Die rechte Revolution
Profil 15/2019

Die rechte Revolution

Man soll bei der Auswahl seiner historischen Vorbilder nicht zimperlich sein. Steve Bannon zum Beispiel beruft sich gern auf einen ausgewiesenen Bolschewiken: „Lenin wollte den Staat zerstören, und das ist auch mein Ziel. Ich will, dass alles zusammenbricht, und ich will das heutige Establishment zerstören.“ Bannon ist bekanntlich alles andere als ein lupenreiner Linker. Er leitete jahrelang die ultrarechte US-Website Breitbart News Network und wurde aufgrund dieser einschlägigen Referenz von Donald Trump als Chefstratege für dessen Präsidentschaftswahlkampf abgeworben. Mittlerweile ist Bannon wieder Privatier und kann einigermaßen zufrieden auf den globalen Fortschritt seines Zerstörungswerks blicken: Wo man hinschaut, bricht sich der rechte Zeitgeist Bahn und entsorgt dabei überkommene linke und liberale Gewissheiten ebenso schonungslos wie lustvoll. Die aktuelle profil-Titelgeschichte zollt diesem Phänomen Tribut und fällt, da die Gemengelage höchst komplex ist, entsprechend opulent aus. GEORG HOFFMANN-OSTENHOF, WOLFGANG PATERNO, MARTIN STAUDINGER und ROBERT TREICHLER vermessen die „rechte Weltrevolution“, die durchaus das Potenzial hat, eine veritable „politische Ära zu begründen, die auch gesellschaftliche und kulturelle Umwälzungen mit sich bringt“. EVA LINSINGER geht der Frage nach, welche Rolle die Medien in solchen Umwälzungsprozessen spielen. GERNOT BAUER und JAKOB WINTER beleuchten das, dezent formuliert, schlampige Verhältnis der FPÖ zu den Identitären und dessen Auswirkungen auf das Koalitionsklima.

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