Karl-Heinz Grasser unter Untreue-Verdacht

Der Verkauf der Bundeswohngesellschaften (Buwog) 2004 wird mehr und mehr zum Problem für den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Die Staatsanwaltschaft (StA) Wien hat vergangene Woche Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen Grasser, den früheren Buwog-Aufsichtsratspräsidenten Ernst-Karl Plech und Grassers Ex-Kabinettsmitarbeiter Michael Ramprecht eingeleitet.

Von Michael Nikbakhsh und Josef Redl

Dabei geht es um mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei der Auswahl jener Investmentbank, die seinerzeit den Verkauf abwickeln sollte: Lehman Brothers. Wie Ramprecht gegenüber profil bereits vergangenen Oktober enthüllte, soll die 2008 spektakulär kollabierte Bank auf Grassers ausdrücklichen Wunsch (sein Spezi Karlheinz Muhr war seinerzeit Berater von Lehman) 2002 mit dem Mandat betraut worden sein, obwohl sie deutlich teurer war als die rivalisierende CA IB. In einem profil vorliegenden Schriftsatz der StA vom Donnerstag vergangener Woche heißt es wörtlich: „Laut Zwischenbericht der Soko Constantia (die auch für die Buwog-Ermittlungen zuständige Sonderkommission, Anm.) vom 05.07.2010 ist Mag. Karl-Heinz Grasser verdächtig, im September 2002 in Wien die ihm in seiner damaligen Eigenschaft als Bundesminister für Finanzen eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen, dadurch wissentlich missbraucht … zu haben, dass er nicht den Best- und Billigstbieter CA IB Investmentbank AG, sondern die Lehman Brothers Bankhaus AG mit der Abwicklung und der Beratung der Republik Österreich hinsichtlich des Verkaufes des Bundeswohngesellschaften beauftragte … Grasser ist daher verdächtig, das Verbrechen der Untreue … begangen zu haben.“

Grasser hat die Vorwürfe stets bestritten
, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die Behörden lassen indes nichts anbrennen. Freitagvormittag vergangener Woche erhielt ausgerechnet Michael Ramprecht, damals aufseiten des Ministeriums für die Auswahl der Investmentbank zuständig und heute Grassers erbittertster Gegner, Besuch von der Polizei, die auf Anordnung der StA seine Wohnung und sein Büro nach belastendem Material durchsuchte. Ob und wann auch der Finanzminister a. D. Besuch von der Exekutive bekommt, war zu Redaktionsschluss unklar. Ramprechts Anwalt Michael Pilz: „Unser Mandant ist sehr zuversichtlich, dass nunmehr die Wahrheit der von ihm getätigten und von Herrn Mag. Grasser bestrittenen Aussagen in dem von der Staatsanwaltschaft Wien offiziös gegen Mag. Karl-Heinz Grasser geführten Strafverfahren erwiesen wird.“

An einem Nebenschauplatz hat Grasser Ramprecht vor Monaten wegen übler Nachrede in Zusammenhang mit seinen Äußerungen in diesem Magazin („Ein abgekartetes Spiel“, Nr. 41/09) geklagt, profil auf Urteilsveröffentlichung und Zahlung einer Entschädigung. Das Verfahren läuft.

10.7.2010 13:36
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bpallmann@hotmail.com, 13. 07. '10 09:43
Ich bitte bei "Öffentlichen Personen" um "Schuldvermutung"!
Während Polanskis Fußfessel endlich abgenommen wurde und der Pole frei aus der Schweiz ausreisen darf, weil Schweizer Justiz es wagt, sich mit US-Behörden etwas anzulegen (siehe aktueller Bericht der "Süddeutschen Zeitung"), schreiben wir bei "öffentlichen Persönlichkeiten" wie Polit-, Kirchen- und Wirtschaftsbazis vorsichtshalber noch immer hin: es gilt "Unschuldsvermutung". Beim "Normalbürger" gilt eher gleich die Schuld- und Gefährlichkeits-Verurteilung, die gerade in Frankfurt einem psychisch "auffälligen" Heimbewohner das Leben kostete, weil ihn Polizeikugeln davon erlösten (s. "Münchner Merkur" v. 11.7.'10). Kommentator "Kurt": "lieber erstmal ein toter Verbrecher - als ein toter Polizist". "Erstmal schießen - und dann fragen?" meinten andere. Drum heult Justizia in ihr Tuch!
Woppo, 12. 07. '10 23:12
Für was werden noch alle einberufen ? kein Geld da für eine
Ausbildung ! Wenn die Jugendlichen nur herumlungern,bringt es sicher nichts,sie fangen höchstens ins saufen an,bei der Stellungskommisionsuntersuchung wird heute bei vielen eine Drogensucht festgestellt ! Es wurden Kassernen aufgelöst,die Unteroffiziere wurden zb.in die Hesserkasserne St.Pölten verlegt,ohne Aufgabe,wie mir bestätigt,sie mußten noch ein paar Jahre im Büro die Zeit absitzen (Beamtenarbeit ) !
chaneu, 12. 07. '10 12:06
öha - jetzt schon ?
da habt ihr denen aber mächtig zeit gegeben die ganzen belastenden krempel zu zerschreddern....

falls die tatsächlich noch was finden, dann wissen wir wie blöd diese politwappler tatsächlich sind.

jeder einfache ganove ist sich im klaren darüber das beweismittel VERNICHTET werden müssen. und das sind keine kleinen ganoven sonder schwerkriminelle.

der unterschied liegt nur darin, bei einen kleinganoven reicht ein verdachtsmoment und schon ist die tür aufgebrochen, der richterliche befehl wird im normal nachträglich geholt, denn irgendwas find ma imma !!!!

bei den schwerkriminellen, wird ein paar JAHRE gewartet, bis untersuchungen stattfinden dürfen.
derpradler, 10. 07. '10 17:30
Zum Glück
für ihn und einigen Andere, sitzt ja der im Vergleich harmlose Elsner für sie alle ein.
Das Bauernopfer Elsner und "Ministerin Macher", hat leider das falsche Parteibuch!
thurnberg, 12. 07. '10 06:06
Re: Zum Glück
er wird ihm bald gesellschaft leisten

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