Europas Schande
Profil 8/2020

Europas Schande

Jahrzehntelang galt Lesbos als Chiffre für das Paradies auf Erden: eine traumhaft schöne Urlaubsdestination, reichlich Ouzo und Olivenöl inklusive. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Bild dramatisch gewandelt. Mittlerweile sorgt die drittgrößte griechische Insel vor allem durch das Flüchtlingscamp nahe Moria für Schlagzeilen. Ursprünglich für 3000 Personen ausgelegt, platzt das Lager mit 19.000 Menschen längst aus allen Nähten. Die Lebensbedingungen sind katastrophal. „Schwerkranke Kinder ohne medizinische Versorgung. Familien ohne festes Dach über dem Kopf. Kein Wasser, kein Strom, keine warmen Mahlzeiten“, schreibt ANNA FRANZISKA GRILLMEIER , die seit zwei Jahren teilweise auf Lesbos lebt und somit einen qualifizierten Einblick in eine Realität hat, die der Europäischen Union zur Schande gereicht. Mehr als 40.000 Flüchtlinge werden unter menschenunwürdigen Umständen auf den ägäischen Inseln festgehalten. „Warum unternimmt die EU, Hüterin der Menschenrechte und Trägerin des Friedensnobelpreises 2012, nichts dagegen?“, fragen ROBERT TREICHLER und CHRISTOPH ZOTTER in der aktuellen Titelgeschichte.

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