EURO 2016: Fans bereiten Russland mehr Sorgen als Gegner Slowakei

Russische Fans sorgten für Wirbel

Russische Fans sorgten für Wirbel

Nach dem glücklichen 1:1 gegen England kann Russland am Mittwoch in Lille (15.00 Uhr) gegen die Slowakei einen riesigen Schritt in Richtung Achtelfinale machen. Trotz des weitgehend biederen Starts geht die Mannschaft von Trainer Leonid Sluzki als leichter Favorit in die Partie. Die größten Sorgen bereiten die russischen Fans. Sollte es wieder zu Ausschreitungen kommen, droht der EM-Ausschluss.

Und die Sicherheitslage ist erneut angespannt. Am Dienstag stoppte die französische Polizei bei Cannes einen Bus mit russischen Fans, denen die Ausweisung droht. Einen Tag nach dem Duell zwischen Russland und der Slowakei kommt es im nahegelegenen Lens zum Gruppenspiel England gegen Wales. Im Norden Frankreichs könnte es also rund um die beiden Risikospiele den nächsten brenzligen Zusammenstoß englischer und russischer Hooligans geben. Dann würde Russland freilich von der UEFA sofort vom Turnier ausgeschlossen.

"Klar, es ist Europameisterschaft, jeder ist verrückt nach Fußball und die Emotionen kochen hoch. Aber warum schlagen sich die Menschen dafür die Köpfe ein?", schrieb Russlands Mittelfeldmann Roman Neustädter in seiner Internet-Kolumne. Ansonsten blocken Spieler und Betreuer des WM-Gastgebers von 2018 Fragen zu nicht-sportlichen Themen meist ab.

Ob Neustädter wie gegen die Engländer erneut von Beginn an auf der Sechser-Position auflaufen darf, ist noch offen. Gut möglich, dass der zuletzt leicht angeschlagene und gegen die Three Lions erst spät eingewechselte Denis Gluschakow diesmal Neustädter aus der Startelf verdrängt. Auch wenn die Russen zum Turnierauftakt mit ihrem biederen Auftritt nicht gerade glänzen konnten und nur mit sehr viel Glück zum Punktgewinn kamen, gelten sie gegen die Slowaken als Favorit.

"Auf dem Papier ist Russland vielleicht stärker als wir, aber das ist Theorie", sagte der Ex-Salzburger Dusan Svento. Seine Mannschaft steht nach der Niederlage im Duell der EM-Neulinge gegen Wales schon gewaltig unter Druck. Trainer Jan Kozak kündigte daher Umstellungen an. "Bestimmte Änderungen wird es geben, aber noch ist es zu früh, sie zu konkretisieren", sagte er. Adam Nemec wollte das Rezept gegen die Russen kennen. "Hohes Pressing, denn ihre Pässe waren nicht recht genau", erklärte der Stürmer.