Peter Michael Lingens
Ein Programm für die Wut-Partei
Zehn Forderungen, die mich bewegten, für eine neue Partei zu stimmen.
Nachdem ich seit Monaten dafür plädiere, ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen eine neue Partei mit Wirtschaftskompetenz und Reformwillen entgegenzustellen, habe ich des puren Spaßes halber versucht, ein Programm für diese von mir Radikale Reform Partei (RRP) genannte fünfte Kraft zu formulieren. Ich bin mit meinen 72 Jahren zwar nicht gerade ihr typischer Wähler, denn sie sollte vor allem die Interessen der Jungen vertreten, aber ich habe zumindest viele Kinder.
Wahlrecht: Die RRP fordert den Übergang zu einem Persönlichkeitswahlrecht: Parteien (beziehungsweise Gruppierungen einer gewissen Größe) präsentieren Kandidaten, die in ihrem Wahlkreis die absolute Mehrheit erreichen müssen. (Gelingt das im ersten Wahlgang niemandem, folgt eine Stichwahl.)
Gleichzeitig müssen Abstimmungen im Parlament immer namentlich erfolgen: Der Wähler soll Gelegenheit haben zu prüfen, wie sein Abgeordneter sich verhält. Damit soll der aktuelle Klubzwang zugunsten individueller Entscheidungen aufgeweicht werden.
Föderalismus: Die RRP fordert, die Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden neu zu verteilen. (So vernünftig es etwa ist, dass Länder kulturpolitisch miteinander wetteifern, so unsinnig ist dieser Wettstreit im Jugendschutz und bei der Bauordnung.)
Dort, wo Kompetenzen bei den Ländern beziehungsweise Gemeinden liegen, sollen diese auch für das erforderliche Steueraufkommen verantwortlich sein. (So müssten die Länder insbesondere ihre Landesregierungen und ihren Verwaltungsapparat selbst finanzieren, was zu beider Verbilligung führen sollte.)
Steuern: Die RRP strebt den Übergang zu einer Flat Tax an. (Die zur Linken so hoch geschätzte Progression trifft nicht den Bezieher eines hohen Gehalts, der immer ein Nettogehalt ausgehandelt hat, sondern sie geht zulasten des gehaltauszahlenden Unternehmens. Dessen Gesamtbelastung ist sinnvoll zu regeln.)
Das diffuse und komplizierte Fördersystem für Bedürftige ist zu einer Negativsteuer (also einem steuerlichen Zuschuss) zu vereinfachen.
Die auf Arbeit lastenden Steuern sind zu senken, die auf vergleichsweise unproduktivem Vermögen lastenden Steuern sind zu erhöhen.
Ökologie: Die RRP fordert die Einführung einer Kilowatt-Steuer auf alle Formen der Energie. Andere Steuern sind im Ausmaß ihres Erlöses zu senken.
Pensionen: Die RRP fordert den Übergang zu einer steuerfinanzierten Volkspension, die allen Bürgern die gleiche, zum Leben nötige Mindestpension sichert. (Wer auf eine höhere Altersversorgung Wert legt, schließt mit dem Geld, das ihm bei diesem System vermehrt in der Tasche bleibt, eine Zusatzversicherung ab oder veranlagt es selbst.)
Bildung: Die RRP fordert die Möglichkeit eines fairen Wettstreits privater Bildungseinrichtungen mit staatlichen Schulen und Universitäten. Zu diesem Zweck erhält jeder Schul- beziehungsweise Universitätsbetreiber pro Schüler beziehungsweise pro Student die gleichen Mittel. (Österreich gibt derzeit pro Schüler mehr Geld aus, als die meisten Privatschulen an Schulgeld verlangen.)
Wie eine Schule den Unterricht gestaltet, ist ihr überlassen. Zentrale staatliche Prüfungen stellen aber sicher, dass in allen Hauptgegenständen ein bestimmtes Niveau erreicht wird.
Die Aufnahme behinderter Schüler wird mit erhöhten Beträgen vergütet.
Frauen: Anstelle der aktuellen (teuren) Familienförderung, die sich als völlig ungeeignet erwiesen hat, die Geburtenrate zu erhöhen, fordert die RRP die steuerliche Förderung von Betriebskindergärten sowie erhöhte Vergütungen für die Schüler von Ganztagsschulen und eine spezielle Abgeltung der zusätzlichen Betreuung Jugendlicher während der Ferienmonate. All diese Maßnahmen sollen es erleichtern, Beruf und Kindererziehung zu vereinen.
Kultur: Die RRP fordert, dass jeder Bürger und jedes Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz (Promillesatz) seiner Einnahmen von der Steuer absetzen kann, wenn damit kulturelle Aktivitäten gesetzt werden. Zum Ausgleich wird die staatliche Kulturförderung um den zu erwartenden Steuerausfall gekürzt, keinesfalls aber abgeschafft. (Denn die ausschließlich privatwirtschaftliche Finanzierung von Kultur mündet in die fast ausschließliche Produktion von Musicals.)
ORF: Aus dem gleichen Wissen um die Problematik einer ausschließlich privatwirtschaftlichen Organisation der Information bekennt sich die RRP zu einem steuerfinanzierten ORF mit entsprechend hoher Programmqualität. Um diese sowie die politische Unabhängigkeit des ORF zu sichern, ist die Ernennung von Stiftungsräten dem Parteieneinfluss so weit wie möglich zu entziehen. (Theaterdirektoren, Filmschaffende, Literaten, Richter, Äbte sollten Parteifunktionäre aus Parlament, Bund und Ländern ablösen.)
Zuwanderung: Die RRP bekennt sich zu einer an ihrer Ausbildung und unserem Bedarf orientierten Zuwanderung ausländischer Staatsbürger und investiert entsprechend in deren rasche Integration.
peter.lingens@profil.at
4.6.2011 13:38
RolandGiersig, 14. 06. '11 13:35
Weil ich da lese: "Äbte"...
Lieber PML, wie sieht es mit der Forderung einer sauberen Trennung von Kirche und Staat aus? Wenn Sie schon von "radikal" schreiben... :-)
PM.Lingens, 14. 06. '11 17:32
Re: Weil ich da lese:
Man kann in 4800 Anschlägen nicht alle Forderungen unterbringen, die Sinn hätten. Natürlich gehören Kirche und Staat korrekt getrennt. Es ist zum Beispiel schwer verständlich, dass katholische Privatschulen staatliche Unrtersützung erhalten - andere Privatschulen jedoch nicht. Obwohl ich also für eine stärkere Trennung eintrete, halte ich die katholische Kirche aber für eine in vieler Hinsicht wertvolle Institution, deren Stimme ich nicht missen will. (Wenn es zum Beispiel um den Umgang mit "Ausländern" geht.)Ich gebe auch die Hoffnung nicht ganz auf, dass die Kirche zur Evolution fähig ist und eine Reihe von absurden Standpunkten aufgibt. PML
RolandGiersig, 15. 06. '11 10:19
Re: Weil ich da lese:
Das freut mich zu lesen. dass Sie Kirchenprivilegien auch als ungerecht empfinden. Sie haben Recht, die Kirche ist auf Grund ihrer Institutionen und Erfahrungen eine wertvolle Gruppierung innerhalb der Gesellschaft, doch sollte es nur diese Qualität sein, die die Kirche auszeichnet, und nicht irgendwelche rechtlichen Privilegien. Letztlich sollten alle Glaubensgemeinschaften gleichermaßen und gemeinsam mit anderen Interessensgruppen unter das Vereinsgesetz fallen, denn wie das schon Robert Heinlein treffend formulierte: "Die Religion des Einen ist der Witz des Tages für den Anderen". In einer Gesellschaft, die auf gegenseitigem Respekt und Akzeptanz basiert, sollte das kein Problem darstellen...
arnulfdomenig, 11. 06. '11 15:26
Na endlich tut sich da was
Und wie recht PML doch hat mit all seinen Vorschlägen Ran an die Sache! Denn dieses Land braucht natürlich!!! neue, gescheite, nicht vornehmlich um das Wohl der Parteifreunderln, sondern um das des ganzen Landes besorgte politische Gruppierungen um neue Gedanken zu entwickeln und sie dann auch nachhaltig umzusetzen. Erwartet denn irgendwer allen Ernstes, daß die alten Sesselkleber, die - gleichgültig, welcher Couleur - uns über die Jahre hinweg das Lachen vermasseln, da noch irgendwas auf die Reihe kriegen?
Alsdann, sehr geschätzer PML: Ran an die Sache! Sie sind immer noch um ein Jahr jünger als es der vormalige Kölner OB Adenauer war, als der zum Kanzler der Bundesrepublik Deutschland mutierte. Ich rühr’ jedenfalls die Werbetrommel für Sie und ihre Idee, wo ich nur kann.
PM.Lingens, 13. 06. '11 13:07
Re: Na endlich tut sich da was
Wenn jemand eine Partei mit dem von mir skizzierteb Programm gründete, arbeitete ich dort gene kostenlos mit - zur Galionsfigur bin ich nicht geeignet. PML
RolandGiersig, 14. 06. '11 13:44
Re: Na endlich tut sich da was
Ich werde auf Sie zurück kommen... :-)
ArminPillhofer, 09. 06. '11 10:15
Der klug Herr Lingens
Ja der Herr Lingens hat jede Menge Ideen und die vorhandenen Parteien passen im nicht. Nur dass er selber in die Politik geht und zeigt wie es besser geht - das macht er natürlich auch nicht. Journalisten sind immer diejenigen die theoretisch alle besser wissen, aber die Praxis scheuen sie dann doch. Ist ja auch viel bequemer so.
PM.Lingens, 09. 06. '11 11:02
Re: Der klug Herr Lingens
Seinerzeit war meine Funktion als Journalist eine gewichtigere, als ich sie als Politiker häte einnehmen können. Und heute bin ich, fürchte ich, mit 72 einfach zu alt, um eine Rolle in einer neuen Partei zu übernehmen, von der ich glaube, dass sie vor allem die Jungen vertreten muss, weil sie die derzeit benachteiligte Generation darstellen. Mit Bequemlichkeit hat das alles nichts zu tun.
lurkerabove, 09. 06. '11 16:11
Re: Der klug Herr Lingens
Mag ja sein, dass der von mir sehr geschätzte PML sich mit 72 schon zu alt fühlt um selbst noch aktiv zu werden, aber schafft er es, ein paar seiner vielen Kinder zu überzeugen?
Wenn ja, warum hören wir davon nichts?
Wenn nein, warum nicht?
Es ist durchaus ehrenwert, wenn denkende Menschen am Ende eines lange Arbeitslebens, dessen Beschränkungen hinter sich lassend, wenigstens einmal Klartext reden wollen.
Erinnert mich ein bisschen an das "Sanyassin" Konzept des indischen Kulturkreises.
Noch mehr allerdings erinnert es mich an Thilo Sarrazin.
Was lernen wir daraus?
RolandGiersig, 14. 06. '11 13:44
Wir lernen daraus...
...dass es leicht ist, in einem Forum herum zu raunzen, dass die anderen doch was tun sollen, aber schwer, sich selbst zu engagieren und/oder eine Partei zu gründen...
lurkerabove, 16. 06. '11 13:57
Am Beispiel Thilo Sarrazin kann man allerdings studieren
wie das Establishment mit Leuten verfährt, die unbequeme Wahrheiten aussprechen.
(Thilo Sarrazin ist nicht nur ein in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat, sondern war auch viele Jahre lang "engagiert", z.B. als Finanzsenator in Berlin.)
Was lernen wir daraus?
Guardiolaisgod, 08. 06. '11 15:24
Es braucht keine neuen Parteien, sondern neue Gedanken
Das Problem ist, dass die Handelnden der wichtigsten politischen Gruppen im wesentlichen mit der Bewahrung des Status Quo durch Streicheln ihrer Kernschichten beschäftigt sind, und sich keine Gedanken, darüber machen, wie moderne konservative, linke oder liberale Politik ausschauen könnte, obwohl es leicht wäre, aktuelle Denkansätze zu finden (hier beschrieben: http://karinkoller.wordpress.com/2011/06/06/brauchen-wir-einen-linken-konservativen-und-liberalen-populismus/ ).
Eine gedankliche Neupositionierung, die sich vom Besitzstandwahren als einzigem politischen Ziel entfernt, müsste dann durch neue Personen vermittelt werden, um die Enttäuschten aus der Apathie reißen und wieder in den politischen Prozess zu integrieren.
Guardiolaisgod, 08. 06. '11 15:24
Re: Es braucht keine neuen Parteien, sondern neue Gedanken
Was aber nicht benötigt wird, ist dass Leute wie Androsch, die an der Politikverdrossenheit mitschuldig sind und vom Stillstand profitiert haben, sich als Speerspitze der Veränderung darstellen.
Marius123, 07. 06. '11 23:59
Naiv
Bemerkungen zu zwei Ihrer Punkte:
Steuern:
Ihr Argument für die Flat Tax ist Unsinn. Für alle Gehaltsempfänger ist Netto wichtig, für die Betriebe immer Brutto. Besserverdiener können nur aushandeln was die Betriebe bereit sind zu zahlen und die orientieren sich an Brutto, also mit Steuern.
Pensionen:
Ihr Vorschlag löst das Pensionsproblem nicht. Die einzige Lösung dafür sind mehr Kinder. Ihr Vorschlag ist nur ein anderer Weg zur Verwaltung des Mangels.
Die meisten Ihrer Vorschläge finde ich durchaus gut und Ihr neues Hobby - Gedanken über die Gründung einer neuen Partei - durchaus sympatisch. Zu glauben eine derartige Partei könnte in das Parlament kommen kann man aber nur als naiv bezeichnen.
Das Problem sind nämlich nicht die Parteien, sondern die Wähler.
PM.Lingens, 08. 06. '11 13:49
Re: Naiv
Ihr Argument unterstützt meine Argumentation, statt sie zu widerlegen: Es sind die Betriebe, die die Differenz zwischen Brutto und Nettogehalt bezahlen. Für den Gehaltsempfänger ist einzig interessant, was er netto erhält, für das Unternehmen ist einzig interessaqnt, was es in Summe an Lohnsteuern abführen=aufwenden muss. Es lässt sich errechnen, bei welcher Flat-Tax- Größenordnung der Aufwand der Betriebe etwas so gr0ß wie derzeit ist. Österreich braucht dieses System ja keineswegs zu erfinden - es funktioniert in unserer Nachbarschaft mit größtem Erfolg.
Auch das von mir skizzierte Pensionssyste funktioniert in Schweden höchst erfolgreich. Mehr Kinder sind sicher ein erheblicher Beitrag dazu. Daher Punkt sechs der RRP zu Erleichzerung der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kinder-Erziehung. PML
Marius123, 11. 06. '11 00:06
Re: Naiv
Zu Ihrer Antwort:
Steuer: Die Frage ist nicht ob ein System "funktioniert" ( was soll das heißen?) sondern ob es gerecht ist. Und ich kann nicht erkennen, warum ein System mit einem einheitlichen Steuersatz gerechter sein sollte.
Pension: Natürlich funktioniert ein Pensionssystem nach Ihren Vorschlägen, das habe ich nicht bezweifelt. Es löst nur das zentrale Problem unseres Pensionssystems nicht - zu wenige Zahler für zuviele Pensionisten. Nur mehr Kinder, also Zahler kann daran etwas ändern. Diese Tatsache wird bei Diskussionen über die Pension viel zuwenig beachtet.
RolandGiersig, 14. 06. '11 13:41
Re: Naiv
Nicht das Steuersystem muss gerecht sein (denn das wäre ja eine Flat-Tax ja, im Gegensatz zur Progression), sondern die Einkommens- und Vermögensverteilung!
Das lässt sich zB durch eine Vermögenssteuer erreichen (zB Freibetrag eine Million, Steuersatz immer 1% über dem Leitsatz der EZB), die verhindert, dass herumliegendes Geld einfach immer mehr wird.
Henson, 07. 06. '11 17:31
Klingt irgendwie...
...stark nach den JuLis.
Flat Tax, Negativsteuer, bedarfsorientierte Zuwanderung, Wettbewerb zwischen den Bildungseinrichtungen. Das haben die eh alles im Programm.
StefanSu, 07. 06. '11 14:41
Wer kann sich den Politikeinstieg leisten und ist gewillt etwas zu verändern?
Sie haben mit Ihren Forderungen völlig recht, ich glaube sogar, dass dieses Programm Mehrheitsfähig ist und ja, mit mir hätte diese Partei auch gleich einen freiwilligen Helfer. Nun fordern Sie immer wieder eine neue Partei, quasi im gleichen "Atemzug" geben Sie aber auch gleich zu bedenken, dass Sie ja schon 72 sind und deshalb nicht mehr der richtige sind um aktiv zu werden.
Aber wer sonst? Ich bin bereits so frustriert, dass ich ernsthaft überlege selbst aktiv zu werden, sollte bis zur nächsten NR-Wahl niemand sonst diese "RRP" gründen.
Als Jungakademiker (25, ergo keine finanziellen Reserven) würde ich damit meine Existenz und die meiner Kinder riskieren müssen! Was sind sie bereit zu riskieren um die Zukunft Ihrer Kinder zu retten? Wer sonst kann sich einen Politikeinstieg leisten?
PM.Lingens, 14. 06. '11 18:14
Re: Wer kann verändern?
Wenn eine neue Partei mit einiger Aussicht auf Erfolg gegründet werden soll, dann ist ein 72jähriger Journalist, der auf der vorvorletzten Seite des profil schreibt, nicht die geeignete Person. Der Gründer (die Gründerin) einer solchen Partei sollte unter 40, beruflich erfolgreich und habwegs "telegen" sein - das war ich vielleicht vor 35 Jahren. Damals habe ich auch überlegt, in die Politik zu gehen, es aber dann vorgezogen, weiter profil zu führen. Das hat mich (u.a. im Wege einer 80 Stunden Woche) ziemlich viel Substaz gekostet und war wohl auch an zwei Herzinfarkten nicht gaanz unbeteiligt. Jetzt sind Jüngere gefordert - ich kann bestenfalls ein Mittäter sein. PML
StefanSu, 14. 06. '11 20:25
Zu Ihrer Antwort
Was Sie beschreiben muss nicht der Gründer sein, das müsste die Gallionsfigur, der robuste und zugleich strahlende Repräsentant sein. Ich glaube nicht, dass man am Finden einer derartigen Person scheitern würde, könnte man erst einmal eine Plattform anbieten. Ich denke der wesentliche Knackpunkt wäre wohl eher, dass es schwierig werden dürfte bundesweite Bekanntheit zu erlangen. Sie Kennen die Medienlandschaft hervorragend: Wie wirbt man mit wenig Geld, ohne Hauptberufswahlkämpfer (=Landtagsabgeordnete etc.) und ohne Einfluss im ORF um die Wählergunst der Österreicher? Gibt es da von Ihnen (oder anderen hier) Vorschläge?
Thetin, 07. 06. '11 14:21
Wie eine Schule den Unterricht gestaltet, ist ihr überlassen?
So sehr ich Herrn Lingens als ausgezeichneten und integren Journalisten schätze, so sehr scheint er sich manchmal nicht in allen Konsequenzen zu überlegen, was er schreibt: "Wie eine Schule den Unterricht gestaltet, ist ihr überlassen." Das hieße ja z.B., dass in Zukunft in den Schulen auch Kreationismus gelehrt werden dürfte!
PM.Lingens, 08. 06. '11 14:02
Re: Wie eine Schule den Unterricht gestaltet, ist ihr überlassen?
Die von mir genannte Freiheit der Schuen in der Gestalatung des Unterrichts ist beispielweise in Finnland verwirklicht. Dafür, dass kein Unsinn unterrichtet wird, sorgen zentrale Prüfungen, die die Schüler bestehen müssen. Aners als ein profil-Leser an dieser Stelle einmal behauptet hat gibt es insbesondere eine große zentrale Prüfung, wenn man ab 15 die drei weiterführenden Klassen besuchen will. Diese Prüfungen werden aber von der überwältigenden Mehrheit der Schüler bestanden, weil trotz (oder wie ich behaupte: wegen) der Gestaltungsfreiheit des Unterrichts offenbar durchwegs ein gutes Leistungsniveau erreicht wird. Nicht zuletzt die PISA-Ergebnisse sprechen dafür, dass die finnische Schul-Autonomie recht gut funktioniert. PML