„Nie wieder Wahlkarte“

"Der Kleber blieb aber am Abrissstreifen picken und nicht auf der Lasche."

"Der Kleber blieb aber am Abrissstreifen picken und nicht auf der Lasche."

„Es sind keine wie immer gearteten technischen oder organisatorischen Defekte aufgetreten.“ Am Dienstag gab Innenminister Wolfgang Sobotka „grünes Licht“ für die Wahl, die wegen der Klebstoffpanne auf Sonntag, den 4. Dezember, verschoben wurde. Romana S. (echter Name der Redaktion bekannt) sieht indessen rot. Ihre Wahlkarte klebt nicht.

„Ich habe alles wie vorgeschrieben Schritt für Schritt befolgt, den Stimmzettel ins Kuvert gelegt, die Wahlkarte unterschrieben und dann den Klebestreifen abgetrennt. Der Kleber blieb aber am Abrissstreifen picken und nicht auf der Lasche.“ profil hat die defekte Karte inspiziert und kann den Defekt bestätigen. Das Kuvert klebt nicht. Was tun?

Anruf in der Fachabteilung des Innenministeriums: „Das sollte nicht passieren. Anders zu wählen geht nicht. Haben Sie schon unterschrieben? Das ist ein Problem.“ - „Kann ich die Wahlkarte austauschen?“ - „Rufen Sie bei ihrer Gemeinde an.“ - „Kann ich sie nicht mit Uhu zukleben?“ - „Auf keinen Fall!“

profil hat die defekte Karte inspiziert und kann den Defekt bestätigen. Das Kuvert klebt nicht.

profil hat die defekte Karte inspiziert und kann den Defekt bestätigen. Das Kuvert klebt nicht.

Anruf bei der Wiener MA62, Abteilung Wahlen: „Fragen Sie im Bezirkswahlreferat.“
Anruf in einem großen Wiener Bezirk: „Zukleben, einwerfen.“ - „Mit Uhu?“ - „Ja. Das wird dann von der Bezirkswahl-Kommission entschieden.“
Anruf in Linz: „Am besten, Sie gehen am Sonntag ins Wahllokal und nehmen die Wahlkarte mit.“
Anruf beim Bürgermeister einer niederösterreichischen Gemeinde: "Wenn die Karte schon unterschrieben ist, würde ich sie nicht zurücknehmen."

Vier Tage vor der Wahl weiß Romana S. nicht, ob sie noch gültig wählen kann. Was sie weiß: Nie wieder Wahlkarte!“