Simbabwe: Präsident Mugabe steht unter Hausarrest

Simbabwe: Mugabe nach Militärputsch offenbar unter Hausarrest

Simbabwes Präsident Robert Mugabe steht nach dem Eingreifen der Armee in die politische Krise des Landes unter Hausarrest.

Mugabe habe am Mittwoch in einem Telefonat mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma gesagt, dass er "in seinem Haus festgehalten" werde, teilte Zumas Büro mit. Mugabe habe in dem Gespräch zugleich versichert, dass er wohlauf sei.

Zuma kündigte einen Vermittlungsversuch an, um die Krise im Nachbarland beizulegen. Er entsende Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula und Sicherheitsminister Bongani Bongo nach Simbabwe, wo sie mit Mugabe und der Armeeführung sprechen sollten.

In der Nacht zu Mittwoch hatte offenbar die Armee die politische Kontrolle über Simbabwe übernommen. In der Nähe von Mugabes Wohnsitz waren Schüsse gefallen, später blockierten Panzer das Parlament in Harare.

Militärputsch gegen die Regierung

In einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung teilte ein General mit, es handle sich nicht um einen Militärputsch gegen die Regierung. Vielmehr sei die Armee gegen "Kriminelle" im Umfeld von Mugabe vorgegangen. Mugabe und seine Familie seien gesund und in Sicherheit.

Unterdessen besetzte das Militär nach Angaben aus der Armee ein Waffendepot der paramilitärischen Polizei in der Hauptstadt Harare. Die Polizisten des Depots seien entwaffnet worden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus den Armeekreisen am Mittwoch. Die Armee kontrolliere alle Zufahrten zum Gelände.

Zuma hatte nach der Machtübernahme des Militärs im Nachbarland Simbabwe eine friedliche Beilegung der Krise verlangt. Die jüngsten Ereignisse dürften sich nicht über die verfassungsmäßige Ordnung hinwegsetzen, forderte Zuma am Mittwoch im Namen der Regionalgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC). Der Präsident rief die Regierung und die Streitkräfte auf, die politische Krise "freundschaftlich" beizulegen. Zuma ist derzeit auch SADC-Vorsitzender.