Konstante im Tor: Buffon Italiens unumstrittener Anführer

Der Juve-Goalie führt die Squadra Azzurra an

Der Juve-Goalie führt die Squadra Azzurra an

Vor fast 19 Jahren gab Gianluigi Buffon sein Debüt in der "Squadra Azzurra". Auch 157 Länderspiele und sieben große Turniere später ist der 38-jährige Kapitän und Torhüter weiter hungrig auf Siege. Nun soll in Frankreich einer der letzten noch fehlenden Titel her. Buffon ist der einzig verbliebene Star in Italiens Nationalelf - und gleichzeitig ihr unumstrittener Anführer und das Herz des Teams.

"Gigi ist der geborene Champion, und das beschränkt sich nicht auf die sportlichen Qualitäten, sondern zeigt sich auch bei seinem Auftreten außerhalb des Platzes", lobte Teamchef Antonio Conte, der bei Juventus Turin noch mit Buffon zusammengespielt hat. "Und er ist sehr diszipliniert. Sonst könnte er mit 38 Jahren nicht auf dem Level spielen", sagte der Coach über seinen Kapitän.

Am 29. Oktober 1997 gab Buffon sein Debüt in der Nationalelf. Seitdem wurde er zum Rekord-Nationalspieler, gewann 2006 die WM, wurde viermal Welttorhüter und spielte sieben große Turniere als Stammgoalie. Im achten Versuch, bei der EM in Frankreich, soll nun erneut ein Titel her, immerhin fehlt Buffon der EM-Pokal noch. "Wir haben eine große Verantwortung, unser Land zu repräsentieren, das den Fußball lebt", mahnte Buffon vor dem Abflug.

Damit Italien als Mannschaft ohne große Stars und Ausnahmekönner in Frankreich eine Chance hat, muss auch Buffon wieder Topleistungen zeigen. Trotz seiner 38 Jahre zählt Italiens Torhüter-Legende noch immer zu den besten Keepern Europas. Dass bewies Buffon gerade in der abgelaufenen Saison in der Serie A: Mit 973 Minuten ohne Gegentreffer stellte er mit Juve einen Rekord auf. Italiens Medien umjubelten ihn danach als "Mister Rekord" und "SuperGigi".

Gemeinsam mit Daniele De Rossi und Andrea Barzagli ist Buffon einer von drei verbliebenen Weltmeistern von 2006 im Nationalteam. Als Legende will sich der Profi von Juventus Turin nicht bezeichnen lassen. "Ich sehe mich selbst als Fußballer, der Teil der Sportgeschichte in Italien, Europa und der Welt ist", sagte er. "Aber Legenden haben etwas nicht Menschliches und das mag ich nicht."

Und auch nach der EM in Frankreich soll für Buffon unabhängig vom Abschneiden Italiens noch nicht Schluss sein. Bereits vor einiger Zeit hat der Italiener die WM 2018 in Russland als sein Ziel ausgegeben. Eine neue Chance auf den EM-Titel 2020 soll es für ihn aber nicht geben. "Alles hat ein Anfang und ein Ende. Ich bin jetzt 38 Jahre alt, fühle mich gut und dachte nie, dass es soweit kommen würde", sagte Buffon und versprach: "Mein Ziel bleibt 2018, aber falls es zum Top-Niveau nicht mehr reicht, mache ich sofort Schluss."