Anspruchsdenken, Machtgier und Zögerlichkeit lähmen die Koalition

Herbert Lackner über die zunehmende Unregierbarkeit Österreichs: Anspruchsdenken, Machthunger und die Zögerlichkeit wichtiger Akteure lähmen zwei Jahre nach dem Amtsantritt der Regierung Faymann/Pröll das Land.

Es war ein schöner Tag. Vormittags der Eid beim Bundespräsidenten, nach Mittag dann die offizielle Amtsübergabe in den Ministerien, schließlich das gemeinsame Abendessen mit den Gattinnen.

Wie mögen Werner Faymann und Josef Pröll diesen 2. Dezember 2008 wohl in Erinnerung haben, an dem sie einander versprochen hatten, alles anders, alles ein wenig besser, alles viel harmonischer anzugehen als ihre gescheiterten Vor­gänger?

Zwei Jahre später hat diese Regierung die schlechtesten Sympathiewerte, seit es in Österreich große Koalitionen gibt: Bloß noch 53 Prozent würden laut Umfragen heute SPÖ oder ÖVP wählen. In den Daten der meisten Institute rangiert Heinz-Christian Straches FPÖ bereits vor der Volkspartei. Und wenn sich nichts Grundsätzliches ändere, seien die beiden Regierungsparteien „auf dem besten Weg, die FPÖ zur stimmenstärksten Partei zu machen“, meinte vergangene Woche der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ). Kollege Andreas Koller von den „Salzburger Nachrichten“, alles andere als ein Alarmist, meinte vergangenen Freitag gar schon: „Man wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass die FPÖ in der nächsten Regierung sitzen wird.“

Das als Versagen dieser Regierung an allen Fronten zu interpretieren greift zumindest kurz. Sie hat das Land schließlich nicht schlecht durch die Krise gebracht. Vergangene Woche lobte eine Expertise der EU ausdrücklich die Erfolge der Österreicher beim beeindruckenden Niedrighalten der Arbeitslosigkeit und vor allem das klug eingesetzte Mittel der Kurzarbeit.

Freilich käme kaum jemand in Österreich auf die Idee, dies als besondere Leistung anzuerkennen – dazu sei der Staat schließlich da, darauf habe man Anspruch, meinen die Wähler. Darum will jetzt auch niemand die Rechnung begleichen. Budgetsanierung? Natürlich! Sparen? Schon, aber bitte nicht bei mir.

Seit die Regierung vor etwa vier Wochen ihren Budget­entwurf vorgelegt hat, ist es Nationalsport, sich aus dem Sparpaket hinauszureklamieren. Der Stiftungsverband protestiert gegen die höhere Besteuerung von Stiftungen, die Wirtschafts­treuhänder gegen weniger Steuerabzugsmöglichkeiten, An­legervertreter und Immobilienfonds gegen die Besteuerung von Kursgewinnen. Niki Lauda droht, nach Bratislava abzuziehen, sollte die Flugticket-Besteuerung nicht fallen, die Rechtsanwälte fluchen über höhere Gerichtskosten, Hilfsorganisationen beklagen die gekappte Entwicklungshilfe. Die Hoteliersvereinigung macht auf ganz dramatisch: „Die Regierung führt uns auf die Schlachtbank.“ Die Autofahrerklubs klagen über die höhere Mineralölsteuer. Studenten- und Jugendorganisationen marschieren im Wochentakt gegen die um zwei Jahre verkürzte Bezugsdauer der Familienbeihilfe auf, Seniorenvertreter beklagen entrüstet die Streichung des Alleinverdienerabsetzbetrags für Pensionisten. Kardinal Christoph Schönborn („Schönborn liest Regierung die Leviten“, titelte die Austria Presse Agentur sinnig) kritisierte das Budget ebenso wie der evangelische Bischof Michael Bünker und die islamische Religionsgemeinschaft. Unzufrieden zeigten sich Caritas und Diakonie, Lebenshilfe und Arbeitersamariterbund. Die Gerichtsdolmetsch-Vereinigung, die Zivildiensteinrichtungen, die Behindertenverbände, die Wittgensteinpreisträger – sie alle protestierten. Zur Großdemo riefen vergangenen Samstag der Katholische Familienverband, die Hochschülerschaft, die Kinderfreunde, Attac und mehrere Gewerkschaften auf.

Rücksichten auf Parteifreunde gibt es schon längst nicht mehr:
Gegen das Paket der von der SPÖ angeführten Regierung erhoben ÖGB und Arbeiterkammer ebenso Einwände wie die SPÖ Oberösterreich und die Tiroler Sozialdemokraten. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) richtete seinem Parteivorsitzenden, dem Finanzminister, aus, er betrachte es als „Kriegserklärung“, wenn nun wegen der Einsparungen die Linzer Westumfahrung erst später gebaut werde, worauf der aus Oberösterreich stammende Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ankündigte, dem Budgetentwurf im Ministerrat nicht zustimmen zu wollen, sollte der Linzer Westring eingespart werden. Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ebenfalls ÖVP) drohte Josef Pröll wegen der gekürzten Familienförderung gar mit dem Verfassungsgerichtshof. Ach ja: Die Opposition ist auch dagegen.

Österreich auf dem Weg zur Unregierbarkeit – arme Regierung! Arme Regierung? Wann hat denn jemand an deren Spitze zuletzt die Fahne gepackt und ein entschlossenes „Mir nach!“ verkündet? Wer hat denn der Öffentlichkeit ausreichend klargemacht, dass mit diesem Paket die Staatsschulden bloß etwas langsamer steigen werden und dass das Einsparen von fünf Prozent der üppigsten Familienförderung des Kontinents wohl kaum zu Massenelend führen werde?

Schon am Tag nach den Budgetbeschlüssen von Loipersdorf gestand der Kanzler milde zu, man könne ja über die eine oder andere Maßnahme reden, es werde schon da oder dort „abgeschliffen“ werden. „Nachschärfen“ ist das Verbum der Saison.

Politik ist schon längst nicht mehr „das Bohren durch dicke Bretter“ – das überstrapazierte Zitat Max Webers stammt vom Beginn des 20. Jahrhunderts –, sondern taktisches Getänzel. Vor Wahlen steigern sich die Parteien dann stets in einen Veitstanz, dem später ein übler Kater folgt. Am denkwürdigen 22. September 2008 – wenige Tage vor der Nationalratswahl – beschloss der Nationalrat eine Anhebung des Pflegegelds, die Verlängerung der Hacklerregelung, eine überdurchschnittliche Pensionserhöhung, die Abschaffung der Studiengebühren, die 13. Familienbeihilfe (rückwirkend sogar) und das Einfrieren des Autobahnvignetten-Preises. Gut die Hälfte der damals verteilten Wahlzuckerl wird jetzt unter anderem Titel wieder eingesammelt, die andere Hälfte ist beim nächsten Sparpaket abzugeben.

So ist wenigstens der Nationalrat beschäftigt, der seit Beginn dieser Legislaturperiode mangels Gesetzesvorlagen so unterbeschäftigt ist, dass Sitzungstage einfach gestrichen wurden. Man könne jetzt nicht viel tun, es stünden doch die Landtagswahlen in Salzburg, Oberösterreich und Vorarlberg vor der Tür, flüsterten Vertreter der Regierungsparteien den Journalisten zu. Als diese geschlagen waren, verwies man auf die bevorstehenden Urnengänge im Burgenland, in der Steiermark und in Wien. Nicht einmal das Budget wagte die Regierung so zeitgemäß zu präsentieren, wie es die Verfassung vorschreibt.

Jetzt gibt es lange keine Wahlen.
Das nächste Mal wird 2013 gewählt – ein Flugloch, das sich nur einmal in einem Politikerleben bietet. Eine drei Jahre währende wahlfreie Periode gibt es erst wieder zwischen 2030 und 2033, wenn nicht einer der 46 bis dahin anstehenden Urnengänge vorverlegt wird. In diesem sehr wahrscheinlichen Fall würde es sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts nicht mehr ausgehen.

Noch klingen die Bekundungen der Regierung Gusenbauer/Molterer nach, als diese sofort nach Amtsantritt überfallsartig und diskussionslos die Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre verlängerte: Das mache man nicht, damit sich die Abgeordneten länger die Hintern breit sitzen können, wurde beteuert. Vielmehr habe man so mehr Zeit zum Arbeiten, Zeit für unpopuläre, aber notwendige Maßnahmen, die in Vorwahlzeiten ja undenkbar seien. Voilà!

Über die Kärntner Ortstafeln etwa wird schon seit 55 Jahren gestritten. Sie sind ein Musterbeispiel für das Verkommen politischer Sitten: Jahrelang instrumentalisierte sie Jörg Haider in seinen treudeutschen Kampagnen. Als man im Frühjahr 2006 einer Lösung nahe war, ließ sie nicht Haider, sondern die SPÖ platzen: Man wollte dem damals noch amtierenden Kanzler Wolfgang Schüssel nicht diesen historischen Triumph gönnen. Derzeit vertritt die SPÖ die seinerzeitige Schüssel-Position – und die Querschüsse kommen wieder aus der Kärntner FP. So funktioniert Politik in Österreich.

Oder die Schulen:
Seit 35 Jahren (!) werden Gesamt- und Ganztagsschule in Schulversuchen getestet. Man könnte also meinen, die Bildungspolitiker müssten langsam zu einem Schluss kommen, ob die Modelle sinnvoll sind oder nicht. Diskutiert wird aber nicht darüber, sondern über die Frage, ob der Bund oder die Länder über die Lehrer verfügen dürfen. Was ganz nebenbei beweist, dass Regierungsabkommen nicht das Papier wert sind, auf dem man sie druckte: Im derzeit gültigen – ihm haben 2008 auch die schwarzen Landeshauptmänner zugestimmt – ist eindeutig festgeschrieben, dass diese Kompetenz dem Bund zufallen soll.
Oder die Universitäten: Natürlich war allen Verantwortlichen klar, dass Gebühren für eine akademische Ausbildung in der Höhe des Mitgliedsbeitrags in einem Fitnesscenter mittlerer Qualität durchaus zumutbar waren, zumal die große Mehrheit der Studenten aus Familien mit eher kommoden Einkommensverhältnissen kommt. Aber der kostenlose Uni-Zugang wurde von SPÖ und Grünen zur Fahnenfrage erhoben, und nur unkonventionelle Geister wie die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wagen es, das Vernünftige vorzuschlagen: nämlich Studiengebühren plus ein gerechteres Stipendiensystem.

Oder das Wahlrecht:
Im Regierungsprogramm aus dem Jahr 2008 wurde vereinbart, das Briefwahlrecht missbrauchssicher zu machen. Eine Stimmabgabe nach Schluss der Wahllokale müsse verhindert werden. Sechs Landtagswahlen und viele aufgeflogene Missbrauchsfälle später gibt es noch immer kein neues Briefwahlrecht. Ganz im Gegenteil: Am Montag nach der Wiener Landtagswahl forderte die ÖVP in Inseraten dazu auf, noch schnell die Briefwahlstimme zur Post zu bringen. Wie durchgeknallt darf Politik sein?

Oder die Hacklerregelung:
Sie wurde vor zehn Jahren vom damaligen FPÖ-Sozialminister Herbert Haupt ersonnen. Seither wurde offenkundig, dass sie vor allem von Beamten und Bankangestellten genutzt wird, aber kaum je von Arbeitern, für die sie gedacht war. Jetzt macht man den Nachkauf von Versicherungszeiten merklich teurer – dann können sich ihn nur noch die Besserverdienenden leisten, und man hat die letzten Hackler draußen.

Das ist der Fluch von unserm edlen Haus: / Auf halben Wegen und zu halber Tat / Mit halben Mitteln zauderhaft zu streben.“ In Grillparzers „Bruderzwist“ erhebt Herzog Mathias diesen Vorwurf an seinen kaiserlichen Bruder Rudolf II., den das Volk für untätig hält. Er wird übrigens später gestürzt.

Der Habsburger gab damit gleichsam das Motto für jene Tragikomödie vor, die unter dem sperrigen Namen „Staats- und Verwaltungsreform“ als Wiedergänger durch Österreichs politischen Diskurs geistert. An keinem anderen Projekt wird so augenfällig, wie schwungvoll-elegant in Österreich große Vorhaben auf Nimmerwiedersehen schubladisiert werden. Der in mancher Hinsicht unterschätzte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatte 2003 zu einem „Österreich-Konvent“ geladen, der darüber nachdenken sollte, wie die öffentlichen Aufgaben und Befugnisse neu und kostengünstiger sortiert werden könnten. In der Folge berieten die besten Köpfe der Verfassungsjuristerei in vielen langen Sitzungen mit allen Parlamentspräsidenten, Landeshauptleuten und Landtagspräsidenten. Den Vorsitz führte der frühere Rechnungshofpräsident Franz Fiedler.

Zwei Jahre später, 2005, überreichte Fiedler dem Bundespräsidenten und der Bundesregierung ein umfangreiches Konvolut von Ideen: Reform des Bundesrats, Stärkung des Rechnungshofs, länderübergreifende Gemeindeverbände, kostengünstigere Bund-Land-Aufteilung, einfachere Schulverwaltung. Fiedler hatte sogar die Schwerarbeit nicht gescheut, auf der Basis der Beratungen eine neue Bundesverfassung zu formulieren.
Die Regierung übermittelte die so mühsam erarbeiteten Papiere dem Nationalrat, der einen eigenen Ausschuss zu ihrer Beratung einsetzte. Der Ausschuss beriet, kam auf keinen grünen Zweig und gelobte, die Arbeit nach den damals anstehenden Nationalratswahlen 2006 fortzusetzen.

Nach den Wahlen wurde freilich nur noch eine „Expertengruppe“ eingesetzt – die Leitung hatte wieder Franz Fiedler inne –, die abermals einen Bericht mit Vorschlägen erarbeitete, die dem nun neuen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer überreicht wurden. Doch ach: Die Länder waren böse, weil ihnen bestimmte Zentralisierungsabsichten – etwa im Schulbereich – nicht gefielen. Also wurden bloß ein paar Trümmer toten Rechts entsorgt, „und dann ist die Sache versandet“, erinnert sich Franz Fiedler. „Die derzeitige Regierung hat auf diesem Gebiet offenkundig keine großen Ambitionen. Ich kann mir eigentlich überhaupt nicht vorstellen, dass sich noch je eine Regierung zu einer großen Verfassungsreform aufschwingen kann.“

So also sehen Sackgassen in Österreichs Politik aus. Eine noch viel ausweglosere könnte sich am Abend der nächsten Nationalratswahl eröffnen. Wie die Dinge derzeit laufen, ist es gut möglich, dass SPÖ und ÖVP – gemeinsam! – unter die 50-Prozent-Grenze rutschen. Und dann? Rot-Grün oder Schwarz-Grün geht sich nicht aus; in einem Dreier-Pack werden die Dinge nicht einfacher. Schwarz-Blau hatten wir schon, und die Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer.

Aber in drei Jahren kann ja alles anders sein. Im Streit um die Kompetenzen für die Lehrer sprach der Kanzler vergangene Woche jedenfalls schon ein „Machtwort“. Es lautete: Ende der Debatte. Alles bleibt, wie es ist. Na also.

27.11.2010 11:04
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copernicus, 30. 11. '10 08:36
Rücksichten auf Parteifreunde gibt es schon längst nicht mehr?
Wie kommen Sie auf sowas? Die Prölls nehmen Bauern von der Mineralölsteuer aus; Faymann "verbietet" die Verländerung von Lehrern. In den Ländern wird kaum bis gar nicht gespart, tw. nicht einmal die (Bundes-) Pensionsreformen nachvollzogen. Es gibt keine einzige echte Reform, weder im Verwaltungs-, Bildungs- oder Gesundheitsbereich. Gespart wird generell bei Familien & Pflegebedürftigen, die Steuererhöhung gilt für (fast) alle. Das ist einfach nur schäbig für eine Regierung an der beide "große" Parteien beteiligt sind. Mit dieser "Arbeitsverweigerung" (inkl.teurer Skandale a la Skylink, Hypo Alpe Adria, ÖBB, BAWAG, etc - die alle eine politische Komponente haben) gewinnt die Regierung sicher keine zusätzlichen Stimmen!
PS: Wußten Sie, dass wir jetzt TV-Werbung für Zuwanderer finanzieren?
muttutgut, 30. 11. '10 17:40
Re: Rücksichten auf Parteifreunde gibt es schon längst nicht mehr?
Nein, das wusste ich nicht, aber ich mache es mit größtem Vergnügen. Sie glauben ja gar nicht wie verschieden wir Österreicher(innen) voneinander sind.
Ich dachte mir, das muss ich Ihnen einmal mitteilen, weil Sie sonst glauben, dass uns die Hetze gegen Zuwanderer vereint.
bpallmann@hotmail.com, 28. 11. '10 13:17
Alles bleibt, wie es ist? Oh mei, nix bleibt, wie's war! Ois fliesst!
Erstmal ist das Leben endlich. Sogar für die CSU (mit 65 soeben als Massenmörder-Bande abgekratzt), oder einen Bundespräsidenten. Sogar für mich als Münchner. Österreicher haben zwar tausendjährige Reiche versprochen, aber in der Realität kam alles ganz anders, als man denkt. Frau denkt da weiter und sagte: "Ärmel hochgekrempelt und Kinder gemacht", weil nix bleibt wias is. "Profil"-Leute sind, soweit wir wissen, im Augenblick zwar nicht an Eurer Regierung, aber irgendwie doch an sog. "Demokratiesierungsprozessen" nicht ganz unbeteiligt. Auch im Fussball tut sich was: Rio de Janeiro putzt Drogenbanden weg für die WM, und für Olympia in wenigen Augenblicken lernen Bosse schnell laufen. Manche straucheln über ihre eigenen Leichenberge und rauschen direkt in 'd Hölle. Wie CSU. Panta rhei
auer47, 28. 11. '10 12:31
Schau, schau
"Der in mancher Hinsicht unterschätzte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ..." Originalzitat Herbert Lackner. Schüssel war der letzte Politiker, der noch Visionen und ein Programm hatte. Wären seine schmerzhaften Reformen fortgesetzt worden, hätten wir heute viele Probleme nicht. Aber war nicht gerade das PROFIL eines der ärgsten und spitzesten Imstrumenten, diesen gehassten, weil nicht linken, Schüssel abzuschießen und mit allen Mitteln, auch weit im Bereich der Unfairness, zu bekämpfen (eigentlich bekriegen) ?????? Blättern Sie nur im PROFIL Archiv......
muttutgut, 28. 11. '10 15:56
Re: Schau, schau
Ich finde auch, dass Wolfgang Schüssel in so mancher Hinsicht unterschätzt wird.
Das Ausmaß des Schadens, den er für dieses Land angerichtet hat, ist weit größer, als viele Menschen erkennen wollen. Ich würde Ihnen dringend raten die Parteibrille abzunehmen und das Profilarchiv in aller Ruhe und mit aller intellektuellen Redlichkeit sorgfältig zu studieren.
Mir wäre es durchaus recht gewesen, wenn Schüssel ein toller, erfolgreicher Bundeskanzler gewesen wäre, da für mich das Ergenis der politischen Arbeit zählt und nicht die Parteiideologie. Leider war sein politisches Konzept so falsch wie die Auswahl seines Koalitionspartners.
Was glauben Sie ist der Grund dafür, dass Wolfgang Schüssel als noch immer aktiver Politiker so in der Versenkung verschwunden ist?
macjazz, 28. 11. '10 16:42
Re: Schau, schau
"Schüssel war der letzte Politiker, der noch Visionen und ein Programm hatte" - glauben Sie diesen Schwachsinn immer noch? Mein Beleid für so viel Lernresistenz und selektiven Alzheimer.
Jeder halbwegs Intelligente hat schon damals Schüssels Lügen- und Intrigengebäude durchschaut und gemerkt, dass er wie alle Despoten, rechtzeitig darauf geschaut hat, jeden, der ihm in irgendeiner Weise gefährlich werden könnte, kalt zu stellen. Wenigstens das hat er von Haider gelernt und sich mit drittklassigen Befehlsempfängern, Lakaien und halbseidenen Schaumschlägern umgeben.
Gegenstrom, 29. 11. '10 10:25
Re: Schau, schau
Aber Auer - Dui bist NUR parteiblind! Gerade Schüssel haben wir den Ausverkauf Österreichs zu verdanken unter kräftiger Mithilfe des KHG, den er auch noch zum Parteiobmann machen wollte!
Jetzt sitzt dieser "Charaktermensch" im NR und bezieht die Pension als Bundeskanzler - neben seinem Job bei AON dem Atomkonzern in Deutschland
Ich würde mich schämen, diesen "Herrn" als Beispiel hinzustellen - höchstens als Beispiel von Korruption und Gaunereien!
lurkerabove, 29. 11. '10 16:33
Re: Schau, schau
Die hysterischen Wortmeldungen weiter oben zeigen gar deutlich, was für ein Traum die paar Jahre, als die SPÖ nicht den Bundeskanzler stellte, bei den sogenannten "Progressiven" ausgelöst haben. (Die in Wirklichkeit nur Trittbrettfahre des ewig währenden Sozialstaates waren, wenn man das Geschrei über den Ausmass des Schadens etc. hört.)

Schüssel hat noch selber gedacht, und auf Spin doktoren oder Meinungsforscher eher wenig geachtet. Wie vor ihm Kreisky und Vranitzky. Denen wären die "Königsmacher" (i.e.: die Landeshauptleute) nicht so auf der Nase herumgetanzt wie jetzt den Spitzenfunktionären der Regierungsparteien.
lurkerabove, 29. 11. '10 16:34
was für ein Trauma
nicht was für ein Traum :-)
Gegenstrom, 28. 11. '10 09:52
Die SPÖ hat keinen Stallgeruch mehr!
Es ist das gleiche wie beim Gusi - jetzt lässt sich der Feymann vom Pröll hertreiben! Niemand kann verstehen, warum nicht bei den Reichen vorerst mal der nötige Beitrag gefordert wird, schließlich haben diese ja auch die Hauptverantwortung der Bankenkrise.

Wenn man weiß, dass 1 % der Bevölkerung 33 % des Vermögens besitzen - 9 % besitzen weitere 33 % des Vermögens und die restlichen 90 % der Bevölkerung die übrigen 33 % - und NUR von diesen 90 % soll, laut Regierung, die Rettung der Banken ausgehen.
Warum man nicht von den 10 % die ganze Zweidrittel besitzen, das Geld einfordert, kann ich nicht verstehen - denn wenn man diesen 10 % - 10 % ihres Barvermögens zur Wiedergutmachung der Bankenkrise nehmen würde - die würden fast nichts spüren!
macjazz, 28. 11. '10 12:17
Re: Die SPÖ hat keine Intelligenz mehr!
Zu meinen, wenn man bei ein paar Schwerreichen anfängt abzukassieren, könne man das Budget retten kommt das einem geistigen Offenbarungseid sehr nahe.
In Wahrheit werden bereits alle Besserverdienenden für ihre Leistungsbereitschaft abgabenmäßig bestraft.
Zu jammern Faymann lasse sich von Pröll schurigeln ist ja lächerlich, schließlich war Faymann als Wohnbaustadtrat eine Fehlbesetzung, die nichts vorzuweisen hatte außer dem guten Draht zur "Krone", als Verkehrsminister ein Totalversager, und das hat keiner, der ihn zum Obmann wählte, gewusst?
Jetzt fällt den Parteien auf den Kopf, dass man jahrelang dem Mittelmaß als Maß aller Dinge gehuldigt hat - und nur zu oft war's nicht einmal das Mittelmaß.
Wenigsten müssen sich die Minderleister nicht fürchten, ist ihr Chef doch einer von ihnen.
Gegenstrom, 28. 11. '10 13:17
Re: Die SPÖ hat keinen Stallgeruch mehr!
@macjazz, 28. - das ist aber allerhand wenn Du Dich als "Mehrleister"bereits zu den 10 % Superreichen zählst - um die geht es die Zweidrittel des gesamten Volksvermögens besitzen - die MÜSSTEN endlich auch ihren Beitrag leisten, denn gerade diese haben übriges Spielgeld mit dem sie spekulieren können.
Die Normalbürger haben haben sicher die Bankenpleite zu verantworten, werden aber jetzt ALLEINE voll zur Wiedergutmachung herangezogen.
südösterreicher, 28. 11. '10 07:25
Beamtenpensionisteneisenbahnerstaat Österrreich
Im Grunde ist die Regierung ein Marionettentheater der starken Interessensgruppen dieses Landes. Von diesen, insbesondere der Beamtengewerkschaft hört man zum Thema sparen überhaupt nichts mehr. Das ist abgehakt! Posten werden nur im verhältnismäßig geringem Maß eingespart, es gibt keine Einkommensverluste nur diesmal etwas geringere Gehaltserhöhungen. Und das soll bis in alle Ewigkeit so bleiben! Dieses Grundprinzip zieht sich durch alle Diskussionen zum Thema sparen! Das was man mit den Studenten, Familien und Hilfsorganisationen macht, sollte man einmal mit Beamten, Pensionisten oder Eisenbahnern versuchen! Aber wer? Die Politiker der großen Koalitionen stammen letztendlich alle aus ebendiesen Kreisen und verhalten sich nur loyal!
macjazz, 28. 11. '10 01:42
Eigenartige Wähler-Logik
Die Unfähigkeit dieser Koalition offenbart aber auch gleichzeitig die unglaubliche Dummheit eines großen Teils der Wähler: was erhoffen sich eigentlich all jene, die jetzt die FPÖ wählen würden? Die war ja schon zu Haiders Zeiten ein Haufen von Schaumschlägern, Maulhelden, Blindgängern und Versagern. Jetzt kommt auch noch verstärkt das braune Gesocks dazu, das dort immer mehr das Sagen hat - und die sollen alles besser machen? Wie blöd muss man eigentlich sein, das zu glauben???
bamark, 27. 11. '10 16:36
AEIOU-Kapital
...Österreich ist leider kein Einzelfall politischer Unfähigkeit
Meine Befürchtung scheint sich zu bestätigen, dass durch die Verknüpfung, Verflechtung der Macht des Kapitals, keine einzelne Regierung mehr handlungsfähig ist.
Nicht weil sie den Ratschlägen der>bösen< Kritikern aus den verschiedensten Medien kein Gehör schenken will - nein, sondern weil die Politik zum Werkzeug einer >globalisierten< Finanzwelt geworden ist
Regieren heißt bestenfalls reagieren.
Darum sind Pressemeldungen über den Zustand von Regierung länderweise austauschbar
Welchs >Volk< nimmt Politik und Kritik noch ernst.
Wenn weiterhin die globale Finanzwirtschaft und nicht die (echte!) Bedürfnisse der Humangesellschaft im Vordergrund stehen wird uns der Schatten des "Adolf" eines "besseren" belehren.

bamark
Wahrheitsfinder, 27. 11. '10 19:51
Re: AEIOU-Kapital
Ihre Einschätzung der Situation zeigt wie die Banken mit der globalen Finanzwirtschaft verquickt sind und deren Manager so manche Spitzenpolitiker in Albträume jagen.
Die Bevölkerung zahlt für die Spekulanten und für die insolventen EU-Länder jetzt die Zeche.
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