Peter Michael Lingens: Putin-Versteher Mitterlehner

Peter Michael Lingens: Putin-Versteher Mitterlehner

Man sollte ihn daran erinnern, wenn die ersten Flüchtlinge aus Aleppo bei uns eintreffen.

Vierzigtausend Flüchtlinge aus Aleppo sind derzeit – Samstag um 15 Uhr - bereits an der syrisch–türkischen Grenze. Man kann wie die Kronenzeitung auf Grund der „Apokalypse in Aleppo“ durchaus mit einer „weiteren Million“ von ihnen im Verlauf der nächsten Monate rechnen und dann spekulieren, wie viele davon sich trotz „Obergrenze“ bis Österreich durchschlagen – dann ahnt man was Aleppo für Österreich bedeutet.

Nicht zu spekulieren braucht man bezüglich des Verursachers der Apokalypse: Wladimir Putin hat mit den massivsten in diesem Raum jemals durchgeführten Bombardements den Truppen Baschir al Assad den Weg zur Übernahme der Stadt gebahnt.

Er denkt nicht daran, den Weg des Wiener Friedensprozesses, der von einem militärischen Patt zwischen Assad und seinen Gegnern ausging und von dort her seine vagen Chancen bezog, weiter zu beschreiten, sondern will vollendete Tatsachen schaffen. Wie in der Krim oder der Ostukraine.


Schließlich geht es doch um die Interessen der bayrischen /österreichischen Wirtschaft

Dieser Wladimir Putin ist es, der sich in jüngster Zeit über zwei hohe Besuche freuen durfte: den Horst Seehofers von der CSU und den Reinhold Mitterlehners von der ÖVP. Beide Herren versicherten ihn ihrer Unzufriedenheit mit der Politik der EU, die Sanktionen“ gegen ihn verhängt hätte. „Verfehlt“ und „wirkungslos“ wie Mitterlehner in der ZIB2 erläuterte.

Dass diese Sanktionen der einzige Grund dafür sein könnten, dass Putin zumindest in der Ostukraine nicht auch vollendete Tatsachen geschaffen hat, kommt beiden Herren nicht in den Sinn.

Schließlich geht es um die Interessen der bayrischen /österreichischen Wirtschaft und wer verstünde davon mehr.

Jedenfalls sollten sich die Österreich an Mittelehners – und vielleicht auch H.C. Straches – Putin-Verständnis erinnern, wenn die ersten Flüchtlinge aus Aleppo bei uns eintreffen. Und die Bayern sollten ihres großen Staatsmannes Horst Seehofer gedenken.