Der Mobbyist

Ein Abteilungsleiter des Wiener Hirnforschungszentrums soll einen Förderantrag plagiiert und reihenweise Mitarbeiter gemobbt haben.

Von Tina Goebel

Dass der deutsche Hirnforscher Michael Kiebler Charisma hat, verhehlen nicht einmal seine schärfsten Kritiker. "Er hatte tolle Forschungsideen und konnte andere begeistern. Und wenn er sich an das gehalten hätte, was er gesagt und versprochen hat, dann wäre er der perfekte Chef gewesen“, erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter, der nach vielen negativen Erlebnissen und Diskreditierungen seitens seines Ex-Chefs anonym bleiben will.

Begeistert war zunächst auch der amerikanische Biochemiker Eric Arn, der im Jahr 2004 speziell wegen Kiebler ans Max-Planck-Institut nach Tübingen kam und mit ihm sieben Monate später nach Österreich ging. Die Träume von wissenschaftlichen Durchbrüchen waren jedoch schnell ausgeträumt, Arn steht heute vor den Trümmern seiner wissenschaftlichen Karriere.

Das Verhängnis begann, als es dem bereits zum Gruppenleiter aufgestiegenen Arn gelang, für ein von ihm entwickeltes Forschungsprojekt vom Wissenschaftsfonds FWF eine Förderung in Höhe von 313.422,45 Euro zu bekommen. Weil Kiebler das Geld für sich wollte, kam es zum Krach und zu Arns unfreiwilligem Abgang.

Im Glauben, mit dem von ihm eingeworbenen Forschungsgeld bald eine Stelle an einem anderen Institut zu finden, machte sich Arn auf die Suche nach einem neuen Job, erhielt jedoch nur Absagen. Arn sagt, Kiebler habe aktiv gegen ihn interveniert, was ein anderer ehemaliger Institutsmitarbeiter gegenüber profil bestätigt: "Kiebler hat am Institut erzählt, er werde dafür sorgen, dass Arn keine Stelle mehr findet.“ Kiebler bestreitet diese Darstellung: "Ich habe im Gegenteil Herrn Arn während seiner Tätigkeit in unserem Institut viele Förderungsmaßnahmen zukommen lassen.“

Nach einem Jahr vergeblicher Jobsuche gab Arn auf. Da er das von ihm eingeworbene Forschungsgeld nicht verwenden konnte, ging die Summe zurück an den Wissenschaftsfonds. Dort blieb es allerdings nicht lange, wie Arn nunmehr wissen will. Ihm fiel ein Papier in die Hände, das große, teilweise wörtliche Ähnlichkeiten mit seinem seinerzeitigen Antrag aufweise. Autor: Professor Michael Kiebler.

Arn verständigte daraufhin die Universität, den Wissenschaftsfonds und die Agentur für wissenschaftliche Integrität. Kiebler bestreitet den Sachverhalt gar nicht. Nachdem "das Thema aber einen integralen Teil unseres Forschungsprogramms betrifft“, habe er sich gezwungen gesehen, einen "neuen, allerdings in wesentlichen Punkten erweiterten und entsprechend geänderten Antrag“ einzureichen.

Die Agentur für wissenschaftliche Integrität prüft derzeit die Causa und will zu laufenden Ermittlungen keine Stellungnahme abgeben, ebenso wie die Universität. Inzwischen meldeten sich bei profil weitere ehemalige Mitarbeiter Kieblers, die sagen, auch sie seien ähnlich wie Arn von Kiebler hinausgemobbt worden, was Kiebler bestreitet: "Ich möchte Ihnen versichern, dass in meiner Abteilung ein gutes kollegiales Klima herrscht.“

23.1.2012 15:08
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ewoewo, 31. 01. '12 08:04
antwort
das glaube ich ihnen aufs wort, weil gruppenbetrug und gruppenstraftaten schweissen immens zusammen, daher werden diese oft benutzt von eliten um die wahren sachverhalte und qualifikationen zu verdecken und den reinen schein zur wahrheit zu erheben, wie das in allen diktatorischen systemen vorraussetzung ist.
ewoewo, 31. 01. '12 08:04
Re: antwort
(dazu ist die struktur des nachweises vorgegeben).
ewoewo, 31. 01. '12 08:07
Re: antwort
(insbesondere ist es zb ein ziel von nazistaaten selektiv das tragen von waffen dort zu verweigern wo der staat terror ausuebt und die geschichte veraendert, obzwar dort das persoenliche risiko am hoechsten ist)
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