England nach 0:0 weiter, Slowaken als 3. mit guten Chancen

Liverpools Daniel Sturridge probierte den Abschluss

Liverpools Daniel Sturridge probierte den Abschluss

Englands Nationalteam ist am Montag bei der Fußball-EM in Frankreich ins Achtelfinale eingezogen. Die "Three Lions" hielten mit einem 0:0 im direkten Duell in St. Etienne die Slowakei auf Distanz und beendeten die Gruppe B hinter Überraschungssieger Wales auf Rang zwei. Die Slowaken halten bei vier Zählern und haben gute Chancen als einer der vier besten Dritten auch noch weiterzukommen.

Im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams bei einer EM gab es damit keinen Sieger, im vierten Länderspiel gingen die Engländer erstmals nicht als Sieger von der Partie. Hauptgrund dafür war die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, Chancen waren für die Truppe von Teamchef Roy Hodgson vor 39.051 Zuschauern im Stade Geoffroy Guichard in Hülle und Fülle da.

Für die Engländer geht es nun am kommenden Montag im letzten Achtelfinale in Nizza gegen den Zweiten der Gruppe F weiter. In der ist noch alles möglich, fällt die Entscheidung zwischen den vier Teams erst am Mittwoch in den Duellen Österreich (1) gegen Island (2) sowie Ungarn (4) gegen Portugal (2). Die Slowaken müssen nur noch einen Gruppendritten hinter sich lassen, um in die nächste Runde aufzusteigen, da Albanien (A) nur drei Punkte auf dem Konto hat.

Englands Teamchef Roy Hodgson setzte auf kräftige Rotation, nahm gleich sechs Veränderungen gegenüber dem 2:1-Erfolg gegen Wales vor. Dass die am Donnerstag als "Joker" erfolgreich gewesenen Jamie Vardy und Daniel Sturridge in die Mannschaft rückten, kam nicht überraschend, vier weitere Änderungen zum Teil aber doch. So saß etwa auch Kapitän Wayne Rooney zu Beginn nur auf der Bank.

Auf dem Platz waren die vielen Wechsel nicht negativ ersichtlich, die "Three Lions" wirkten vor den Augen von Prinz William gut eingespielt, spielten munter nach vorne und dominierten klar das Geschehen. Das einzige was es aufseiten des Favoriten zu bemängeln gab, war die fehlende Effizienz. Vardy deutete schon nach fünf Minuten mit einem Volley seine Gefährlichkeit an. Kurze Zeit später setzte auch Sturridge seine erste Duftmarke, sein Abschluss wurde von Peter Pekarik in höchster Not geblockt (9.).

In der Folge rückte Slowakei-Goalie Matus Kozacik in den Vordergrund, der Topchancen von Vardy (17.) und Adam Lallana (33.) mit Paraden zu Nichte machte. Von den im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Russland personell unveränderten Slowaken war in der Offensive gar nichts zu sehen. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel gleich zu Beginn. Nach einem Missverständnis von Chris Smalling und Goalie Joe Hart kam Robert Mak zum Abschluss, traf aber den Ball aus bester Position nicht wirklich (53.).

Im Gegenzug musste Kozacik bei einem Clyne-Abschluss aus spitzem Winkel einmal mehr seine Klasse unter Beweis stellen (53.). Die Engländer pressten weiter gut und drängten auf den Führungstreffer. Ein Torerfolg wollte aber auch nach der Hereinnahme von Rooney in der 56. Minute einfach nicht gelingen. Kapitän Martin Skrtel rettete bei einem Alli-Schuss, bei dessen erster Ballberührung, knapp vor der Linie (61.). Nach einem Dier-Heber kam Sturridge nicht zum Abschluss (73.).

Mit einer tollen Abwehrleistung brachten die Slowaken das Unentschieden über die Zeit. Keine negativen Nachrichten gab es diesmal von den Fans, die auch schon vor der Partie in St. Etienne mit guter Stimmung und friedlichem Auftreten in der Stadt positiv aufgefallen waren.