Österreichs Filmfestivals machen ihre Budgetnot öffentlich

29.10.2012, 10:23
 

Jenes Tortenstück, das die Bundessubventionen aller heimischen Filmfestivals versinnbildlicht, sieht erbärmlich aus. Eine hauchdünne, sich nach außen hin kaum wahrnehmbar verbreiternde Linie:

Das ist alles, was für den Kinofestivalbetrieb, der hierzulande bekanntlich jedes Jahr einiges an akklamiertem Programm macht, vorgesehen ist. Österreichs Aufwendungen für Kunst und Kultur beliefen sich 2011 auf 438,7 Millionen Euro. Laut Kunst- und Kulturbericht erhielten alle Filmfestivals zusammen den Betrag hinter der Kommastelle.

Das nun gegründete Forum österreichischer Filmfestivals, ein Zusammenschluss von stolzen 18 Kinoinstitutionen (von Viennale und Diagonale über Crossing Europe bis zu Tricky Women und Kino unter Sternen), hält diese Situation für schlicht "unzumutbar“ - und wird am Dienstag dieser Woche unter dem Titel "Raus aus der Kommastelle“ im Festivalzentrum der Viennale (Dominikanerbastei 11, 1010 Wien, 30.10., 20.30 Uhr) Forderungen äußern.

Die Diskussion verspricht Zündstoff: Daniel Ebner vom Kurzfilmfestival VIS weist im profil-Gespräch auch darauf hin, wie "skandalös“ etwa "die hohe Zahl an prekär Beschäftigten im Filmbereich und der erschreckend niedrige Prozentsatz des Kulturbudgets“ seien: "Da sind wir weit weg von der so genannten, Kulturnation‘.“ Zum Vergleich: In der Schweiz erhielten "allein die 13 wichtigsten Festivals rund 2,9 Millionen Euro“, erklärt Ebner weiter - das sei "fast das Vierfache der österreichischen Summen bei einem durchaus vergleichbaren Film- und Kinomarkt“.

St. Gr.





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