Blaszczykowski stellte Lewandowski bisher in den Schatten

Der wahre EM-Held aus Polen war bisher der Herr links

Der wahre EM-Held aus Polen war bisher der Herr links

Viele haben vor der Fußball-EM von der Stärke von Robert Lewandowski gesprochen. Bei der Endrunde in Frankreich sorgten aber bisher andere Spieler für die polnischen Glanzpunkte. Einer davon ist mit Jakub Blaszczykowski ein ehemaliger Dortmund-Clubkollege des Bayern-München-Stürmers. Zu BVB-Zeiten galten die beiden nicht gerade als beste Freunde.

Während der in der Qualifikation mit 13 Toren noch überragende Lewandowski nach vier EM-Spielen noch torlos ist, sorgte Blaszczykowski in den Duellen mit der Ukraine (1:0) und der Schweiz (1:1/5:4 i.E.) jeweils für den einzigen Treffer der Polen. Der polnische Verband wählte daher vor dem Viertelfinal-Duell mit Portugal am Donnerstag (21.00 Uhr) in Marseille auf seiner Homepage für ein Video auch den zweifachen Torschützen mit Spitznamen Kuba und nicht Lewandowski für ein Interview aus.

Der 30-Jährige hat beim italienischen Erstligisten Fiorentina eine bescheidene Saison hinter sich, kam auf 20 Pflichtspieleinsätze und zwei Tore. Wohl auch deshalb bleibt der Teamroutinier auf dem Boden. "Ich bin nicht der Star des Teams, wir sind eine Mannschaft", sagte er im polnischen Fan-TV "Laczy na pilka" ("Der Ball verbindet uns").

Im letzten Gruppenspiel gegen die Ukraine in Marseille erzielte Blaszczykowski gerade einmal acht Minuten nach seiner Pausen-Einwechslung den 1:0-Siegtreffer. Im Achtelfinale gegen die Schweiz brachte er seine Mannschaft mit seinem zweiten Turniertor in der 39. Minute in Führung und zeigte sich auch im Elfmeterschießen treffsicher. "Einige hatten tatsächlich in Gedanken schon einen Schlussstrich unter seine Nationalmannschaftskarriere gezogen. Kuba hat es allen gezeigt", sagte Polens Außenverteidiger Lukasz Piszczek dem "Kicker".

Das will er in der kommenden Saison wohl auch wieder in Dortmund tun. Der an Fiorentina Ausgeliehene und bei der EM plötzlich Aufblühende will unter der Regie von Thomas Tuchel einen neuen Anlauf an alter Wirkungsstätte nehmen, wo er noch bis Ende Juni 2018 Vertrag hat. Vorher aber möchte Blaszczykowski auch gegen Ronaldo und Co. seinen Teil dazu beitragen, die Fans in der Heimat weiterhin zu verzücken. Die sind spätestens seit dem Viertelfinal-Aufstieg voll im Fußballfieber.