Profil 47/2018

Am kommenden Wochenende zelebriert die SPÖ ihren Bundesparteitag 2018. Programmierter Höhepunkt ist die Wahl von Pamela Rendi-Wagner zur neuen Parteivorsitzenden. Sie tritt mit den Slogans „Nach vorne“ und „Neue Kraft. Neuer Mut“ an. Das klingt vordergründig nach stolzer Zuversicht; tatsächlich handelt es sich wohl eher um Beschwörungsformeln, mit denen die tiefe Krise der Sozialdemokratie übertönt werden soll. Dabei wirkt die SPÖ im internationalen Vergleich noch einigermaßen intakt (anders als etwa die mittlerweile nahezu komatöse deutsche Schwesterpartei SPD), doch die ungewohnte – und ungeliebte – Oppositionsrolle bekommt ihr sichtlich schlecht. Die verlorene Nationalratswahl 2017 führte jedenfalls zu keinem massiven Regenerationsschub. Nun soll es also Rendi-Wagner richten, „eine große Unbekannte“, wie EVA LINSINGER und CHRISTA ZÖCHLING schreiben: „Wohin sie die SPÖ führen wird, ist nicht erkennbar.“ Ein wenig Zeit hat sie ja noch – aber halt wirklich nur ein wenig.

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