Georg Hoffmann-Ostenhof
Danke, Thilo Sarrazin!

Warum die Einführung einer Migranten-Quote zu empfehlen wäre.

Etwas Positives bewirkt Thilo Sarrazin doch. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich die SPD zu einer Multikulti-Partei entwickeln wird. Erinnern wir uns: Vergangenes Jahr machte der ehemalige SPD-Politiker und Bundesbanker mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ Furore. Mit seinen Thesen des vererbbaren Intelligenzniveaus, das bei den Einwanderern, im Besonderen den Muslimen, viel niedriger liege als bei den Deutschen, und seiner Warnung, eine fortgesetzte Einwanderung würde zur weiteren Verblödung der Heimat führen, stieß er auf heftigen Widerstand.

Seinen Bankerjob war Sarrazin bald los. Und die SPD-Führung posaunte hinaus: Solch einen rassistischen Ungustl wolle man fürderhin nicht in den eigenen Reihen dulden. Man beschloss ein Parteiausschlussverfahren.
Als Auflagen und Umfragen aber zeigten, dass Sarrazin der Mehrheit des deutschen Wahlvolks mit seinem pseudowissenschaftlich fundierten Unsinn aus der Seele sprach, da machten die Sozialdemokraten eine spektakuläre Kehrtwende. Sarrazin wird nun doch nicht ausgeschlossen: Knapp vor Ostern begnügte man sich mit der Versicherung Sarrazins, er sei missverstanden worden und werde künftig die sozialdemokratischen Grundsätze beachten. Er muss sein Parteibuch nicht abgeben.

Die SPD stand blamiert da. Die Öffentlichkeit höhnte. Und den Genossen dämmerte, dass sie mit dem unglücklich abgeblasenen Parteiausschluss Gefahr laufen, ihre traditionell große Wählerklientel unter den Zuwanderern zu verlieren. Und so versuchte die Parteiführung, mit einem Befreiungsschlag aus der misslichen Lage herauszufinden. Sie beschloss vergangene Woche eine Quote: In Zukunft sollen alle Führungsgremien der SPD mindestens 15 Prozent Mitglieder „mit Migrationshintergrund“ haben.
Allgemein wurde dieser Beschluss als allzu durchsichtiges Manöver gedeutet. Selbst Sympathisanten mosern, so werde die Partei ihre verlorene Glaubwürdigkeit nicht wiedergewinnen. Bei all dieser berechtigten Kritik – das Resultat dieser ungeschickten Politik und opportunistischen Taktiererei ist aber ein Beschluss, der real einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt der deutschen Politik bedeutet.

In den vergangenen Jahren hat man langsam eingesehen, was so lange verleugnet wurde: dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Sichtbar ist das jedoch in den Medien, in der Verwaltung und in der Politik nur sehr wenig. Da spiegelt sich die Realität einer multikulturellen Gesellschaft nicht wider. Vor allem nicht in der hohen Politik. Die Parlamente, Landtage, Parteiführungen sind weitgehend „ausländerrein“. Die Grünen machen eine rühmliche Ausnahme. Aber bei der SPD, deren Mitglieder zu 15 Prozent migrantisch sind, ist der Parteivorstand bis jetzt ausschließlich von „echten Deutschen“ besetzt.

Diese mangelnde Repräsentanz der Einwanderer erster, zweiter, ja auch dritter Generation in der öffentlichen Sphäre ist aber nicht nur diesen gegenüber ungerecht. Sondern auch überaus dysfunktional: Da mag es unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Integrationsmustern und Ambitionen geben – aber grosso modo sind die Einwanderer immer schon ein dynamisches Element in der Gesellschaft gewesen. Das lehrt die Geschichte. Im Sport und in der Kultur haben sie sich ja bereits kräftig zu Wort gemeldet. Demnächst werden sie sich auch nicht von der Politik ausgrenzen lassen. Auf seltsamen und unwürdigen Umwegen hat die SPD das jetzt offenbar erkannt. Die politischen Mitbewerber werden sich letztlich dieser Einsicht auch nicht verschließen können.

Eine Beobachtung am 1. Mai am Wiener Rathausplatz: Nur sehr wenige identifizierbare Migranten waren am SP-Aufmarsch zu sehen. Selbst die „Bataillone“ aus den Bezirken mit hohem Ausländeranteil – wie Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring oder Favoriten – denen Faymann, Häupl und Co von der Tribüne aus zuwinkten, waren weitgehend „Einheimische“. Und das in einer Stadt, in der „Menschen mit Migrationshintergrund“ – je nach Definition – zwischen dreißig und fünfzig Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Es erscheint geradezu absurd, dass im Vorstand der Bundespartei und in der Parlamentsfraktion der SPÖ (in Wien sieht es ein wenig besser aus) kein Einziger mit einem türkischen, serbokroatischen oder nahöstlichen Namen und Background vertreten ist. Und dabei sind die ehemaligen Gastarbeiter und ihre Kinder die geradezu natürliche Klientel dieser Partei.
Sollten die österreichischen Sozialdemokraten nicht von ihren Genossen in Deutschland lernen? Wie wäre es damit, anstatt dumpf die Fremdengesetze Jahr für Jahr weiter zu verschärfen, auch in der SPÖ eine Migrantenquote auf allen Leitungsebenen einzuführen? Das hätte Charme, Zukunft und könnte aus der politischen Stagnation herausführen.

Natürlich müsste man das Gleiche der ÖVP empfehlen. Bloß wird man ein gewisses Verständnis aufbringen müssen, dass sie die Quoten-Idee nicht sofort aufgreift. Mit ihren Bundesländer-, Bünde-, Frauenquoten sind die Schwarzen ohnehin schon bis zur personellen Unbeweglichkeit eingemauert.

georg.ostenhof@profil.at

14.5.2011 15:44
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Dumpf-Ungebildeter, 07. 08. '11 14:14
Frage an gebildete Linksliberale: warum ist das Volk so dumm?
Es ist doch oft dasselbe: moralisch und intellektuell überlegene Menschen sagen uns, worum es geht und worum nicht. Z.B. "Es geht nicht um Assimilation". Oder "Natürlich sind wir ein Einwanderungsland". Im Volk fragen sich aber viele "müssen wir wollen, dass wir ein Einwanderungsland sind?", oder "Assimilation wäre, wie schon immer, besser als Multikulti". Und das SPD Volk begehrt auf, weil Sarrazin ausgeschlossen werden sollte. Warum ist das Volk so viel dümmer und böser als Hoffmann-Ostenhof und GenossInnen?
zombie69, 15. 05. '11 14:29
Es ist
allgemein so dass man sich in eine verzwickte und peinliche Situation bringt wenn man statt der Probleme, feige den Boten der schlechten Nachrichten angeht. Bei Sarrazin kommt noch hinzu dass fast alle seine Aussagen inzwischen belegt sind und nur noch von Hardcoreüberseher bestritten werden. Erstaunlich ist nur noch warum sich dieser Mann das alles noch antut könnte er sich doch gediegen zur Ruhe setzen und den Rummel hinter sich lassen. Offenbar ein Mann mit Prinzipien im Gegensatz zu vielen Mitglieder der SPD.
lurkerabove, 16. 05. '11 11:47
Prägnant auf den Punkt gebracht
Eines ist vielleicht noch hinzuzufügen:
Wenn es niemanden mehr gibt, der "es sich antut", schlechte Nachrichten zu überbringen, dann verliert die politische Klasse vollends die Bodenhaftung, obwohl oder gerade wegen der Tatsache, dass ihr in allen Massenmedien applaudiert wird.
Und bringt damit Populisten an die Macht.

Kann man bei uns in Ö gerade erste Reihe fußfrei verfolgen. (Auch in den Kommentaren des Profil ...)

P.S.: Der Fluch der Kassandra hat bei Thilo Sarrazin auch beim Thema Griechenland gewirkt. Wie sich die politische Klasse dort versteht, hat er schon letztes Jahr bei einem Interview beschrieben. (Da war er noch Bundesbanker) Daran musste ich denken, als "Im Zentrum" die Griechin ihre Landsleute und das System in GR beschrieben hat.
Wulpe, 15. 05. '11 09:27
Das Buch. Lies es.
Sinkt die Intelligenz der Nachkommen bei Inzucht?
Ja.

Sinkt die Intelligenz bei Cousin-Cousine-Ehen um durchschnittlich 3%?
Ja.

Sind Ehen zwischen Cousin und Cousine im muslimischen Kulturkreis verbreitet?
Ja.

Werden in Afghanistan 55% und in Pakistan 61% (!) aller Ehen zwischen Cousins geschlossen?
Ja.

Werden im Schnitt aller muslimischen Länder 32% aller Ehen zwischen Cousins geschlossen?
Ja.

Werden in Westeuropa weit unter 1% aller Ehen zwischen Cousins geschlossen?
Ja.

Sind Muslime daher genetisch beeinträchtigt, was die Ausprägung der Intelligenz betrifft?
Ja.

Hat Sarrazin als Recht?
Ja.

Haben 68er keine Ahnung von Genetik, und wissen nicht, dass die Intelligenz zu 2/3 genetisch determiniert ist?
Ja.


Siehe: FAZ, "Was ist dran an Sarrazins Thesen?",07. September 2010
bamark, 15. 05. '11 14:28
Re: Das Buch. Lies es.
Stimmt es, dass Literatur und Kunst erst durch den Islam in Europa Verbreitung fand ?
Ja.
Stimmt es, dass Pädophälie in der christlichen Welt eine
unrühmliche Eigenschaft ist ?
Ja.
Stimmt es, dass intolerante Menschen eher zu, milde ausgedrückt, Rassenlehrmeinungen neigen ?
Ja.
Ist Wulpe GENETISCH davon infisziert ?
????
Wulpe, 15. 05. '11 15:17
Re: Das Buch. Lies es.
Stimmt es, dass "Pädophälie" und "infisziert" in keinem Wörterbuch zu finden sind?
Ja.

Übrigens habe ich schon wesentlich intelligentere Ablenkungsmanöver gesehen. Obiger Quatsch hat zwar absolut nichts mit dem Thema zu tun, dass Muslime aufgrund kultureller Eigenheiten (Cousinenehen) genetisch inferior sind, war aber äußerst erheiternd.

Gerade zur Verteidigung der muslimischen Welt das Thema Pädophilie heranzuziehen ist mehr als kurios, man muß ja gar nicht mit Mohammeds einschlägigen Neigungen anfangen (Vollzug der Ehe mit einer 9jährigen), es genügt nach dem UNICEF Foto des Jahres 2007 zu googeln.

Soweit mir bekannt, ist Pädophilie in Europa illegal, und man kann hier keine 11jährige heiraten.

Ebenfalls neu war mir, dass Homer an Allah glaubte.
Dumpf-Ungebildeter, 07. 08. '11 12:35
Bitte um sachliche Diskussion mit Wulpe
Was er hier vorbringt, sollte doch Anlass sein, Schlüsse daraus zu ziehen. Wer weiß anderes? Bitte um sachliche Beiträge zu seinem Thema. Wie sieht es mit den Cousinenehen wirklich aus? Stimmt es, was Wulpe schreibt?