch mir geht gegen den Strich, was da an die Öffentlichkeit kommt. Doch die Reaktion darauf halte ich für stark überzogen, weil es zumindest einige Fälle gibt, die als sexuelle Übergriffe dargestellt werden, sich jedoch aus dem täglichen Umgang zwischen Buben und deren Erziehern ergeben. Mit manchen, die sich heute als Opfer von sexueller Gewalt sehen, dürfte unzweifelhaft auch deren Fantasie durchgehen.
Ich war in den 1950iger Jahren selbst Schüler eines Stiftsgymnasiums und bin heute meinen damaligen Lehrern im Ordensgewand noch unendlich dankbar, was sie mir für das Leben mitgegeben haben. Von sexuellen Übergriffen zwischen Schülern und Lehrern oder auch zwischen Schülern habe ich in all den Jahren nichts mitbekommen.
HSpieler, 14. 03. '10 17:49
Re: Das Kind mit dem Bade ausschütten
welche "Fälle" ergeben sich denn "aus dem täglichen Umgang zwischen Buben und Erziehern"?
Agathus, 14. 03. '10 23:44
Re: Das Kind mit dem Bade ausschütten
II. In der allgemeinen Hysterie, die den gesamten deutschsprachigen Raum bereits erfasst hat, werde ich mir als ein in die Jahre gekommener Mann wohl künftig auch überlegen müssen, ob es nicht ratsamer ist, das freundliche Zuwinken eines lieben Mäderls nicht zu erwidern oder es besser zu unterlassen ist, einen Buben freundschaftlich auf die Schultern zu klopfen oder ihn gar bei der Hand zu nehmen, um mich nicht den Verdacht auszusetzen, ein potentieller Kinderschänder oder Sexstrolch zu sein.
Agathus, 14. 03. '10 23:47
Re: Das Kind mit dem Bade ausschütten
I. Um Ihnen auf die Sprünge zu helfen: Im Sport –bei Ballspielen zum Beispiel- oder aber um Streithähne auseinander zu treiben, sind Körperkontakte nicht zu vermeiden, die zarte Seelen als sexuelle Belästigung empfinden könnten, während robustere Typen nichts dabei finden.
Erinnern darf ich wohl auch, dass die Athleten im alten Griechenland nackt um den Sieg gekämpft haben, ganz sicher nicht, um sich so zu begeilen. Ausdruck einer ausgeprägten Körperkultur war das; die Schönheit des menschlichen Körpers war so gleichzeitig auch Teil des Wettstreites.
nra4ever, 15. 03. '10 14:47
Re: Das Kind mit dem Bade ausschütten
@ Agathus
... gerade die alten Griechen zu erwähnen um den Verdacht der Päderasie zu bestreiten ist ein wenig paradox! Beim Soprt und Spiel - egal mit welchen Bällen - sollte der Unterschied zu sexuellen Belästigung auch für minderzahrte Seelen durchaus erkennbar sein.
bachter, 16. 03. '10 11:50
Re: Das Kind mit dem Bade ausschütten
Lieber Agathus, in diesen Fällen von Hystrie zu sprechen ist schon sehr hagebüchern, aber halt römisch katholisch.
Sie sollten sich mindestens die 10 Gebote dringend zu Herzen
nehmen.
Countdawn1, 16. 03. '10 15:12
Re: Das Kind mit dem Bade ausschütten
Herr Agathus,
wenn es Ihnen gegen den Strich geht, was jetzt offenbar wird, so ist das ein Zeichen, das Sie das offenbar lieber nicht hören würden und besser weiterhin unter dem Teppich hätten. Seien Sie aber froh, wenn Sie selbst nicht zum Opfer wurden.
Das apostrophierte "Kind" aber sollte schleunigst aus dem "Bad" geholt werden, das ich eher einen Sumpf, wenn nicht gar Kloake nennen würde.
Wer so mit Kindern umging, (und ich war betroffen und Zeuge), dem sollte man nie wieder Kinder anvertrauen.
Ihre Gutgläubigkeit Herr Agathus leistet sexueller Misshandlung Vorschub und nur durch Einstellungen Ihrer Art waren solche Verbrechen überhaupt möglich.
Auch mir wurde seinerzeit (12-jährig) kindliche Phantasie vorgeworfen, wonach die Missbräuche munter weitergingen und erst 1995 aufkamen.
grauwolf49, 14. 03. '10 13:15
Nix Neues!
Warum tut man jetzt so überrascht, weil bei den Katholen sexuelle Mißbräuche aufgedeckt werden. Das geht doch seit Jahrhunderten so. Mir ist Gleiches vor 54 Jahren passiert und es wäre damals sinnlos gewesen, es irgendjemand zu erzählen. Wer hätte einem 7-jährigen geglaubt? Gegen die Autorität eines >Hochwürden<. Ich finde es sehr gut, daß das jetzt in die Öffentlichkeit kommt und verurteile diese Mißbräuche ganz entschieden. Aber so tun, als wäre es was Neues ...? Nein
Countdawn1, 16. 03. '10 14:51
Re: Nix Neues!
Es is nix neues, stimmt!
Aber sollte nicht endlich das Hochkommen der Vorfälle genutzt werden, um ein System das Verbrechen deckt zu beenden?
Die Kirche will mit einer internen Projektgruppe eine gesamtösterreichische Missbrauchsstatistik erstellen?
Welch ein Hohn! Und der Staat (eng verbandelt mit der Kirche) schaut untätig zu!
Hier wollen sich wieder einmal die Böcke selbst zum Gärtner machen.
Was jetzt nötig ist, ist ein ausserkirchliches "Aktionsbündnis gegen sexuelle Misshandlung" und ein Dokumentationsarchiv.
Ich suche Gleichgesinnte und HelferInnen, die außerkirchlich mitarbeiten wollen, Fälle zu dokumentieren und eine Anlaufstelle für Opfer und Täter gründen, damit endlich Gerechtigkeit und Wiedergutmachung Platz greifen kann. Bitte melden bei: calendersign@gmx.at
mks62, 14. 03. '10 08:50
Misshandlung, Vertuschung, Wegschauen
Völlig egal, wo man in Österreich misshandelt wird: Ob als Kind von katholischen Priesters, als Ausländer von der Polizei - oder wie in meinem Fall in einer Grazer Klinik. Es wird vertuscht, vertuscht und nochmals vertuscht. Und danach weggeschaut. Die Opfer lässt man allein; die Täter dürfen ungeniert weitermachen.
http://www.graz.coolix.com