Eurofighter-Kauf: Magna verdiente 300 Millionen Euro

Eurofighter-Kauf: Magna verdiente 300 Millionen Euro

Der große Eurofighter-Schwindel, zehn Jahre danach: Frank Stronachs Magna-Konzern war einer der Hauptprofiteure des Rüstungsdeals. Auch dank Karl-Heinz Grasser. Der EADS-Konzern überwies Millionen an Berater, die nie etwas geleistet haben. Und die viel gepriesenen Gegengeschäfte waren oft nur heiße Luft.

Seine „Miles & More“-Karte mit der Nummer 222014937843830 konnte Karl-Heinz Grasser an diesem 11. Juni 2001 getrost daheim lassen. Flüge in Privatjets lassen sich nun einmal nicht auf das Meilenkonto anrechnen. Auch Handgepäck war nicht vonnöten. Die Exkursion zur Eurofighter Jagdflugzeug GmbH im oberbayerischen

Manching nahe Ingolstadt war schließlich nur auf einen Tag angelegt.
Mit dem Gastgeber an Bord der kleinen Cessna Citation verband den damals amtierenden Finanzminister eine gemeinsame Zeit beim Magna-Konzern: Siegfried Wolf, damals Frank Stronachs rechte Hand, nunmehr dessen Kanzlerreserve für die Nationalratswahlen 2013.

Am 11. Juni 2001, also bereits Monate bevor die schwarzblaue Regierung das Projekt Abfangjäger offiziell ausschrieb, schritt der Finanzminister auf Einladung eines befreundeten Magna-Managers die Werkshallen jenes Unternehmens ab, das im Juli 2002 den Zuschlag für die Lieferung von zunächst 18 Eurofighter Typhoon erhalten sollte.

Was hatte Grasser dorthin verschlagen? Und warum Magna?
Der Trip ist ein Puzzlestein in jener Affäre, die vier Regierungen und einen Untersuchungsausschuss überdauert hat und mittlerweile Staatsanwälte in Österreich, Deutschland und Italien beschäftigt. Rund um den 2002 unter Schwarz-blau paktierten Ankauf von Kampfjets sollen bis zu 113 Millionen Euro an Schmiergeldern, Provisionen und „Kickbacks“ geflossen sein …

Lesen Sie die Titelgeschichte von von Ulla Kramar-Schmid, Michael Nikbakhsh, Josef Redl und Martin Staudinger in der aktuellen Printausgabe oder in der profil-iPad-App.

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