Airbus-Absturz über Südfrankreich: Offenbar alle Insassen tot

Airbus-Absturz über Südfrankreich: Offenbar alle Insassen tot

Beim Absturz eines Airbus A320 der deutschen Fluggesellschaft Germanwings sind offenbar alle Menschen an Bord ums Leben gekommen.

"Es gibt keinen Überlebenden", sagte der für Verkehr zuständige Staatssekretär Alain Vidalies am Dienstag im nordfranzösischen Lille.

150 Menschen an Bord

Wie Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann auf einer Pressekonferenz in Köln bestätigte, waren 67 Deutsche an Bord. Über die Identität weiterer Passagiere - es soll eine deutsche Schülergruppe darunter gewesen sein - wollte der Germanwings-Chef keine Angaben machen.

Insgesamt waren 144 Passagiere an Bord, darunter zwei Babys, sowie sechs Besatzungsmitglieder. "Es ist ein tragischer und sehr trauriger Tag für Germanwings und für die gesamte Lufthansa-Familie", sprach Winkelmann den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Primäres Ziel sei es nun, sich um die Angehörigen "unserer Gäste und unserer Mitarbeiter" zu kümmern.

Suche nach Ursachen

Lufthansa-Techniker waren am Dienstag unterwegs zur Absturzstelle in den französischen Alpen, "um bei der Untersuchung des Unfalls das bestmögliche beizutragen, um herauszufinden, warum der Airbus verunglückt ist", sagte Winkelmann. Die französischen Behörden werden die Untersuchungen zur Unfallursache leiten.

Geflogen wurde die Maschine von einem erfahrenen Piloten, der seit über zehn Jahren für Lufthansa und Germanwings im Einsatz war. Er absolvierte 6.000 Flugstunden mit dem Airbus.

Der Kontakt zu dem Flugzeug soll um 9.41 Uhr abgerissen sein. Das berichtete der Flightradar24 (eine Website, die Flugzeug-Routen im Netz verfolgt und grafisch abbildet) über den Kurznachrichtendienst Twitter. Der Airbus mit der Flugnummer 4U9525 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf hätte demnach um 10.55 Uhr landen sollen. Er sei nahe dem südfranzösischen Ort Digne im Departement Alpes-de-Haute-Provence abgestürzt.

Zuletzt sei eine Höhe von 6.800 Fuß (ca. 2.072 Meter) registriert worden, meldete Flightradar24. Die Maschine sei mit einer Geschwindigkeit von 3.000 bis 4.000 Fuß - etwa 900 bis 1.200 Meter - pro Minute heruntergegangen. Das sei vergleichbar mit dem Standard bei Landeanflügen.

Die abgestürzte Maschine war offenbar mehr als 24 Jahre alt. Nach Informationen der Website Airfleets.net war die Maschine vom Typ A320 am 6. Februar 1991 an die Lufthansa ausgeliefert worden. Zwischenzeitlich war der Jet mit 147 Sitzplätzen und der Kennung D-AIPX unter dem Städtenamen "Mannheim" unterwegs. Ihren Jungfernflug hatte sie am 29. November 1990.