Peter Michael Lingens
Brauchen wir mehr Akademiker?

27.10.2012, 14:32
Peter Michael Lingens Brauchen wir mehr Akademiker?
 

Es gibt immer mehr Publizisten oder Politologen und immer weniger gute Elektriker oder Installateure.

In der Studiengebühren-Diskussion, die der Wissenschaftsminister mit der Hochschülerschaft führt, argumentierte deren Sprecherin Janine Wulz unter anderem, dass Österreich sowieso schon viel zu wenige Akademiker produziere, sodass eine zusätzliche Gebührenschranke abwegig sei.

In der konkreten Auseinandersetzung kann mich das nicht überzeugen: Fast alle Länder mit mehr Akademikern haben sehr wohl Studiengebühren. Boshaft könnte man behaupten, Österreicher strebten deshalb seltener nach Studienabschlüssen, weil es keine Studiengebühren gibt: Denn was nichts kostet, gilt auch nicht viel. Man verliert auch kein investiertes Geld, wenn man das Studium abbricht.

Wie immer man das sieht – es bleibt die relevante Frage, ob Österreich zu wenig Akademiker hervorbringt. Wahrscheinlich – sicher bin ich dessen nicht. Basis meiner Verunsicherung sind meine Erfahrungen in Spanien: Es wimmelt dort von Akademikern – die Quote von 38,2 Prozent ist EU-Spitze, aber die Arbeitslosenrate bekanntlich auch.

Diese Gegenüberstellung ist natürlich polemisch: Auch für Spanien gilt, dass die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ungleich geringer als im Rest der Bevölkerung ist. Aber ich habe dazu keine berufsspezifische Aufschlüsselung gefunden, und wenn man in der eigenen Umgebung nichts als arbeitslose Akademiker vorfindet, beginnt man querzudenken: Wenn sie Elektriker oder Schlosser wären, hätten sie eher Jobs – oder könnten zumindest pfuschen.

Ich bin nicht so sicher, dass „mehr und mehr Akademiker“ der Weisheit letzter Schluss sind. Mit 19 Prozent Akademikern ist Österreich diesbezüglich fast EU-Schlusslicht – aber mit 26 Prozent reicht ausgerechnet auch Deutschland nicht an den OECD-Durchschnitt von 30 Prozent heran.

Zum Teil verzerrt die Statistik, weil etwa „Lehrer“ bei uns erst in Zukunft einen B.A. erhalten. Aber auch in Statistiken, die akademikergleiche Qualifikationen einbeziehen, liegen Österreich und Deutschland weit hinten – beim wirtschaftlichen Erfolg aber ganz vorn.

Ich stelle daher die ketzerische These (keineswegs Behauptung) auf, dass das deutsche, Schweizer oder österreichische Bildungssystem mit seiner vielleicht zu frühen, vielleicht zu strengen Auslese und der geringen Zahl akademischer Abschlüsse nicht ganz so schlecht ist.

Am Erfolg aller drei Länder haben Ingenieure entscheidenden Anteil: Die technischen Hoch- und Fachschulen bilden die Fachkräfte aus, die Unternehmen von Andritz bis Zumtobel zu Weltgeltung verhelfen. Aber ausgerechnet an diesen Schulen gibt es genügend Platz für weitere Studenten, während das Institut für Publizistik überquillt.

Dieses Missverhältnis besorgt mich mehr als die geringe Zahl akademischer Abschlüsse. Das hängt natürlich mit meiner Vorstellung von der Zukunft zusammen. Um im Export weiter mit Ländern wie etwa Südkorea konkurrieren zu können, werden wir vor allem Techniker und Naturwissenschafter brauchen, wobei mir die Spitze wichtiger als die Breite scheint: Bei uns sollten Technologien entwickelt werden, die in Südkorea Anwendung finden.

Innerhalb Österreichs wird man weiterhin Lehrer, aber kaum so viele Juristen brauchen. Die steigende Lebenserwartung wird genügend Ärzte, Sozialarbeiter und PflegerInnen beschäftigen. Auch alle, die sich um körperliches Wohl kümmern, werden wohl Arbeit haben: Köche, Masseure, Kosmetiker und so weiter. Und sicher gute Handwerker.

Dass die Institute für Publizistik oder Soziologie überquellen, während es freie Lehrplätze in Handwerksbetrieben gibt, ist eine Schieflage, für die mir jedes Verständnis fehlt: Ich habe durch Jahre vorwiegend davon gelebt, eigenhändig Wohnungen und Häuser zu sanieren. Einen Steinboden über eine ganze Wohnung hinweg so zu verlegen, dass nirgends unschöne Zwickel entstehen, erfordert mindestens so viel Hirnschmalz wie eine Umfrage.

Ich halte es für keine glückliche Entwicklung, dass alle Kinder erfolgreicher Installateure, Elektriker oder Dachdecker wie in Spanien unbedingt studieren wollen. Sie werden weniger verdienen, als wenn sie den elterlichen Betrieb übernähmen. Wesentlichen Anteil am Imageverlust des Handwerks hat ausgerechnet die Bewegung, die einen kräftigen, aus einem Arbeitskittel ragenden Männerarm zu ihren Symbolen zählt. Die Sozialdemokratie hat damit zwar nicht die Handwerker, sondern die Arbeiter gemeint, aber auch die will sie bekanntlich viel lieber zu Akademikern als zu Facharbeitern machen.

Handwerktätigen hat sie sogar misstraut – schließlich waren sie oft „Selbstständige“ und damit fast schon „Ausbeuter“. Heute sind solche Ressentiments zwar nicht mehr aktuell, aber nicht völlig abgebaut: Dass Hauptschulen bei der SPÖ so unbeliebt sind, liegt nicht zuletzt daran, dass sie „nur“ zu einer „Lehre“ berechtigen. Ich ziehe zwar auch ein durchlässigeres Schulsystem vor – aber es stört mich nicht derart, wenn viele 15-Jährige „nur eine Lehre machen“, statt weiterzustudieren. Deutschland hat soeben etwas meines Erachtens höchst Sinnvolles beschlossen: Es stellt die Meisterprüfung dem B.A. gleich.

peter.lingens@profil.at

angnaria, 29. 10. '12 18:02
38% Akademikerquote? WTF?
Eine Akademikerquote von 38% in einem Land das vorwiegend Agrarprodukte exportiert und ansonsten noch von einem einigermassen starken Tourismus lebt?
Ich gönnne ja jedem seine Bildung, aber braucht man zum Betten machen oder Oliven pflücken wirklich einen Masterabschluss?

Aber auch in Industriestaaten wie Deutschland oder Österreich braucht man keine 40% Akademiker. Vielmehr sind CNC-Fräser oder Mechatroniker gefragt - mal ganz abgesehen davon, dass auch bei uns die Post ausgetragen, das Brot gebacken, die Pizza serviert oder der LKW gefahren werden muss.

Tut mir Leid, aber ich kann mir echt keine Gesellschaft vorstellen, in der 38% Akademiker einen ihrer Ausbildung entsprechenden Job bekommen könnten.

Spanien produziert also in erster Linie eines: arbeitslose Akademiker.
nra4ever, 31. 10. '12 12:05
Re: 38% Akademikerquote? WTF?
Keine Sorge, wenn die Meisterprüfung erst einmal eimem/er Bachelor/Mistress gleigestellt ist, wird in 10 Jahren der erste akademische Titel sowieso mit der Einbürgerung verliehen. Alles nur Geseires bon Besitzstandwarern wie Hrn Lingens.
PS Es hat IMMER zu viele PPP Studenten gegeben und irgendwie überleben sie trotzdem.
PPS Würden SIE sich von Hrn Lingens die Immobilie behübschen lassen?
TristeViajero, 01. 11. '12 17:36
die pos(ch)t … … muss von nur mehr sehr wenigen ausgetragen werden, da das brie
… muss von nur mehr sehr wenigen ausgetragen werden, da das briefvolumen um 3 – 5 % jährlich sinkt; der mitarbeiterstand dort (rund 23 000 !!) wird nur durch tonnen sinnleerer massenwerbung und die stark steigende paketanzahl (meist) sinnloser dinge, die bald darauf retourniert oder entsorgt werden, aufrechterhalten.

und: abxeng von der ‚praktischen’ (ökonomischen) „verwertbarkeit“ von uniabsolventinnen gibt (gäbe – gab?) es halt auch zahlreiche studienrichtungen die eine gesellschaft auch voranbringen: kunst, naturschutz oder grundlagenrichtungen seien genannt!
Bergdolm, 28. 10. '12 15:25
"Wie alt ist er denn?"
Ich betreibe seit einigen Jahren ein recht unverdächtiges, harmloses - aber sehr aussagekräftiges - "Spiel":
Ich frage verschiedenste Leute (Angestellte, Unternehmer u.ä.) aus meinem weitreichenden Bekanntenkreis, ob sie nicht einen Job für einen Bekannten / guten Freund hätten oder wüssten.

Was dieses Person kann, bisher geleistet hat, welche Referenz es gibt, welche Ausbildung er / sie hat, wo sie zuletzt beschäftigt war, wie die Einkommensvorstellungen wären, wird sehr selten bis gar nicht gefragt.

Eine Frage dominiert und kommt zu über 90% zu Beginn:
"Wie alt ist er / sie denn?"

Diese Frage scheint mit hoher Priorität in allen Köpfen verankert zu sein.
Deshalb: Arbeiten bis 70 ;-) und hoffen, ggf. beten, dass nichts dazwischen kommt.
Tingulv, 27. 10. '12 23:49
Hier stimme ich Ihnen einmal voll und ganz zu!
Eine hohe Akademikerquote bewirkt nur, dass Jobs, die vorher z.B. HAK-Absolventen besetzt wurden jetzt mit BWLern besetzt werden, aber sie können den Job nur erfüllen, weil sie eben vorher eine HAK besucht haben, denn an der Uni werden ihnen die wichtigen Buchhaltungs- und Kostenrechnungskenntnisse nur rudimentär beigebracht.
Eine hohe Akademikerquote bedeutet auch, dass mehr Mittelmäßige Akademiker werden und da reicht es i.d.R. nicht mehr für die MINT-Fächer. Eine hohe Frauenquote unter den Akademikern bewirkt das gleiche. Frauen können exzellent ein Telefonbuch ins Hirn pressen, aber für Spitzenleistungen reicht’s nicht wirklich. Was auch der Medizineraufnahmetest beweist, und weshalb trotz zahlreicher Initiativen und Werbeversuche die Frauen in den MINT-Fächern fehlen.
Tingulv, 27. 10. '12 23:57
Wir bekommen eher ein Problem, dass uns die Männer für die MINT-Fächer fehlen,…
denn die von weiblichen Lehrkräften dominierten Unterstufen und Volksschulen verwehren den Jungs ihren weiteren Bildungsweg, da sie mit den aufgeweckten Buben nicht umgehen können. Das ist dann besonders für die hoch intelligenten Schüler ein Problem, denn sie langweilen sich im Unterricht, was wiederum zu schlechten Noten führt.
Bergdolm, 28. 10. '12 00:20
Re: Hier stimme ich Ihnen einmal voll und ganz zu!
Sie sind schon ein wenig frauenfeindlich. Von Ihnen könnte sogar Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") noch was lernen.

Es wurde sogar kolportiert, dass für die Leitung einer McCafe Filiale (gehört zu McDonalds - standardisierte Systemgastronomie) ein MBA notwenig sei ;-)
Tingulv, 28. 10. '12 11:43
Re: Sie sind schon ein wenig frauenfeindlich.
Mir geht es hier mehr um die Empirie. Frauen haben meiner Beobachtung nach das bessere Gedächtnis und Männer sind besser beim logischen Denken. Deshalb reüssieren auch die Frauen in Fächern wo es um’s Auswendiglernen geht und fehlen in MINT-Fächern. Deshalb klingt es für mich logisch, dass Frauen im Medizinstudium die geringere Drop-Out-Quote aufweisen als Männer, denn nach dem Aufnahmetest dominiert das Auswendiglernen.
Trotzdem sind Spitzenmathematikerinnen und Spitzensportlerinnen besser als die überwiegende Mehrheit der Männer. Die absoluten Weltrekorde holen dann wieder die Männer.
Tingulv, 28. 10. '12 12:10
Re: Für die Leitung einer McCafe Filiale sein ein MBA notwendig
Das ist ja gerade ein Zeichen für ein Überangebot. Wie die Konquistadoren Europa mit geraubtem Gold überschwemmt haben, da sind die Plünderer nicht reich geworden, sondern der Goldpreis ist kollabiert. Die Akademikerschwemme bei gleichzeitigem Rückgang z.B. der Elektrotechnikstudenten bewirkt, dass die Anforderungen für gewisse Jobs bei sinkenden Gehältern steifen, auch wenn noch nicht jeder Kellner einen akademischen Abschluss benötigt.
Bergdolm, 28. 10. '12 12:43
Re: Hier stimme ich Ihnen einmal voll und ganz zu!
Ich kenne viele (Elektro-)Techniker, Ingenieure und Eltern von solchen. Mir ist kein einziger Fall bekannt, wo ein Junger-Mittlerer-Alter DI, DI-FH od. Ing. "abgeworben" wurde (oder es einen Versuch dazu gab).

Aus engstem familiären Umfeld musste ich feststellen, dass FH-Technik Pflicht-Praktikanten ein Bettel oder gar nichts bezahlt wird, wenn sie überhaupt genommen werden. Von wegen "Bindung der besten und raren Kräfte an ein Untenehmen".

Die Herren Leitl, Mitterlehner, Spindelegger mögen das wohl anders darstellen, wie auch Faymann und Hundstorfer.
Dabei wäre es gar nicht schwer, die Realität zu erfassen - wenn man es nur wollte.

(Sehr) billige, (ganz) Junge mit (Jahrzehnte) langer Praxis, die flexibel und ungebunden sind, werden schon "händeringend" von unserer Wirtschaft gesucht.
baumisms, 01. 11. '12 17:27
Könnte man nicht dieZehl der Postings EINER Person zu EINEM Artikel beschränken?
Das würde zumindest die Quantität des verzapften Unsinns reduzieren!
Dringende Bitte ans "Profil"!!!!
Bergdolm, 27. 10. '12 15:35
Von der Unsinnigkeit von Vergleichen - vielleicht geht uns doch die Arbeit aus?
Wie PML richtig festgehalten hat, definieren die verschiedensten Länder ihren "Akademikeranteil" sehr unterschiedlich. Deshalb sind solche Vergleiche fast nichtssagend. Bei uns gab es lange Zeit keine FHs, aber wir haben jede Menge hochqualifizierte Ingenieure, die Vergleiche zu Dipl.Ing.FH (in D) nicht scheuen brauchen.

"Akademiker-Hype": Bis vor Kurzem wurde propagiert, dass wir - im Vergleich - zu wenige Akademiker haben. Und jetzt fehlen "Facharbeiter", die angeblich gesucht werden.

Ich habe mir den Spaß gemacht, bei einigen renommierten Firmen - die händeringend Ingenieure suchen - nachgefragt, wie viele 50+Jährige sie zuletzt eingestellt haben. Die Zahl ging Richtung 0!

Vielleicht ist das alles eine Scheindiskussion, weil uns durch unsere hohe Produktivität die Arbeit ausgeht.
Tingulv, 27. 10. '12 23:33
Bereits Marx meinte, dass durch die hohe Produktivität die Arbeit ausgeht,…
und diese Prophezeiung war seit 150 Jahren falsch, genauso wie jene, dass die Arbeiter immer ärmer werden. In Wirklichkeit wurden auch die Arbeiter immer reicher und es haben sich immer wieder neue Branchen gebildet, die die einer Branche durch die hohe Produktivität frei werdende Arbeitskräfte aufnimmt. Es gibt aber immer am Ende eines Kondratjew-Zyklus (Nr. 5), wie des derzeitigen, eine Depressionsphase, bevor sich die neuen Branchen herausbilden.
Bergdolm, 27. 10. '12 23:58
Re: Hohe Produktivität hat natürlich Einfluss auf die Arbeitswelt
@Tinguly: Dennoch wurden die Lebensarbeitsstunden in den letzten Jahrzehnten gewaltig reduziert, einerseits durch längere Ausbildungszeiten, längeren Urlaub und kürzere Wochenarbeitszeit.
Kapazitätsüberschüsse in der Industrie, in der Verwaltung, bei Banken, Medien, Post, Telefonie, Bahn, ... werden immer dramatischer.

Darüber hinaus wird der Handel übers Internet (das mittlerweile ein Großteil nutzt) zahlreiche klassische Vertriebskanäle killen.

Letzlich ist aber alles eine Frage der Verteilung von "Vermögen - Einkommen - Arbeit".

Ich kann mir schon vorstellen, wenn überall in der westlichen Welt die Arbeitslosigkeit explodiert, dass sich (wieder) Menschen nach Marx orientieren. Weil Essen auf Bezugsschein (z.B. jedes 4. Kind in den USA) ist ja auch nicht das Wahre.
Tingulv, 28. 10. '12 00:02
Überalterung und die Energiewende werden die Jobmotoren sein
Durch die Überalterung stehen uns generell weniger Arbeitskräfte zur Verfügung, was man nur durch eine höhere Produktivität kompensieren kann. Außerdem zieht der Gesundheits-, Wellness- und Sozialbereich in einer alternden Gesellschaft immer mehr Arbeitskräfte ab.
Bergdolm, 28. 10. '12 00:33
Überalterung schafft neue Jobs? Bedingt - nein!
Wenn Menschen mit 50+ kaum mehr einen Job bekommen, können sie 150 Jahre alt werden. Man wird sie nicht brauchen (wollen).

Richtig: Der Bereich Pflege wäre ein Wachstumsmarkt, weil die Menschen bereits jetzt und zukünftig wesentlich älter werden. Aber die wenigsten könnes sich eine solche Pflege leisten bzw. greifen auf billige Varianten "aus dem Osten" zurück.

Wobei wir wieder bei der Verteilung von "Vermögen - Einkommen - Arbeit" wären.
Tingulv, 28. 10. '12 13:52
Re: Menschen mit 50+ bekommen kaum mehr einen Job
Ich habe bei meinen Ferialjobs und Praktika in mehreren Betrieben die Beobachtung gemacht, dass bevor man sich einen aus der 50+Generation einstellt, man eher eine Stelle unbesetzt lässt, denn man sagt sie sind sehr teuer. Außerdem ist die Ausländerquote auch in den Betrieben schon sehr hoch.
Bei der 50+Generation gibt es neben dem Problem, dass sie sich nicht autodidaktisch in neue Software einarbeiten auch kaum durch All-in-Verträge und einer 70-h-Woche den Stundenlohn kürzen zu lassen. Ich bin übrigens der Meinung, dass man All-in-Verträge verbieten sollte.
Bergdolm, 28. 10. '12 15:04
All-in Vertäge / Prekäre Dienstverhältnisse
kommen immer mehr in Mode und sind ein Zeichen, dass Unternehmen die Rahmenbedingungen eines Beschäftigungsverhältnisses de facto nach Belieben diktieren können.

Junge - ob studiert oder unstudiert - haben selten die Wahl, solche Angebote abzulehnen, weil es sonst eben keinen Job gibt. Von einem Preketariat zum anderen zu hüpfen, ist oft mit Lücken verbunden, die einen Existenzaufbau (Familie u. Wohnung) nicht gerade fördern.

Junge konnten früher, wenn sie rasch zu was kommen wollten, mit Überstunden ihr Einkommen auffetten. Mit All-in Verträgen geht das natürlich nicht. Unbezahlte Mehrstunden sind heute eben Teil des Jobs.

Ich kenne keine Branche - auch nicht bei den vielbesungenen fehlenden Technikern -, wo das nicht der Trend wäre.

Alles in Allem: Keine guten Aussichten
Tingulv, 29. 10. '12 00:55
Dazu passt ja super der folgende Profil-Artikel:
"Verlorene Generation - Lebensstandard. Der Traum vom immerwährenden Wohlstand ist vorbei"
http://www.profil.at/articles/1242/560/344610/lebensstandard-warum-jungen-alter-geld
Tingulv, 29. 10. '12 01:09
Es gibt auch noch was Positives:
Wie ich bereits an anderer Stelle gepostet haben, haben wir immerhin erreicht, dass jeder Nettotransferzahler für 3 Bezieher zahlen muss, und diese Zahl wird durch die Überalterung noch rapide steigen, d.h. laut einer Broschüre des Wirtschaftsbundes tragen 6,5 Mio. von 8,4 Mio. Österreichern wenig bis gar nichts zum Steueraufkommen und dem Sozialsystem bei.
C. Rainer: "Während das Pensionsalter in den vergangenen 40 Jahren um durchschnittlich zwei Jahre gesunken ist, stieg die Lebenserwartung im selben Zeitraum um gut zehn Jahre – macht zwölf Jahre Pension, die nun zusätzlich finanziert werden müssen."
Quelle: http://www.profil.at/articles/1206/568/318870/christian-rainer-das-amen-ministerrat
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