Niederösterreich: Wurde bei der Gemeinderatswahl geschummelt?
23 angemeldete Bewohner in einem Bürohaus, dubiose Unterschriften auf Wahlkarten, polnische Erntehelfer in der Wahlzelle: Wurde bei der Gemeinderatswahl geschummelt?
Bürgermeister Johann Auerböck, 69, ist ungehalten: Haben Sie keine anderen Sorgen? Die Frage, warum in seinem Haus in Aspang-Markt, wo er mit Frau und Sohn lebt, insgesamt elf Leute gemeldet sind, erbost ihn. Meine Kinder sind das, mein Bruder, seine Frau, die Söhne. Sonst noch was?
Alle elf wählten am 14. März den neuen Gemeinderat mit. Der ÖVP-Ortskaiser, der seit zwei Jahrzehnten in Aspang-Markt regiert, erschien im Wahllokal, ebenso seine Frau und sein Sohn, der das Dorfgasthaus betreibt. Acht weitere Personen mit selbiger Meldeadresse stimmten per Briefwahl ab. Auerböck räumt ein, dass sie alle nicht bei ihm wohnen.
Es sei aber üblich, Menschen, die sich der Gemeinde verbunden fühlten, hier auch zu melden. Und er verweist auf einen Gemeinderat der SPÖ, der seine beiden Töchter auch bei sich gemeldet habe. Ein Anruf bestätigt das prompt. Allerdings hatte der Bürgermeister nicht dazugesagt, dass die Mädchen 16 und 17 Jahre alt sind und keinen anderen Wohnsitz haben.
Niederösterreich ist neben dem Burgenland das einzige Bundesland, in dem bei Gemeinderats- und Landtagswahlen auch Zweitwohnungsbesitzer mitstimmen. Wer zum Stichtag 14. Dezember 2009 in Niederösterreich eine Meldeadresse besaß, durfte sein Kreuzerl machen. Dafür musste man nicht einmal außer Haus gehen. Erstmals war auch die Briefwahl möglich.
Das niederösterreichische Wahlrecht verleitet freilich zu allerlei Tricks. Und die Kontrolle vor Ort funktioniert nicht. Davon profitiert die stärkste Partei. ÖVP-Landesparteigeschäftsführer Gerhard Karner preist wenig überraschend das Wahlrecht in den höchsten Tönen: Damit haben wir die Wahlbeteiligung erhöht. Demokratiepolitische Zweifel lässt er nicht gelten: Nur weil die Blauen ein laues Ergebnis haben, die SPÖ verloren hat, die Grünen abgestürzt sind, brauchen sie nicht pauschal Bürgermeister zu verdächtigen.
Aspang-Markt ist nicht untypisch. Die kleine ÖVP-Gemeinde schrumpft seit Jahrzehnten und zählt heute 1850 Einwohner. Die Zahl der Wahlberechtigten stieg bei der Gemeinderatswahl dennoch auf 1966. Bei nationalen Urnengängen liegt sie regelmäßig unter 1600. Die Differenz könnten Zweitwohnungsbesitzer sein. Doch SPÖ-Vorsitzender Gerhard Tauchner weiß nicht, wo sich die verstecken. Mit Argwohn beobachtete er, dass fast alle schwarzen Gemeinderäte Kinder, die längst woanders leben, angemeldet lassen. Auch die Heimatgemeinde des ÖVP-Abgeordneten Heribert Donnerbauer, das malerisch an der Thaya gelegene Hardegg, hat immer nur Einwohner verloren. Die Zahl der Wahlberechtigten stieg jedoch gegenüber 2005 um 250.
Mit diesem Wahlrecht ist Schindluder Tür und Tor geöffnet, sagt René Wunderl, SPÖ-Funktionär aus Warth. In manchen Gemeinderäten entschieden Menschen, die sich kaum im Ort blicken lassen, über mehrere Mandate. Das ist nicht ungesetzlich, aber es verfälscht die politischen Verhältnisse, glaubt Ewald Sacher, SPÖ-Vorsitzender von Krems und Mitglied des Nationalrats. In Wien, wo Sacher eine kleine Wohnung besitzt, darf er nicht wählen. In Niederösterreich könnte er sich fünf Meldeadressen zulegen und fünfmal seine Stimme abgeben.
Beispiel Rossatz: Über 400 Menschen verfügen in der kleinen Gemeinde in der Wachau über einen Nebenwohnsitz. Auch die Camper, die im Sommer am Donauufer ausharren, bekamen Post vom Bürgermeister. Tatsächlich meldeten sich einige von ihnen bei Ortsansässigen an und gingen wählen. Die SPÖ verlor drei Mandate. Kürzlich stieß SPÖ-Ortsobmann Erwin Weiß auf einen wohlhabenden Bankdirektor, mit Sommerresidenz in Rossatz, an dessen Adresse zehn Personen gemeldet sind. Der Bankdirektor und seine Frau wählten in der Wahlzelle, die restlichen acht schickten ihre Stimme per Post.
Anders als die Wachaugemeinde Rossatz hat Würflach Touristen wenig zu bieten. Dennoch soll es hier 300 Zweitwohnsitze geben. Der ÖVP-Obmann, der mit Frau und Sohn in einem Haus lebt, hat sechs weitere Personen angemeldet. Im Haus eines nach Deutschland ausgewanderten Würflachers leben zwei Personen tatsächlich, neun weitere deutsche Staatsbürger sind gemeldet.
In Wullersdorf im Weinviertel wurden 346 Wahlkarten ausgestellt. Darunter waren viele Namen, die wir noch nie gehört haben, auch tschechische und slowakische, berichtet SPÖ-Gemeinderat Gerhard Sklenar. Erntehelfer sind als EU-Bürger zwar wahlberechtigt, nur sind sie im Moment nicht da. Sklenar kam das komisch vor: Wer hat ihre Wahlkarten beantragt? Wer hat sie ausgefüllt? Mitte vergangener Woche pilgerte er aufs Gemeindeamt, um die Unterschriften auf den Wahlkarten mit jenen auf den Anträgen zu vergleichen. Doch der Bürgermeister ließ die Akten wegsperren.
Paudorf, die einzige SPÖ-Gemeinde im Bezirk Krems (Einwohner: 2400, ohne Zweitwohnungsbesitzer), liegt am Fuß des Stiftes Göttweig. Am Wahlsonntag hatten die Winzer der Region mehrere Erntehelfer im Schlepptau. Etwa 20 Polen, deren Bezug zum Ort darin besteht, dass sie im Herbst bei der Weinlese helfen, machten ihr Kreuzerl. Ihre Namen waren auf der Wählerliste vermerkt. Ein Wahlhelfer: Wir haben nicht damit gerechnet, dass es die ÖVP so bunt treibt.
Auch in der Bezirksstadt Mödling rieben sich am Wahltag viele die Augen. 18.706 Wähler waren zugelassen, um 1355 mehr als bei der Wahl 2005. Rund 300 davon in der Altersgruppe zwischen 16 und 18, die auf kommunaler Ebene zum ersten Mal wählten. Zieht man die ab, bleiben tausend über, bei denen man sich fragt: Wo kommen die her?, sagt Vizebürgermeister Andreas Holzmann (SPÖ). Die Zahl der Wahlkarten explodierte auf 1200. Bei den bisherigen Urnengängen waren es nie mehr als 500 gewesen. Als er gewisse Gerüchte überprüfen wollte, hielt der Bürgermeister die Hand auf den Wahlakt: Frist abgelaufen.
Kuriose Auswüchse zeigte der Maximierungseifer in Guntersdorf, Bezirk Hollabrunn, wo ÖVP-Bürgermeister Günther Bradac das Zepter schwingt.
Nach dem Motto Ein Mann, drei Stimmen wählte Bradac nicht nur in seiner Heimatgemeinde, sondern auch in seinen Nebenwohnsitzen Wullersdorf und Hollabrunn. In Hollabrunn wollte er sich bei seiner Mutter registrieren lassen, irrte sich aber bei der Hausnummer. Jetzt sind er und seine Frau bei einem Obstgarten angemeldet, sagt der Hollabrunner Grüne Manfred Weigel. In den Monaten vor der Wahl seien hunderte Nebenwohnsitze bezogen worden. In der Hollabrunner Amtsgasse steht ein Bürohaus der Wirtschaftskammer Niederösterreich, das im Moment eingerüstet ist. 23 Zweitwohnsitzer sollen hier gemeldet sein, obwohl es im Gebäude keine Wohnungen gibt. Der stellvertretende Gemeindewahlleiter von Hollabrunn, Helmut Schneider, schmettert Kritik ab: Man hätte solche Fälle beeinspruchen können. Jetzt ist es zu spät.
Im 300-Seelen-Dorf Raschala südlich von Hollabrunn tauchte im Wählerverzeichnis der Name einer betagten Dame auf. Die 90-Jährige wurde in einem Pflegeheim in Neunkirchen gefunden. Weigel will prüfen lassen, wie ihr Name auf die Liste kam. Er hätte gerne die Unterschrift auf ihrer Wahlkarte gesehen. Doch man verwehrte ihm den Zugang. Das Problem: Früher wurden Wähler, die das Haus nicht verlassen konnten, von fliegenden Wahlkommissionen besucht, die mit Vertretern aller Parteien besetzt waren. Nun mehren sich Berichte über Bürgermeister, die ihre Klientel unaufgefordert beehren, um Wahlkarten zu überreichen. Manche sollen beim Ausfüllen daneben stehen geblieben sein. Full Service sozusagen.
Für Reinhard Windpassinger, dreißig Jahre lang roter Gemeinderat in Purgstall an der Erlauf, untergraben solche Vorfälle die geheime Wahl: Ich habe kein Problem damit, dass man für einen Nachbarn, der im Rollstuhl sitzt, eine Wahlkarte holt. Aber dafür braucht man eine Vollmacht. In Purgstall habe die ÖVP-Bürgermeisterin Wahlkarten im Pflegeheim vorbeigebracht. Windpassinger würde zu gern wissen, ob sie auch beim Ausfüllen dabei war.
Höflein an der Donau ist fest in schwarzer Hand. Die SPÖ verlor hier drei Mandate, die ÖVP hält nun 14 von 19 Sitzen im Gemeinderat. Am Wahlsonntag fielen Andreas Schnodritz, dem SPÖ-Mann in der Wahlkommission, drei Wahlkarten mit ein und derselben Unterschrift auf: Der Bürgermeister wollte uns einreden, dass die Unterschriften nur ähnlich sind. Dabei hat ein Blinder gesehen, dass da jemand für drei Leute unterzeichnet hat. Der Bürgermeister erklärte die Karten für gültig, Schodritz protestierte: Das führte aber nur dazu, dass der Vorfall protokolliert wurde.
Die Bürgermeister entscheiden über Jobs, Hortzuschüsse und Baugenehmigungen. Das erklärt, warum kaum ein Wählerverzeichnis angefochten wurde. Demokratiepolitisch ist das ein Irrsinn, da fällt jede Kontrolle vor Ort flach, stöhnt der grüne Landesgeschäftsführer Thomas Huber. Bei der Landtagswahl 2008 löste Huber einen Wirbel aus, als er öffentlich anprangerte, dass er zweimal wählen könnte: einmal an seinem Hauptwohnsitz in Amstetten, einmal in Baden, wo er ebenfalls gemeldet ist. Das werde abgestellt, hieß es damals. In Wirklichkeit wurde es noch ausgebaut.
Am 24. April entscheidet die Landeswahlbehörde über alle Einsprüche. Viel Zutrauen hat Wolfgang Scharinger, Chef der FPÖ Hollabrunn, in die Arbeit der Gremien nicht: Wenn man einen Einspruch macht, hat die ÖVP wieder die Mehrheit und kann ihn niederstimmen. Der Grüne Manfred Weigel würde am liebsten unabhängige Wahlbeobachter der OECD nach Niederösterreich holen: Die hätten hier einiges zu tun.
27.3.2010 16:53
insider99, 11. 04. '10 12:10
stimmt wohl
das nächste mal sollten beobachter der oecd angefordert werden. das nö-wahlrecht öffnet tür und tor für erlaubte, zwielichtige und nicht-erlaubte manipulationen. das beginnt beim aufstellen einer wahlliste, die doppelt so lange ist, wie überhaupt mandate zu vergeben sind. jeder möglichst aus einer anderen sippe und mit hunderten vorzugsstimmen ausgestattet, um wie bei einem strukturvertrieb herumgeschickt bei freunden und bekannten. nicht selten wird ihnen dann gesagt, dass man ruhig eine andere partei wählen kann, nur halt die vorzugsstimme soll man ihnen geben. ein spiel, das mehrere parteien spielen dürften. hier ein bericht, den ich auf einer anderen plattform gefunden habe: http://ebreichsdorf.unserdaheim.at/artikel/347152/1/Neuerlicher_Manipulationsversuch_von_SP%C3%96-Vertreter%3F
wasteland, 31. 03. '10 13:08
Aspang hat gewählt
@HC Pröllmann
2.es geht hier nicht nur um wiener mit 2wohnsitz, sondern wexler die unter der woche in wien wohnen und wochenende am land(+auch gemeindegebühren zahlen)selbstverständlich sollen sie ein wahlrecht haben
3. die landes-+bundespolitik spielt sehr wohl mit,warum kann man sonst mit slogans heimat schützen-grenzen sichern bei einer gemeinderatswahlen stimmen dazugewinnen,grossteils sind die probleme haus/ortsgemacht(vgl.vorigen text)
4. leute mit kompetenz und engagement in den GR -stimme ich dir zu, jedoch warum eine schwester etc.anmelden,die nur 5xim jahr zu besuch kommt?glaubst du wirklich, dass ein polnischer erntehelfer weiss was er unterschrieben hat?+das er nochmals den job bekommt wenn er verweigert?das ist demokratiefeindlich und pervertiert das an sich gute system
HC_Pröllmann, 01. 04. '10 13:38
Re: Aspang hat gewählt
Natürlich sollen die ein Wahlrecht haben...das hat der gugsi auch sicher nicht so gemeint. Aber gut.
Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass die Bundespolitik, von mir aus NUR in Aspang, eher unwichtig ist für die GR-Wahlen. 95% der WählerInnen wählen Tauchner, Auerböck, Reichmann, Team JVP... weil sie genau diese Personen wollen und nicht wegen Faymann, Pröll. (FPÖ gibts zu deiner Info in Aspang keine)
Und zu guter Letzt möchte ich nochmals erwähnen, dass die allermeisten Personen schon viel länger in Aspang gemeldet sind. Grundsätzlich sind alle, die bis 14.12. hier gemeldet waren, auch wahlberechtigt. Das ist keineswegs pervertiert sondern unser demokratisch bestimmtes Recht. Hätte die SPÖ gewonnen wäre das dann okay? Also es JETZT anzuprangern...schlechte Verlierer verhalten sich so!
gerneschlau, 31. 03. '10 11:59
gemeinderatswahl 2010 in nö.
erwins schlaue zwerglein waren bei der zweitanmeldung sehr fleissig: es wurden verfallene forsthäuser, schuppen, unbewohnbare bruchbuden, aber auch auf so manchen bauernhof benutzt um jeder menge zweit/dritt -wohnsitzer anzumelden. dies ergibt in summe einen beachtlichen wahlerfolg, welcher von der presse in lobender weise gewürdigt wurde.
nur, warum gilt bei der übernahme der angeblich angeforderten wahlkarte nicht das eingeschrieben oder eigenhändig bei der übernahme??? dies wissen nur erwin und seine strategen. da kann es leicht sein, dass so manche unterschrift einer anderen sehr ähnlich scheint
aber, sis alles net wohr, sagt der echte nö.
der_liebliche, 29. 03. '10 10:35
zusammengefasst
es bleibt zu hoffen, dass nur in nö derartiges möglich ist.
einhorn01, 28. 03. '10 11:02
Niederösterreich ist anders
Ich bin Steirer, lebe aber mehrere Monate in NÖ. Was hier abgeht ist unglaublich. In NÖ gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, dass man den Bürgermeister direkt wählen kann. Es gibt aber keinen üblichen Stimmzettel sondern der Stimmzettel stammt von der Partei mit dem Namen des Anwärters. Es ist also möglich, ins Altersheim zu gehen und dort die "Stimmzettel" zu verteilen. Das gibt es sonst nirgends in Österreich. Dass Erntehelfer auch wählen können war mir neu. NÖ ist noch ein Fürstentum in dem die ÖVP meint dass Land ist ihr Besitz. Da gibt es bei Bauten mit Tafeln da steht "Auf Initiative von LH Pröll". Ich kannte das bisher nur aus kommunistischen Staaten. Im ORF kann Pröll zehn Minuten reden und ist fast jeden Tag präsent. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.
gugsi78, 28. 03. '10 10:09
Aspang hat gewählt!
Jetzt da die Wahl nicht so ausgegangen ist wie es sich manche erhofft haben werden die "Schuldigen" gesucht und man meint sie in den Zweitwohnsitzern gefunden zu haben die in Niederösterreich wahlberechtigt sind.
Das ist in Wien nicht anders, nur gibt es da den Unterschied das die Leute oft jahrelang auf dem Land wohnen aber trotzdem in Wien hauptgemeldet sind. Die stehlen den Gemeinden Geld um nur ja nicht das Parkpickerl oder die spottbillige Gemeindewohnung nicht zu verlieren. Die Anzahl der Beispiele sind Legion!
Zurück zu Aspang: Mehr Wahlberechtigte gibt es durch die erstmal wählenden 16 und 17 Jährigen, die bessere Mobilisierung für diese Wahl und vor allem durch einen grandiosen Wahlkampf der JVP der viele zur Urne gebracht hat. Das spiegelt sich auch in den Vorzugsstimmen.
eulenauge, 28. 03. '10 12:17
Re: Mehr Wahlberechtigte durch bessere
Moblisierung und einen grandiosen Wahlkampf- genau.
gugsi78, 28. 03. '10 22:30
Re: Aspang hat gewählt!
eulenauge kann nur in der nacht sehen und hat daher wohl einen sehr engen blickwinkel ...
der_liebliche, 29. 03. '10 10:32
Re: Aspang hat gewählt!
wenn man "mit besserer mobilisierung" den import von wählern aus dem eu-ausland und missbrauch des meldegesetzes meint, dann hat der gugsi recht. andere würden es vielleicht wahlbetrug nennen aber da gehen die meinungen offensichtlich auseinander
makada, 29. 03. '10 11:28
Re: Aspang hat gewählt!
der wahren sportsmann erkennt man in der niederlage...
sich beim beispiel aspang am (zugegebenermaßen) diskussionswürdigen gesetz aufzureiben ist pathetisch. eine deutlichere niederlage kann man bei einer wahl nicht erleiden, 50 dubiose stimmen auf oder ab. es handelte sich um eine reine personenbezogene wahl, die auch ohne wahlkartenwähler zu einer deutlichen niederlage der spö aspang geführt hätte und das wissen die betroffenen auch. demokratie heißt auch, die bestehenden gesetze und regelungen zu respektieren auch wenn sie einem nicht passen. aber da gehen die meinungen offensichtlich auseinander...
makada, 29. 03. '10 11:39
Re: Aspang hat gewählt!
"den wahren sportsmann..."natürlich
gugsi78, 29. 03. '10 18:27
Re: Aspang hat gewählt!
wie der schelm denkt, so ist er.
wo bittesehr fand ein import von wählerstimmen statt? noch dazu aus dem eu-ausland?
und ausserdem: wenn man 14 tage nach der wahl draufkommt das einem das NÖ wahlgesetz nicht passt (das mit den stimmen von övp und spö beschlossen wurde) dann hat man wohl erst das ergebnis abgewartet. wärs anders ausgegagngen hätte dann der wunderl auch was gesagt?
zu einer demokratie gehört es auch ergebnisse einer wahl anzuerkennen. jetzt tränen zu drücken und wieder einmal zu sagen alle anderen sind schuld, ist der falsche weg.
wasteland, 31. 03. '10 09:14
Re: Aspang hat gewählt!
1.den wahlsieg in aspang hat sicher die JVP für die alteingesessene övp eingefahren, laut bekannten von mir haben sie einen intensiven und persönlichen wahlkampf geführt dh. unbestrittener erfolgt
2.es gibt einen grossen unterschied zwischen menschen die in wien unter der woche wohnen müssen(arbeiten) und am wochenende am land wohnen=gemeldet sind (haus, wohnung,hier geld in die wirtschaft geben) UND JENEN
die nur kurz vor der wahl angemeldet wurden OHNE hier zuleben, bsp. ein landwirt in einer anderen nachbargemeinde von 6 leuten auf 18 (hendl kuh kukuruz angemeldet?)
3. spöverlust ist sicher auch auf den BUND zurückzuführen+zu wenig überzeugungsarbeiten-verkaufen der Themen an die wähler
4. wäre es eine moralische frage, bei der övp leider nur die frage der machtmaximierung
HC_Pröllmann, 31. 03. '10 10:31
Re: Aspang hat gewählt!
@wasteland:
ad 1: Die JVP hat sicher einen wichtigen Teil dazu beigetragen, wenngleich die Wahlen alle der ÖVP-Aspang gemeinsam gewonnen haben.
ad 2: Ist mir in dieser Diskussion egal wie viele Wiener irgendwo einen Zweitwohnsitz haben. Faktum ist, dass in Aspang die meisten Zweitwohnsitze schon lange vor der Wahl hier gemeldet waren.
ad 3: Gerade die GR-Wahlen sind Persönlichkeitswahlen. Glaubst du wirklich, dass die SPÖ-Aspang verloren hat weil der Faymann ein Wischi-Waschi Programm fährt. - Gerade in einem eher kleineren Ort ist das mit Sicherheit nicht ausschlaggebend.
HC_Pröllmann, 31. 03. '10 10:36
Re: Aspang hat gewählt!
ad 4: Moralisch gesehen, sollten jene Persönlichkeiten im GR sitzen, die das nötige Engagement und die nötige Kompetenz mitbringen. Aspang hat sich diesbezüglich für die Richtigen entschieden, ohne Zweifel.
Man sollte sich nämlich nicht für 8 von 10 Sitzungen entschuldigen, sondern sich neben den 10 Sitzungen noch 100... Stunden einsetzen und für den Ort arbeiten. Deswegen sitzt man ja im GR.
Wie man bei den Wahlen gesehen hat, wird das honoriert...Gott sei Dank!
MotzArt77, 28. 03. '10 01:06
OECD vs. OSCE...
es waere mir neu, dass die OECD Wahlen beobachten... weil das ist naemlich die Organisation for Economic Cooperation and Development... sie haben wohl die OSCE gemeint... Organisation for Security and Cooperation in Europe...
ceterum, 27. 03. '10 20:58
Falsche Angaben für Würflach - besser recherchieren wäre gefragt
Da ich selber in Würflach, das im Artikel genannt wird, wohne, habe ich gleich den angesprochenen ÖVP-Obmann angerufen und ihn mit dem Vorwurf konfrontiert. Es war zunächst vor den Kopf gestoßen, meinte aber dann, dass es stimme, dass seine Geschwister noch gemeldet sind, obwohl sie nicht mehr dort wohnen, aber - und jetzt kommt´s - sie waren überhaupt nicht bei der Wahl (jedenfalls nicht in Würflach). Und seine Tante ist gemeldet und hat auch ihren Wohnsitz dort, befindet sich aber derzeit in einem Pflegeheim. Für ihn ist klar, wie er mir versichert, dass das Ganze eine Aktion der schlechten Wahlverlierer von der örtlichen SPÖ ist, die ja schon berüchtigte Kontakte zum im Artikel vorkommenden SPÖ-Funktionär Wunderl (auch ein Verlierer der Wahl) in der Vergangenheit hegte.
der_liebliche, 29. 03. '10 10:33
Re: Falsche Angaben für Würflach - besser recherchieren wäre gefragt
profil recherchiert in der regel recht genau. aber ich würd auch der behauptung eines beschuldigten mehr glauben schenken, da bin ich ganz bei dir
hettwüwo, 29. 03. '10 12:55
Re: Falsche Angaben für Würflach - besser recherchieren wäre gefragt
Besser recherchieren wäre wirklich gefragt. Die Gemeinderatswahlen 2010 sind Geschichte - der Wähler hat entschieden. Nachdem es keine Einsprüche gibt, wird auch alles den Gesetzen entsprochen haben.
Was mich als stolzen und leidenschaftlichen Würflacher stört, ist die Behauptung, dass Würflach Touristen wenig zu bieten hat. Die Würflacher Johannesbachklamm z.B. lockt im Sommer und im Winter tausende Touristen an. Der Advent in der Johannesbachklamm ist eine der größten Veranstaltungen im südlichen Niederösterreich! Was hat sich die Redakteurin wohl gedacht, wenn sie Touristen mit Zweitwohnsitzern vergleicht? Das hat doch eher mit Lebensqualität (Städter mit Wochenendhaus), Heimatverbundenheit (Kinder wleche weggezogen sind) und leider auch Bürokratie (z.B. Parkpickerl in Wien) zu tun.
goldfischchen, 31. 03. '10 17:50
Re: Falsche Angaben für Würflach - besser recherchieren wäre gefragt
"...aber - und jetzt kommt´s - sie waren überhaupt nicht bei der Wahl (jedenfalls nicht in Würflach)..."
steht ja eh drin:
briefwahl heißt die lösung des geheimnisses
aber natürlich: die angemeldeten geschwister hat er sicher ganz ehrlich vergessen (vielleicht ist er ja auch bei denen angemeldet, sofern sie in nö wohnen, und hat das gleich mit dazu vergessen)
und :
ihn dazu zu bringen,
sich bloß deswegen "wie vor den kopf gestoßen" zu fühlen,
ist uregemein von den anderen parteien.
so brutal irgendwie.
die könnten wirklich ein bisschen sensibler mit ihm umgehen...