Du sollst nicht verschweigen!
Profil 48/2018

Du sollst nicht verschweigen!

Im März 1995 erschütterte eine profil-Enthüllung das Land in seinen katholischen Grundfesten: Ein ehemaliger Zögling beschuldigte Hans-Hermann Groër des schweren Missbrauchs. Der Wiener Erzbischof war weltweit der erste hochrangige Geistliche, dem öffentlich sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden. Der Fall Groër läutete eine Zeitenwende ein. Nach Jahrzehnten des Ignorierens und Vertuschens musste die katholische Kirche endlich Rechenschaft ablegen. Sie tat es zögerlich und nur auf wachsenden Druck der Gesellschaft. Inzwischen wird das Problem des Kindesmissbrauchs innerhalb des Klerus in vielen Ländern der Welt ernsthaft und gründlich aufgearbeitet. „Zutage tritt ein System, das Tausende Täter hervorgebracht, begünstigt und geschützt hat“, schreiben MARTIN STAUDINGER, ROBERT TREICHLER und CHRISTOPH ZOTTER in der aktuellen Titelgeschichte. Österreich rühmt sich gern seiner Vorbildwirkung im Umgang mit dem hochsensiblen Thema. Die Autoren sahen genauer hin und kamen zu einem anderen Schluss: Ein wesentlicher Teil der Aufklärung – die rückhaltlose Identifikation der Täter – steht nach wie vor aus.

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