"Akt der Zivilcourage": Grazerin kapert FPÖ-Domain

In einer FPÖ-Wahlkampfbroschüre wird die antimuslimische Website beworben.

In einer FPÖ-Wahlkampfbroschüre wird die antimuslimische Website beworben.

Die steirischen Freiheitlichen werben in einer Wahlbroschüre für eine antimuslimische Internetadresse, die ins Nichts führt. Eine aufmerksame Bürgerin aus Graz kaperte die Domain – aus Zivilcourage.

In einer aktuellen Postwurfsendung an alle steirischen Haushalte macht die FPÖ für einen Stopp von Moscheebauten mobil. Gleichgesinnte sollen auf der Website „moscheenstopp.at“ ihre Unterstützung bekunden, heißt es in der Wahlkampfbroschüre. Allein: Die Internetadresse funktioniert nicht.

Unter "moscheenstopp.at" wollte die FPÖ eigentlich eine Petition starten.

Unter "moscheenstopp.at" wollte die FPÖ eigentlich eine Petition starten.

Schuld daran ist Claudia Unger, die Leiterin des afro-asiatischen Instituts in Graz. Sie hat frühzeitig von der blauen Initiative Wind bekommen und die Domain prompt auf ihren Namen reservieren lassen. Blöd nur, dass die FPÖ zu diesem Zeitpunkt schon tausende Flugblätter mit eben dieser Adresse bedruckt und um teures Geld versendet hat.
Zuvor hatte die FPÖ irrtümlicherweise die falsche Domain reservieren lassen: „moscheenstop.at“, mit nur einem „p“ geschrieben.

Die FPÖ hatte irrtümlicherweise die Domain "moscheenstop.at" reservieren lassen.

Die FPÖ hatte irrtümlicherweise die Domain "moscheenstop.at" reservieren lassen.

Als der Rechtsschreibfehler bemerkt wurde, war die korrekte Schreibweise bereits an Claudia Unger vergeben, wie Armin Sippel, Klubobmann der Grazer FPÖ, gegenüber profil zähneknirschend zugibt. Auf Unterstützer werden die Blauen jedenfalls lange warten müssen, führt die beworbene Website doch ins Nichts. In Ungers Augen ist die FPÖ-Kampagne gegen Moscheen „unerträglich“. Anstatt eine sachliche Debatte über den Islam zu führen, werde die Stimmung nur weiter angeheizt. Mit der Reservierung der Domain wollte sie einen „Akt der Zivilcourage“ setzen.