Das Ende der Homöopathie
Profil 49/2018

Das Ende der Homöopathie

Dass ALWIN SCHÖNBERGER kein Freund esoterischer Denkungsarten ist, hat sich in Fachkreisen mittlerweile hinreichend herumgesprochen. Immer wieder argumentiert er profund, luzide und bisweilen nicht ohne die gebotene polemische Verve gegen jede Form von pseudowissenschaftlichem Unfug. Vergangene Woche war ihm ein Moment geradezu triumphaler Genugtuung vergönnt: Die MedUni kippte das Wahlfach Homöopathie, die Studierenden wurden umstandslos von der Lehrveranstaltung abgemeldet. Schönberger nimmt diese – durchaus überraschende – Zäsur zum Anlass für einen geharnischten Nachruf auf eine „irrationale, mittelalterliche Heilslehre“, die „nach 200 Jahren endgültig ins Archiv der Medizingeschichte gehört“. Er gibt sich dabei keinen hochfliegenden Illusionen hin: Mit den ominösen Zuckerkugeln wird weiterhin profitables Schindluder getrieben werden; schließlich wollen die Apotheken wohl kaum auf eine ihrer inzwischen zentralen Geschäftsgrundlagen verzichten. Trotzdem darf man von einem entscheidenden Fortschritt sprechen. Schönberger wertet das abrupte Ende der Homöopathie an der MedUni als klares Signal dafür, „dass Pseudo- und universitäre Wissenschaft nicht in Einklang zu bringen sind und nicht im Verbund auftreten sollten“.

profil als ePaper

Neben der Printausgabe können Sie das neue profil samstags ab 18 Uhr als ePaper (via iTunes oder Google Play und im Austria Kiosk) oder im digitalen Kiosk (ab Montag im Aboshop, bei Blendle oder read.it) kaufen.