Jean Ziegler: "Konzerne sind Piraten und Plünderer"

20.9.2012, 13:22
Krise • Jean Ziegler: "Konzerne sind Piraten und Plünderer"
 

"Wir lassen sie verhungern“ heißt das neue Buch des Schweizer Soziologen und Globalisierungskritikers Jean Ziegler. Gewohnt polemisch und wortgewaltig gibt er darin der Nahrungsmittelindustrie die Hauptschuld am Hunger in der Dritten Welt. Ziegler über Kartoffeln aus Saudi-Arabien, faszinierende Treffen mit Muammar Gaddafi, die Halunken in den Schweizer Banken und einen Irrtum von Karl Marx.

Interview: Rosemarie Schwaiger Fotos: Manfred Klimek

profil: In Ihren Buchverträgen steht neuerdings die Klausel, dass der Verlag für die Anwaltskosten aufkommen muss, wenn es Klagen gibt. Was glauben Sie, wie teuer wird Ihr jüngstes Werk für Bertelsmann?
Ziegler: Die Anwälte in Paris und Amerika haben mir fast ein Drittel des Buchs rausgestrichen. Also ist es nicht mehr so gefährlich. Und als Vizepräsident des beratenden Ausschusses für Menschenrechte genieße ich jetzt UNO-Immunität. Das ist eine solidere Sache als früher. Da reichte es noch, meine Immunität als Abgeordneter aufzuheben.

profil: Sie haben viele Prozesse verloren …
Ziegler: … und ich habe deshalb 6,6 Millionen Franken Schulden. Vor allem wegen meines Buchs „Die Schweiz wäscht weißer“. Die wollten mich fertigmachen.

profil: Hatten Sie schlecht recherchiert?
Ziegler: Nein, da ging es nicht um sachliche Fehler, sonst wären ja die Bücher konfisziert worden. Ich hatte neun Prozesse, das stimmt, und ich habe alle verloren. Aber es ging immer nur um Kreditschädigung, Ehrbeleidigung und solche Sachen.

profil: In Ihrem neuen Buch thematisieren Sie den Hunger. Sehr oft steht darin, dass alle fünf Sekunden ein Kind verhungert. Entschuldigen Sie die herzlose Frage, aber wie berechnet man so etwas?
Ziegler: Das ist eine Zahl der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN, Anm.). Dafür gibt es Rechenmodelle, die ich auch darstelle. Es wird geschaut, wie viele Kalorien in einem Land zur Verfügung stehen und wie viele Menschen da leben. Für einen erwachsenen Menschen nimmt man einen Tagesbedarf von mindestens 2200 Kalorien an, für ein Baby 600 und so weiter. Dazu kommt noch der unsichtbare Hunger, wenn jemand zwar genug Kalorien hat, ihm aber wesentliche Nährstoffe und Mineralien fehlen.

profil: Ist das seriös?
Ziegler: Total.

profil: Die Schuld ­daran geben Sie dem Neoliberalismus, der Globalisierung, den Spekulanten. Warum blenden Sie alle anderen Gründe aus?
Ziegler: Die Haupttäter sind die Konzerne, und wir sind die Komplizen.

profil: Wer ist „wir“?
Ziegler: Wir Bürger, die nicht aufstehen und unsere Regierungen zwingen, die Konzerne zu kontrollieren. Es gibt zehn transkontinentale, unglaublich mächtige Gesellschaften wie Cargill, Archer Midland, Bunge oder Nes­tlé, die 85 Prozent des Nahrungsmittelhandels auf der Welt beherrschen. Die Konzerne funktionieren nur nach dem Prinzip der Profitmaximierung, das ist auch ganz normal. Wenn der Nestlé-Chef den Shareholder-Value nicht jedes Jahr steigert, ist er nach drei Monaten weg – ob er ein netter Mensch ist oder nicht. Der Herr Brabeck ist sogar eher nett, ein kultivierter Mensch, der sich Fragen stellt.

profil: Er gibt Ihnen sogar manchmal Recht.
Ziegler: Ja, hin und wieder aus Unachtsamkeit. Aber diese Konzerne haben eine Macht, wie sie nie ein König oder Kaiser hatte. Sie entgehen jeder sozialen Kontrolle und sind kalte Monster jenseits aller Gemeininteressen. Karl Marx dachte noch, dass der objektive Mangel den Menschen über Jahrhunderte begleiten würde. Aber der objektive Mangel ist überwunden. Wir könnten heute problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren, wir sind aber nur sieben Milliarden. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.

profil: Das ist einer der Punkte, bei denen Ihre Argumentation holpert. Dass wir zwölf Milliarden Menschen ernähren könnten, liegt ja an der Industrialisierung der Landwirtschaft. Gäbe es nur Kleinbauern, hätte Marx noch immer Recht.
Ziegler: Es stimmt, dass die Produktivität in vielen Entwicklungsländern sehr niedrig ist. Aber das liegt nicht daran, dass der Bauer in Mali weniger arbeitsam oder kompetent ist. Er hat nur keine selektierten Samen, keinen Dünger, keine Zugtiere und keine Bewässerung. Würde man die ärmsten Länder entschulden, dann hätten diese Länder die Möglichkeit, in die Landwirtschaft zu investieren. Stattdessen gingen letztes Jahr 41 Millionen Hektar Land in Afrika in den Besitz von Hedgefonds und multinationalen Konzernen über. Die Bauern, die dort lebten, wurden in die Slums der Städte vertrieben. Wissen Sie, dass in Norwegen Kartoffeln aus Saudi-Arabien verkauft werden? In Saudi-Arabien wachsen keine Kartoffeln – also wie ist das möglich? Ich sage Ihnen, wie das geht: Der saudische Scheich Alamudi hat in Südäthiopien 550.000 Hektar Nutzland gekauft. Da baut er jetzt Kartoffeln und Rosen an und exportiert sie dorthin, wo es Kaufkraft gibt.

profil: Es gibt noch andere Gründe für das Elend in der Dritten Welt: korrupte Politiker, Stammesfehden, Religionskriege, seltsame Bräuche. Sie hätten noch mehr Fans, wenn Sie das auch berücksichtigen würden. Warum verschweigen Sie das?
Ziegler: Das sind Sekundärphänomene. Im Ostkongo bezahlen die Konzerne eigene Milizen, beuten die Bodenschätze aus und exportieren sie. Joseph Kabila, der Staatspräsident, ist korrupt bis auf die Knochen, ein Idealklient der Zürcher Bahnhofstraße. Er ist ein fürchterlicher Kerl und begeht Verrat am Volk. Aber der Mann wird von westlichen Geheimdiensten im Präsidentschaftspalast gehalten, weil die Minenkonzerne ihn für ihre Geschäfte brauchen.

profil: Glauben Sie wirklich, dass in Afrika ohne den Einfluss westlicher Konzerne Harmonie und Wohlstand herrschen würden?
Ziegler: Nein. Ich sage nur, die Haupttäter, die Plünderer, die Piraten sind die Konzerne. Zuerst müssen wir diese Situation radikal ändern. Die Konzerne müssten von ihren Herkunftsländern gezwungen werden, Menschenrechte einzuhalten, Mindestlöhne zu zahlen, Kinderarbeit zu verhindern. Die Börsenspekulation mit Nahrungsmitteln und die Agrartreibstoffe müssen verboten werden. Was nachher passiert, ist erst die nächste Frage.

profil: Wenn man Ihnen zuhört, könnte man glauben, dass Armut und Hunger auf der Welt immer größer werden. Tatsache ist doch, dass die Situation besser wird. Laut den Vereinten Nationen war 1990 jeder fünfte Bewohner eines Entwicklungslandes unterernährt, jetzt ist es nur noch jeder siebente. Erst vor ein paar Tagen gab Unicef bekannt, dass die Kindersterblichkeit in den vergangenen 20 Jahren beinahe halbiert wurde.
Ziegler: In Relation zum Bevölkerungswachstum stimmt das. Die Bevölkerung wächst schneller als die Opferzahl. Aber die absolute Zahl der Opfer steigt. Jeder Mensch, der an Hunger stirbt, ist eine singuläre Katastrophe.

profil: Absolut. Die Frage ist nur, ob der Globalisierungskritiker Jean Ziegler zugeben kann, dass die Globalisierung auch ein paar positive Effekte hat.
Ziegler: Ja, er ist ja kein verbohrter Linker. Natürlich ist es gut, dass die Transportsysteme und die Information sich universalisiert haben. Das sind Errungenschaften. Aber ich finde es trotzdem blödsinnig, für 18,2 Milliarden Dollar eine Sonde auf den Mars zu schicken. Mit einem Viertel dieses Aufwands könnte man den Hunger aus der Welt schaffen.

profil: Jetzt hören Sie sich an wie die Mutter, die ihrem Kind sagt, dass es aufessen soll, weil in Indien die Menschen hungern. Abgesehen davon: Wollen Sie nicht wissen, ob es Leben im All gibt?
Ziegler: Nein, es sollte endlich Leben für alle auf diesem Planeten geben.

profil: Ist für Sie jeder Konzern böse, oder gibt es auch gute?
Ziegler: Jean-Paul Sartre hat gesagt: „Um die Menschen zu lieben, muss man sehr stark hassen, was sie unterdrückt.“ Diese kalten Ungeheuer sind schädlich für die Menschheit. Es gibt aber eine unglaubliche Hoffnung, nämlich die Zivilgesellschaft. Che Guevara hat gesagt: „Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse.“ Und Karl Marx sagte: „Der Revolutionär muss das Gras wachsen hören.“

profil: Sie sind ein Zitatenlexikon.
Ziegler: Ich denke mir, es ist schwieriger, Marx und Che anzugreifen als mich.

profil: Was erwarten Sie von der Zivilgesellschaft? Was sollen die Bürger tun?
Ziegler: Das Gemeininteresse verlangt, den frei wütenden Markt zu normieren und dieses Raubgesindel zu bremsen. Immer mehr Menschen sagen, so kann es nicht weitergehen. Im Mai veröffentlichte Unicef den Spanien-Report, und darin steht, dass 2,2 Millionen Kinder unter zehn Jahren in Spanien schwer unterernährt sind. Für Großbritannien gibt es ähnliche Zahlen. 31 Millionen Menschen in der EU sind so genannte Sockelarbeitslose. Jetzt kommt der Dschungel nach Europa. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen das einfach so hinnehmen. Und auf einmal wird der Aufstand da sein. Aber welche neue, gerechtere Gesellschaft aus den Ruinen entsteht, weiß niemand.

profil: Im Vorjahr gab es Aufregung um Sie, weil Sie bei den Salzburger Festspielen als Redner zuerst ein- und dann wieder ausgeladen worden waren. Der Grund waren Ihre Kontakte zu Muammar al-Gaddafi. Wie oft haben Sie ihn getroffen?
Ziegler: Gaddafi war nur der Vorwand für die UBS, die Credit Suisse, Nestlé und andere. Die Frau Burgstaller, übrigens eine sehr kluge Frau, wurde unglaublichem Druck ausgesetzt. Alle Wegelagerer der Zürcher Bahnhofstraße kaufen die Karten, damit ihre Kunden bei den Festspielen sitzen können. Für die war es eine Horrorvorstellung, dass ihre Klienten, also die Steuerhinterzieher aus Berlin, München und Wien, diesem Ziegler eine halbe Stunde lang zuhören müssen und nicht wegrennen können. Das verstehe ich.

profil: Unabhängig von den Festspielen: Wie nahe standen Sie Gaddafi?
Ziegler: Überhaupt nicht nahe. Er war zuletzt ein blutrünstiger Halunke.

profil: Das sagen Sie aber noch nicht sehr lange.
Ziegler: Meine Bücher wurden ins Arabische übersetzt. Gaddafi hatte immer ­theoretische Ansprüche und lud periodisch Intellektuelle ein. Also war ich auch ein paar Mal dort. Für einen Soziologen war das ziemlich faszinierend, solange er noch bei Sinnen war.

profil: Haben Sie es genossen, vom großen Diktator hofiert zu werden?
Ziegler: Ach was, das ist ja meine Arbeit, mir so etwas anzuhören. Es war interessant. Man kann vielleicht einwenden, ich hätte früher sagen sollen: „Mit dir rede ich nicht mehr.“

profil: Haben Sie einen Hang zu finsteren Gestalten? Den Schweizer Rechtspopulisten Christoph Blocher haben Sie schon in mehreren Interviews gelobt. Auch Fidel Castro gefällt Ihnen immer noch.
Ziegler: Castro zu hundert Prozent, das stimmt. In Kuba essen die Kinder, gehen zur Schule, werden gepflegt, Punkt. Auf diesem Kontinent ist das schon sehr viel. In Kuba wird nicht gefoltert, niemand verschwindet …

profil: … da gibt es auch andere Informationen.
Ziegler: Die Lebenserwartung ist in Kuba gleich hoch wie in der Schweiz. Kuba verteidige ich aus Überzeugung. Der Prozess der Demokratisierung ist im Gang.

profil: Was gefällt Ihnen an Blocher?
Ziegler: Blocher hat das betonharte bürgerliche Lager in der Schweiz endlich gespalten und geschwächt. Das ist sein großes Verdienst. Ich habe zu ihm eine gute persönliche Beziehung. Aber er hat natürlich Höhlenbewohneransichten über die Schweiz und Europa.

profil: Die Schweiz war schon immer Ihr liebstes Objekt der Kritik. Von Ihnen stammt zum Beispiel der Satz, die Schweiz sei „ein von Banken und Banditen beherrschtes Disneyland“. Warum wohnen Sie trotzdem noch dort?
Ziegler: Weil ich die Menschen, die unglaubliche Landschaft und die Vielfalt der Kultur liebe. Ich rede von der Banken­mafia. Die hat die Schweiz kolonialisiert.

profil: Die Schweiz hat das Bankgeheimnis gelockert und diverse Abkommen unterzeichnet. Stimmt Sie das nicht milder?
Ziegler: Überhaupt nicht. Die Steuerplünderung ist ein Problem, natürlich. Aber in Österreich oder in Deutschland stirbt keiner deshalb. Etwas anderes ist es mit den Diktatorengeldern aus der Dritten Welt. In Kinshasa gibt es keine Antibiotika, weil Kabila und zuvor Mobutu das Geld mithilfe der Schweizer Bankiers nach Zürich, Genf oder Lugano transferiert haben. Und das hört nicht auf. Es gibt keinen kongolesischen Staat, der auf ein Steuerabkommen drängt. Dieser Blutgeldtransfer geht weiter.

profil: Die Banken tun letztlich nur, was die Schweizer Politik ihnen erlaubt.
Ziegler: Das stimmt. Im Schweizer Parlament gibt es keine Unvereinbarkeit. Die Abgeordneten werden in die Verwaltungsräte der Banken und Konzerne kooptiert. In der Schweiz gibt es nur Fiskal- und Bankengesetze, die vorher in der Bahnhofstraße abgezeichnet wurden.

profil: Schauen Sie manchmal bei Ihren Gegnern vorbei?
Ziegler: In der Bahnhofstraße? Da geh ich nicht hin. Da kostet ein Kaffee sieben Franken.

Fotos: Manfred Klimek

Montevideo, 21. 10. '12 22:04
Wer sagt, dass wir die Industrielle Landwirtschaft brauchen???
...außer deren lieferanten?

aus der reihe: "glaub´ nicht alles, was du denkst"
für alle, die denken, dass wir die menschheit ohne einsatz von chemie, ausbeutung der böden und manipulation des saatguts nicht ernähren könnten...

http://videos.arte.tv/de/videos/die-zukunft-pflanzen--6985970.html
bösedummemama, 27. 09. '12 22:05
wir bestimmen
Als Endkonsumenten bestimmen wir, welches Produkt wir kaufen und somit unterstützen wir diese Molochen-Lebensmittelkonzerne oder nicht. Ich persönlich boykottiere diese seit Jahrzehnten, gehe selten ins Restaurant, kaufe weniger Fleisch und Fisch, dafür z.B. Gemüse und andere regionalen, saisonalen Lebensmitteln, wo es geht Bionahrung aus Ö im Supermarkt; ich fördere ins Besonders die Biobauern aus meinem unmittelbaren Lebensumfeld (in Ö ist es wirklich für jeden möglich, auch in Städten) - und die Rechnungen gleichen sich somit. So versuche ich dies auch meiner kleinen Tochter zu übermitteln, als Kultur -u. Verhaltensmuster mit einem Hauch von Zivilcourage und Dissidenz. Außerdem, tut es unserer Gesundheit wirklich gut...
wiesengruen, 03. 10. '12 19:54
Re: wir bestimmen
Die Macht des Konsumenten ist bescheiden .
Indem dem Konsumenten Macht ,
die er nicht hat ,
zugeschrieben wird ,
stehlen sich Politik und Konzerne aus der Verantwortung .
ArminPillhofer, 24. 09. '12 12:55
Castro der Dikatator die Dritte
Lieber Citoyen!
Ich glaube sie wollen es einfach nicht verstehen. Sei gehen mit keinem Wort auf den Vorwurf ein, dass Kuba eine kommunistische Diktatur ist, in der Meinungsfreiheit unterdrückt wird. Ich muss daher annehmen, dass ihnen das völlig gleichgültig ist und sie menschenverachtende Regime dann gut finden, wenn sie sehr weit links stehen. Sehr merkwürdig.
wiesengruen, 22. 09. '12 20:08
Polemisch
Schade ,
hätte ein interessantes Interview werden können .
Die Fragen waren aber vielfach polemisch und billig ,
ganz im vorauseilenden Gehorsam zu Konzerninteressen .
Der Hand in Hand gehende Neoimperialismus
von Politikern und Konzernen
ist die größte Bedrohung für den Frieden und das Wohlergehen der Menschen .

Und wie sehr auch klardenkende und widerstandsfähige Menschen in den Mainstream gebracht werden können ,
ist an der nachträglichen Kritik des Hr. Ziegler an Gaddafi zu sehen . Was hat Gaddafi "blutrünstiges" getan ,was nicht auch Politiker westlicher Demokratien zu verantworten haben ?
ArminPillhofer, 22. 09. '12 17:42
Castro bleibt ein Diktator
Lieber Citoyen!
Ihre Unsensibilität gegenüber dem linken Diktator Castro, ist bemerkenswert. Natürlich war auch die rechte Vorgängerregierung eine menschenverachtende Diktatur, nur ändert das nichts daran, dass auch Castro Blut an seinen Händen hat. Er unterdrückt jede Opposition und duldet keine abweichende Meinung. So etwas zu übersehen ist engstirnig und unsensibel gegenüber seinen Opfern. Ziegler sieht das anscheinend ähnlich wie sie und deswegen verteidigen sie ihn auch. Was nur folgerichtig ist.
Citoyen, 23. 09. '12 17:02
Re: Castro bleibt ein Diktator - Moralisierender Kolonialismus
Der moralisierende Kolonialismus gerade jenes Typus', gegen den sich Castro wehren musste (und mit seinem Rigorismus zu weit gegangen ist, kein Zweifel), ist einfach unglaublich.

Cuba war verkommen zur Spielwiese von Gaunern, Diktatoren, Zuhältern, Zockern, Verbrechern und Sklaventreibern europäisch-US-amerikanischen Zuschnitts.

Dieses Kolonialistengesindel hat sich an Cuba, an den Menschen dort und am Eigentum dieser Menschen wahl- und unterschiedlos vergriffen. Deren "Freiheit" bestand darin, diese Menschen zu schänden und sie auszurauben, ermorden, quälen und foltern. Und sie unter der Brücke verhungern zu lassen.

Castro hat sich dagegen gewehrt und seit er das tat, hat man plötzlich in den USA und Europa jene Freiheit entdeckt, die man Cuba vorher monströs geraubt hatte.
ArminPillhofer, 21. 09. '12 10:10
Der Castro Bewunderer
Ziegler vergißt, dass es sich in Kuba um eine Diktatur handelt und diese gegenüber Gegnern absolut menschenverachtend agiert. So etwas zu ignorieren zeigt, dass er eigentlich Linksextremist ist und nicht besser als die Leute, die er kritisiert. Er träumt anscheinend von einer kommunistischen Diktatur. Den Mann ist da anscheinend völlig unsensibel.
Citoyen, 22. 09. '12 14:59
Re: Der Castro Bewunderer und die blinden Reflexisten
Offenbar haben Sie keines der hervorragenden Bücher des Schweizer Demokraten Jean Ziegler gelesen und sich auch nicht mit seinem wissenschaftlichen und humanitären Lebenswerk (er war UN-Beuftragter gegen den Hunger) beschäftigt.

Sonst könnten Sie nicht derartigen Unsinn von sich geben.

Die blinden Reflex-Kakeeler, die mit Selbstgerechtigkeit beim Wort "Cuba" zu tremolieren beginnen, ohne sich z.B. mit den Sklavenhalterverhältnissen auf der Insel vor Castro auseinanderzusetzen (ja, das war die "Freiheit" der Millionäre, meist US-Bürger), auf Vespa-Rollern zum Spaß Cubaner zu erschießen und Mädchen einzufangen um sie zu vergewaltigen), sind das Übel dieser halbgebildeten Welt, mit KRONE-Schlagzeilen im Kopf.

Ziegler hat mehr für die Demokratie getan als alle diese blind-Reflexisten
Sequoiatrail, 21. 09. '12 09:37
Ziegler ist nicht naiv
Naiv sind nur die Leute, die seine Bücher kaufen. Ziegler war sein Lebtag lang Marketinggenie in eigener Sache. Man kann den Konzernen ruhig skeptisch gegenüberstehen, aber für alles Elend sind sie trotzdem nicht verantwortlich. Ziegler bedient damit die Naivenschublade "Hier Mißstand - da Übeltäter", die viele Bessermenschen so sehr lieben, dass sie nicht einmal merken wie Herr Ziegler sich innerhalb eines kurzen Interviews selber ad absurdum führt.
Citoyen, 22. 09. '12 15:03
Re: Ziegler ist nicht naiv: Ach wie lieb
Ach wie lieb, die Leser seiner Analysen, weil sie vleiiecht auch dagegen sind, dass wir hier täglich Tonnen an Lebensmittel wegwerfen und die Kinder der anderen weltenb massenweise verhungern.

Dieser anmaßende Zynismus, der so als "realistisch" daherkommt und sich über die Not an das Elend auch noch lustig macht, ist abstoßend und widerwärtig.

All diesen Spöttern und Menschenverächten seien 7 Jahre der altägyptischen Plagen an den Hals gewünscht, da würden sie dann weinen und erbärmlich greinen.
Sequoiatrail, 22. 09. '12 18:30
Wissen Sie,
ob wir hier Tonnen von Lebensmitteln wegwerfen oder nicht, deswegen verhungert keiner mehr und keiner weniger auf dieser Welt. Diesen Hungerschmäh hat schon meine Mutter vor vielen Jahren gebracht, als sie gesagt hat, ich müsse meinen Teller ratzeputz leer essen, weil in Afrika die Kinder verhungern. Ziegler, unbeleckt von jeglicher Realität, hat dieses System der emotionalen Erpressung durch Monokausalität perfektioniert und lebt seit vielen Jahren sehr gut davon. Zieglers Rezepte für die Überwindung der Armut sind nix anderes als Karottensaft gegen Lungenkrebs.
Citoyen, 23. 09. '12 17:05
Re: Ziegler ist nicht naiv - Widerwärtig
Wenn ein angeblich denkender mensch, weil er den Teller durch Anordnung seiner Mutter leer essen musste, bei der realen Zahl an verhungernden Menschen pro Tag von "Hungerschmäh" dahergrunzt, wird mir ob dieser gemeinen Roheit und widerwärtigen Niedertracht nur mehr übel.
Sequoiatrail, 23. 09. '12 20:05
Na dann,
können Sie ja bei überhand nehmender Übelkeit das Zeug, das wieder hochkommt, nochmal essen und damit Ihren Beitrag zur Lösung des Hungerproblems auf der Welt effizient leisten. Im Übrigen, falls Sie das wirklich interessiert, geht die Anzahl von hungernden Menschen Jahr für Jahr exponentiell zurück.
HSpieler, 20. 09. '12 18:31
Ein unglaublich naiver Zeitgenosse
der von den Verhältnissen in Afrika keine Ahnung hat oder nichts davon wissen will.
kolovrat, 21. 09. '12 06:05
Re: Ein unglaublich naiver Zeitgenosse
Korrekt!

Und dass der grüne Öko-Sprit Wahn am Welthunger mitbeteiligt ist,verschweigt er natürlich!

Moderne Gentechnik könnte auch die Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungsländern massiv steigern,aber das verhindert das globalisierte grüne Hinterwäldlertum mit ihren diversen religiösen Sekten,z.B.Greenpeace.

Und gerade sein geliebter Kommunismus und Antikapitalismus mit militärischen Interventionen durch Fidel Castro im Auftrage der Sowietunion im südlichen Afrika hat viel Leid und Hunger auf diesen Kontinent gebracht.
kolovrat, 21. 09. '12 09:02
Re: Ein unglaublich naiver Zeitgenosse
Edelholz verspricht 12% Rendite und Palmöl 7% Rendite durch die Rodung der tropischen Regenwälder für grüne Bio-Sprit-Produktion,Mister Ziegler!

Bauern und Eingeborene werden dort vertrieben,damit grüne Damen in Europa mit Bio-Sprit ökologisch und angeblich klimaschützend durch die Gegend düsen können.

Bei der Palmöl-Produktion in Indonesien ist z.B. auch der WWF mitverantwortlich,der aber besonders aktiv beim Schutz der armen Eisbärli ist,die angeblich vom Aussterben bedroht sind,aber sich in Wirklichkeit in den letzten 50 Jahren von 5.000 Exemplaren auf 25.000 Exemplare vermehrt haben.

Aber jeder Orang Utan,der in diesen Regionen der grünen Palmöl-Produktion zum Opfer fällt, ist aber mehr wert als 100 Eisbärli als bekannte grüne Klima-Maskottchen.

Bitte um Antwort!
Citoyen, 22. 09. '12 15:09
Re: Ein unglaublich schlechter Kommentar
Nein, so viel blinder und unreflektiert-ahnungslos-falscher Hass ist nicht weiter beantwortenswert.

Es ist erstaunlich, dass ein Schweizer Demokrat und Sozialdemokrat, der den Kampf gegen den Hunger und für die Menschen in anderen Welten so führt, wie er das auch in der Schweiz (Die Schweiz wäscht weier)gegen die Hehlerbande dort geführt (und gewonnen) hat, als Anwort Wut und hass von jenen erntet,m die seine Bücher nicht einmal gelesen haben können.

Oder ist das doch nicht so ganz erstaunlich: Haben doch z.B. NESTLE und ähnliche Konzerne seinetwegen etwas an ihren Profiten abgeben müssen. Da kann man dann schon ein paar Hass-Schreiber, so einige Anti-Ziegler-Imame, engagieren und sponsern.
explorer88, 08. 10. '12 02:02
Re: Ein unglaublich naiver Zeitgenosse
Bitte gaaaanz ruhig und rational bleiben. Ich wünschte, wir blutrünstigen und machtbesessenen "Europäer" hätten nie Ureinwohner fremder Kontinente versklavt und geplündert, unterjocht und funktionnierende Kulturen und Sozialsysteme zerstört. Wo wir hinkommen, bauen wir unter dem Deckmantel der "Zivilisation" Sch...Wir sollten uns einfach nur entschuldigen und mit unseren Spielzeugen selbst beschäftigen. Und wenn wir an Verstrahlung, gezücheten Viren oder sonst irgendeiner "Innovation" zugrunde gehen, dann sollen bitte die Naturvölker überleben - sie leben im Einklang mit der Natur!
HSpieler, 08. 10. '12 07:50
Die lieben Naturvölker.
Nach ein paar Jahren in Afrika wäre Ihre romantische Vorstellung rasch verschwunden.




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