Mensdorff-Pouilly: Graf Ali und die Waffenmilliarden

Die Geschäfte des Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly dabei spielte.

Jahrelang verteilte der Rüstungskonzern BAE Systems über ein geheimes Geflecht aus Briefkastenfirmen, Stiftungen und Offshore-Gesellschaften Millionenbeträge rund um den Globus – auch in Österreich. Korruptionsbekämpfer vermuten dahinter Bestechungszahlungen in großem Stil. profil zeichnet anhand bislang unbekannter Vernehmungsprotokolle, interner Unterlagen der Waffenschmiede und eigener Recherchen erstmals ein umfassendes Bild davon, wie das Finanznetzwerk erdacht, aufgebaut und geführt wurde – und welche Rolle der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly darin spielte.

I. Ein namenloses Schwein

Sie saßen im Warwick House und redeten über das Schwein: der Graf und ein paar andere. Über das Schwein und seinen Preis. Über die Versorgung des Schweins. Über die Mühe, die so ein Schwein macht. Das ist kein ganz ungewöhnliches Thema für eine Unterhaltung, wenn man sich, wie der Graf, als Bauer versteht, noch dazu, wenn die Plauderei in Hampshire Countystattfindet, das in ganz Großbritannien für seine Zucht- und Wildschweineberühmt ist. Bei diesem Gespräch ging es allerdings nicht um Tiere.

„AM hat sich mit dem Schwein getroffen“, kritzelte einer der Männer auf einen Zettel.

Um Viehhaltung ging es auch nicht.

„AM hat drei Jahre lang gearbeitet“, schrieb der Mann.

Es ging überhaupt nicht um Landwirtschaft ...

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