Marcel Kollers Aufstellungspoker ging nicht auf

Der Plan des ÖFB-Teamchefs ging nicht auf

Der Plan des ÖFB-Teamchefs ging nicht auf

Seit Jahren hat Österreichs Teamchef Marcel Koller seinen Spielern eine fixe Taktik eingetrichtert. Am Mittwoch änderte er seinen bisherigen Spielplan und stellte komplett um. Im entscheidenden Match um den Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft im Stade de France von St. Denis kehrte er vom 4-2-3-1-System ab und stellte auf 3-5-2 um. Der Plan ging nicht auf.

Für Kapitän Christian Fuchs lag es aber nicht an der Umstellung. "Ich möchte nicht dem System Schuld geben", erklärte der Linksverteidiger vom englischen Meister Leicester City. "Das haben wir ja auch schon in der Vorbereitung eingeübt, da hat man gesehen, dass es funktioniert. Und wir haben auch schon in der ersten Hälfte Chancen herausgespielt."

Koller schickte in der Abwehr eine Dreierkette mit Sebastian Prödl, Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger auf das Feld, die etatmäßigen Außenverteidiger Florian Klein und Christian Fuchs wurden ins Mittelfeld vorgezogen. Statt eines Solo-Stürmers sollten Marcel Sabitzer und Marko Arnautovic die erwartete isländische Abwehrmauer knacken, David Alaba agierte zentral als Halb-Stürmer.

Das ÖFB-Team war erst einmal mit diesem System eingelaufen. Beim 14:0 im Trainingslager gegen den Schweizer Sechstligisten Schluein Ende Mai hatte Koller seine Schützlinge mit dieser Aufstellung überrascht, ohne das vorher trainiert zu haben. "Es ist schon auch wichtig, dass man flexibel ist, dass man verschiedene Möglichkeiten spielen kann. Das haben wir schon im Hinterkopf", erklärte der Teamchef damals.

In St. Denis wurde nun der Plan B aus der Schublade gezogen. Ohne Erfolg. Die Abstimmung fehlte, im Spielaufbau schlichen sich viele Abspielfehler und Missverständnisse ein, von dem vor kurzem noch so starken Passspiel war wenig zu sehen. Torchancen aus dem Spiel gab es so nicht. Und ehe Österreich halbwegs Tritt fand, stand es schon 0:1.

In der Pause reagierte Koller, brachte Marc Janko und Alessandro Schöpf und stellte wieder auf das einstudierte System zurück. Damit kam Schwung in die Partie, Schöpf traf zum Ausgleich, die Wende gelang aber nicht mehr.