Wie sich Kardinal Schönborn mit den Seilschaften der römischen Kurie anlegt

Als Rebell wider Willen ist Kardinal Christoph Schönborn in einen Krieg zwischen den mächtigsten Seilschaften des Klerus geraten. Es geht um viel: um das Ansehen von Papst Benedikt XVI., um die Seligsprechung seines Vorgängers Johannes Paul II. und um die Zukunft der Kirche. profil über die Anatomie eines vatikanischen Ränkespiels.

Von Thomas Migge (Rom), Otmar Lahodynsky, Verena Pliger,
Martin Staudinger und Robert Treichler


Es ist ein handverlesener Kreis von Klerikern, der am Mittwoch der kommenden Woche im Palazzo del Sant’Uffizio gleich hinter den Kolonnaden am Petersplatz erwartet wird: 15 Kardinäle, drei Erzbischöfe und zwei Bischöfe – die Mitglieder der „Kongregation für die Glaubenslehre“, einer der einflussreichsten Institutionen des Vatikans. Hervorgegangen aus der Inquisition, obliegt es ihr, die „Glaubens- und Sittenlehre“ der katholischen Kirche zu schützen und sie vor den Anfechtungen der Ketzerei zu bewahren.

Eine bedeutsame Aufgabe, gewiss. Dennoch wird einer der Geladenen dieses Mal fehlen. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat am Mittwoch andere Verpflichtungen. Er besucht eine Buchpräsentation und absolviert anschließend eine Podiumsdiskussion mit dem kanadischen Philosophen Charles Taylor. Thema: „Leben wir in einem säkularen Zeitalter?“

Darüber offen Auskunft zu geben dürfte Schönborn nicht allzu schwer fallen. Heikler wird es wohl bei der Frage, weshalb er eine Sitzung der Glaubenskongregation schwänzt, um mit einem Philosophen aufzutreten, der zurzeit als „Permanent Fellow“ des Instituts für die Wissenschaft vom Menschen (IWM) ohnehin in Wien lebt. Noch dazu, wo in Rom kommende Woche auch groß angelegte Feierlichkeiten zum Abschluss des Priesterjahrs stattfinden: Papst ­Benedikt XVI. hat dazu alle Kleriker der Welt „dringend und herzlich“ eingeladen.

Die Antwort lautet kurz gefasst etwa so: Schönborn hat sich mit provokanten Aussagen in die Weltpresse katapultiert, wo er seither als mutiger Rebell gefeiert wird – und gleichzeitig einen Konflikt mit einem der mächtigsten Kardinäle des Vatikan angezettelt.

Wenige Tage nach Ostern war bekannt geworden, dass Schönborn im Gespräch mit österreichischen Journalisten offene Kritik an Kardinaldekan Angelo Sodano geübt und seinen Amtsbruder sogar namentlich genannt hatte – als Hauptverantwortlichen für das komplette Versagen des Vatikans bei der Aufarbeitung des Skandals um den früheren Wiener Kardinal Hans Hermann Groer.

Schlimmer hätte Schönborn die ungeschriebenen Gesetze der römisch-katholischen Elite nicht verletzen können: Einen „Tabubruch, den man gar nicht hoch genug veranschlagen kann“, attestierte ihm die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Der Wiener Kardinal dürfte mit seinem überraschenden Vorstoß versucht haben, sich schützend vor Papst Benedikt XVI. zu stellen, der in der Debatte über massenhafte sexuelle Übergriffe katholischer Kleriker auf Kinder und Jugendliche zunehmend unter Druck geraten war: Auch auf die Gefahr hin, damit Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. in ein schiefes Licht zu rücken, weil dieser den Einflüsterungen Sodanos erlegen sei, die Untersuchung des Falls Groer zu unterbinden.

Es geht also nicht nur um den Umgang höchster Funktionäre der Weltkirche mit der Schuld des Kindesmissbrauchs, sondern auch um die Reputation des amtierenden Papstes – und das Andenken eines verstorbenen Pontifex, der zudem gerade zur Seligsprechung ansteht: eine Situation also, die kaum konfliktträchtiger sein könnte und in der Schönborn nun eine wichtige Rolle zukommt.

Schock.
Tatsächlich aber liegt dem bedächtigen, konsensfreudigen Dominikaner nichts ferner, als in versteckte Kriege und halböffentliche Kabalen verwickelt zu werden. Es kommt ihm also nicht ungelegen, den Kirchenstaat und die mögliche persönliche Begegnung mit seinen Gegnern vorerst meiden zu können. Und zum Glück folgt auf die Sitzung der Glaubenskongregation auch gleich die lange Sommerpause. Der Kardinal hat also Zeit genug, darüber zu meditieren, ob er sich mit seiner neuen Rolle als Held anfreunden möchte und wie er überhaupt in diese Lage gekommen ist.

Er muss dabei 15 Jahre zurückgehen – eben zum Fall Groer, der erst Österreich und dann die gesamte katholische Welt erschütterte.
Im März 1995 enthüllt profil, dass der damalige Kardinal von Wien während seiner Tätigkeit als Religionslehrer und Seelsorger massive sexuelle Übergriffe gegen Schüler begangen hat: Die schockierende Nachricht bringt bereits damals sowohl Schönborn unter Zugzwang als auch Sodano und Kardinal Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI.

Schönborn ist zu dieser Zeit Weihbischof von Wien, seine Konsekration in dieses Amt hat ­Groer durchgeführt, sein theologischer Lehrer und Förderer war Ratzinger. Sodano amtiert als Kardinalstaatssekretär der römischen Kurie – und damit als Verantwortlicher für die politischen und diplomatischen Agenden des Heiligen Stuhls.

Ihm formell untergeben, als Präfekt der ­Glaubenskongregation aber mit beachtlicher Machtfülle ausgestattet, sitzt Ratzinger 1995 ebenfalls an einer Schlüsselposition.

Und über ihnen allen thront Johannes Paul II., der Superstar unter den Päpsten: ein Charismatiker, der kraft seiner Persönlichkeit Kirchen- und Weltpolitik macht – und sich dabei nur am Rande um den bürokratischen Alltag in den Sekretariaten, Kongregationen, Ämtern und Kommissionen hinter den Mauern des Vatikans kümmert.

Wie in jeder strengen Hierarchie schwelt in seinem Umkreis ein stetiger Machtkampf: Wem schenkt der Papst Gehör? Wer hat überhaupt Zugang zu ihm?

Darüber wacht bei Johannes Paul II. Stanislaw Dziwisz, Privatsekretär und Landsmann des polnischen Papstes. Bei ihm müssen selbst Kardinäle antichambrieren. Und wenn man der heutigen Ratzinger-Fraktion glaubt, dann bewies vor allem Sodano dabei großes Geschick.

Ratzinger und Sodano: Das sind zwei komplett unterschiedliche Charaktere. Sodano gehört zur so genannten „diplomatischen“ Fraktion der Kurie – den geschmeidigen Machtpragmatikern. Als päpstlicher Nuntius in Chile fällt er in den siebziger Jahren etwa durch sehr viel Verständnis für Diktator Augusto Pinochet auf. Nach dieser Verwendung glänzt er als Sekretär des Rats für Außenbeziehungen bei zahlreichen internationalen Tagungen in aller Welt, etwa auch bei der OSZE in Wien, und begleitet Johannes Paul II. auf nicht weniger als 53 Auslandsreisen.

Sodanos Freunde und Verbündete trifft man in den besseren Lokalen von Rom, zum Beispiel im L’Eau Vive, nicht weit vom Pantheon entfernt, wo Gerichte wie Côte de veau à la Mexicaine oder Gambas flambés au Whisky serviert werden: Das Essen ist ausgezeichnet, die diskreten Gespräche sind noch besser.

Hausmannskost.
Währenddessen frequentiert Ratzinger vorzugsweise die Cantina ­Tirolese. Dort ist noch heute Tisch Nummer sechs für ihn reserviert, auf der Speisekarte steht bayrisch-tirolerische Hausmannskost: Schweinsstelze, Knödel, Käsefondue. Mit den Strategiespielen, an denen sich die Kuriendiplomaten ergötzen, kann der theologische Feingeist nichts anfangen. Der Präfekt der Glaubenskongregation macht sich lieber Gedanken über christologische Grundsatzfragen. In der Früh sieht man ihn mit seiner abgewetzten Aktentasche über den Petersplatz zum Palazzo del Sant’Uffizio schlendern, vor seiner Wohnung bei der Porta Sant’Anna füttert er schon einmal streunende Katzen.

Dennoch: Auch er kennt die byzantinische Bürokratie des Vatikans, ihre Finten und Ränkespiele. Der Antagonismus vom leicht verschrobenen Vatikangelehrten auf der einen und dem ausgeklügelten Machtap­parat der Kurie auf der anderen Seite wird von Ratzingers Verteidigern zwar mit Hingabe verbreitet. Den Tatsachen entspricht er nur bedingt.

Zumal auch Ratzinger ein enger Vertrauter des Papstes ist. „Kardinal Ratzinger hat Johannes Paul II. einmal in der Woche unter vier Augen getroffen“, weiß Marco Politi, als Autor mehrerer Bücher einer der am besten informierten Vatikanisten (siehe auch das Interview auf Seite 28): „Dabei konnte er all seine Anliegen vorbringen.“ Wenn man Schönborn glaubt, hat Ratzinger diese Möglichkeit im Fall Groer auch zu nutzen versucht – allerdings vergeblich.

Durchgriff.
Im Vatikan wird Politik gemacht wie in jedem anderen staatlichen Apparat auch. Mit dem feinen Unterschied, dass die Kleriker nicht an die Regulative einer gewachsenen Demokratie gebunden sind. Der Vatikan ist eine absolute Monarchie, theoretisch hat ihr Oberhaupt, der Papst, ein nahezu uneingeschränktes Durchgriffsrecht. Als der Fall Groer an ihn herangetragen wurde, hätte Johannes Paul II. jede Möglichkeit gehabt, ihn klären und aufarbeiten zu lassen.

Das geschieht allerdings weder im Jahr 1995 noch danach. Zunächst wird mehr oder weniger dreist geleugnet und abgestritten. Erst als die Zahl der Kirchenaustritte in Österreich sprunghaft ansteigt, veröffentlichen vier Bischöfe – Georg Eder (Salzburg), Johannes Weber (Graz-Seckau), Egon Kapellari (Gurk) und Christoph Schönborn (Wien) – im Februar 1998 eine Erklärung, in der sie die gegen Groer erhobenen Vorwürfe als „im Wesentlichen zutreffend“ bezeichnen.

Das ist ein direkter Affront gegen Sodano, der den Fall nicht in der Öffentlichkeit diskutiert sehen will. Von diesem Zeitpunkt an, sagt ein österreichischer Kircheninsider, sei das Verhältnis zwischen dem Kardinalstaatssekretär und den Österreichern „allerhöchstens korrekt“ gewesen.

Groer zieht sich ins Kloster zurück, bleibt jedoch im Kardinalsrang. 1996 wird er Prior des Benediktinerklosters in Maria Roggendorf, einem Ableger von Göttweig. Das Stift Göttweig wird daraufhin einer „Visitation“ unterzogen, das Ergebnis der Untersuchung bleibt – mit dem Hinweis, dass die Kompetenz für weitere Schritte beim Papst liege – geheim. Groer verlässt Göttweig, Papst Johannes Paul II. äußert sich nicht öffentlich zu dem Fall. Groer stirbt 2003.

Die 500.000 Unterschriften beim „Kirchenvolks-Begehren“ für mehr Reformen bleiben für die Amtskirche ohne Folgen. Den offiziellen Dialog mit der zornigen Basisorganisation „Wir sind Kirche“ müssen Österreichs Bischöfe – nach einem Machtwort Kardinal Ratzingers, der alle Forderungen als Verstoß gegen das Kirchenrecht ablehnt – 1999 wieder beenden. Der Fall Groer gerät langsam in Vergessenheit – und wird erst wieder zum Thema, als Missbrauchsskandale in den USA, Irland, Deutschland und auch Österreich die Debatte im vergangenen Jahr neu entfachen.

Das liegt nicht nur an der besonderen Schockwirkung, die ein Kardinal als Missbrauchstäter verbreitet – sondern auch daran, dass es nie ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Groer gegeben hat und dass damals wie heute dieselben handelnden Personen das Bild der katholischen Kirche bestimmen: Kardinal Ratzinger ist inzwischen vom Präfekten der Glaubenskongregation zu Papst Benedikt XVI. geworden. Kardinal Sodano, damals Kardinalstaatssekretär, ist heute als Kardinalsdekan formell Erster unter seinesgleichen. Kardinal Schönborn, Groers Nachfolger, ist in seiner pastoralen Arbeit immer noch mit dem Erbe seines Vorgängers belastet. Johannes Paul II. schließlich ist zwar verstorben, erwartet jedoch im Jenseits seine baldige Seligsprechung.

Als Benedikt XVI. in der „New York Times“ vorgeworfen wird, er habe als Präfekt der Glaubenskongregation im Fall ­Groer versagt, beginnt die Gegenoffensive. Kardinal Sodano eilt dem Papst auf eine Weise zu Hilfe, die diesen noch mehr unter Druck setzt: Das Volk Gottes werde sich von „dem Geschwätz“ nicht beeindrucken lassen, sagt der Dekan des Kardinalskollegiums während des Ostergottesdienstes zu Benedikt XVI. und verleiht damit öffentlich seiner Forderung Nachdruck, die Missbrauchsdebatte auszusitzen.

Seligsprechungssorgen.
Das ist der Moment, als Schönborn der Kardinalskragen platzt: Wenige Tage später outet er Sodano als Verantwortlichen dafür, dass schon vor 15 Jahren eine Untersuchung des Falls ­Groer verhindert worden sei.

Damit sind die Fronten klar, aber entschieden ist noch gar nichts. Wird Benedikt XVI. Sodano zum Rücktritt als Kardinaldekan drängen? Sodano, heißt es, sei mit dem Führungsstil des amtierenden Papstes höchst unzufrieden. Nicht nur weil der Pontifex zu einsamen Entscheidungen neigt – er mischt sich auch immer stärker in die Kurie ein, die unter seinem Vorgänger Johannes Paul II. schalten und walten konnte, wie es ihr beliebte. Benedikt XVI. hat etwa damit begonnen, Kardinäle wegzuloben, die durch allzu ausschweifenden Lebenswandel aufgefallen waren, wie Erzbischof Michael Fitzgerald, oder durch sinistre Geschäftspraktiken wie der undurchsichtige Kardinal Crescenzio Sepe. Bei der Neuernennung von Kurienkardinälen verlässt er sich auf Kandidaten, denen er aus seiner Zeit in der Glaubenskongregation vertraut. Das schwächt den Flügel der „Diplomaten“ vom Schlage Sodanos.

Droht die Seligsprechung von Johannes Paul II. zu scheitern? Unklar ist, ob Benedikt der Erhebung seines Vorgängers zur „Ehre der Altäre“ zustimmen kann, wenn er diesen gleichzeitig implizit dafür verantwortlich macht, Verfahren gegen Kinderschänder auf Sodanos Geheiß unterlassen zu haben? Sodano selbst hat im Zusammenhang damit bereits eine Entscheidung getroffen, die Rückschlüsse auf eine gewisse Nervosität erlaubt: Er verweigerte sich einer im Rahmen des Seligsprechungsverfahrens anberaumten Befragung über das Leben von Johannes Paul II., bei der er die Pflicht gehabt hätte, auch Belastendes und Negatives auszusagen. Der Schweizer Theologe und Vatikankenner Hans Küng sieht sowohl den früheren Papst, aber auch Benedikt XVI. als Vertuscher.

Hat Schönborn das Ziel erreicht, durch seinen Vorstoß einerseits Benedikt XVI. aus der Schusslinie zu nehmen und andererseits die Kurie in die Schranken zu weisen? Seinem Zorn verschaffte er zwar kurzfristig Luft, hat damit aber gleichzeitig die alte Feindschaft mit Sodano bekräftigt – und es sich mit der Kurie verscherzt. Vorvergangenes Wochenende soll profil-Informationen zufolge Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone dem Wiener Kardinal in einem Telefonat dringend empfohlen haben, öffentliche Anschuldigungen gegenüber Kollegen in Purpur in Zukunft tunlichst zu unterlassen. Schönborn äußert sich seither „zu kirchenpolitischen Fragen derzeit überhaupt nicht“, wurde profil auf Anfrage bestellt.

Seltsamerweise wirkt sich der heftige Konflikt in der Sache selbst – dem weiterhin nicht aufgearbeiteten Fall Groer – überhaupt nicht aus. Weshalb etwa wird der Skandal nicht jetzt untersucht, wo doch mit Benedikt XVI. ein angeblicher Befürworter solcher Verfahren das Sagen hat? Groer selbst ist zwar tot, Opfer und Zeugen leben jedoch noch. Das Büro von Kardinal Schönborn wiegelt betreten ab: Zu viele Betroffene seien bereits gestorben.
Schönborn muss sich mit aller Kraft seinen Schäfchen widmen, die der Kirche wieder einmal herdenweise abhandenzukommen drohen – eine Sorge, die einen Kurien­kardinal in Rom naturgemäß weniger plagt.

Schönborn erweist sich als taktisch geschickt: Den Gottesdienst zum aktuellen Missbrauchsskandal ließ er gemeinsam mit den Kritikern von „Wir sind Kirche“ organisieren, und der Kardinal bekannte eindrucksvoll die Schuld der Kirche ein. Die reformwütigen Laienorganisationen wittern Morgenluft. Am Donnerstagabend der vergangenen Woche probten einige Dutzend Aktivisten der Plattform „Wir sind Kirche“ in der Wiener Donau-City-Kirche wieder einmal frommen Aufstand gegen Bischöfe und den Vatikan. Nach dem Vorbild der friedlichen Massenproteste in der DDR sollen von nun an jede Woche Gebetsrunden in ganz Österreich stattfinden. „Es reicht! Änderungen jetzt. Rote Karte für den Vatikan“ stand auf vorgedruckten Postkarten, die Katholiken, mit persönlichen Kommentaren versehen, dem Papst schicken sollen. Die Forderungen wirken mittlerweile schon so vertraut wie die Zehn Gebote: Abschaffung des Pflichtzölibats, Priesterweihe für Frauen, Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene …
Die Enttäuschung wird folgen wie das Amen im Gebet. Denn während Schönborn bei der offensiven Aufarbeitung des Missbrauchsskandals erstens keine Glaubensregeln verletzen muss und zweitens den Papst hinter sich weiß, müsste er sich zur Durchsetzung der Anliegen von „Wir sind Kirche“ gegen den gesamten Vatikan stellen. Abgesehen davon, dass das wohl eine aussichtslose Ketzerei wäre, ist der stille Kardinal wohl auch nicht der richtige Mann für einen ernsthaften Aufstand. Erhard Busek, Ex-Vizekanzler und Mitinitiator der aufmüpfigen „Laieninitiative“, charakterisiert Schönborn so: „Reformer ist er sicher keiner. Er versucht, es allen recht zu machen.“

Mit gutem Grund. Im Herbst wird Schönborn nicht umhinkönnen, eine Sitzung der Glaubenskongregation zu besuchen. Er wird den Palazzo del Sant’Uffizio durch das Portal betreten, über dem früher einmal geschrieben stand, dass in diesem Gebäude „die Anhänger häretischer Schlechtigkeit gezüchtigt werden“. Und auch wenn die Inschrift nicht mehr da ist, hat der Satz seine Gültigkeit behalten.

29.5.2010 10:46
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alföldy, 13. 06. '10 17:00
Schönborn
In seinen Gedanken zum Evangelium am 3. Sonntag der
Osterzeit schreibt Kardinal Schönborn:
"Nach den schweren Wochen ,die (hoffentlich) hinter uns
liegen,die die Kirche in unserem Land schwer erschüttert
haben und die Wunden gezeigt haben...".
Offensichtlich ist Kardinal Schönborn das Ausmaß
D I E S E R Schuld nicht bewusst!
Wie sonst könnte er hoffen, dass die schweren Wochen
bereits hinter ihm (und der katholischen Kirche) liegen?
Mit dem Herunterleiern einiger Gebete wird diese Schuld
nicht getilgt werden können!
Hoffentlich geht die katholische Kirche an der ihr
innewohnenden Perversität zugrunde!
Rubinchenrot, 02. 06. '10 15:24
... und das denkt "die Gegenseite" darüber
http://www.kreuz.net/article.11272.html
upton, 01. 06. '10 18:08
Schönborn - Todesstrafe
Liebe(r) wieckiejohn,
ich habe ja nicht gechrieben, dass sich Jesus (wenn er....) von seinen Jüngern abgewandt hat aber ich meine auch, dass sich Jesus (wenn er...) von der heutigen Amtskirche nicht nur Schaudern sondern mir Grausen abgewandt hätte.
Vielleicht wäre Jesus (wenn er ...) in den Slums von Südamerika und Südostasien etc. anzutreffen - im Vatikan wäre er sicher nicht!
wickiejohn2, 02. 06. '10 09:57
Re: Jesus - Amtskirche
Lieber upton,

ich wollte mit dem Hinweis auf seine Jünger nur zeigen, dass selbst zur Zeit Jesu seine Anhänger schwere Fehler machten, und er sich trotzdem nicht von ihnen abwandte ( Sie haben das nicht behauptet, das war mir klar).

Meine Folgerung war: er wendet sich daher auch heute von ihr nicht ab.

Worauf es ankommt, ist, dass man Sünden einsieht, diese wirklich bereut, vor Gott bekennt, umkehrt und nicht mehr sündigt (obwohl die eigenen Schwächen dies oft vermiesen).

Die Geschichte der Kirche zeigt ja eindrucksvoll, wie oft sie sich bekehrt hat und falsch eingeschlagene Wege wieder verlassen hat. Gerade in der jüngsten Mißbrauchsdebatte fand auch der Papst klare Worte der Reue - leider wurden aber diese wieder mal nicht so lautstark wiedergegeben wie die Vorwürfe.
upton, 01. 06. '10 15:49
Schönborn - Todesstrafe
Sg hopeland und wieckiejohn,
sagen wir mal, Jesus hat wirklich gelebt - was würde er zur heutigen Amtskirche sagen - ich GLAUBE, er würde sich mit Schaudern abwenden denn diese Kirche kann nicht die Kirche des Jesus sein!
Noch ein Tipp: Ich weiß nicht ob Sie das Bibel-TV haben und auch schauen. Jeden Montag debattiert hier der Sendeleiter Röhl mit Frau Ruth Lapide - sie sollten sich das einmal ansehen!
wickiejohn2, 01. 06. '10 18:01
Re: Jesus - Amtskirche
Liebe(r) upton,

Jesus weiß um die Schwächen der Menschen. Er hat sich ja auch nicht schaudernd von seinen Jüngern abgewandt,

- als sie stritten, wer von ihnen der Größte wäre
- als einer von ihnen ihn ausgeliefert hat
- als sie am Ölberg vor Angst davongelaufen sind
- als Petrus ihn 3 mal verleugnet hat
- als sie nicht an seine Auferstehung glauben wollten
- ...

Auch der Papst (Nachfolger des Petrus) und die Bischöfe (Nachfolger der Apostel) wissen um die Sündhaftigkeit der Kirche - niemand bestreitet dies.

Aber es gibt auch sehr viel Heiliges.

Leider ist es aber in der heutigen Zeit natürlich sehr schwer, das Heilige zu erkennen, da das Böse immer extra, extra stark kommuniziert und das Gute beinahe ignoriert wird.

PS: Danke für den Bibel-TV-Tipp - schaue aber ziemlich wenig TV
hopeland, 31. 05. '10 19:51
... als Schönborn der Kardinalskragen platzt
ein sehr guter Aktikel. Gratuliere!
Der Heuchler Sodano sollte zurück treten. Er schadet der Kirche mehr als er Gutes tut.
upton, 31. 05. '10 18:39
Schönborn - Todesstrafe - "Wieckiejohn"
Sg. Fr. oder Hr. Wieckiejohn,
wenn Jesus gelebt hätte (es gibt dafür keinen historischen Beweis und der Absatz bei Josephus Flavius wurde nachher
eingesetzt - wurde überprüft!), dann hat er vor 2000 Jahren gelebt -in einem archaischen Zeitalter.
Wir schreiben inzwischen 2010 und ich darf Sie im 21. Jahrhundert herzlich begrüßen"
Noch etwas: Sie sollten wisssen, dass die Evangelien zwischen 70 und 100 Jahren nach Todes Jesus geschrieben worden sind. Keiner der Evangelisten hat Jesus (wenn....)
gekannt!
hopeland, 31. 05. '10 19:54
wenn Jesus gelebt hätte
Sie bezweifeln noch immer dass Jesus gelebt hat. Auf meiner Homepage habe ich heute einen Link eingestellt, der sich mit dem Sterben Jesu beschäftigt. Wissenschaftlich sehr gut aufgearbeitet und sehr lesenswert.
http://www.hopeland.at
wickiejohn2, 31. 05. '10 22:01
Re: Schönborn - Todesstrafe
Lieber Herr/Frau upton,

Sie haben natürlich die Freiheit zu entscheiden, ob sie die Bibel als großes Lügengebäude sehen oder nicht - ich glaube ihr.

Ich wollte Ihnen eigentlich nur mitteilen, dass Herr Schönborn nun mal die katholische Kirche vertritt (mehr oder weniger gut - je nachdem) und für die katholische Kirche die Bibel eben doch von Bedeutung ist - daher konnte die Entscheidung bezüglich Todesstrafe nicht anders fallen.

Ihr Herr ;-) Wickiejohn

PS:die römisch katholische Kirche steht mehr als jede andere Institution für den Schutz des Lebens ein (siehe Abtreibung) und im KKK wird auch hingewiesen, dass die Todesstrafe nur dann angewendet werden darf, "...wenn dies der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen."
Lofasz, 30. 05. '10 17:50
Schönborn der Vertuscher!
Dieser Artikel verschweigt ganz schamhaft zwei Tatsachen: Im Falle Groer hat Schönborn anfänglich zu vertuschen und zu mauern, und das Hauptopfer Groers auf perfide Art zu verleumden versucht, wofür er sich später weinerlich und wenig glaubhaft zu entschuldigen versucht hat.

Und er weiß selbst seit vielen Jahren über die Vertuschungen der Sexualverbrechen katholischer Pfaffen in Wien Bescheid, er hat über die "Ombudsstellen" vertuschen lassen, er hat die Verbrechen der Schulbrüder selbst vertuscht, und er hat das Dokument Ratzingers, den Vertuschungsbefehl selbst unterzeichnet.

Schönborn und Ratzinger jetzt als versuchte Aufdecker hinzustellen, entspricht einfach nicht den Tatsachen, beide sind Vertuscher der Sexualverbrechen katholischer Pfaffen, und keineswegs Aufdecker!
upton, 30. 05. '10 07:55
Schönborn als Rebell?
Dass ich nicht lache - da wird ein Mann als Rebell aufgebaut, der keineswegs dort einzureihen ist - eher ist das Gegenteil der Fall.
Darf ich daran erinnern an das "intelligent design" und darf ich an erhebliche Mitarbeit des Kardinal Schönborns am "neuen Katechismus" erinnern wo die Todessstrafe nicht ausdrücklich verurteilt wird.
Der Mann gehört zur Kirche und dort wird seit Jahrhunderten falsch gespielt und das Volk für dumm verkauft und Schönborn ist ein gelehriger Schüler!
wickiejohn2, 31. 05. '10 14:00
Re: Schönborn als Rebell? - Todesstrafe
@upton

Ich darf Sie darauf hinweisen, dass auch Jesus die Todesstrafe NICHT abgelehnt hat. Nachzulesen im Johannesevangelikum, Kapitel 8, 1 - 11 (bekannt unter dem Titel "Jesus und die Ehebrecherin".

Hier hat Jesus das Gesetz der Steinigung (letztendlich die Todesstrafe, die der Sünderin drohte) NICHT verurteilt. Er hat hierbei keinen Buchstaben daran kritisiert.

Die römisch-katholische Kirche versucht hierbei eben nur, den Willen Gottes (Jesu) wahrheitsgemäß darzulegen - auch wenn wir (wahrscheinlich auch vielfach die Bischöfe) manches dabei nicht verstehen oder uns manches dabei nicht gefällt.

Daher kann man Kardinal Schönborn in diesem Fall aus meiner Sicht hier keinen Vorwurf machen.
pweber68, 29. 05. '10 21:50
Man kann gespannt sein, wenn man will.
Man kann ja gespannt sein, wie der Kampf Schönborn gegen Sodano ausgeht.
Ich ordne Schönborn gute Chancen ein.
Sodano ist zwar in der Kurie - auch nur einigermaßen - fundiert, aber gewiss nicht bei seinen Kardinalskollegen in der ganzen r.k.-Welt.
Benedikt XVI. ist ein alter Mann. Mit oder auch ohne Hilfe Sodanos könnte er schon bald das Ende seiner Tage erleben. Dann steht eine neue Papstwahl heran.
Sodano gebe ich dabei wenig Chancen. Schönborn schon mehr.
Das sind eben die Machtspiele in der r.k.-Kirche.
Gott sei Dank bin ich schon seit Jahren aus dieser Kirche aus- und der altkatholischen Kirche beigetreten.
Ich verfolge solche Machtspiele mit Interesse aber ohne persönliches Egagement.
Biene78, 29. 05. '10 20:28
Schönborn liefert die Kirche aus
In der Kirche selbst treiben unheilige, hedonistisch-perverse Zeitgeistsekten (z.B. die "Priester-Initiative" des FM Schüller) ihr Unwesen. Alles Verbindliche muss weg, ein Gottgefälliges Leben ebenfalls. Es gibt nur mehr den Tanz ums goldene Kalb.
eulenauge, 29. 05. '10 19:06
Den Busek gibt's auch noch?
Was treibt er denn so? Busek & Fischler - im Vergleich zur jetzigen Tschüssel-VP waren das ja die Juso-Zeiten der Unchristlich Unsozialen.
Biene78, 29. 05. '10 20:26
Re: Den Busek gibt's auch noch?
Die FM der Laieninitiative (Busek, Kohl) und die FM der Pfarrer-Initiative (Schüller) gehen systematisch und geschlossen gegen die röm.-kath. Kirche vor. Ihre eigene Sekte brauchen sie nicht zu gründen, sie sind alle versammelt in der Loge.
Vehlgast, 31. 05. '10 16:39
Re: Den Busek gibt's auch noch?
Was will Busek jetzt werden? Kardinal als Nachfolger Schönborns? Das wird doch sicher Küberl.
Tfirst, 29. 05. '10 18:47
Ratzinger befahl Groer zu schweigen
Groer hat noch bis ins Jahr 1995 drei Erklärungen über sein Tun und Handeln unterschrieben, da war er noch Erzbischof von Wien.

Im Jahre 1998 erklärt er dann ebenfalls handschriftlich, dass er es bei diesen ersten drei Erklärungen belasse, und er keine neuen mehr unterschreiben werde.

Es ist abzuleiten, dass Groer von Vorgesetzten gehindert wurde, offen über seine Verfehlungen zu sprechen, es deutet auf Ratzinger hin.

Abt Lashofer war Königsmacher, dass Groer Kardinal wurde. Lashofer arbeitete mit Ratzinger zusammen, so wurde auch Groer letztendlich zum Schweigen verpflichtet und so lange es ging geschützt.

Geheime Korrespondenz:

http://politikerdeckenkindervergewaltiger.blogspot.com/


http://michaeltfirst.blogspot.com/2009/08/kardinal-groer.html

MfG
Michael Tfirst
bpallmann@hotmail.com, 29. 05. '10 16:44
Typen wie "Sodano" - die Schleimspur der Korrupten...
..auf der auch aufrechte Seelsorger ausrutschen können, werden in aller Regel biologisch entsorgt. Man wünscht solche Leuten, auch manchen der CSU-Omerta oder in den Bayr. Psychiatrien, dem Steinböck (Haar) oder Ottermann (Straubing), die Pest an den Hals - aber die werden hoffentlich uralt. Und das ist gut so: denn "lebenslänglich" verspottet im www. zu werden und Sprecher eines "Il PapaRazzista", eines "PapaRazzo" oder eine "PapaRozzweiler" gewesen zu sein, auf den so viele Christen ihre Hoffnung setzten und bitterst enttäuscht wurden, ist auch ne gerechte Strafe, oder? Da brauchts keinen Knast - wenn er mir irgendwo begegnet, spucke ich dem Papst aus Marktl/Ndb.voll - daneben auf den Boden! - ins Gesicht - und er wechselt die Strassenseite, nicht ich. Amen. Autor zum Umlegen:B.Pallmann
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