Wiener Philharmoniker: Raubkunst-Bild wurde nun zurückgegeben

Wiener Philharmoniker im Rahmen der Voraufführung des "Neujahrskonzerts 2017" im Wiener Musikverein.

Wiener Philharmoniker im Rahmen der Voraufführung des "Neujahrskonzerts 2017" im Wiener Musikverein.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und knapp vor ihrem prestigeträchtigen Neujahrskonzert haben die Wiener Philharmoniker nun in Paris jenes Raubkunst-Gemälde retourniert, das sie seit 1940 in ihrem Depot gehabt hatten.

Ursprünglich war die Übergabe des Werks von Paul Signac noch vor Weihnachten angekündigt worden (profil 50/2016), nun erklärte die Sprecherin des Orchesters Claudia Flekatsch-Kapsamer auf Anfrage von profil-online, „die Übergabe ist nach Weihnachten in Paris erfolgt“.

Das Gemälde war dem NS-kritischen Besitzer Marcel Koch von der deutschen Feldpolizei gestohlen und den Wiener Philharmonikern zum Dank für ihre Tournee in das von Hitlerdeutschland besetzte Frankreich geschenkt worden. Koch ist 1999 kinderlos verstorben, dem Vernehmen nach hat ein Vertreter von fünf Erben das Bild übernommen. Erst im Jahr 2013 hatte der damalige Orchestervorstand die professionelle Provenienzforscherin Sophie Lillie mit der Suche nach dem Eigentümer des Kunstwerks beauftragt. Dass das Finale des schier endlosen und unrühmlichen Kapitels pianissimo und nicht wie ursprünglich geplant in einem furiosen Festakt ausgeführt wurde, war ausdrücklicher Wunsch der Erbengemeinschaft, die das auf eine halbe Million US-Dollar geschätzte Signac-Frühwerk in Paris zur Auktion einbringen will.