Belgien wird laut Hanappi-Simulation Europameister

Ob Elefanten- oder Computer-Orakel, richtig liegt keines

Ob Elefanten- oder Computer-Orakel, richtig liegt keines

Mit seinem Simulationsprogramm für die Fußball-Europameisterschaft hat der Ökonom Gerhard Hanappi von der Technischen Universität (TU) Wien in der Gruppenphase 75 Prozent der Aufsteiger korrekt vorhergesagt, im Achtelfinale 62,5 Prozent. Nachjustiert um die jüngsten Ergebnisse hat er nun die Simulation fortgesetzt und prognostiziert Belgien als Europameister, das im Finale Deutschland schlägt.

Ohne den überraschenden Sieg der Isländer über die Engländer wäre auch die Trefferquote der Prognose des Achtelfinales bei 75 Prozent gelegen, so Hanappi, Sohn des legendären gleichnamigen Fußballspielers, in einer Aussendung. Nachdem sich die Auslese - und damit das Aneinanderrücken der besten Teams - nun fortsetze, würden die Wahrscheinlichkeiten für die Ergebnisse in den nächsten K.o.-Runden sowie im Finale alle recht nahe an 50 Prozent liegen.

Die höchsten Wahrscheinlichkeiten haben dabei im Viertelfinale die Siege von Polen über Portugal (57 Prozent) und von Belgien über Wales (55 Prozent). Deutschland schlägt Italien dagegen nur mit 50,2 Prozent Wahrscheinlichkeit, und das im Elferschießen. Frankreich setzt sich gegen Island mit 51-prozentiger Wahrscheinlichkeit durch.

Im Semifinale setzt sich dann Belgien mit gegen Polen durch (53 Prozent), und Deutschland schlägt Frankreich (51 Prozent). Schließlich kürt sich Belgien mit dem wahrscheinlichsten Ergebnis von 1:0 gegen Deutschland zum Europameister (52 Prozent Wahrscheinlichkeit).

Sein Team habe durch die Modellierung "sehr viel über die Dynamik von Fußballspielen gelernt", betonte Hanappi, der am Institut für Stochastik und Wirtschaftsmathematik der TU arbeitet und sich üblicherweise mit Computersimulationen komplizierter politischer oder wirtschaftlicher Prozesse beschäftigt. Vieles von diesen Erfahrungen werde man auch in anderen Kontexten gut verwenden können.