Ermittlungen nach Schnellbahn-Unglück nördlich von Graz

Ermittlungen nach Schnellbahn-Unglück nördlich von Graz

Ermittlungen auch gegen Steiermärkische Landesbahnen und Geschäftsführung. Zehn Monate vor dem Unfall hatte es an derselben Stelle auch schon fast gekracht.

profil berichtet in seiner Montag erscheinenden Ausgabe über die Ermittlungen rund um das Schnellbahn-Unglück nördlich von Graz. Am 6. Mai waren zwischen Übelbach und Deutschfeistritz-Peggau zwei Züge der Steiermärkischen Landesbahnen frontal gegeneinander gefahren. Zwei Menschen starben, unter ihnen der Lokführer Michael R., der die entgegenkommende Schnellbahn nicht abgewartet hat.


Mitarbeiter hatten der Kriminalpolizei erzählt, dass es bereits im Vorfeld Sicherheitsbedenken und mehrere Beinahe-Unfälle gab

Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt inzwischen auch gegen die Steiermärkischen Landesbahnen sowie den Geschäftsführer und den Betriebsleiter. Mitarbeiter hatten der Kriminalpolizei erzählt, dass es bereits im Vorfeld Sicherheitsbedenken und mehrere Beinahe-Unfälle gab. Laut dem Magazin hat es im August 2014 an der Unfallstelle schon einmal fast gekracht. Auch damals hatte Lokführer R. einen Haltebefehl ignoriert. Der Vorfall wurde intern bekannt.

Geschäftsführer Helmut Wittmann sagte gegenüber profil: „Der Vorfall war für ihn ein Schock. Er hat versprochen, sich in Zukunft besser zu konzentrieren.“ Technische Sicherungen unterblieben damals. Erst vor zwei Wochen investierte die Regionalbahn im Besitz des Landes Steiermark in ein Magnet-System, mit dem Züge zwangsweise gebremst werden können, wenn sie eine Haltelinie überfahren.