EM im Ausnahmezustand: Sicherheitsvorkehrungen in Frankreich

Großes Polizeiaufgebot während der EM-Endrunde

Großes Polizeiaufgebot während der EM-Endrunde

Die Fußball-EM vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich steht nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Ein Überblick:

- 72.000 Polizisten und Gendarmen sind für die Europameisterschaft im Einsatz, dazu kommen Tausende Mitarbeiter des Zivilschutzes und der Feuerwehr.

- Die Veranstalter haben 13.000 private Sicherheitsleute engagiert, die alle Besucher der Stadien und Fanmeilen gründlich kontrollieren sollen.

- Bei den Stadien und Fan-Zonen stehen schwer bewaffnete Spezialeinheiten bereit, damit sie im Fall einer Bedrohung schnell eingreifen können.

- 180 Polizisten aus den Teilnehmerländern helfen den Franzosen, darunter vor allem Kenner der jeweiligen Hooligan-Szene. Zum Teil sind sie bei den Spielen ihrer Mannschaften dabei, zum Teil arbeiten sie in einem internationalen Koordinationszentrum nahe Paris.

- Um für die Gefahr eines Anschlags etwa mit chemischen Kampfstoffen vorbereitet zu sein, sind über das Land verteilt 49 Dekontaminierungseinheiten in Bereitschaft.

- Kurz vor der EM hat das Pariser Innenministerium eine kostenlose Smartphone-App ("SAIP") vorgestellt, mit der Nutzer im Fall eines Terroranschlags gewarnt werden sollen.

- Das Parlament hat den Ausnahmezustand, der nach der Terrornacht vom 13. November verhängt worden war, bis Ende Juli verlängert. Dies gibt den Behörden Sonderrechte, sie können mutmaßliche Gefährder etwa ohne Richterbeschluss unter Hausarrest stellen.

- Ebenfalls seit dem 13. November kontrolliert Frankreich an seinen Grenzen wieder Reisende. Als gewalttätig eingestufte Fans dürfen nicht einreisen, mehr als 2.300 Personen wurden bereits in eine entsprechende Datenbank aufgenommen. Gegen 24 besonders gewalttätige Hooligans wurden bereits Verbote ausgesprochen.