Opferkommission: Kritiker werfen Klasnic und Schönborn Alibiaktionen vor

Eine Studie unter Missbrauchsopfern der Kirche ortet die meisten ­Übergriffe in Niederlassungen der „Schulbrüder“ und des Benediktinerordens.

Von Emil Bobi

Josef Maier (Name geändert, Anm.) war eine leichte Beute. 1943 geboren, der ­Vater im Krieg gefallen, die Mutter gelähmt, kam er als Fürsorgekind mit sieben Jahren in das katholische Kinderheim im burgenländischen Wimpassing. Bis zum 14. Lebensjahr blieb er dort, auch an Wochenenden und in den Ferien. Der heute in Wiener Neustadt lebende Mann erzählt, der Pater habe ihn etwa zweimal wöchentlich zu sich ins Zimmer geholt und sei ihm mit der Hand in die Hose gefahren, um sein ­Geschlechtsteil zu betasten. „Er hat immer gesagt, ich dürfe nichts sagen, sonst komme ich in die Hölle oder werde aus dem Heim geworfen und müsse auf der Straße schlafen“, erinnert sich Maier. Einmal, nach etwa einem Jahr, habe der Pater so fest zugedrückt, dass der Schmerz nicht auszuhalten gewesen sei. Am darauffolgenden Samstag, dem Badetag, habe eine Erzieherin seine ­geschwollenen Hoden bemerkt. Nach der Vorsprache beim Heimleiter war der Pater plötzlich verschwunden. Die Hoden des Achtjährigen seien dann im Landeskrankenhaus Eisenstadt entfernt worden. Der Nachfolger des Paters, ein weltlicher Betreuer, habe ihn, Maier, dann bis zum 14. Lebensjahr immer wieder vergewaltigt, bis, wieder beim Baden, ein Riss an seinem After auffiel. Der Vergewaltiger sei dann eines Tages im Haus verhaftet worden. Einige Monate später sei es in Eisenstadt zu einem großen Prozess gekommen, bei dem rund 20 Opfer ausgesagt hätten. Danach hat Josef Maier nie wieder etwas davon gehört.

„Ich hatte nie in meinem Leben Sex. Ich habe mich noch nie selbst befriedigt. Ich hätte gerne Kinder gehabt. Ich hatte 13 Jahre lang eine ‚Josefs-Ehe‘, aber das konnte nicht gut gehen“, sagt Maier gegenüber profil.
Wenn seine Geschichte stimmt, zählt sie wohl zu den drastischen Fällen, die seit Ausbruch der großen Missbrauchs-Diskussion bei verschiedenen Opferstellen eingegangen sind. Gerichtsakten werden nach 30 Jahren vernichtet, auch sonst existieren keine Sachbeweise. Nur die fehlenden Hoden des ­Mannes und seine auch nach einem halben Jahrhundert noch tränenerstickte Stimme beim Erzählen können als Indizien gewertet werden.

Musterklagen.
Bei der von der Kirche eingesetzten „Opferschutz-Kommission“ unter der Leitung der steirischen Landeshauptfrau a. D. Waltraud Klasnic würde Maiers Geschichte nicht angezweifelt werden. Von den bisher rund 1000 registrierten Fällen wurde noch kein einziger wegen Unglaubwürdigkeit oder gar erwiesener Wahrheitswidrigkeit zurückgewiesen. „Im Zweifel für das Opfer“ ist dort die Devise.

Doch Maier hat sich nicht direkt bei der Klasnic-Kommission gemeldet, sondern beim Wiener Rechtsanwalt Werner Schostal, der mehr als 300 Opfer kirchlicher Gewalt vertritt, auf die „unabhängige“ Opferschutz-Kommission der Kirche nicht gut zu sprechen ist und an Musterklagen gegen die Kirche bastelt. Sein Sprecher Jakob Purkart-hofer nennt die Opferschutz-Kommission eine „Täterschutz-Kommission“ und Waltraud Klasnic eine „kirchliche Person“, die alles mache, was Kardinal Christoph Schönborn wolle. Opfer würden von Psychologen bis zu sechs Stunden „ausgehorcht“. Das seien Gespräche, in denen die ärgste Wut der Betroffenen weggeredet würde, um, so Purkarthofer, „die Entschädigungsforderungen möglichst gering zu halten“. Eine weitere Strategie sei das Anzeigen von aussichtslosen Fällen oder solchen, die schon angezeigt und wegen Verjährung zurück­gelegt worden seien. „Damit will man zeigen, dass man etwas unternimmt, aber an den Fällen eh nichts dran ist“, wettert Purkarthofer. profil liegt dazu ein E-Mail-Verkehr zwischen einem Opfer und der Kommission vor. Dieser legt den Verdacht nahe, dass auf den Mann eingewirkt wurde, seine ­Zustimmung zu einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu geben, obwohl er selbst festhält, dass er an den ihn betreffenden Vorfällen nichts Strafrechtliches entdecken könne.
Bei der Kommission beeilt man sich zu versichern, keine derartigen Strategien zu verfolgen.

Mit den 336 Opfern, die sich bei der Hotline der privaten Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt“ gemeldet haben, ­wurde in den vergangenen Wochen eine Studie durchgeführt, deren Ergebnisse diese Woche vorgestellt werden und für Gesprächsstoff sorgen dürften. Einige Auszüge: Bei Tätern wie bei Opfern sind je drei Viertel männlich und ein Viertel weiblich. Das Durchschnittsalter bei missbrauchten Mädchen lag zum Tatzeitpunkt bei etwa acht bis zehn Jahren, während die jüngsten drei ­Jahre alt waren. Bei den Buben wurde das Durchschnittsalter mit etwa zwölf Jahren berechnet.

Die meisten des sexuellen Missbrauchs und/oder körperlicher Gewalt beschuldigten Geistlichen sind aus Oberösterreich. Aber auch die Steiermark ist mit 40 Priestern stark vertreten.

Als Schauplatz der Übergriffe wurden am öftesten Einrichtungen der katholischen „Schulbrüder“ sowie die Niederlassungen des Benediktinerordens genannt. Aber auch das Kloster in Mehrerau am Bodensee wurde von Opfern wiederholt angeführt.

Viele der beschuldigten Priester sind bereits verstorben wie beispielsweise „Fernsehpater“ August Paterno, gegen den mehrere Betroffene Vorwürfe erhoben, sie in der Handelsakademie in Bregenz Mitte der siebziger Jahre missbraucht zu haben. Eine dieser Personen gab auf die Frage nach der Häufigkeit des Missbrauchs an: „Zweimal pro Nacht.“

Die noch lebenden und mit den Vorwürfen konfrontierten Priester reagieren unterschiedlich: Manche bestätigen alles und bitten um Verzeihung, andere können oder wollen sich nicht erinnern, wieder andere rechtfertigen sich – zumindest die körper­liche Gewalt – mit den damals üblichen ­Erziehungsmethoden.

Nach Angaben der Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt“ sind von den „Missbrauchs-Priestern“ nach wie vor „eine Handvoll“ im Amt. Erwähnt werden auch zwei Fälle, in denen polnische Priester eine Anstellung in österreichischen Pfarren ­erhalten haben, obwohl sie in ihrem Herkunftsland wegen sexuellem Missbrauch rechtskräftig verurteilt waren. Und in Österreich sollen sie wieder rückfällig geworden sein.

20.11.2010 08:27
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Hugoport, 23. 01. '11 10:23
Kein Wunder ?
Wie soll die Wahrheit an den Tag kommen bei einem Herrn Graf Schönborn ? Bitte das Buch lesen " Der Wahrheit die Ehre ". Da wird ein Teil des Intrigenstadels aufgezeigt ?
Wahrheitsfinder, 26. 11. '10 20:51
Jesus schrieb in den Sand und sagte...
nachdem die Pharisäer eine Ehebrecherin steinigen wollten zu ihnen: " Wer sich ohne Schuld fühle werfe den ersten Stein. Da erkannten die Pharisäer dass keiner von Ihnen schuldlos war und gingen schuldbewußt von dannen. Zur Ehebrecherin sagte Jesus: "Sündige nicht mehr"!
So soll es bei uns allen sein. Tuet Buße indem ihr die eure Sünden von Herzen bereut und sündiget nicht mehr.
Frau Landeshauptfrau a.D. Klasnic´s Engagement ist in dieser kircheninternen durchaus entbehrlich, da Sie nicht
die Kirche repräsentiert. Fragwürdig finde ich die vielen Verjährungen auf diese Straftaten. Nun bei Gott wird es
keine Verjährung geben, es sei denn die betreffende Person sündigt nicht mehr und hat seine Sünde durch das Blut Christi aufrichtig bereut.
dracon982, 26. 11. '10 21:46
Re: Jesus schrieb in den Sand und sagte...
also, da läuft mir doch die Galle über!!! Im besagten Bibelzitat werden all jene in die Schranken gewiesen, die in der Sache unbeteiligt sind, sich aber als Richter aufspielen! Die meisten Wortmeldungen in der laufenden Diskussion kommen von Leuten, die auf die eine oder andere Art unmittelbar Opfer des Problemkreises wurden!
Glauben Sie wirklich, dass Sie mit derart falsch angewandten Bibelzitaten hilfreich sind? Opfer sind keine Pharisäer, sondern real leidende!

Ach ja, und noch etwas: im christlichen Verständnis wirkt die ehrliche Beichte sofort und nicht erst, wenn es dem frommen Fanatiker in den Kram passt - wer ehrlich bereut, dem wird aus christlicher Sicht sofort vergeben. Nur wissen viele nicht, was ehrliche Reue ist, und noch weniger sind bereit, echte Vergebung auch anzunehmen.
Lofasz, 26. 11. '10 16:12
Längst überholt!
Die Zahl 359 ist von der Realität längst überholt, es sind insgesamt bereits über tausend Fälle.

Dies obwohl sich die "Klasnic Kommission" sie mutet an wie "Dracula jagt sich selbst", alle Mühe gibt im Sinne des Verbrechensvertuschers Schönborn weiter zu agieren!

Dabei arbeitet die Klasnic Strafvereitler AG. mit allen Mitteln, jeden Fall der vor Gericht verhandelt werden könnte unter den Tisch zu kehren, und nur jene Fälle dem Gericht anzuzeigen, welche verjährt sind oder knapp vor der Verjährung stehen!

Dazu noch "runde Tische" zur Verbrechensverharmlosung, inszeniert von der Nebenberufs Justizministerin, dem hauptberuflichen Kirchenlakaien Bandion Ortner, und dem geschieterten Polittrampel Marek, Kinderschänder was willst du mehr!!
dracon982, 26. 11. '10 18:50
Re: Längst überholt!
@Lofasz: Du hast recht, ich weiß nicht, was Du in Deiner Kindheit erleben und erleiden musstest. Auch dass es inzwischen weit über tausend Meldungen sein müssen, entspricht meinem Wissensstand. Und Du darfst Dir sicher sein, dass ich früher wie heute kein Interresse haben, hier zu beschönigen oder zu entschuldigen.
Wie ich aber schon weiter unter dargestellt habe, kenne ich persönlich auch die andere Seite, wenn man für etwas eingesperrt und für geistig krank erklärt wird, was man niemals auch nur ansatzweise tun könnte. Als ich noch in Haft war, hätte ich vielleicht gesagt, dass wir beide auf völlig gegenüber liegenden Seiten stehen. Inzwischen glaube ich das nicht mehr.
dracon982, 26. 11. '10 18:56
Re: Längst überholt!
Teil 2: Du musstest leiden, weil du missbraucht wurdest - ich muss immer noch viel Leid täglich neu ertragen, weil mir selbiges vorgeworfen wird. So gesehen muss ich Dir ja schon dankbar sein, dass Du mir wenigstens in einer sehr sachlichen bis sogar freundlichen Weise antwortest. Betrachte also bitte meine Aussagen nicht als Kampfansage, sondern als ehrlichen Wunsch, dass endlich auf der einen Seite die echten Opfer Ruhe finden können, dass zu Unrecht verdächtigte Priester aber gleichzeitig wieder eine Chance bekommen. Ich habe sechs Jahre im Gefängnis Zeit gehabt, um mit meinem Zorn und der Enttäuschung über das angebliche Opfer und die Kirche, die mich lange schon hängen gelassen hat, fertig zu werden. Du willst Schadensersatz, möge Dir bald schon wenigstens die Therapie gezahlt werden!
dracon982, 26. 11. '10 19:05
Re: Längst überholt!
Teil3: Versuch aber nicht krampfhaft irgendeine Wiedergutmachung zu erlangen. Auch ich werde nie von irgend jemandem so etwas bekommen - und ich werde nicht einmal meinen Leumung je wieder zurück erhalten!
Ich habe die finanzielle Lage der Kirche nicht verteidigt, weil ich Dir das Schmerzensgeld nicht gönnen würde. Aber ich habe einsehen müssen, dass auch ein Schönborn kein freier Mensch ist. Leider sind in dieser Sache die Fronten schon derart verhärtet, dass eine sinnvolle und für Euch angenehme Lösung immer mehr in die Ferne rückt. Und sei dir sicher - es gibt sehr, sehr viele Priester, die redlich sind und die mit euch Opfern das höchste und beste Mitgefühl haben. Aber auch Ihnen sind die Hände gebunden, weil vieles ganz einfach nicht möglich ist. Die wenigen Lösungen, ...
dracon982, 26. 11. '10 19:12
Re: Längst überholt!
Teil 4: ... die dennoch existieren, werden aber niemals auf einem ideologischen Schlachtfeld zu gewinnen sein.

Sobald sich einerseits endlich die Opfer darüber im Klaren sind, was sie überhaupt erreichen wollen, und sobald Ihr anerkennen könnt, dass der Kardinal nicht Euer Feind ist, sondern reichlich ratlos vor der Situation steht, die ER auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen managen soll, wird vieles einfacher. Ihr seht natürlich zuerst einmal Euer Leiden, die Beschöfe aber müssen zudem ihre finanziellen Möglichkeiten Auge haben, den schuldig gewordenen Priestern eine christliche Perspektive der Verzeihung gestatten und vor allem all jene schützen, die im Rahmen des Skandals völlig unschuldig belastet werden. Leider ist mancher damit überfordert - aber Wut und Hetze bessern nichts.
Fürsorgezögling, 25. 11. '10 13:18
@dracon Ob die Kirche arm oder reich ist, ist mir mehr als egal.
Dieses Thema habe ich auch nie ins Spiel (sic) gebracht. Und für wie viele Menschen die K. Gehällter zahlt ist mir deto egal. Die Zahl 350 (?) sind jene bei der Klasnic-Kommission gemeldeten Fälle, Dunkelziffern werden ja wohl eine "Entschädigung" erhalten. Nehme ich an. Von diesen 350 Fälle ausgehend habe ich hochgerechnet. Wenn Sie etwas zum Reichtum, oder zur Armut der Kirche schreiben möchten sei dies ihr gutes Recht. Hier läuft es unter "Themenverfehlung".
Lofasz, 25. 11. '10 16:42
Pfäffische Verlogenheit
O Ton Ratzinger:

Die Kirche sei in der Frage pädophiler Priester nicht wachsam genug gewesen Die Enthüllungen "waren für mich ein Schock und Ursache großer Traurigkeit", erklärte Benedikt, weil es "schwierig ist, zu verstehen, wie eine solche Pervertierung des Priesteramtes möglich ist".

Und da sage einer noch das Schlagwort von der pfäffischen Verlogenheit sei eine Verleumdung. Ratzinger hat seit Jahrzehnten, seine eigenen Dokumente beweisen es, aktiv vertuscht und jetzt will er ahnungslos gewesen sein und gibt sich"Schockiert und traurig"

Gleiches trifft auf Schönborn zu, auch dieser versucht sich jetzt unter Mithilfe von Klasnic als "Aufdecker" der Verbrechen darzustellen, dabei ist die Klasnic "Kommision" ein neuerlicher Vertuschungsversuch, und der Versuch der Kostenminimierung.
antonübrig, 25. 11. '10 11:08
Opfer werden gedemütigt
Ich kenne persönlich ein Missbrauchsopfer von einem kirchlichen Erziehungsheim, der seit vielen Monaten versucht, eine Entschädigung zu bekommen. Der Mann wird von den verschiedensten kirchlichen Stellen bislang nur im Kreis herumgeschickt, musste sich von Kirchenvertretern Vorwürfe anhören, warum er Geld wolle und auch die Opferanwaltschaft lässt ihn im Kreis rennen. Bislang hat ihm die Kirche 2 x je 500,00 Euro überwiesen.
Es ist so, dass weiterhin die Täter geschützt werden, von der Kirche wie von der Kommission wie von der Opferanwaltschaft und die Missbrauchten kein Geld sehen und ausserdem noch in primitiver Weise gedemütigt werden. Die Versprechen des Kardinal Schönborn, und auch der Fr. Klasnic - Lügen und Theater, um Kirchenaustritte zu reduzieren!!!
Lofasz, 25. 11. '10 10:08
Komplicen
In gleichem Maße wie die Verbrechen selber, ist das erbärmliche Schweigen der Repräsentanten des Staates zu diesem Jahrhundertverbrechen verachtenswert.

Ein Bundespräsident Fischer welcher noch zu jedem Anlass sei er nur publicityträchtig genug moralisches Geschwafel von sich gibt, findet kein Wort des Abscheues gegen dieses Jahrhundertverbrechen, der groteske Vorgang das hier die jahrelangen Vertuscher allen voran Schönborn, plötzlich gegen sich selber "untersuchen" wollen, oder von servilen Lakaien der Kirche a la Klasnic "untersuchen" lassen, ist ihm nicht einmal einen Satz wert.

Moralisch bankrotter kann ein Bundespräsident gar nicht sein!
antonübrig, 25. 11. '10 11:12
Re: Komplicen
Von diesem Bundespräsidenten kannst du ganz sicher nichts erwarten - ich habe ihn in anderen Zusammenhängen auf Menschenrechtsverletzungen in Österreich aufmerksam gemacht - es kamen nur billige, verlogene standardisierte Antworten von Sekretären. In jungen Jahren hatte er noch ein grosses antifaschistisches Maul - heute ist er bloss noch jämmerlich. Eine tragische Figur, nur leider teuer für uns.
Fürsorgezögling, 24. 11. '10 18:18
Zur Abrundung.
http://derstandard.at/plink/1289608693527?sap=2&_pid=18965885#pid18965885
Fürsorgezögling, 24. 11. '10 11:49
@dracon
Offensichtlich haben Sie nicht *wirklich* begriffen was mir und unzähligen Kindern an Verbrechen widerfahren ist. Wie sonst bringen Sie öfter das Leid der Kinder in Zusammenhang mit caritativen Einrichtungen der Kirche, die ich sehr schätze. Selbst wenn!!! alle 350 ? "Kirchenopfer" je 25.000 Euro bekämen kann das nur ein Bettel sein 7.000.000 Euro für 350 auf Lebzeiten vernichtete Menschen. Diese Auf-und Gegenrechnung, die sie mit Opfern zutiefst krimineller Handlungen in Zusammenhang mit caritativen Leistungen bringen ist freundlich ausgedrückt, eine Zumutung für die Betroffenen. Für mich persönlich gesprochen, eine schallende Ohrfeige.
Tfirst, 24. 11. '10 12:25
Re: @dracon
In Wien gehört die kath. Kirche zu den größten Hausbesitzern. Oder: Der Erzabtei St. Peter gehört die halbe Altstadt von Salzburg. Grundstücksspekulation zählt mittlerweile zum normalen Tätigkeitsspektrum eines Ordens, der zur Gründungszeit den Verzicht auf privates Eigentum predigte. Für uns Opfer genügt’s, wenn von hunderten Häusern aus Wiener Kirchenbesitz nur 3 Häuser veräußert würden. Außerdem besitzt die kath. Kirche in den Städten die so genannten Filetgrundstücke, Grundstücke in besten Lagen, wo der Quadratmeter nicht nur bei einigen Euros liegt, sondern in die tausende Euros geht….Verlogene Armut predigende Kirche….
Fürsorgezögling, 24. 11. '10 21:17
Ihre Frage zur Erinnerung.
2. Teil: Wie stark darf man die Caritas und andere österreichische kirchliche Hilfseinrichtungen schröpfen, damit die Opfer entschädigt werden?
dracon982, 25. 11. '10 12:57
Re: @dracon
Zur Vermeidung von Verwechslungen: dracon982...

Betreff meines Verweises auf die Caritas und die Kirchenfinanzen möchte ich eines klären. Ich würde niemals die angedeutete Gegenüberstellung machen. Abgesehen davon gehe ich sicher nicht von 350 Opfern aus, das wäre ja nicht einmal ein 10.000tel der in Österreich allgemein vermuteten Opfer... Allerdings nervt es langsam ziemlich, wie ständig von DER REICHEN KIRCHE geschwafelt wird. Liebe Leute -diese Zeiten sind lange vorbei! Ihr könnt das natürlich bezweifeln und alle möglichen Verschwörungstheorien bilden - aber das wird an der realen Situation nichts ändern. Und Häuser verkauft man nicht mal eben so. Die Kirche muss für zig Tausende Mitarbeiter den Lohn garantieren - da braucht man Rücklagen. Löst Euch endlich von den falschen Gerüchten!
ewoewo, 24. 11. '10 00:20
Name
Achtung sollten Sie sich an die Komission wenden werden Sie von Polizisten einvernommen und es ist nicht klar, ob das in den Polizeicomputer kommt. Meines Erachtens sollten die Opferanwaelte Klasnic und den Verein ins Gefaengnis bringen.
dracon982, 24. 11. '10 07:31
Re: Name
@ewoewo

Hmmmm, also wenn die Polizei die Beschwerdeführer einvernimmt, dann ist das doch kein Minus für die Opferkommission - es sei denn, Sie sind der Meinung, die Polizi wäre der Opferkommission hörig? Und soviel ich weiß, kommen alle Anzeigen immer in den Polizeicomputer, weil man bei mehreren Anzeigen dann leichter eine Schuld des Täters erkennen kann. Wenn also die Kommission die Polizei in einem Fall zuschaltet, dann kann es sich dabei nur um einen sehr erhärteten Vorwurf gegen einen Priester handeln, oder aber um eine boßwillige Verleumdung. Und gemäß den Aussagen des Herrn Tfirst und aller anderen Aktivisten in dieser Frage soll doch gerade die Polizei endlich alle diese Fragen überprüfen. Also sollten Sie eigentlich froh sein, wenn die Kommission die Polizei einschaltet. ???
Fürsorgezögling, 24. 11. '10 11:38
@ewoewo
a.) Stimmt das so wie Sie es schildern nicht den Tatsachen. b.) Sind die Fälle insoweit aktuell, dass sie noch strafrechtlich relevant sind, sollten Sie auch untersucht werden so das Opfer seine Zustimmung gibt. Meine Fälle wurden von der Diözesankommission Linz an die StA Steyr weitergeleitet, es war von vorhinein klar, dass diese Verbrechen strafrechtlich verjährt waren. Die Diözesanskommision hat dies vermerkt, und die Akte an die Klasnic-Kommission weitergeschickt. Was exakt werfen Sie Frau Klasnic vor, dass sie jene am liebsten im Gefängnis sehen wollen? Ich sehe lieber jene im Gefängnis, die aus ihrer politischen Funktion heraus´Aufklärung verhinden indem sie eine Bundeskommission für Landeserziehungsanstalten
ablehnen. Wegen "unterlassener Hilfeleistung".
Tfirst, 23. 11. '10 19:25
Ich sage seit Jahren, dass Konkordat gehört aus der Verfassung gestrichen!!!
Allein der Vatikan besitzt bereits ein Drittel der Häuser Roms und zwar fungiert er als Eigentümer nicht allein, sondern die betreffenden Liegenschaften sind aufgeteilt auf 325 katholische Nonnen- und 87 Mönchsorden. Da blickt eben kein Mensch mehr durch. Die katholische Kirche ist zwar der reichste Konzern der Welt, aber wie sieht es wirklich mit den Finanzen mit ihren weltweiten 2.131 Diözesen aus? Jede Diözese (Bistum) ist eine eigene Firma und hat finanziell gar nichts mit dem Vatikan zu tun. Mit Zins und Zinseszins könnte die kath. Kirche bis zum jüngsten Gericht verlustieren ohne Verlust zu verspüren. Fortsetzung auf meiner Homepage…

Und das Konkordat verschafft der Kirche auch nur finanzielle Vorteile. Seit Jahren schreibe ich Politikern, dass das Konkordat aus der Verfassung soll.
dracon982, 23. 11. '10 19:52
Re: Ich sage seit Jahren, dass Konkordat gehört aus der Verfassung gestrichen!!!
@Tfirst. endlich kann ich wenigstens teilweise Ihnen recht geben. Die Kirchensteuer in Österreich wurde von Adolf Hitler eingeführt, weil er hoffte, dass dadurch alle Katholiken sofort aus der Kirche austreten. Er würde sich freuen, wenn er wüsste, dass er 70 Jahre später endlich Erfolg zu haben scheint... Ja, das Konkordat in seiner derzeitigen Form ist auch meiner Ansicht nach ein Problem.
Auch waren Sie so freundlich, zu bestätigen, dass jede Diözese in sich eigenständig ist. Jetzt wäre es nur schön, wenn Sie diese Situation zuende formulieren. Es ist wirklich so, dass die lokalen caritativen Einrichtungen flöten gehen, wenn die wirklich existierenden Opfer zu sehr entschädigt werden. Die österreichischen Bischöfe stehen WIRKLICH vor einem ernsten Problem.
dracon982, 23. 11. '10 20:00
Re: Ich sage seit Jahren, dass Konkordat gehört aus der Verfassung gestrichen!!!
2. Teil: Wie stark darf man die Caritas und andere österreichische kirchliche Hilfseinrichtungen schröpfen, damit die Opfer entschädigt werden?
Was die Gebäude in Rom betrifft, möchte ich nocheinmal ins Gedächtnis rufen, dass Klöster mit dem Kirchenschatz NICHTS gemein haben. In Österreich bekommen die Klöster übrigens nichts von der Kirchensteuer! Es sind eigenständige Wirtschaftsbetriebe, die ausschließlich durch die Arbeit der Mitglieder finanziert werden. Ein Familienbetrieb aber, der 30 erwachsene Arbeitskräfte mit 60 Wochenstunden und ohne Lohnzahlungen nützen kann, der muss finanziell besser da stehen, als die Betriebe der Umgebung. Es wäre wirklich dringend nötig, wenn die Kirche endlich Transparenz in die Finanzen bringt - so manches Vorurteil wäre dann endlich beseitigt!
Hugoport, 23. 01. '11 10:29
Re: Ich sage seit Jahren, dass Konkordat gehört aus der Verfassung gestrichen!!!
Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen ! Die diktatorische Machtausübung des Vereines r.k. Amtskirche, der bis dato die Menschenrechte nicht unterzeichnet hat, ist somit einer Demokratie unwürdig. Dieser Verein hält die Priester wie Sklaven ! Und das im 21.zigsten Jahrhundert ? Daher sofort streichen und die Bischöfe dem staatlichen Gesetz unterstellen !
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