Hypo Alpe-Adria: Erste Gespräche zwischen Investor Berlin, BLB-Chef Schmidt und Hypo-Vorstand Kulterer bereits im August 2006

Ein Brief widerlegt die bisherigen Aussagen, wonach es keine Vorabsprachen zwischen München und Klagenfurt gab.

Von Ulla Schmid

Die ersten Gespräche über eine mögliche Übernahme der Kärntner Hypo Alpe Adria-International durch die Bayerische Landesbank fanden schon viel früher statt, als die Beteiligten bisher zugaben. Das geht aus einem Brief des Hamburger Vermögensberaters und späteren Hypo-Vorstandschef Tilo Berlin an den vormaligen Chef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, hervor, der profil vorliegt.

Das Schreiben mit dem Vermerk „Persönlich/Vertraulich“ ist datiert mit 23. August 2006. Darin schreibt Berlin: „Wie bereits am Telefon besprochen, halte ich die Veränderungen im Hause Hypo-Alpe-Adria-Bank für beachtenswert. Das mit Blick auf die Wachstumsmärkte sehr gut aufgestellte Institut ist durch die innerösterreichische Diskussion möglicherweise in der Bewertung günstiger geworden, gleichzeitig erscheinen mir Veränderungen im Gesellschafterkreis nicht mehr unmöglich. Die Ertragskraft ist trotz des ‚Ausrutschers‘ im Jahr 2004 offenbar ungebrochen.“

Zur Erinnerung:
Die Hypo stand im Sommer 2006 mit 49,4 Prozent noch mehrheitlich im Eigentum der Kärntner Landesholding und damit des Landes Kärnten. Kurz zuvor waren die im Jahr 2004 vertuschten Swap-Verluste in der Höhe von 288 Millionen Euro – in Berlins Worten „Ausrutscher“ – bekannt geworden. Die Bank benötigte nun dringend frisches Kapital in der Höhe von 250 Millionen Euro. Der damalige Landeshauptmann Jörg Haider hatte sich deshalb bereits auf die Suche nach Investoren begeben, die Hypo-Anteile kaufen wollten. Politisch war aber stets von einem Börsegang im Jahr 2008 die Rede, nicht aber von einem mehrheitlichen Verkauf des Instituts. SPÖ-Landtagsabgeordneter Herwig Seiser, dem der Brief anonym zugespielt worden war, sieht darin den „Beweis, dass der Verkauf der Hypo von langer Hand vorbereitet war“. Und er zweifelt stark daran, „dass Haider und ÖVP-Landesrat Josef Martinz davon nichts gewusst haben“.

Tatsächlich war dies kein Alleingang von Berlin und Schmidt. Berlin weiter: „Als Vorbereitung für unser Gespräch am 31.08. in Kärnten übersende ich Ihnen eine Kurzfassung des aktualisierten Business Plans, den mir Dr. Kulterer im Vertrauen und mit Gruß an Sie überlassen hat.“

Der damalige Vorstandschef der Hypo, Wolfgang Kulterer, war über die Gespräche zwischen Berlin und Schmidt also informiert. Bisher hatte Kulterer stets beteuert, erst Mitte Dezember telefonisch bei Schmidt angefragt zu haben, ob seitens Bayerns Interesse an der Hypo besteht. Auch Schmidt hatte bei seinen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft München 30.12.2009 angegeben, mit Kulterer erst am 14. Dezember 2006 in dieser Causa telefoniert zu haben (an diesem Tag war die BLB im Rennen um die BAWAG dem US-Fonds Cerberus unterlegen). Im Einvernahmeprotokoll, das profil ebenfalls vorliegt, gab Schmidt den Überrumpelten: „Der Anruf kam völlig unvermittelt… Er (Kulterer, Anm.) meinte sinngemäß, die Bawag sei so oder so die falsche Bank für uns gewesen. Die HGAA sei da schon die bessere Alternative.... Meine Antwort an Dr. Kulterer fiel recht kurz aus. Ich sagte, dass ich gerade ‚die Nase voll‘ und kein Interesse an einer anderen Bank hätte.“

Nur fünf Tage später, am 19. Dezember 2006, langten 125 Millionen aus der ersten Hypo-Kapitalerhöhung in Kärnten ein, womit Tilo Berlin und seine Investorengruppe zunächst 4,76 Prozent (und bis Frühjahr 2007 in zwei weiteren Schritten 25 Prozent plus einer Aktie) am Bankhaus erwarben.

Erst im Jänner 2007, so gaben alle Beteiligten an, habe das erste „Geheimtreffen“ zwischen Kulterer, Berlin, Schmidt und Vertrauten von Haider stattgefunden.

Das Date am 31. August 2006 wurde bisher wohlweislich verschwiegen. „Wir rechnen mit Ihnen und Ihrer Frau“, so Berlin an Schmidt, „zu einem Mittagessen ab 12.30 Uhr auf der Klockerhaube, danach setzen wir uns mit Herrn Dr. Kulterer zusammen“.

Ein „Damenprogramm“ hatte Berlin ebenfalls eingeplant: „Meine Frau freut sich darauf, Ihrer Frau am Nachmittag ein paar Eindrücke unserer Umgebung zu verschaffen.“

21.5.2010 12:49
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bpallmann@hotmail.com, 21. 05. '10 16:19
Spendenwaschen - von München bis Budapest - war das Ziel...
..als sich J.Haider auf die Suche nach einer durchgehenden Waschanlage für Bazigeld nach Baiern begab. Als Helfer Kärntens, das schon mal vor gut 1000 Jahren die Süddeutschen mit den Austrianern verband, traf er dort auf alte Sprezl der ultrakonservativen CSU-Banditen in der BaiernLB. Die wiederum suchten dringend Waschpulver für ihre Finanzprodukte, war doch schon mitte der 90er Jahre die Ungarische Aussenhandelsbank in CSU-Besitz, eben durch die BayernLB, Sparkassen und Bayr. Versicherungskammer. Nur so sollte vorausblickend verhindert werden, dass Swarzpendengelder nicht doch irgendwann von den europäischen Schnüfflern entdeckt würden. Die Lehman-Pleite aber brachte Sand ins Getriebe - da half dann auch keine "Berlin"-Vertrag mehr. Aber immer sandte der kluge JH Brief-Kopien zur CSU..!
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