Tatort Herrengasse

  • • Warum die Justiz gegen den Kabinettschef der Innenministerin ermittelt
  • • Wie der unter Verdacht stehende Kabinettschef TA-Chef Ametsreiter unter Druck setzte

Machtmissbrauch, Interventionen, Einschüchterungen: Wie ein handverlesener Zirkel im VP-regierten Innenministerium versuchte, die Untersuchungen im Telekom-Skandal zu manipulieren. Jetzt ermittelt die Justiz gegen den Kabinettschef der Innenministerin. Das Protokoll einer Verschwörung.

Von Michael Nikbakhsh und Ulla Schmid

Als Michael Kloibmüller sich am Vormittag des 4. Oktober 2011 zu einer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft Wien verfügte, dürfte er noch nicht geahnt haben, was ihn wirklich erwartete. Wenige Tage zuvor war dem Kabinettschef von ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner eine schmucklose Ladung zugestellt worden, in welcher er als „Beschuldigter“ geführt wurde. Es geht um den nicht näher ausgeführten Verdacht des Amtsmissbrauchs und des Geheimnisverrats.

Nahezu zeitgleich machte auch Kloibmüllers Freund Christoph Ulmer Bekanntschaft mit der Justiz. Der frühere Kabinettschef von Ernst Strasser musste zusehen, wie Ermittler sein Büro nach belastenden Indizien durchsuchten.

Die von profil Mittwoch vergangener Woche online veröffentlichten behördlichen Maßnahmen sind der vorläufige Höhepunkt eines Skandals, dessen politische Dimension noch nicht abzuschätzen ist. Er ist dazu angetan, das ohnehin angeschlagene Grundvertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen weiter zu erschüttern.

Es ist die Geschichte eines Komplotts, das bis in höchste Regierungskreise reicht; die Geschichte eines Netzwerks, das auch Jahre nach dem Zerfall von Schwarz-Blau tief in den österreichischen Sicherheitsapparat hineinreicht. Sie erzählt davon, wie ein verschworener Zirkel im ÖVP-regierten Innenministerium versuchte, in die Telekom-Ermittlungen einzugreifen, um von eigenen Verwicklungen abzulenken. Sie berichtet von Einschüchterungen und Drohungen, die nur aussprechen kann, wer die Instrumente der Macht hinter sich weiß – und sich nicht scheut, diese auch einzusetzen.

Auf den Rechnern des Bundesministeriums für Inneres liegen die sensibelsten Informationen überhaupt: Melde- und Personaldaten, Fingerabdrücke, DNA, Vorstrafen. Kaum ein anderes Ministerium weiß so viel über die Bürger dieser Republik wie das Haus in der Wiener Herrengasse Nummer 7. Dort kann auch jede E-Mail, jedes Telefonat, jede SMS erfasst und ausgewertet werden. Die Überwachung des Verkehrs läuft ebenso über die IT-Systeme des Ministeriums wie jene öffentlicher Plätze. Kurzum: Wenn das Ministerium es will, kann es auf Knopfdruck erfassen, wer wann was und wo gemacht hat. Umso mehr muss sich jeder Östereicher darauf verlassen können, dass Informationen – gleich welcher Art – das ­Ministerium nicht verlassen. Und schon gar nicht für parteipolitische Anliegen zweckentfremdet werden.

Michael Kloibmüller ist als Kabinettschef der ranghöchste Mitarbeiter der Innenministerin. Er diente bereits unter Mikl-Leitners Vorgängerin Maria Fekter und hatte seine Karriere 2000 unter Ernst Strasser begonnen. Sein damaliger Vor­gesetzter war Christoph Ulmer, Kabinettschef unter Strasser und nunmehr Werber bei der Agentur Headquarter, die blendend an Aufträgen des Ressorts verdient.

Die Achse hält bis heute – und bringt die ÖVP in schwere Bedrängnis. Kloibmüller steht im Verdacht, seine Rolle als Kabinettschef missbraucht und in die Ermittlungen um die Telekom-Affäre eingegriffen zu haben.

Was konkret weitergetragen worden ist und vor allem an wen, ist derzeit Gegenstand von Ermittlungen. Die Betroffenen bestreiten jegliche Verfehlung.

Die profil-Enthüllung Mitte vergangener Woche hatte das Ministerium, allen voran die Innenministerin, völlig überrumpelt. Umso heftiger fielen die Reaktionen aus: Mikl-Leitner stellte sich – nach einer fast eintägigen Schockstarre – vor ihren Kabinettschef, sprach ihm bedingungslos das Vertrauen aus und feuerte öffentlich gegen die Justiz: „Hier wird, von mancher Seite bewusst, das Leben einzelner Menschen und ihrer Familien zerstört. Das ist unerträglich und eine Schande.“ Die Forderung der Polizeigewerkschaft nach Kloibmüllers sofortiger Suspendierung wurde vom Ministerbüro nicht einmal ignoriert. Kloibmüller wiederum wies die Vorwürfe gegen ihn energisch zurück und drohte just jenem Mann eine Verleumdungsklage an, der die Affäre eher unfreiwillig ins Rollen gebracht hatte: Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria. Der Fall nimmt seinen Ausgang am Freitag, den 26. August 2011, um 8 Uhr morgens.

Die Autoren dieser profil-Geschichte finden sich in der Zentrale der Telekom Austria AG in der Wiener Lassallestraße Nummer 9 ein. Der Termin mit Vorstandschef Ametsreiter ist vor nicht einmal zehn Stunden arrangiert worden. Es ist ein heikler Sachverhalt, mit dem profil vorstellig wird: Die Telekom, so der schwerwiegende Verdacht, soll die Telefone von Staatsanwälten und Polizisten abgehört haben, um bei den Ermittlungen im Telekom-Komplex auf dem Laufenden zu bleiben.

profil: „Herr Ametsreiter, uns liegen Informationen vor, wonach die Telekom Ermittler bespitzeln würde.“
Ametsreiter: „Das ist völlig aus der Luft gegriffen.“

Der Telekom-Chef, sichtlich angeschlagen, ringt um die richtigen Worte: „Hier geht es um etwas völlig anderes. Wir wurden unter Druck gesetzt.“ In den darauf folgenden 90 Minuten wird aus der vermeintlichen Spitzelaffäre ein ausgewachsener Politskandal.

Kloibmüller, erzählt Ametsreiter, habe der Telekom Austria am 12. August 2011 eine „ernst zu nehmende Warnung“ überbringen lassen – und zwar über zwei leitende Telekom-Angestellte, die ihrerseits fest in der ÖVP verankert sind: Michael Fischer und Michael Jungwirth. Sollte der Konzern die für die ÖVP unangenehmen Komplexe im Telekom-Skandal, insbesondere die Rolle des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly (Ehemann der früheren ÖVP-Spitzenpolitikerin Maria Rauch-Kallat), weiterhin so offensiv kommunizieren, werde das „unangenehme Konsequenzen“ für ihn, Ametsreiter, haben – etwa eine „behördliche Prüfung“ des TA-Mobilfunkbereichs, dessen Vorstand er einst angehörte.

Auch das unter Journalisten gestreute Gerücht, die Telekom würde Ermittler abhören, sei in diesem Zusammenhang zu sehen. Ein „Mittelsmann“ des Innenministeriums habe der Telekom dieses Ondit ebenfalls zugetragen. „Wir haben das als eine weitere Warnung aufgefasst“, so Ametsreiter an diesem 26. August. Und: Es gebe zu all dem einen internen Aktenvermerk.

Nur wenige Stunden später veröffentlicht profil die wesentlichen Passagen dieser Notiz im Internet. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. Der Apparat setzt alle Hebel in Bewegung, um die Geschichte dieser Intervention unglaubwürdig zu machen – und dies mit aller Macht. Ametsreiter wird, wie er später selbst erzählen wird, beschieden, er könne seine Karriere abhaken, würde er bei dieser Version bleiben. Kloibmüller dementiert auf das Heftigste, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner stellt sich reflexartig vor ihn und interveniert mehrmals vergeblich in der profil-Redaktion. Auch Michael Fischer und Michael Jungwirth – jene beiden Telekom-Mitarbeiter, welche die Botschaft Kloibmüllers am 12. August atemlos vom Innenministerium in die Telekom-Zentrale apportiert haben – distanzieren sich in einem an alle Redaktionen des Landes verschickten E-Mail von den „verrückten bzw. scheinbar anders wahrgenommenen Darstellungen“ (profil berichtete).

Was keiner der Beteiligten auch nur in Ansätzen ermessen kann: Die Staatsanwaltschaft Wien ist zu diesem Zeitpunkt bereits hellhörig geworden. Schon seit Langem wird in Justizkreisen ein Leck vermutet, durch das polizeiliche Ermittlungsergebnisse an ausgewählte Beschuldigte und Medien weitersickern. Das in Sachen Telekom zuständige Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) untersteht der Sektion IV im Innenministerium – und damit direkt dem Ministerbüro. Die Sektion IV wiederum wird von Herrmann Feiner geleitet, der sich seine Sporen ebenfalls in der Ära Strasser verdient hat. Wie Kloibmüller und Ulmer.

Die Staatsanwaltschaft vermutet massive Unregelmäßigkeiten rund um die ­Vergabe des Blaulichtfunks Tetron unter Ernst Strasser 2003. Wie ausführlich berichtet, ließ der damalige Innenminister einem Konsortium um Telekom Austria, Motorola und Alcatel den Zuschlag erteilen, wenn auch erst in zweiter Ziehung. Das ursprünglich beauftragte Konsortium master-talk wurde wegen angeblicher technischer Unzulänglichkeiten ausge­bootet (mit einer Abschlagszahlung aus Steuergeldern in Höhe von 30 Millionen Euro).

Es gilt als erwiesen, dass die Telekom Austria dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly für dessen Engagement im Tetron-Deal eine Erfolgsprovision in Höhe von 1,1 Millionen Euro zuführte. Weiters steht der Verdacht im Raum, Mensdorff habe von Motorola 2,2 Millionen Euro erhalten. In den USA sind in diesem Zusammenhang bereits Ermittlungen anhängig. Auch Alcatel-Lucent – Chef: ÖVP-Bundesrat Harald Himmer – soll gezahlt haben. Was genau Mensdorff für das Geld geleistet hat, ist unklar. Ob Teile seiner Provisionen an Entscheidungsträger im Innenministerium geflossen sind, wird derzeit von der Justiz untersucht.

Mit anderen Worten: Eine verschworene Clique aktiver und ehemaliger Mitarbeiter des Innenministeriums kann auch Jahre nach dem Tetron-Geschäft kein gesteigertes Interesse daran haben, dass der Beschaffungsvorgang allzu detailliert aufgearbeitet wird.

Die Grundlage für die eingespielte Personalmatrix hatte Ernst Strasser selbst gelegt. Der ÖVP-Mann mit Zug zum Tor war 2000 in ein Ministerium gekommen, das über Jahrzehnte rot regiert worden war. Mit nur einer Handvoll Mitarbeitern schaffte er das Kunststück, das Haus in der Herrengasse in knapp drei Jahren tiefschwarz umzufärben.

Kloibmüller war für die „Personalangelegenheiten“ in der Gendarmerie, Hermann Feiner für jene in der Polizei zuständig – beide hatten somit den Überblick, wer wo mit dem falschen Parteibuch auf einem wichtigen Posten saß. Ulmer orchestrierte als rechte Hand Strassers die Umbesetzungen, Strasser musste die Entscheidungen nur noch abnicken. Wenig später stieß Hannes Rauch, heute ÖVP-Generalsekretär, als Strassers Pressesprecher zu der Gruppe. Auf den Gütern von Alfons Mensdorff-Pouilly verbrachte man das eine oder andere Jagdwochenende miteinander (profil berichtete ausführlich).

Als Strasser 2004 aus dem Amt schied, war das Ressort auf Linie, die ursprüngliche Mannschaft hatte es schon in andere politische Funktionen verschlagen. Aus den Augen verlor man einander trotzdem nicht.
Als Maria Fekter im Juli 2008 das Innenministerium übernahm und Kloibmüller zum Kabinettschef machte, wurden die alten Kontakte konsequent reanimiert. Hermann Feiner hatte sich zwischenzeitlich als Pressesprecher bei der Fraktion Christlicher Gewerkschafter verdingt, ehe er Anfang 2010 von Fekter mit der Leitung der mächtigen Sektion IV betraut wurde, die unter anderem für Beschaffungsvorgänge zuständig ist.

Von der Vergabe unter Feiner profitiert vor allem Ulmer mit seiner Werbeagentur Headquarter, die immer wieder Kampagnen für das Innenressort entwirft. Zwischen 2008 und 2010 soll Headquarter eine halbe Million Euro an Aufträgen des Innenministeriums verdient haben. Dass Ulmer und Feiner im Beirat der Sicherheitsakademie des Innenministeriums sitzen (die Institution bildet Exekutivbeamte aus und weiter), passt ins Bild. Aber das ist noch nicht alles: Die Tageszeitung „Kurier“ berichtete Ende vergangener Woche von einem „Beratervertrag“ zwischen Ulmer und dem Ministerium, der dem Werber Zugang zu sensiblen Daten aus dem Innenministerium gewähre. Die Interpretation, dieser Vertrag würde Kloibmüller „entlasten“, ist freilich kühn.

Das Hermann Feiner direkt unterstellte Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) wurde 2010 – entgegen den Gepflogenheiten, wonach die Behörde parteifrei zu führen sei – mit Andreas Wieselthaler besetzt, der im Jahr zuvor bei der Personalvertretungswahl im Rechnungshof erfolgreich als Listenführer für die Fraktion Christlicher Gewerkschafter kandidiert hatte. Jene FCG also, die sich einst von der Telekom Austria sponsern ließ. Wie ausführlich berichtet, ließ die Telekom der FCG zumindest einmal einen so genannten Marketingzuschuss in Höhe von 30.000 Euro zukommen. Das hat der Lobbyist Peter Hochegger bei einer seiner zahlreichen Einvernahmen im Jahr 2009 zu Protokoll gegeben: „Die Abrechnung erfolgte über mich, wahrscheinlich, weil die Telekom das nicht direkt bezahlen wollte.“

Es wäre nicht das erste Mal, dass über das Innenressort Politik gemacht wird. Und es wäre schon gar nicht das erste Mal, dass sich das Innenministerium brisante Akten bei den Ermittlungsbehörden bestellt. Ein parlamentarischer Untersuchungssausschuss förderte 2008 Erstaunliches zutage. Im Zuge der Bawag-Untersuchungen 2006 wies das Kabinett der damals amtierenden ÖVP-Innenministerin Liese Prokop das Bundeskriminalamt vor der Nationalratswahl an, Ermittlungsergebnisse zu Bawag, ÖGB und SPÖ „sofort“ dem Ministerium zu melden. Der damalige Chef des Bundeskriminalamts Herwig Haidinger hatte der Weisung zunächst Folge geleistet. Als sensible Informationen aus dem Akt kurz darauf an die Öffentlichkeit gelangten, kappte Haidinger den Informationsfluss ins Ministerium. Auch dem Wunsch des Kabinetts Prokops, Informationen zu etwaigen Geldflüssen von der Bawag zur SPÖ dem Ressort zu melden, kam Haidinger nicht mehr nach. Spätestens ab da war der unbequeme BKA-Chef, obwohl der ÖVP zugerechnet, zum Abschuss freigegeben. Haidinger wurde ins Ausgedinge geschickt.

Das Innenressort als verlängerter Arm einer Parteizentrale – das ist gefährlich. Zumal die laufenden Ermittlungen gegen Michael Kloibmüller die Behörden vor massive Probleme stellen. Die von der Staatsanwaltschaft beigezogenen BAK-Beamten sind weisungsgebunden. Bekommen sie von ihrem Vorgesetzten Andreas Wieselthaler den Auftrag, ihre Untersuchungsergebnisse vorzulegen, haben sie dem Folge zu leisten. Bekommt Wieselthaler, seinerseits wieder weisungsgebunden, von Sektionschef Feiner die Order, Akten weiterzureichen, wird er diesem wohl auch nachkommen müssen. Feiner wiederum untersteht der Ministerin. Im konkreten Fall ermittelt nun das Innenministerium gleichsam gegen sich selbst.

Wie soll die Justiz den Wettlauf gegen diese ­Hierarchie gewinnen?

7.5.2012 16:24
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
Hugoport, 11. 10. '11 12:56
die Ermittlungen sind ja ÜBERFÄLLIG
Er ist ja noch ein Restposten von Lobbyistgen STRASSER ! Was soll da schon gutes kommen ?
nra4ever, 11. 10. '11 22:05
Re: die Ermittlungen sind ja ÜBERFÄLLIG
... welche Ermittlungen? - unter Strasser wurden mindestens vom Abteilungsleiter aufwärts -in Schlüsselpositionen auch darunter ALLE Posten umgefärbt! SCHWARZ - SCHWARZ - SCHWARZ (statt rot weiß rot). Ermittlungen, Untersuchungen oder wasauchimmer KANN es im Netwerk/Filz gar nicht geben - ausser einer wie Haider vergisst seine Loyalität und opfert seine (zumindest berufliche) Existenz. Die Blaulichtgeschichte (und viele andere) hat in der Heerngasse ca jeder gewusst - aber s.o.
chaneu, 10. 10. '11 09:40
die einzig richtige antwort
wird man den verantwortlichen nicht geben können, weil sie mit gewalt verbunden ist. aber es gäbe noch eine möglichkeit. wahverweigerung. es müsste doch möglich sein das volk via medien, internet, propaganda dazu aufzurufen, bei der nächsten wahl den urnen fernzubleiben. und zwar mehr als 75 %
oder sie so zu beeinflussen das sie den wahlzettel zwar abgeben, aber darauf steht dann kein kreuz sondern eine bestimmte botschaft. wie z.B. wir fordern alle verantwortlichen politiker dazu auf, gemeinsam den staat in ordnung zu bringen. recht, moral und soziales handeln, wieder in den vordergrund zu stellen.

es muss doch möglich sein das volk zu überzeugen, dass ALLE dzt. verantwortlich nur eines im Sinne haben, die Interessen des staates NICHT zu vertreten.
Ravenbird, 10. 10. '11 07:41
Damals
Es ist Jahre her, als der "alte" Pröll den damals völlig unbekannten Strasser in das Innenministerium gehoben hat. Der logische Kanditat, Herr Kohl - ein politisch absolut korrekter und erfahrener Mann - wurde im letzten Moment durch die Parteispitze (Pröll???) hinausgeworfen und abmontiert.
Bis heute verstehe ich diese Entscheidung nicht. Ich frage mich dauernd, was er eigentlich gegen den LH von NÖ in der Hand gehabt hatte, denn anders ist dessen Entscheidung nicht nachvollziehbar. Die Qualitäten von Strasser, wie Pröll das einmal auf eine entsprechende Frage geantwortet hat, können es nicht gewesen sein.
Ravenbird, 10. 10. '11 07:46
Re: Damals
Und noch etwas: Diese Superkorruptionen haben begonnen, als die Blau/Orange/Schwarzen damit begonnen haben, Beamte durch Private zu ersetzen. Erst jetzt ist es möglich geworden, die Menschen zu manipulieren.
Es ist ein Unterschied, ob man als Beamter ALLES verliert - Job, Arbeitslosengeld gibts ohnehin nicht, Pension, Zuwendungen, usw. oder ob man als Privater "nur" arbeitslos wird.
Einen Beamten zu bestechen kostet viel, viel mehr als einen Privaten - nichts anderes war mit der "Privatisierungswelle" gewollt. Daß 90 Prozent der nachfolgenden Privatfirmen in Blauer Hand sind, ist SICHER Zufall... und daß sie dem Steuerzahler doppelt und dreifach so viel kosten und dabei kaum etwas leisten auch...
buji2011, 09. 10. '11 19:53
Die herrschenden Parteien
Unsere Politik vermodert zur Zeit im Korruptionssumpf! Es sollten daher sofort Neuwahlen stattfinden. Das österr. Volk sollte dabei so gescheit sein und die 2 herrschenden Parteien nicht mehr wählen. Wir sollten die Grünen, Kommunisten, FPÖ und BZÖ wählen und dann sehen, wie es ausgeht. Ist ein Risiko, aber ich denke, das wäre es wert. Eine Totalumkrempelung der politischen Landschaft, und echt, schlimmer kann es dabei nicht mehr werden. Die Weltwirtschaft bricht nun sowieso bald zusammen. Dann ist Abrechnung angesagt. Das Volk wird wütend auf den Straßen stehen, da wäre eine human gesinnte Regierung, wie die Grünen, von großem Vorteil für uns, das Volk, denn die lassen nicht gleich auf das eigene Volk schießen.
Das sollten wir Alle bedenken. Wohlgemerkt: ich bin kein Grüner!
Dobratsch, 09. 10. '11 23:10
Re: Die herrschenden Parteien
Ihr Vorschlag für Neuwahlen und Blau/Orange zu wählen ist ein reines Harakiri.
Das sind doch die am meisten belasteten Gesellen!
Mit der Blau/Schwarzen/Orangenen Ära hat ja die Superkorruption begonnen!
buji2011, 09. 10. '11 23:24
Re: Die herrschenden Parteien
Ja, weiß ich eh! Deshalb habe ich ja unten den Wink hin zu Grün gegeben! Und gleichzeitig auch auf das, was uns jetzt bald bevor steht, nämlich so ne Art Bürgerkrieg!
Wer nicht will, dass bei den Demos dann gleich auf uns geschossen wird, der sollte grün wählen, denn die verstehen unsere Wut noch am Besten!
Ravenbird, 10. 10. '11 07:53
Re: Die herrschenden Parteien
Was die Grünen betrifft, habe ich eine besondere Theorie:
Erstens gibt es sie in Österreich nur Dank des Herrn Dichand. Er hat mit ihrer Hilfe damals sein Jagdrevier erhalten dürfen und die Auflage der Zeitung verdoppelt.
Zweitens: Alles, was die Grünen irgendwann ins Gerede gebracht haben, ist nachher massiv teurer geworden (nicht nur in Österreich).
Wenn ich ein Wirtschaftslobbyist wäre (z.B. für Windkraftwerke) würde ich die Grünen vorschicken, um alle anderen Energiegewinnungsarten zu verteufeln - und schwupps: MEINE Windkraft wird doppelt und mehrfach teurer.
Diese Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.
Ich traue diesen Leuten nicht über den Weg...
Wormfred, 09. 10. '11 18:31
Wormfred
Die Story ist dermaßen gut, dass sofort der "WORMFRED" (Preis für Journalisten) vergeben werden muss. Das wäre im Sinne vom Herrn Worm. Nicht der Name, aber die Vergabe. Unglaublich, was hier passiert.
nra4ever, 11. 10. '11 22:11
Re: Wormfred
Die "Story" kratzt gerade einmal an der Oberfläche einer alten Geschichte vo der im Ministerium fast jeder voon anfang an gewusst hat. Story würde ich ennen wenn aufgedeckt würde welche Aufträge JETZT ohne Ausschreibung und ohne Vergleichsangebote (also gesetzwidrig) an Netzwerkfreunde vergeben werden (wie bei Ulmer).
sasabee, 09. 10. '11 14:25
verwunderung
ich hielt das profil lange zeit für ein seriöses medium in österreich, nur, was hier betrieben wird hat nichts mehr mit ernsthaftem journalsismus zu tun, hier werden menschen verleumdet, fakten verschwiegen (wenn man nicht nur eine zeitung liest erfährt man etwas mehr zusammenhänge)
mit UNABHÄNGIGER berichterstattung haben diese artikel nichts mehr zu tun. es lässt sich nicht leugnen, dass das profil eben nicht unabhängig ist und mit dieser serie an wahrheitsgehalt einbüßt. spiegel ist das profil keiner, nicht einmal annähernd.
osmin, 09. 10. '11 17:22
Re: verwunderung
geben Sie die quellen an, warum Sie das Profil nicht als seriöses medium halten.
(wenn man nicht nur eine zeitung liest erfährt man etwas zusammenhänge) können Sie dazu etwas sagen?
Dobratsch, 09. 10. '11 23:11
Re: verwunderung
Da wird ein korrupter Sumpf apostrophiert und sie nennen es unseriös? Das ist sehr verwunderlich und nicht der Bericht!
IngridGoeschl, 09. 10. '11 12:55
Einfach unfassbar!
Es liest sich wie ein Krimi, oder auch wie ein Puzzle, in dem die Teile langsam zusammenfinden.
Sensor, 08. 10. '11 21:42
Ist die ÖVP in den Händen der Mafia?
Es schaut so aus.
Dobratsch, 08. 10. '11 23:49
Re: Ist die ÖVP in den Händen der Mafia?
Die Ära des Lobbyisten Strasser lebt weiter!
In Niederösterreich so erfolgreich, warum daher auch nicht im Innenressort?
Die Frau Ministerin hat ein schweres Foul begangen, es müßte ihr die rote Karte gezeigt werden!
Bravo "Profil", weiter so!
Herr-Paul, 08. 10. '11 20:30
Aus dem ÖVP Grundsatzprogramm:
Unser Selbstverständnis:

1.1. Wir sind die christdemokratische Partei.
Wir begründen unsere gesellschaftspolitischen Grundsätze aus dem christlichen Bekenntnis zur Würde. .... Wir folgen dabei den Prinzipien der Nächstenliebe, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Toleranz. Wir arbeiten für den Frieden und die Erhaltung der Schöpfung.

Noch Fragen?
Sensor, 09. 10. '11 12:27
Re: Aus dem ÖVP Grundsatzprogramm:
Ja, noch eine Frage:
Warum halten sich die Leute nicht an diese Grundsätze?
Ravenbird, 10. 10. '11 08:02
Re: Aus dem ÖVP Grundsatzprogramm:
Was glauben Sie, würde passieren, wenn jemand nachweisen könnte, daß es ein Leben nach dem Tod gäbe, in dem sich die betreffenden Figuren für ihre asozialen (unchristlichen, unmuslimischen usw.) Taten rechtfertigen müßten?
Die Kirche(n) hat(haben) es Jahrhunderte lang geschafft, die Menschen zu sozialem Verhalten (nichts anderes ist die Achtung der Todsünden) zu zwingen.
Es ist eine Tatsache, daß die Menschheit als Ganzes nur durch Angst daran gehindert werden kann, alles zu tun, was gerade nützlich ist. Dazu gehören auch Mord, Totschlag, Gier, Neid, Hass, Untreue (Identity) - sprich das Handwerk der Politik und der Konzerne.
gurgiser, 08. 10. '11 19:48
Angebliche technische Unzulänglichkeiten?
"Das ursprünglich beauftragte Konsortium master-talk wurde wegen angeblicher technischer Unzulänglichkeiten ausge­bootet (mit einer Abschlagszahlung aus Steuergeldern in Höhe von 30 Millionen Euro)." Wenn überhaupt, wurden 30 Millionen Euro "verschenkt", denn entweder weist ein Offert "tatsächliche Unzulänglichkeiten" auf - dann ist es auszuscheiden. Oder es wird unter diesem Titel bloß gesetz- und rechtswidrig und einvernehmlich abgefertigt. Für jedes österreichische Unternehmen, welches sich an öffentlichen Aufträgen beteiligt, eine Sauerei. MFG, Fritz Gurgiser
allariscossa, 08. 10. '11 17:56
die tierschützer hat man gequält,
aber die övp hätte man schon längst nach dem mafiaparagrafen anzeigen können!
peter_at, 24. 10. '11 14:39
MÜSSEN !
§ 278a. Wer eine auf längere Zeit angelegte unternehmensähnliche Verbindung einer größeren Zahl von Personen gründet oder sich an einer solchen Verbindung als Mitglied beteiligt,
Abs.2
die dadurch eine Bereicherung in großem Umfang oder erheblichen Einfluß auf Politik oder Wirtschaft anstrebt

ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.

PS.: Eine größere Anzahl von Personen:
Hochegger, Meischberger, Scheuch, Birnbacher, Reichold, Grasser, Scheibner, Rumpold, Mensdorff-Poully-Rauch-Kallat, Resch
und noch einige noch nicht namhaft gemachte Unschuldsvermutete
registriert, 08. 10. '11 16:49
warum wundert mich das alles nicht?
bis heute wurde nicht aufgeklärt was "dirty campaigning" genau bedeutet, aber wenn man sich ansieht wie das mit Haidinger gespielt wurde, ist es offensichtlich.

Wobei mir aber das Verständnis fehlt: warum sind die Österreicher zu faul/missmutig was zu verändern?
Leben wir tatsächlich in einem Polizeistaat in dem sich keiner mehr zu handeln traut und längst alle aufgegeben haben?
profil online Suche
Loading

Service

Profil . ·.




TOP-Stellenangebote





» Job-Detailsuche
» Top-Unternehmen
» Jobs per E-Mail
» Firmen finden Sie
Finden Sie hier ab sofort die besten Jobs.
Präsentiert von www.karriere.at