Österreich bei der EM: Alptraumstart statt Traumstart

David Alaba war nah dran am ersten EM-Tor

David Alaba war nah dran am ersten EM-Tor

Ein schnelles Tor gegen den defensivstarken Gegner, das war Plan und Wunsch von Österreichs Fußball-Nationalteam am Dienstag gegen Ungarn.

Auf den Traumstart in die EURO 2016 haben in Bordeaux nur Zentimeter gefehlt, doch David Alaba traf nach 31 Sekunden nur die Stange. Es wurde schließlich ein Alptraumstart: Ein Tor wollte den Österreichern auch danach nicht gelingen, Ungarn siegte überraschend.

"Mit ein bisschen mehr Glück geht er rein, dann schaut das Spiel anders aus", kommentierte Alaba gleich nach dem Spiel im ORF die Szene in der ersten Minute. "Wir sind gut ins Spiel gestartet. Wir hatten genug Chancen, speziell in der ersten Halbzeit, um 1:0 in Führung zu gehen. Dann hätten wir mehr Ruhe im Spiel gehabt", meinte der ÖFB-Star, der bei seinem ersten Auftritt im ÖFB-Team auf der ganz großen Bühne in der Anfangsphase der auffälligste und gefährlichste Österreicher war.

Nur wenige Zentimeter fehlten auf einen Eintrag in die Rekordbücher. Bei seinem Schuss aus rund 25 Metern war Ungarns Torhüter-Routinier Gabor Kiraly machtlos, der Ball landete nach 31 Sekunden aber nur an der Stange. Damit ist weiter Dimitri Kiritschenko der Torschütze des schnellsten EM-Tors der Geschichte, der Russe traf am 20. Juni 2004 bei der EURO in Portugal im Spiel gegen Griechenland nach 67 Sekunden.

Auch die zweite Chance ging auf das Konto von Alaba, der in zehn Tagen seinen 24. Geburtstag feiert. Nach einem Arnautovic-Pass scheiterte der Bayern-Star an Kiraly. Zudem landete ein Alaba-Freistoß in der Mauer (32.). Auch seine Kollegen konnten danach Kiraly, der mit 40 Jahren zum ältesten Spieler der EM-Geschichte wurde, nicht überwinden.

Und in der zweiten Halbzeit schlugen die Ungarn durch Adam Szalai (62.) und Zoltan Stieber (87.) zu. "Das 0:1 war wie ein Stich ins Herz. Sie (die Ungarn) hatten nicht sehr viele Chancen, ich denke, wir waren die bessere Mannschaft, aber sie waren eiskalt. Sie sind 1:0 in Führung gegangen und mit der Roten Karte wurde es noch bitterer und kein einfaches Spiel", sagte Alaba.

Damit bleibt zumindest bis zum Spiel gegen Gruppenfavorit Portugal am Samstag (21.00 Uhr in Paris) Ivica Vastic der einzige österreichische EM-Torschütze. Der aktuelle Mattersburg-Trainer hat bei der Heim-EM 2008 gegen Polen in der 93. Minute per Elfmeter zum 1:1-Endstand getroffen.