Fuchs erwartet offensive Steigerung des ÖFB-Teams

Der Kapitän versprüht jede Menge Optimismus

Der Kapitän versprüht jede Menge Optimismus

Kapitän Christian Fuchs ist zuversichtlich, dass dem österreichischen Fußball-Nationalteam im entscheidenden EM-Gruppenspiel am Mittwoch (18.00 Uhr/live ORF eins) in St. Denis bei Paris gegen Island die nötige Steigerung in der Offensive gelingt. Die Österreicher benötigen unbedingt einen Sieg, um erstmals ins Achtelfinale einzuziehen - und damit auch ihr erstes Turniertor.

Gegen Portugal hatte sich das ÖFB-Team am Samstag mit einem ungewohnt defensiven Konzept einen Punkt erkämpft (0:0). "Portugal war der erste Schritt", sagte Fuchs am Dienstagnachmittag in einer Pressekonferenz. "Wenn wir auch noch in der Offensive effizient sind, wird es klappen. Wir werden mehr vom Spiel haben wollen und wieder mehr Torchancen vorfinden."

Einiges könnte dabei von Marko Arnautovic abhängen. Der Stoke-Legionär, in der EM-Vorbereitung der gefährlichste ÖFB-Offensivspieler, ist beim Turnier in Frankreich bisher noch nicht richtig zur Entfaltung gekommen. Gegen Portugal musste er auch enorm viel Defensivarbeit verrichten, erinnerte Fuchs. "Dass Marko nach vorne sehr viel Potenzial hat, ist klar. Ich bin sicher, dass er gegen Island zu mehr Freiheiten kommt."

Zumal die Isländer den Österreichern das Spiel überlassen werden. Ihnen könnte ein Punkt zum Aufstieg reichen. Die Insel-Kicker sind in den ersten zwei Runden mit lediglich 33,5 Prozent das EM-Team mit dem geringsten Ballbesitz gewesen. Dennoch halten sie bereits bei zwei Zählern. "Die Isländer sind sicher keine Blindgänger, wie die kleineren Länder oft beschrieben werden, das hat man gesehen", betonte Fuchs.

Islands Offensivstar Gylfi Sigurdsson von Swansea City etwa kennt Fuchs aus der englischen Premier League. "Das wird ein sehr tougher Fight. Ihr Spiel ist sehr physisch, das wird uns aber auch entgegenkommen", meinte der Linksverteidiger von Meister Leicester City. Die Begründung: "Bei Balleroberungen könnten sich durch schnelles Umschaltspiel Räume auftun."

Die Österreicher müssen zwar gewinnen. Einen Sturmlauf ab der ersten Minute werde es aber nicht geben. "Ich bezweifle, dass beide Mannschaften Ho-ruck spielen werden. Wir werden auch nicht alles auf eine Karte setzen", behauptete der 30-Jährige. Die Nervosität sei trotz der historischen Chance kein Problem. "Wir haben schon in der Quali gesehen, dass wir mit Drucksituationen umgehen können." Etwa im so entscheidenden Auswärtsspiel vor einem Jahr in Russland (1:0).

"Wir wissen, worum es geht", versicherte Fuchs. "Wir werden Gas geben bis zur letzten Sekunde. Ich bin überzeugt, wenn wir die Leistung auf den Platz bringen, haben wir die Chance, zu gewinnen."

Nach seinen Teamkollegen nahm auch der Kapitän den für seine zuletzt schwachen Leistungen kritisierten ÖFB-Star David Alaba in Schutz. "Es ist offensichtlich. Er spielt bei Bayern München, er hat die Champions League gewonnen, der ganze Fokus liegt auf ihm. Aber das ist nicht fair", betonte Fuchs. "Er ist Teil des Teams hier, da ist er nicht alleine."

Vor mehr als sechseinhalb Jahren, im Oktober 2009, hatte Alaba im Stade de France als jüngster Akteur der ÖFB-Geschichte sein Länderspiel-Debüt gegeben. Damals war er gerade einmal 17 Jahre alt. Österreich hat am Ort des Endspiels gegen Island in drei Partien bisher drei Niederlagen kassiert. "Es wird Zeit, dass wir hier einmal Punkte mitnehmen", sagte Fuchs. Für den Aufstieg müssten es drei sein.