Ex-Generalstabschef Entacher: „Unzuverlässig, unbrauchbar, unsolidarisch“

Edmund Entacher (l.) mit seinem Abschiedsgeschenk
und BM Gerald Klug im Rahmen der Verabschiedung Entachers

Edmund Entacher (l.) mit seinem Abschiedsgeschenk und BM Gerald Klug im Rahmen der Verabschiedung Entachers

Ex-Generalstabschef kritisiert Sparkurs und Entmachtung des Generalstabs durch Minister Klug.

In einem Interview in der aktuellen „profil“-Ausgabe (15/31) kritisiert der frühere Generalstabschef des Bundesheeres, Edmund Entacher, Verteidigungsminister Gerald Klug und dessen neue Kompetenzverteilung beim Bundesheer. „Beim Budget entsteht ein Problem, indem er sich künftig selbst kontrolliert“, so Entacher. So sei nicht mehr von außen sichtbar, wie viel Geld Klugs Kabinett verbraucht. „Das kann auch die Tür zu möglicher Korruption aufmachen.“

„Unsere Verbände werden entwertet“

Laut Entacher will sich Klug „als Sparmeister für künftige neue Aufgaben in der Regierung profilieren“. Doch Österreich werde „innerhalb der europäischen Sicherheitspolitik unzuverlässig, unbrauchbar und unsolidarisch“. Auf diesem Niveau sei Österreich „ein Unsicherheitsfaktor zu einem Zeitpunkt, wo militärische Konflikte in unserer Umgebung zunehmen. Unsere Verbände werden durch diesen Kurs entwertet.“

Zum bevorstehenden Truppenbesuch von Minister Klug bei Bundesheer-Soldaten in Mali findet Entacher nur spöttische Worte: „Mit 28 Personen acht Soldaten zu besuchen, ist schon ein großer Aufwand. Aber Klug gibt für Öffentlichkeitsarbeit gern viel Geld aus. In diesem Punkt spart er nicht.“