Wie sich der US-Wahlkampf in der Gegenwartskultur spiegelt

6.11.2012, 13:49
US-Wahl 2012 • Wie sich der US-Wahlkampf in der Gegenwartskultur spiegelt
 

Welche Rolle hat die US-Kunstszene im Präsidentschaftswahlkampf 2012 gespielt? Wie ein Obama-Porträtist vor Gericht landete, wie das Fernsehen sich den neuen Zeiten anpasste - und warum Bruce Springsteen doch noch für seinen Freund Barack gesungen hat: ein Überblick.

Von Philip Dulle, Stefan Grissemann und Nina Schedlmayer

Kunst existiert bekanntlich nicht im luftleeren Raum, sie handelt von und mit den jeweils aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten - auch dort, wo sie scheinbar ins Private ausweicht. Pop & Politics, das ist ein weites Feld - und in Wahl- und Krisenzeiten kommt ihm erhöhte Bedeutung zu. Der in den Vereinigten Staaten tobende Wahlkampf hat auch die Kulturszene - die Unterhaltungsindustrie ebenso wie die hohe Kunst - in Mitleidenschaft gezogen, hat neue Dynamiken und neue Allianzen sichtbar gemacht. Seltsames geschieht: Warum reagiert Hollywood auf die aktuellen Zumutungen mit einem Retro-Polit-Thriller wie "Argo“? Warum pinseln linke Künstler überdimensionale Romney-Gemälde? Wie beleuchtet das Serienfernsehen die ideologischen Stimmungslagen? Welche Kulturschaffenden unterstützen eigentlich Mitt Romney? Und warum bleibt der alte Polit-Agitator Michael Moore bei alldem so stumm? Zehn Aspekte, zehn politische Schlaglichter.


Big Spender: Wahlkampagnen sind teuer - da öffnen auch Kulturschaffende ihre Portemonnaies.


Man hat Mühe, sich Mitt Romney als einen Freund der Kunst vorzustellen. In einem Interview kündigte er vor ein paar Wochen allen Ernstes an, die Abschaffung jedweder Kunstförderung als einen "Fokus“ seiner Administration zu betrachten - und er stimmte das alte republikanische Lied an: Kultur müsse eben auf eigenen Beinen stehen, müsse im Dschungel da draußen ohne Hilfe überleben, könne von Subventionen nicht abhängig sein. Das Jahresbudget des National Endowment for the Arts (NEA), der 1965 gegründeten staatlichen Stiftung zur Kunstförderung, beläuft sich übrigens auf 146 Millionen Dollar. Das winzige Österreich wendet das Vierfache an Kunstsubventionen auf.

Während die NEA bedürftigen Avantgardisten unter die Arme greift, unterstützen jene Kunstschaffenden, die es sich leisten können (und im Dschungel da draußen längst bestens überleben können), die Wahlkampagnen ihrer Politiker mit oft beträchtlichen Summen. In Hollywood, wo trotz Kinokrise immer noch gigantische Beträge in wenigen Tagen gemacht werden können, ist man da gerne mit dabei: Steven Spielberg und Morgan Freeman förderten Obamas Wahlschlacht mit je einer Million Dollar. Bescheidener, aber immer noch nennenswert sind die Summen, die George Clooney, Tom Hanks und Will Ferrell jeweils in die Kriegskasse zahlten - mehr als 60.000 Dollar nämlich. Auch die Musikszene gab sich generös: Barbra Streisand, Barry Manilow, Burt Bacharach und Bette Midler steuerten ebenfalls fünfstellige Summen bei.

Auch Mitt Romney hat Unterstützer aus dem Kulturbereich: Arnold Schwarzenegger als angestammter Republikaner ist da ein Fixstarter, auch Clint Eastwood ist allerspätestens seit seinem eigenartigen Gespräch mit einem imaginären Barack Obama bei der Republican National Convention Ende August als Konservativer wohlbekannt; eine stattliche Riege knorriger Schauspieler - die Liste reicht von Sylvester Stallone und Chuck Norris bis zu James Woods und Robert Duvall - unterstützt Romney öffentlich, sogar Mike Love, Gründungsmitglied der Beach Boys, hat sich zu den Republikanern bekannt.


Wie die bildende Kunst die bevorstehenden Wahlen kommentiert.


Das britische Fachmagazin "Frieze“ befragte anlässlich der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen jüngst eine Reihe von Künstlern zum Verhältnis zwischen Kunst und Politik. In deren Antworten fand sich zwar häufig der Gemeinplatz, dass Kunst per se politisch sei; weit zögerlicher zeigten sich die Interviewten jedoch, als sie konkrete Werke anführen sollten. Tatsächlich werden politische Vorgänge selbst eher selten künstlerisch thematisiert, lieber deren soziale Auswirkungen in den Blick genommen. In der New Yorker Rauschenberg Foundation wurde kürzlich die Schau "We The People“ eröffnet, die Exponate aus mehreren Jahrzehnten bereithielt. Erhebliches Aufsehen erregte eine der wenigen Arbeiten, deren inhaltlichen Hintergrund die kommenden Wahlen darstellen, nämlich Richard Phillips’ überdimensionales Gemälde des republikanischen Kandidaten Mitt Romney, das freilich keineswegs affirmativ sein sollte: Sein Kreuz mache er selbst bei Obama, betonte der Künstler in einem Interview. Nur wenige Straßen davon entfernt, im New Museum, präsentierte Phillips’ Kollege Jonathan Horowitz seine Installation "Your Land/My Land: Election ’12“. Diese lädt das Publikum zur Diskussion ein, in einem streng in zwei Lager geteilten Setting: Zwischen zwei Teppichen, in den Farben Rot (für die Republikaner) und Blau (für die Demokraten) gehalten, hängen zwei Monitore; auf einem davon laufen die ultrakonservativen Fox News, auf dem anderen dessen liberales TV-Gegenstück MSNBC. Im Raum schwebt ein Bild des amtierenden Präsidenten, ein Foto seines Rivalen steht am Boden - deren Positionen müssen vertauscht werden, sollten sich nach der Wahl die Machtverhältnisse ändern.

Auch in Kunsthäusern außerhalb New Yorks macht man sich Gedanken über den kommenden Wahltag; so präsentiert das Aldrich Museum in Ridgefield, Connecticut eine Ausstellung mit dem simplen Titel "united states“. Die Künstlerin Nina Katchadourian hat sich dabei alle erfolglosen Präsidentschaftskandidaten der US-Geschichte vorgenommen. Vor dem Museum häufte sie Werbeschilder für die einstigen Aspiranten auf: ein buntes Monument des Scheiterns.


Warum sich Bruce Springsteen auch diesmal nicht zurückhalten konnte.


Wenn es heikel wird im gelobten Land, muss der Boss höchstpersönlich zur Tat schreiten. Eigentlich wollte sich Superstar Bruce Springsteen nach neuem Album, spektakulärer Welttournee und Occupy-Protestsong heuer ein wenig zurücknehmen. Immerhin hat der 63-Jährige, die Stimme der US-amerikanischen Arbeiterbewegung, bereits 2004 für Bush-Herausforderer John Kerry geworben, 2008 dann im großen Stil für Obama. Seine damalige Eröffnung der Inaugurationsfeierlichkeiten vor 400.000 Anhängern ist so legendär wie die Aussage des Präsidenten im Weißen Haus: "I’m the President, but he’s The Boss.“ 2012, so hatte Springsteen gehofft, werde sein Engagement gar nicht notwendig sein. Sicher schien Obamas Wiederwahl. Da aber aus dem aalglatten Geschäftsmann Romney, der lange nur durch seine religiösen Vorlieben aufgefallen war, doch noch ein ernst zu nehmender Herausforderer (mit eigenem Kunst-Staraufgebot) wurde, unterbrach Springsteen seine politische Abstinenz und warb in den wichtigen Battleground-States Ohio, Iowa und Virginia für die Demokraten. Der Boss tat dies mit der ihm eigenen Ironie; er erzählte von seiner Kindheit in New Jersey, spielte einen eigens für die Wahl komponierten Song (der wie die Obama-Kampagne "Forward“ heißt) und gab sich nachdenklich: "Wir brauchen einen Präsidenten, dessen Vision alle Amerikaner inkludiert, nicht nur ein paar Prozent.“





Wo ist eigentlich Michael Moore?

Um jenen Mann, der mit dem Anti-Bush-Pamphlet "Fahrenheit 9/11“ den Wahlkampf 2004 mit der wohl lautesten Stimme kommentierte, ist es seit Jahren auffallend ruhig geworden. Wenn der Autor und Filmemacher Michael Moore dieser Tage auf den Medienplan tritt, dann nur, um stammelnd auf CNN über die Defizite der "Frankenstorm“-Berichterstattung zu dozieren. 2008 hatte es immerhin noch einen Gratis-Online-Film zur Wahl gegeben (und ein Buch namens "Mike’s Election Guide“). Seit seinem "Capitalism“-Film 2009 aber herrscht Funkstille - abgesehen von einer narzisstischen Autobiografie ("Here Comes Trouble. Stories from My Life“). Auf seiner Homepage ruft Moore derzeit zwar die mutmaßlichen 90 Millionen Nichtwähler zum Urnengang auf, aber sonst hält er sich erstaunlich zurück: kein Film, keine heitere Intervention, kein Aktivismus. Man könnte Moores politische Müdigkeit als ein weiteres Symptom der resignativen Stimmung deuten, die sich in der nordamerikanischen Linken breitgemacht hat.


Wie die künstlerische Elite für Barack Obamas Kriegskasse Geld aufbringt.

Es ist eine eher kuriose Vorstellung, dass sich Österreichs Kunstelite für einen heimischen Politiker (Werner Faymann? Michael Spindelegger?) so ins Zeug legen könnte. In den USA dagegen scheint die halbe Szene auf den Beinen zu sein, um für Barack Obamas Wahlkampf Geld aufzustellen: So steuerten einige der bedeutendsten US-Künstler Werke zu einem Portfolio von Drucken bei, das um 28.000 Dollar verkauft wird - Richard Serra etwa lieferte eine abstrakte Zeichnung mit dem sprechenden Titel "NOROMNEY“, John Baldessari erstellte ein Porträt von Mitt Romneys berühmt gewordenem Hund und Jasper Johns eine neue Version seiner berühmten "Maps“; auch Chris Burden, Susan Rothenberg, Ellsworth Kelly und Bruce Nauman arbeiteten an der Mappe mit. Und der Maler Chuck Close entwarf - in dem für ihn charakteristischen grobkörnigen Stil - Drucke mit dem Porträt Obamas, die man, je nach Größe, für 5000 bis 50.000 Dollar erstehen kann. Die Stephen Daiter Gallery in Chicago bot bereits im Juli rund hundert Werke zur Versteigerung zugunsten Obamas an - darunter auch solche von Klassikern der US-Fotografie wie Helen Levitt oder Margaret Bourke-White.

Eine weitere beliebte Geldquelle stellen Fundraising-Dinners dar: Sowohl durch die verkauften Tickets (ein Abend im Rubin Museum kostete etwa 5000 Dollar) als auch durch zusätzliche Spenden wurde dabei die Kriegskasse des amtierenden US-Präsidenten aufgefüllt. Zudem machten einzelne Künstler und Künstlerinnen beträchtliche Summen für Obama locker, etwa die Malerinnen Elizabeth Peyton (25.000 Dollar) und Julie Mehretu (10.000 Dollar). Als in der Kunstszene weitaus weniger beliebt erweist sich Mitt Romney; immerhin schenkte ihm der Star-Galerist Larry Gagosian 5000 Dollar für seinen Wahlkampf - angesichts der Umsätze, die der gewichtige Kunsthändler mit seinem mittlerweile zum Konzern angewachsenen Betrieb macht, freilich ein eher lächerlicher Betrag.


Das Ende der politischen Popmusik: Nicht einmal Bob Dylan singt noch Protestsongs.

Die USA der 1960er-Jahre, bedroht von Kuba-Krise und Vietnam-Krieg, brachten einen jungen Folksänger namens Bob Dylan hervor, der mahnende Worte gegen das politische Establishment schmetterte, während ein paar Jahre später Jimi Hendrix mit seiner Woodstock-Version von "The Star-Spangled Banner“ den Wahnsinn in Vietnam mit explodierenden Gitarrensoli beklagte. Das alles war einmal. Denn Protestsongs brauchen die reale Bedrohung, den nichtvirtuellen Krieg - und eine Politik, die greifbar ist. Längst gibt es für die popkulturelle Revolte kaum noch Platz - obwohl immer mehr Bürger nach Individualität streben. Gibt es eine Welt der Wutbürger ohne Wutsongs? In postpolitischen Zeiten entstehen neue Allianzen. Nicht einmal Dylan selbst, der im September sein 35. Album veröffentlicht hat, singt noch gegen aktuelle Missstände an; lieber übt sich der 71-Jährige in apokalyptischen Erzählungen, mimt den Mythenforscher, der sich im Weißen Haus Orden verleihen lässt. So sind sie eben, die Zeiten - "a-changin‘“.




TV-Serien mit Ideologie-Mehrwert (I): "Homeland“, das Propagandafernsehen des Präsidenten.

Wenn Barack Obama heute behauptet, "Homeland“ sei seine Lieblingsserie, dann dürfte George W. Bush seine freien Abende mit "24“ verbracht haben. In der Serie um den Anti-Terror-Agenten Jack Bauer (Kiefer Sutherland), der zwischen 2001 und 2010, in acht Staffeln, die USA vor antiamerikanischen Gegenspielern zu retten versuchte, waren die Fronten des "War on Terror“ noch klar verteilt: Es gab gute US-Agenten und böse Terroristen, wie es der Logik des reaktionären Senders Fox eben entsprach. "24“ war das TV-Ereignis zur Ära Bush, in dem zum Wohle der Heimat gefoltert, getötet und am laufenden Band ethische Grenzen überschritten wurden. In "Homeland“, basierend auf einer israelischen TV-Serie, wird die Kriegsaufarbeitung an der Heimatfront nun um einiges subtiler vollzogen. Wer sind hier die Guten? Wer die Bösen? Selbst der terroristische Drahtzieher weist durchaus humane Züge auf. Und ist der heimkehrende Kriegsgefangene (Damian Lewis) nur ein umgepolter Schläfer, die besessene CIA-Agentin (eindrucksvoll: Claire Danes) womöglich selbst ein Fall für den Psychiater - oder doch nur das Spiegelbild einer ganzen Nation? Zugegeben: Auch in "Homeland“ geht es um die Bedrohung von außen, um Machtspiele in den inneren Zirkeln der Geheimdienste - aber die Serie ist vor allem Zeichen dafür, dass vor und hinter den Kulissen der Unterhaltungsindustrie ein massiver Paradigmenwechsel stattgefunden hat: Howard Gorden und Alex Gansa, die Hauptverantwortlichen hinter "Homeland“, waren vor wenigen Jahren noch die Stichwortgeber für Jack Bauer.




Warum Shepard Faireys Obama-Ikone zum juristischen Streitfall wurde.

Das stark formalisierte Porträt von Barack Obama, das der Street-Art-Künstler Shepard Fairey 2008 entwarf, hat ikonischen Charakter und wurde weltweit bekannt - bis in die hintersten Winkel Sardiniens sogar: Auf eine Hauswand im Bergdorf Orgosolo pinselte ein Unbekannter eine Kopie davon - und setzte diese neben ein gleichartig stilisiertes Berlusconi-Konterfei. Während unter Obamas Bild der Schriftzug "Progress“ steht, wurde unter das Porträt des italienischen Ex-Premiers der Schriftzug "Process“ gesetzt - in Anspielung auf dessen diverse Konflikte mit dem Gesetz. Heute mutet diese Gegenüberstellung freilich ironisch an, stand doch Fairey selbst aufgrund des Obama-Images vor Gericht: Er hatte als Vorlage dafür eine Arbeit des "Associated Press“-Fotografen Mannie Garcia verwendet, ohne vorher die Rechte dafür einzuholen. Fairey behauptete zunächst, ein anderes Foto herangezogen zu haben, gab später aber zu, die Unwahrheit gesagt zu haben. Er einigte sich mit Garcia auf eine Schadenersatzzahlung unbekannter Höhe und wurde für die Lüge zu 25.000 Dollar Strafe verurteilt.


TV-Serien mit Ideologie-Mehrwert (II): In "Girls“ wird eine neue Generation von Erstwählerinnen bedient.

Der Glamour der Nullerjahre ist Geschichte. Die aktuellen "Girls“ aus New York City haben mit "Sex and the City“ so gut wie nichts mehr gemein - sie teilen sich nur noch den Referenzrahmen. Die neuen Mittzwanziger liefern Bestandsaufnahmen vom modernen Überlebenskampf in der Metropole, wo Finanz- und Schuldenkrise ihre Spuren hinterlassen. Die Heldinnen dieser HBO-Serie haben Schönheitsfehler und schlechte Tätowierungen, sie leben zwischen prekären Arbeitsverhältnissen, unbezahlten Praktika und desillusionierendem Sex. Die schicken Lofts in Manhattan mussten Quartieren in Brooklyn weichen. Der Star in "Girls“ (die zweite Staffel startet im Jänner) heißt Lena Dunham, ist 26 und hat neben Drehbuch und Regie auch den Part der Hauptrolle übernommen. Sie trat jüngst in einem Werbespot für Obama auf. In dem naiv-zweideutigen Video schwärmt sie über ihr "erstes Mal“ mit dem US-Präsidenten vor vier Jahren, als sie ihm ihre Stimme gab - und sie appelliert an Erstwählerinnen, sich nicht an Typen wie Romney zu verschwenden. Der Spot, bei YouTube über zwei Millionen Mal angeklickt, erregte konservative Bloggerinnen, die Dunham vorwerfen, das politische Frauenbild um Jahrzehnte zurückzuwerfen. Das US-Magazin "Foreign Policy“ sieht das alles gelassener: Die Idee sei ohnehin von den Wahlkampfstrategen des russischen Präsidenten Putin geklaut.




Politische Ambivalenz: Ben Afflecks Film "Argo“.

Die (wahre) Geschichte dieses Films ist bizarr: Sechs US-Diplomaten in höchster Lebensgefahr sollen aus dem Iran geschleust werden, während dort 1980 die Islamische Revolution tobt. Der Exfiltrationsspezialist (Ben Affleck) entwickelt eine Idee: die Vortäuschung einer Trivial-Filmproduktion und die Maskierung der zu Rettenden als kanadisches Filmteam. Man weiß nicht, worauf Regisseur Affleck hinauswill: Als Thriller wirkt "Argo“ seltsam routiniert; zur Comedy schwingt sich der Film nur szenenweise auf, und zum politischen Statement taugt "Argo“ erst recht nicht. Das Werk bleibt ideologisch ambivalent: Die USA machten sich schuldig, indem sie den Schah stützten, aber am Ende weht den Helden dieses Films (und der selbstlosen CIA) doch die US-Flagge; die Violinen schluchzen, die Liebe siegt. Ben Affleck verzichtete übrigens selbst auf einen Recherche-Trip in den Iran, als ihm klar wurde, dass er als Hollywoodstar dort sehr schnell zu "Teheran Ben“ werden würde - und sein Bild Propagandamaterial für den bösen Ahmadinejad werden könnte.




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